Michou als Schriftstellerin

Ein Leben ohne Bücher, egal ob aus Papier oder digital – da fehlt doch etwas. Mir zumindest.

All die Lesekarrieren ähneln einander vermutlich: Früh entdeckt man das geschriebene Wort, früh kann man es entziffern und von da an greift das Kind nach allem, was lesbar ist. Immer wieder stößt man auf eine neue Autorin, eine neue Serie, ein neues Genre und begeistert sucht man nach mehr des Gleichen.

Als ich mit 14 Jahren Jane Austens Stolz und Vorurteil entdeckte,  fuhr ich schon zwei Tage später wieder in die Bonner Innenstadt und kaufte die weiteren fünf Bücher, die sie uns hinterlassen hat. Alle übrigens in der wunderbaren Übersetzung von Christian Grawe, der jeden Roman mit einem ausführlichen Nachwort versah, in dem mir Jane Austen als Person vorgestellt wurde ebenso wie Besonderheiten ihrer Zeit und die literarischen Einflüsse, die sie formten. Von da suchte ich jahrelang nach jedem Buch, das sie gelesen hatte und nach ihren Jugendwerken und Fragmenten. Heute ist alles leicht zu erhalten, damals – vor nun über 30 Jahren – war manches nur antiquarisch oder in Auszügen und Zitaten erhältlich.

Diese tiefe Zufriedenheit, die ich empfand, wenn ich erfolgreich war  – ob es ein „neuer“ Schriftsteller war oder ein lange gesuchtes Buch, das ich fand – habe ich bis heute nicht verloren. Während ich in den Jahren von 14-32 fast ausschließlich Klassiker von Scarron bis Fontane, von Mme de Lafayette bis George Sand las, sind es heute vor allem möglichst unblutige Krimis.

Und wie den meisten Lesesüchtigen überkam es auch mich immer wieder einmal, selbst schreiben zu wollen. Über kleine Glossen und Spielereien kam ich nicht hinaus; lange Zeit reizte mich das Aufsatzschreiben mehr als das Entwickeln einer Geschichte. Doch kurz nach Geburt meines zweiten Sohnes schlich sich eine schüchterne, aber hartnäckige junge Dame in meine Gedanken, die seitdem auf den richtigen Moment wartete, um mich von ihren – und vielleicht auch meinen – Talenten zu überzeugen. Wir schauen mal, was daraus wird 🙂 Wer ihren Werdegang mitverfolgen mag: Alle Blogbeiträge, die sich mit der geplanten Schriftstellerei beschäftigen, sind unter diesem langen Eingangspost aufgelistet.


22. August 2017
  Wer mich ein bisschen näher kennt, ob live oder vom Blog, der weiß, wie entsetzlich unangenehm es mir ist, wenn ich für mich werbe. Als ich das Kosmetikstudio eröffnete, habe ich mich schon an den exakt drei Beiträgen gestört, die ich hier eingestellt hatte – ihr kennt das: Da mag man etwas oder jemanden und auf einmal fängt dieses Etwas, dieser Jemand an, euch etwas zu empfehlen. Das ist einige Male ganz ok, vielleicht sogar witzig, spannend, aufregend, passend. …

5. August 2017
Lasst mich euch von Emma erzählen, denn sie ist der Grund, weshalb ich den Blog gar grausam-gräßlich vernachlässige. Gut, auch die Sommerferien und meine Schnittzeichnungsunlust tragen dazu bei, aber hauptsächlich ist es doch diese junge Dame, die mich abhält. Zwar trage ich sie seit zehn Jahren schon mit mir herum, doch erst nun hatte sie es satt, brav und still im Hintergrund zu warten, und so drängte sie sich ungewohnt tatkräftig in den Vordergrund. Emma kam am 31. Oktober 1906 …

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