Aufgeben und auch wieder nicht

Wie weit bin ich nach zwei Arbeitstagen im Studio und einem frühen Abend im Bett?

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Gestern abend habe ich erst zwei Halsbündchen gestrickt – mussten zwei sein wegen der begrenzten Anzahl der Nadeln. Als für mich sehr störend erweist sich, dass die Endmaschen immer auf dem Hauptbett liegen müssen; von der richtigen Seite aus also Krausmaschen sind. Ich habe Bündchen gerne rundumlaufend gleichmäßig, so dass nach dem Zusammenähen keine Naht zu sehen ist. Da muss ich mich arrangieren …
Diese Bündchen haben einen relativ lockeren Anschlag und eine relativ feste Abschlagskante, liegen sie vor einem, so verhalten sie sich dadurch wie ein in Form gebügeltes Saumband. Eine Anregung der Knittaxanleitungsschreiber ist, diese Bündchen nicht an-, sondern aufzunähen, so dass sich eine Art Schmuckrand bildet. Das habe ich getan und es gefällt mir. Bis auf die Tatsache, dass es mir an zwei Stellen nicht gut gelungen ist: wo näht man eine Knötchenmasche an, wenn keine Masche da ist, sondern nur eine Ecke zwischen den abgeketten Halsausschnittmaschen und denjenigen, die bis zur Schulter hochlaufen? Punkt eins der Dinge, die ich hinbekommen will und muss.

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Einfach die erste hochlaufende Masche zu fassen – nicht gut.

Dann habe ich an der Schulterschrägung experimentiert: kette ich mit der Knittax ab, so bildet sich kein gleichmäßig schöner Rand, der an einen schräggelegten Zopf erinnert – es sieht eher so aus, als hingen die Maschen auf der Leine und die Steigung lief zu holprig an. Was beim Zusammennähen Kanten und Löcher ergibt. Mit verkürzten Reihen wollte ich mich noch nicht quälen, sondern habe entweder die erste Masche nicht erneut gestrickt oder sie umgehängt oder oder oder. An ein oder zwei Stellen ist es ok und da ich erst auf der Rückseite mit den Experimenten begann, gibt es kein gleichmäßiges Ergebnis.

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Suboptimal, nicht mein üblicher Standard, stört mich. Noch viel mehr aber stören mich die Randmaschen, die mit Matratzenstich verbunden die Seitennaht bilden – viel zu schlabbrig, weich und weit. Selbst ohne Zug dehnen sie sich und die Zunahmen aus einer Masche heraus sind nicht meine favorisierten. Beides zusammen sieht sehr schlampig aus:

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Woran ich auch noch feilen muss: die Fadenspannung über sehr viele Maschen hinweg; da habe ich den Faden nicht immer gleichmäßig stark gestrafft, was mit unterschiedlich dicken Reihen belohnt wird. Damit könnte ich leben.

Ansonsten hatte ich einmal den Reihenzähler nicht umgestellt und später zu früh abgekettet, dass dann an den hinteren Armausschnitten auszugleichen gesucht – wobei ich es übertrieb und nun zu tiefe Armlöcher habe. Ärmel, die dort hineinpassten, wären mir sichtbar zu weit.

Ergebnis ist, auf den Pulli habe ich keine Lust, obwohl er, an mir und vorm Spiegel stehend, durchaus nett werden würde. Und wie immer seit Monaten: was mich bei einer ersten Anprobe nicht überzeugt, hat kaum noch eine Chance, fertig gestellt zu werden. Das belastet mich etwas, weil ich darin ein fatales Muster erkenne: nur noch anfangen, nie beenden. Aber solche Phasen gibt es wohl mal und ich werde sie ignorieren. So habe ich nun die größte Maschenprobe überhaupt und jemals gefertigt und vor ein paar Minuten habe ich zwei weitere Garne über einige Reihen verstrickt. Bis morgen lasse ich ihnen Zeit, sich zurecht zu setzen, dann wird gemessen und etwas neues begonnen.

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