Schnittzeichnung

Seit 2011 beschäftige ich mit der Kon­struktion von Schnitten und verwende seitdem keine fertigen Schnitt­muster mehr; viele Schnitte könnt ihr selbst erstellen, wenn ihr einen sehr gut passenden Grundschnitt habt. Dessen Form und Linie und seine Enge oder Weite bestimmen das Ergebnis. Es lohnt sich also, ihn gut an eure Figur UND an eure gewünschte Linie anzupassen.


23. Januar 2017
Ich schrieb es schon auf fb: innerhalb kürzester Zeit stellten mir einige Frauen auf verschiedenen Wegen diese Frage. Und so dachte ich mir, schreib es hier auf, bevor du es vergißt. Insgesamt habe ich knapp 80 Vintagepullis gestrickt, gleichmäßig verteilt auf Anleitungen und eigene Entwürfe. Und nachdem zu Beginn meiner Vintagepulliliebe mir jedes Modell ähnlich vorkam, bemerkte ich doch bald, dass es große Unterschiede in Schnitt, Passform und Technik zwischen ihnen gab. Wer von euch also am Anfang seiner Strick- und Vintageliebe steht oder im Stil einer der Dekaden entwerfen will, bekommt jetzt und hier und heute eine Übersicht:  …

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23. November 2016
Das Thema kam in den letzten Tage einige Male auf: wie der Fadenlauf für unterschiedliche Effekte und Silhouetten genutzt werden kann. Das folgende Bild ist eine Seite aus dem Buch Pattern Making by the Flat-Pattern Method von Norma R. Hollen: So faul ich meist bin: eigentlich mag ich nach außen wippende Rocksäume nicht, weswegen ich beim gestrigen Kleid die Mittelnaht durch das Muster hindurch in Kauf genommen habe. Hätte ich nun die Kamera nicht auf Bauchhöhe platziert, dann hätte man auch schön sehen können, wieviel schmäler der Rock fällt verglichen mit dem Langeweile-Kleid, bei dem der Fadenlauf in den VM…

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28. Februar 2016
Obwohl man, wie ich finde, auf den Bildern dieses Beitrages nicht viel erkennen konnte, erreichten mich doch auf jedem digitalen Kommunikationsweg (facebook, twitter, Blog, eMail) Anfragen nach der Anleitung für die Bluse. Und so habe ich mich heute vormittag mit Katze und Laptop aufs Sofa verzogen und in Gimp herum gespielt – was wirklich nicht meine Stärke ist. Wie immer benötigst du, die sich einen solchen Blusenschnitt nachbauen will, einen gutsitzenden Grundschnitt; in diesem Fall einen, der nicht ganz eng am Körper modelliert ist, sondern schon einen Spielraum von etwa 6-10 cm an der Oberweite hat. Nach wie vor empfehlen…

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2. Dezember 2015
“Sag, Kind, sehe ich in dem Mantel rund und riesig aus?” “Hmmmnjaaa … sagen wir mal so … er macht nicht dünn …” “Und? Wäre das besser?” “Nö! Du siehst schön kuschelig aus. Wie in einer Decke. Mit Ärmeln.” Wo das Kind recht hat, hat es recht. Wie recht, seht ihr in den nächsten Tagen – sobald ich Zeit und Lust habe, mich von ihm, dem Kinde, fotografieren zu lassen. Heute kommt die Anleitung für das Ärmel-Plumeau. Weil ich an diesem sehr, sehr simplen Schnitt letzte Woche Montag fast zugrunde gegangen wäre und sich der Nervenzusammenbruch so wenigstens lohnt, teile…

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23. August 2015
Ich muss es endlich einmal in Ruhe loswerden: danke an alle, die so freigiebig mit Lob und Komplimenten während der letzten Wochen waren – zum Antworten kam ich kaum; Sommerferien, Schulanfänge und Gattendienstreisen sind einfach nicht kompatibel mit nähenden, bloggenden und schlecht fotografierenden Müttern. Also: Danke! Der Gatte übrigens ist noch ganz verwirrt von meinem plötzlichen Sinneswandel, findet aber ebenfalls durchaus lobende Worte. Überhaupt wären die Reaktionen einen eigenen Beitrag wert, aber nun geht es um die Bluse. Falls also eine von euch ebenfalls ein schlichtes Oberteil für enge Hosen oder Röcke möchte, kommt hier die Anleitung. Wie immer gehe…

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14. Februar 2015
Auf den simpelsten 1930er Rock muss zwangsläufig der schlichteste Rock der 1940er folgen; Bilder dieses Rockes werden irgendwann nächste Woche folgen, denn fertig gestellt werden sie (ja, mehr als einer, ehrgeiziger Plan) erst beim morgigen Nähkränzchen mit Arlett, Janine und Sabine. Zu Beginn der 1930er war der typische Rock in etwa knöchellang, kürzte sich dann zur Mitte des Jahrzehntes bis zur Wade, um zum Ende hin eine gute Handbreit übers Knie zu reichen. War er außerdem um 1930 hin meist sehr schmal oder doch zumindest schmal fallend, so bekam der kürzere Rock häufig mehr Schwung und Weite direkt unterhalb der…

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9. Februar 2015
Die Linie des Rockes, den ich gestern gezeigt habe, wollte ich schon lange einmal austesten – es ist die allersimpelste und stoffsparendste Variante eines typischen Rockes um 1935 herum: nicht mehr ganz wadenlang wie noch zu Beginn des Jahrzehntes, sehr schmal, keine Abnäher im Vorderteil, dafür eine Mittelnaht und ausreichend schwingende Saumweite für Bewegungsfreiheit. Dazu gibt es wohl kaum eine Silhouette, die streckender ist: eine Länge, die in etwa doppelt so groß ist wie die Weite der Hüfte (frontal betrachtet, nicht rundum gemessen) betont Beine und Taille und verschmälert die Hüfte – und wenn das sogar dem Gatten auffällt, der…

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14. Januar 2015
Rote Kleider – eine ganz große Liebe. Die leider bislang kaum Erfüllung fand. Was unter anderem an der Schwierigkeit liegt, passenden Stoff im passenden Rot zu erhalten. Nun habe ich einen solchen schon seit Monaten hier liegen. Schnittideen sind auch nicht zu knapp vorhanden, aber diese kleine Stimme, die moralinsauernd vor dem frühen Freien und langen Reuen warnt und der ewigen Bindung die Suche nach dem Besseren voraus stellt – sie wollte nie verstummen. Und wenn ich ehrlich bin, so schweigt sie auch nun noch nicht. Dieses Kleid habe ich auf pinterest eingesammelt und konnte bislang leider keine weiteren Ansichten…

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1. Januar 2015
Es ließ mir keine Ruhe und so begann ich mt dem ersten Kleid diesen Jahres statt das letzte Kleid des vergangenen Jahres zu Ende zu bringen; um es aus den Augen zu haben, warf ich es in die Waschmaschine, um das Trocken- und Bügelverhalten des Stoffes zu testen. Wenn ich einen Schnitt zeichne, gibt es zwei Möglichkeiten: ich versuche entweder, eine vage Idee einzufangen und teste malend verschiedene Formen und Linien aus oder aber ich habe eine Vorlage in Form eines Bildes oder einer Konstruktionsanleitung. Verblüffenderweise ist ersteres leichter. Wir alle haben so viele Zeitschriften und Filme angesehen, haben Schnittzeichnungen…

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10. Dezember 2014
Bevor ich in medias res gehe, schnell noch ein paar Details zum gestrigen Kleid: Ja, Joanna, deine Augen müssen messerscharf sein, es ist in der Tat ein Crêpe, den ich verwendet habe. Ich liebe diesen Stoff von allen möglichen am meisten; leider ist er nur schwer zu erhalten und wenn, so hat man die Wahl zwischen Poly total oder Wolle und Seide. Viskose wäre mir am liebsten, aber ich nehme, was ich bekommen kann – innerhalb eines gewißen preislichen Rahmes. Und so lief mir eines Tages der Crêpe Georgette von Stoff & Stil über den Weg, der leider zur Vollpoly-Fraktion…

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4. September 2014
Dachte ich zumindest. Dass ich mich wieder gefunden haben könnte. Die letzten zwei Jahre waren ein Auf und Ab, mit viel mehr Ab als auf, so kam es mir vor. Und zwischendrin durfte ich mich noch mit dem sich verändernden Körper und seinen Auswirkungen auf mein Spiegelbild und meinen Seelenzustand herum ärgern. Die langen Wochen mit den Versuchen, funktionsfähige UND schmeichelnde Grundschnitte herzustellen, die Überlegungen, was steht mir, was will ich und wie zum Teufel komme ich aus dem Haus so ganz ohne Garderobe – ne, schön ist anders. Das Stimmchen, das mir einflüsterte, es gäbe doch noch wirklich wichtigeres…

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6. Juni 2013
Der Schnitt ist fertig, wenn auch unter Grübeln und Suchen und Wühlen, denn ich stand einigermaßen ratlos vor der Aufgabe, einen Rock in der Form der frühen 30er zu konstruieren. Ich habe meinen Rockgrundschnitt, der vorne einen und hinten zwei Abnäher hat – zu dieser Zeit nicht üblich. Und bei diesem Kleid waren nicht einmal hinten Abnäher. Nun lassen sich diese ja entfernen – hier habe ich darüber geschrieben – aber dann hätte ich einen Rock der Enddreißiger: schmal fallend, aber ab der Hüfte schon ausgestellt. Manchmal steht man ja im Wald … die Lösung ist einfach: von der Abnäherspitze…

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11. März 2013
Nicht der schönste Titel für einen Beitrag, aber der Treffendste. Von diesen zugedrehten Abnähern im Rock habe ich schon öfter geschrieben, aber dabei immer versäumt, das auch zu erklären – manche wußten, was gemeint war, manche nicht und von diesen bin ich nun – vollkommen zu Recht! – ermahnt worden. Statt nun also auf der Krachmachermaschine herum zu rattern, habe ich Miniaturschnitte gebastelt, um zu erklären, wovon ich rede. Und wieder weise ich darauf hin: ich bin nicht die Fachfrau, sondern habe mir das angelesen, angearbeitet und angeflucht. Auf unserem Wohnzimmerboden sind unendlich viele Nerven zugrunde gegangen, wütend zertrampelt und…

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23. Februar 2013
Während ich am Schnitt für mein Februarkleid saß, dachte ich kurz daran, das einmal zu dokumentieren; über diesen Gedanken kam ich schnell wieder hinweg. Als nun aber Madamsel anfragte, wie das Oberteil zustande kommt, habe ich die Gelegenheit genutzt, den Haushalt sich selbst zu überlassen und mich statt dessen mit Papier, Schere, Tesa und Filzschreibern zu beschäftigen. Das war viel, viel amüsanter. Ich schicke ausdrücklich voraus, dass ich mir das, was ich hier tue, selbst beigebracht habe – bei groben Schnitzern hoffe ich auf Profis, ein Veto einzulegen. Für mich funktioniert es und wer selbst konstruiert, wird wissen, worauf sie…

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15. Dezember 2011
Vor etwa einem halben Jahr kam es über mich: das ewige und ewig erfolglose Anpassen von Schnitten – dazu noch das sehr unterschiedliche Anpassen, abhängig von Hersteller, Alter, Passformklasse und Schwierigkeitsgrad des Schnittes! – ist die Hölle. Egal, wie sehr ich maß und verglich und rechnete, es war nie und nie und niemals das, was ich wollte. Es schien Glückssache zu sein, ein gut sitzendes Kleidungsstück zu produzieren. Und natürlich lag der Grund dafür bei mir: ich war figürlich und geistig ungeeignet, dieses Ziel zu erreichen. Damit erfüllte ich Punkt eins auf dem Weg zur Herstellung der eigenen Schnitte: DER…

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7. August 2011
Natürlich wird der Block erst dann in einen Schnitt verwandelt, wenn das Probemodell passt und sitzt. Bei mir reichte eine Zugabe von einem halben Zentimeter an den beiden Außennähten (insgesamt also 2 cm rundum), um genügend Bewegungsfreiheit zu erhalten. Diesen halben Zentimeter habe ich beim Übertragen des Rockblocks auf den Fotokarton direkt dazugenommen – so hat der endgültige Rockblock alles, was ich für die weitere Schnittentwicklung brauche. Vom Fotokartonrockblock habe ich die Konturen und den hinteren Abnäher erneut auf Rasterpapier übertragen – noch ohne Nahtzugabe (NZ). Entstehen sollte ein nach unten eingestellter Bleistiftrock mit hinterer Gehfalte; mein Standardmodell seit weit…

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5. August 2011
Draußen ist es wieder grau, grau, grau – das ideale Wetter, um sich drinnen am Eßtisch breit zu machen. Für den ersten Schritt legt ihr das Rasterpapier, die Lineale und den Bleistift zurecht; die folgende Anleitung (die ich aus dem MPD entwickelt habe) sollte auch in Sichtweite sein. Die Originalanleitung konstruiert einen geraden Rock, der nach unten hin im letzten Gang ausgestellt wird, um Bewegungsfreiheit zu erhalten – heute würden wir diesen Rock schon als deutliche A-Linie erkennen. Ich belasse den Block schnurgerade, weil er sich so besser als Ausgangsbasis für andere Modelle eignet. Die Zeichnung beginnt auf der linken…

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4. August 2011
Immer schon fand ich, DAS ist das weiblichste Kleidungsstück überhaupt: ein schmaler Rock, der die Knie bedeckt und nach hohen Absätzen schreit. Theoretisch leicht zu nähen – wenn der Schnitt passt. Und bis der passende Schnitt gefunden oder abgeändert ist, kann viel Zeit mit viel Frust verplempert werden. Meine Mecker- und Nörgeleien gehen zu einem Großteil auf Kosten der unpassenden Bleistiftrockschnittmustermonster. Schon bald, nachdem ich mit dem Nähen begann, liebäugelte ich mit den Anleitungen zum Selbererstellen eines Schnittes, die in meinen 50-60 Jahre alten Nähbüchern enthalten waren – eines hatte ich sogar gezeichnet. Ein Disaster, das musste ich nicht erst…

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