Anleitung verschlußlose Bluse

Bluse1Ich muss es endlich einmal in Ruhe loswerden: danke an alle, die so freigiebig mit Lob und Komplimenten während der letzten Wochen waren – zum Antworten kam ich kaum; Sommerferien, Schulanfänge und Gattendienstreisen sind einfach nicht kompatibel mit nähenden, bloggenden und schlecht fotografierenden Müttern. Also: Danke! Der Gatte übrigens ist noch ganz verwirrt von meinem plötzlichen Sinneswandel, findet aber ebenfalls durchaus lobende Worte. Überhaupt wären die Reaktionen einen eigenen Beitrag wert, aber nun geht es um die Bluse.

Falls also eine von euch ebenfalls ein schlichtes Oberteil für enge Hosen oder Röcke möchte, kommt hier die Anleitung. Wie immer gehe ich davon aus, dass ein gut sitzender Grundschnitt vorhanden ist – also ein Schnitt mit Taillen-, Brust- und Schulterabnähern, der den Hals hoch umschließt und sehr körpernah sitzt. In diesem Falle sollte er hüftlang sein.

Im ersten Schritt wird der rückwärtige Schulterabnäher geschlossen und die Weite in den Saum geschoben; der Taillenabnäher wird gestrichen und die Taillierung an der Seitennaht bleibt erhalten. Dadurch behält die Bluse eine schöne Form im Brustbereich – würde die Seitennaht von Achsel bis Hüfte gerade gestellt, wird das Oberteil deutlich weiter und formloser.

Am Vorderteil habe ich den Brust- bzw. Schulterabnäher nur teilweise geschlossen; der Saum soll sich vorne um die gleiche Weite öffnen wie hinten.
 
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Die Weite am Saum wird mit einem untergeklebten Papier gesichert und dann erst wird der Schulterabnäher komplett geschlossen und in einen französischen Abnäher verwandelt. Dieser führt von der Hüfte bis zur Brustspitze.

 

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Jetzt kann der Schnitt kopiert werden. Danach wird der neue Halsausschnitt eingezeichnet – ein leicht gerundeter Uboot-Ausschnitt: der Halspunkt an der Schulter rutscht 3 cm nach außen, an der HM habe ich 2 cm und an der VM 1 cm nach unten abgetrogen. Der Ausschnitt soll hinten ein klein wenig höher sitzen als vorne.
Der Französische Abnäher wird ebenfalls etwas gekürzt, allerdings darf er als einziger Abnäher bis ganz nah ran an die Brustspitze – 1 cm Abtrag reicht aus. Auch die endgültige Länge wird nun festgelegt: für das Oberteil auf Höhe des Hüftknochen, für das Kleid (das ich noch zeigen möchte) wird verlängert bis wohin man nur möchte.

 

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Die Ärmel werden glatt eingenäht und etwa 3 cm unterhalb der Achsel gekürzt; dafür braucht es keine Schnittanleitung, denke ich.
Damit die Bluse schön fällt, braucht es einen Stoff, der fließend ist und sich gerne bewegt. Ein zu dünner Stoff würde zu sehr in sich zusammenfallen, ein schwerer Stoff dürfte zu viel Stand haben. Noch ausprobieren wollte ich, ob Muster sich mit dem Schnitt vertragen.

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Wie immer seht ihr mir nach, dass rein technische Erklärungen mein Ding nicht sind – es fehlt mir hier das Sinnliche 😀

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