Lest schöne Bücher!

Ich möchte etwas Neues – für mich Neues, für diesen Blog Neues – versuchen. Meine ideale Welt beinhaltet ja nicht nur mit sich zufriedene Frauen in schöner Kleidung, sondern auch schöne Bücher, die allen bekannt sein sollten. Was schön ist und was nicht, entscheide hier natürlich ich 😉 Nun fände ich das Abtippen längerer Passagen meiner Lieblingsbücher nicht nur langweilig und anstrengend – es stellt sich auch die Frage, was man da darf und was nicht. Da ich euch ja animieren möchte, diese Bücher in euren Schrank zu stellen, um sie abends von dort heraus zum Lesen heraus zu nehmen, wäre das rechtlich wohl in Ordnung, aber tippen müsste ich ja immer noch. So kam ich auf die Idee, euch die eine oder andere Stelle dieser Bücher vorzulesen – womit ich dann wieder einen Schritt weiter in Richtung Selbstakzeptanz ginge. Zur Erinnerung: ich bin gar nicht fotogen, hasse es, geknipst zu werden und sehe mir meine eigenen Bilder oft von Bauchschmerzen begleitet an. Mit meiner Stimme geht es mir nicht besser: ich klinge so seltsam nüchtern-piepsig und dennoch klingt da ein Alt (also die Stimmlage und nicht das Bier!) und zuviel Pathos durch.
Auch mit der Technik habe ich noch Schwierigkeiten: ich besitze kein Mikrofon außer dem im Laptop Eingebauten und das Ergebnis ist sehr leise und dazu zischt es etwas bei den Sch- und Ch-Lauten. Seid also bitte gnädig, wenn ihr euch die Aufnahme anhören wollt; es kostet mich eine gewiße Überwindung, aber ich mag die Idee im Grunde …

Eines meiner liebsten Bücher ist von Astrid Lindgren: Kati in Amerika, Italien, Paris.
Eigentlich sind es drei Bände, die aber meist im Pack veröffentlicht wurden. Geschrieben wurden die Geschichten nach dem Zweiten Weltkrieg und dürften wohl in den späten Vierzigern bis in die Fünfziger hinein spielen. Beim mittleren Band, der in Italien spielt, kommen – mir zumindest – Assoziationen mit “A Roman Holiday”, der Paris-Band erinnert mich an “Funny Face” – weniger vom Inhalt als von den Bildern her, die sich vor meinem inneren Auge abspielen.
In Venedig lernt Kati einen gewißen Lennart kennen und das spielt sich folgendermaßen ab:

Kati in Italien

So, lacht euch nicht zu sehr schlapp, sondern kauft euch das Buch 🙂 Solltet es euch gefallen – herrje, ich vergehe fast vor Peinlichkeit – dann werde ich es wiederholen … und das soll keine Drohung sein, ehrlich!

Es wird Herbst …

… und die Blätter fallen. Öhm, wie bitte? Nein, so weit ist es noch nicht, aber es fühlt sich heute sehr nach Herbst an. Und bei mir zumindest fallen Blätter. Papierblätter. Papier. Also Seiten. Also Bücher. Und Schnitte. Passt doch. Wer mir noch folgen kann, darf weiter lesen 🙂

In den letzten zwei Wochen hatte der Gatte nicht nur überraschend Urlaub – für mich überraschend, nicht für ihn. Um am Hause zu werkeln. Und während dieser zwei Wochen kehrte für alle überraschend der Sommer zurück. Um gestern übergangslos in den Herbst zu rutschen. Bilde ich es mir ein oder ist das Jahr in diesem Jahr sehr verdreht: Kurzer, nicht zu kalter Winter, kurzer, früher Frühling, sehr früher, sehr warmer Sommer, dann im Juni/Juli/Halbaugust eine noch unbekannte Jahreszeit mit viel Wasser und Wind, kühlen Temperaturen und kurzen Hitzeinbrüchen, ein weiterer, sehr kurzer Sommer und nun ein warmer langer Herbst (?) … Wie auch immer, die Sonne schien und der Gatte verschmutzte das Haus; so sehr, das Putzen nicht mehr lohnte (wofür ich heute morgen fünf Stunden büßen musste!) und so verzog ich mich meist nach draußen. Wo ich strickte. Genähtes – daran dachte ich oft, aber dazu aufraffen konnte ich mich nicht. Dafür sind zwei Pullis fertig geworden. Auch schön. Und ich habe online nach Schnittbüchern gesucht. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht irgendwann hinbekommen sollte.

Aber wie das mit mir so ist: ich neige manchmal zu einer gewißen Verbissenheit, der manches zum Opfer fällt. Da gibt es kein Grau mehr, nur Schwarz und Weiß dominieren die Szene. Beispiele, blogthematischbezogen? Aber bitte doch, bitte hier:
Vor gut sechs Jahren entdeckte ich das Stricken wieder. Nach einem halben Jahr verbot ich mir das Kaufen von Strickwaren. Nach anderthalb Jahren entdeckte ich das Stricken nach alten Anleitungen – ab da verbot ich mir das Tragen von taillenfernen Maschensäcken. Und ich bin konsequent dabei geblieben. Anfangs gab es immer wieder Konfektionsteile, die mich anblinzelten und mich zum Kauf verführen wollten. Aber zu spät: ich bin euch entfleucht auf immerdar!
Nun strickte ich die taillenbetonten Pullöverchen, während die Konfektionshosen und -röcke nur bis zur Hüfte hinauf reichten. Was blieb mir anderes übrig, als die benötigten Röcke selbst zu erstellen? Und auch dieses Mal dauerte es nicht lange, bis ich den gekauften Röcken abschwor und lieber mit schiefen, aber selbsteingenähten Reißverschlüssen umher lief. Ein Teil kam zu anderen und von da an bis heute hieß und heißt es: gekauft werden darf nur, was Schuh, Wäsche oder Jeans und T-Shirt ist. Wobei ich letzteres weder nähen noch tragen noch kaufen mag …
Aber es treibt mich weiter und wieder bin ich an dem Punkt, an dem ich mir das Kaufen und Benutzen verbiete. Von fertigen Schnittmustern diesmal. Und wie zuvor bin ich noch lange nicht so weit, diese Lücke perfekt zu ersetzen. Offenbar benötige ich einen bestimmten Druck, um voran zu kommen. Gibt mir zu denken. Ein wenig.

Und so schließt sich der Kreis: als es am Samstag nachmittag aus allen Wolken prasselte und blitzte, Gatte und Kinder sicher in einer Eisdiele auf unbestimmte Dauer fest saßen, begann ich zu räumen. Welche Bücher brauche ich nicht mehr, welche Schnitte kommen in den Müll, auf den Dachboden, dienen der Anregung und welche gebe ich frei in ein neues Heim. Und so bitten euch heute verstoßene Schnittmuster um Asyl. Lasst euch nicht abschrecken von manchen, die eher unscheinbar wirken – macht daraus, was immer euch einfällt. Manches ist nur in kleinen Größen da, aber viele kommen auch in einem weiten Größenspektrum. Wem ein Schnitt gefällt, gibt Laut. Zu dem Preis kommt das Porto, was in den meisten Fällen den Euro nicht überschreiten wird – das muss ich aber immer erst ausrechnen. Dazu darf sich melden, wer ein bestimmtes Burdaheft aus den Jahren 2008 – 2010 sucht; die Chancen stehen gut, dass es bei mir ist und für 2,50 € weg möchte 🙂 Los geht’s:

Burda 507A / 34 – 44 / Cabanjacke – 2,50 €
NL 6557 / 8 – 18 / Kleid – 3,50 €
NL 6755 / 8 – 18 / Wickelbluse – 3,- €
Style 2801 / 8 – 18 / Top – 2,- €
Style 2813 / 6 – 16 / Hose – 2,- €
Style 2225 / 6 – 16 / Kleid – 2,- €

S 4693 / 6 – 12 / Kleid und Mantel – 1,50 €
S 7192 / 32 – 40 / Kleid – 3,- €
S 9760 / 4 – 10 / Hose und T-Shirt – 1,50 €
S 4044 /10 – 18 /1940’s Retro Jacke, Rock und Hose – 5,- €
S 4995 / 8 – 14 / Hemdblusenkleid – 2,50 €
S 3780 / 6 – 14 / 1950’s Retro Kleid und Bolero – 3,50 €

B 6583 / 6 – 10 / David Warren Kleid, Top, Hose – 2,50 €
B 4136 / 8 – 12 / Bahnenrock – 1,50 €
B 5284 / 8 – 14 / Bluse – 2,50 €
B 4978 / 8 – 14 / Suzi Chin maggy boutique Kleid – 2,50 €

S 8387 / 8 – 12 (Siebzigergrößen!)/ Kleid – 1,50 €
S 6367 / 12 / Bluse – 1,50 €
S 8972 / 10 – 14 / Kleid – 1,50 €
V 8444 / 6 – 10 / Divine Details Kleid – 2,- €
V 7900 / 6 – 10 / Kleid und Jacke – 2,- €
V 9861 / 8 – 12 / Kleid – 2,- €

V 2283 / 6 – 10 / Kleid – 1,50 €
V 2941 / 6 – 12 / Donna Karan Jacke, Top und Rock – 3,50 e
V 1134 / 8 – 14 / Anna Sui Kleid – 3,50 €
V 1132 / 8 – 14 / Rock, Weste, Hose und Jacke – 4,- €
V 2282 / 6 – 10 / Tom und Linda Platt Rock, Top und Hose – 2,50 €

V 9594 / 6 – 10 / Jerseykleid – 2,- €
V 8469 / 6 – 12 / Kleid – 2,- €
V 2912 / 4 – 8 / Anna Sui Bluse – 4,- €
V 2850 / 6 – 10 / Anna Sui Top – 3,50 €

M 5449 / 10 – 14 / ausgestelltes Kleid – 2,- €
M 5972 / 6 – 14 / Laura Ashley Kleid – 4,- €
M 3761 / 4 – 10 / Kleid mit Kragen – 2,- €
M 3166 / 10 – 14 / Sommerkleid – 2,- €
M 5912 / 10 – 14 / Rock – 3,- €
M 5817 / 6 – 14 / Rock, Hose, Weste, Jacke – 4,- €

S 2562 / 6 – 14 / Amazing Fit Hose – 3,50 €
S 2644 / 8 – 16 / Project Runway Kleid in Wickeloptik – 2,50 €
S 2501 / 14 – 22 / Bluse – 2,- €
S 2282 / 4 – 12 / Project Runway Kleid Vierziger-Look – 4,- €

Easy guide to sewing tops, skirts and pants: obwohl auf Englisch ist gut verständlich erklärt, wie Röcke, Hosen und Überziehoberteile genäht werden. Für Anfänger ein guter Einstieg – 5,- €

Burda Nähen: muss ich nicht viel zu sagen, fast sämtliche Näharten sind erklärt und wer mit Burda näht, ist hier auch passend beraten, da die Begriffe die gleichen wie die im Heft gebräuchlichen sind – 5,- €

Make your own pants von Palmer/Pletsch listet nahezu sämtliche Hosenpassformfehler auf und schlägt Lösungen vor. Ebenfalls enthalten sind Tips zum Abändern eines Basisschnittes. Sämtliche Ratschläge kenne ich mittlerweile auswendig, weil dieses Buch ständig neben mir lag 🙂 – 5,-€

Customize your sewing patterns for a better fit: es geht weniger um das Erkennen von Paßformfehlern als um deren Behebung nach verschiedenen Methoden, die hier erklärt werden – mit vielen Graphiken und ausführlichen Erklärungen – 7,- €

Simple chic ist eines der beliebtesten japanischen Schnittmusterbücher, immer noch findet sich kaum eines unter 20,- €. Abr ich möchte einfach nur Platz, daher: 8,- € – Martina war sooo schnell …

Eine Pramo fand auf mir unbekannten Weg einen Platz in meinem Regal – wer ostalgisch nähen möchte – 1,50 €

Ebenso erstaunlich war dieser Fund, von dem ich nicht viel wußte und es vor etwa drei Monaten in einem meiner Schränke fand: Burda Designerschnitte u.a. von Lagerfeld, Bogner, Aigner und Tristano Onofri. – 4,50 €

Überall kommt das Porto noch dazu, aber ich sehe zu, dass ich die günstigste Möglichkeit finde. Also, schlagt zu und freut euch 🙂

Zwei herzliche Empfehlungen

Seit gestern nachmittag stichele ich an dieser – wieder eimmal blauen – Hose herum; irgendwann muss es ja mal was werden:

Nachdem ich in den letzten Tagen hier im Haushalt EXTREM fleißig war, hatte ich mir nicht nur alleine das Nähen verdient, sondern auch das nebenbei Film schauen. Beim Nähen bevorzuge ich entweder alte Filme oder aber Krimis, die in der dazugehörigen Zeit spielen. Beim Bügeln ist mir Neuzeitliches lieber. Diese Tatsache müsste unbedingt einmal genauer untersucht werden 😉 Heute vormittag habe ich ein noch selbst aufgenommenes Videoband hervor gekramt (um dann bei ebay die DVD zu ersteigern – alte Videos auf riesigen Fernsehern kommen nicht gut!). Auf dem Band befindet sich ein Film, den ich den meisten von euch sicherlich nicht nahe legen muss. Aber vielleicht noch einmal in Erinnerung rufen darf:

Als Kind habe ich den Film schon geliebt und damals lief er mit schöner Regelmäßigkeit im Fernsehen. Beim heutigen Ansehen und -hören war ich aber doch überrascht, wie sexy dieser Film trotz seiner Entstehung währen der spießigen Fünfziger rüber kommt. Und Paul Hubschmid kann man sich immer noch sehr gut ansehen 😉 Und als Nähbegleitung macht er richtig Laune, auch wenn ich dazu besser ein Kleid genäht hätte. Obwohl: Julchens Hose wird recht ausführlich besprochen:

Damit schwenke ich wenig elegant zur zweiten Empfehlung um: Arlett hatte nach meiner Fitting-Bibel gefragt und das möchte ich ausführlicher beantworten. Es ist leider kein deutschsprachiges Buch, sondern wie üblich ein Amerikanisches. Das mag die Eine oder Andere etwas Überwindung kosten, sich mit diesem eher trockenen Buch zu beschäftigen. Aber das lohnt sich.

Fitting and Pattern Alteration: A Multi-Method Approach – Es gibt auch eine neuere Auflage; wie sich die beiden unterscheiden, weiß ich nicht, meine aber irgendwo gelesen zu haben, dass die Neuere weniger vollständig sei.

Das Buch ist in einen sehr ausführlichen Textteil, in dem es um die Grundlagen von Kleidung, Passform, Mode und Schnittmustern geht, und den eigentlichen Schnittänderungsteil gegliedert. Und für mich ist es das erste Buch, dass mir sowohl erklärt als auch zeigt, wie genau der Passformfehler aussieht und entsteht, um mir dann zu erklären, wie diese Änderung am Probemodell und am Schnitt vorzunehmen ist. Letzteres auf drei verschiedenen Wegen. Das sieht dann so aus:

Im zweiten Teil wird der Unterschied zu anderen Büchern sehr deutlich – vor allem zum Standardwerk der deutschen Näherinnen. Ich muss das böse B-Wort nicht ausschreiben, oder? 😉 Während dort im Grunde nur zwei Möglichkeiten gezeigt werden (gerade Schultern/abfallende Schultern, kleiner Busen/großer Busen, flacher Po, dicker Po, etc.), eröffnen sich vollkommen neue Erkenntnisse – in Bezug auf meine Problem an den Schultern habe ich es schon erwähnt. Dank der deutlichen Zeichnungen habe ich auch erkannt, warum mich das alles immer so verwirrt hat: nach vorne geneigte Schultern und abfallende Schultern zeigen ähnliche Falten:

Vielleicht erinnert sich die eine oder andere an dieses Burdakleid vom Herbst 2009? Soviel Mühe wie hier hatte ich mir bis dahin noch nie gegeben – umso enttäuschter war ich natürlich.

Ich hatte dieses Bild an die Burda-Redaktion gesandt, die sich auch sehr nett damit befasst hat. Problem dabei war nur – so sehe ich das heute – dass das konform mit der hauseigenen Theorie geschah. Das Fazit war: Schultern sehr gerade, Haltung ebenfalls, daher der abstehende Ausschnitt. Brust zu eng, daher Seitennähte öffnen.

Von geraden Schultern ist an den Kleidfalten nichts zu erkennen; diese Theorie kann nur auf meinen gerade wirkenden Schultern beruhen. Auf zwei anderen Bildern konnte man sogar gut sehen, dass mein Schulterpunkt weit vorne liegt. Gibt es aber bei B. nicht.
Der Ausschnitt steht nicht ab, weil meine Schultern ihn wegziehen, sondern schlicht und einfach deshalb: er ist zu groß 😉 War beim Maßschnitt auch der Fall.
Oberweite braucht eindeutig mehr Platz, aber nicht durch Öffnen der Seitennähte: die Armlöcher sind viel zu tief und stehen ab – wenn hier noch mehr Weite rausgeholt wird, dann wird das Problem noch schlimmer. Und wer braucht Gucklöcher in dem Gebiet?
Die Falten, die vom Armloch zum Brustpunkt zeigt, entstehen, wenn Schultern und Brustkorb schmal sind und die Brust dafür nicht ganz klein ist – das heißt, bei diesem Kleid müssten Schulter und “Chest” (mir fehlt der deutsche Ausdruck dafür!) schmäler geschnitten werden. Armausschnitt müsste höher sitzen und die Oberweite bräuchte mehr Weite.

Puh, jetzt habe ich wieder viel länger geschwafelt als gewollt …. ‘tschuldigung …

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