Es wird Herbst …

… und die Blätter fallen. Öhm, wie bitte? Nein, so weit ist es noch nicht, aber es fühlt sich heute sehr nach Herbst an. Und bei mir zumindest fallen Blätter. Papierblätter. Papier. Also Seiten. Also Bücher. Und Schnitte. Passt doch. Wer mir noch folgen kann, darf weiter lesen 🙂

In den letzten zwei Wochen hatte der Gatte nicht nur überraschend Urlaub – für mich überraschend, nicht für ihn. Um am Hause zu werkeln. Und während dieser zwei Wochen kehrte für alle überraschend der Sommer zurück. Um gestern übergangslos in den Herbst zu rutschen. Bilde ich es mir ein oder ist das Jahr in diesem Jahr sehr verdreht: Kurzer, nicht zu kalter Winter, kurzer, früher Frühling, sehr früher, sehr warmer Sommer, dann im Juni/Juli/Halbaugust eine noch unbekannte Jahreszeit mit viel Wasser und Wind, kühlen Temperaturen und kurzen Hitzeinbrüchen, ein weiterer, sehr kurzer Sommer und nun ein warmer langer Herbst (?) … Wie auch immer, die Sonne schien und der Gatte verschmutzte das Haus; so sehr, das Putzen nicht mehr lohnte (wofür ich heute morgen fünf Stunden büßen musste!) und so verzog ich mich meist nach draußen. Wo ich strickte. Genähtes – daran dachte ich oft, aber dazu aufraffen konnte ich mich nicht. Dafür sind zwei Pullis fertig geworden. Auch schön. Und ich habe online nach Schnittbüchern gesucht. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht irgendwann hinbekommen sollte.

Aber wie das mit mir so ist: ich neige manchmal zu einer gewißen Verbissenheit, der manches zum Opfer fällt. Da gibt es kein Grau mehr, nur Schwarz und Weiß dominieren die Szene. Beispiele, blogthematischbezogen? Aber bitte doch, bitte hier:
Vor gut sechs Jahren entdeckte ich das Stricken wieder. Nach einem halben Jahr verbot ich mir das Kaufen von Strickwaren. Nach anderthalb Jahren entdeckte ich das Stricken nach alten Anleitungen – ab da verbot ich mir das Tragen von taillenfernen Maschensäcken. Und ich bin konsequent dabei geblieben. Anfangs gab es immer wieder Konfektionsteile, die mich anblinzelten und mich zum Kauf verführen wollten. Aber zu spät: ich bin euch entfleucht auf immerdar!
Nun strickte ich die taillenbetonten Pullöverchen, während die Konfektionshosen und -röcke nur bis zur Hüfte hinauf reichten. Was blieb mir anderes übrig, als die benötigten Röcke selbst zu erstellen? Und auch dieses Mal dauerte es nicht lange, bis ich den gekauften Röcken abschwor und lieber mit schiefen, aber selbsteingenähten Reißverschlüssen umher lief. Ein Teil kam zu anderen und von da an bis heute hieß und heißt es: gekauft werden darf nur, was Schuh, Wäsche oder Jeans und T-Shirt ist. Wobei ich letzteres weder nähen noch tragen noch kaufen mag …
Aber es treibt mich weiter und wieder bin ich an dem Punkt, an dem ich mir das Kaufen und Benutzen verbiete. Von fertigen Schnittmustern diesmal. Und wie zuvor bin ich noch lange nicht so weit, diese Lücke perfekt zu ersetzen. Offenbar benötige ich einen bestimmten Druck, um voran zu kommen. Gibt mir zu denken. Ein wenig.

Und so schließt sich der Kreis: als es am Samstag nachmittag aus allen Wolken prasselte und blitzte, Gatte und Kinder sicher in einer Eisdiele auf unbestimmte Dauer fest saßen, begann ich zu räumen. Welche Bücher brauche ich nicht mehr, welche Schnitte kommen in den Müll, auf den Dachboden, dienen der Anregung und welche gebe ich frei in ein neues Heim. Und so bitten euch heute verstoßene Schnittmuster um Asyl. Lasst euch nicht abschrecken von manchen, die eher unscheinbar wirken – macht daraus, was immer euch einfällt. Manches ist nur in kleinen Größen da, aber viele kommen auch in einem weiten Größenspektrum. Wem ein Schnitt gefällt, gibt Laut. Zu dem Preis kommt das Porto, was in den meisten Fällen den Euro nicht überschreiten wird – das muss ich aber immer erst ausrechnen. Dazu darf sich melden, wer ein bestimmtes Burdaheft aus den Jahren 2008 – 2010 sucht; die Chancen stehen gut, dass es bei mir ist und für 2,50 € weg möchte 🙂 Los geht’s:

Burda 507A / 34 – 44 / Cabanjacke – 2,50 €
NL 6557 / 8 – 18 / Kleid – 3,50 €
NL 6755 / 8 – 18 / Wickelbluse – 3,- €
Style 2801 / 8 – 18 / Top – 2,- €
Style 2813 / 6 – 16 / Hose – 2,- €
Style 2225 / 6 – 16 / Kleid – 2,- €

S 4693 / 6 – 12 / Kleid und Mantel – 1,50 €
S 7192 / 32 – 40 / Kleid – 3,- €
S 9760 / 4 – 10 / Hose und T-Shirt – 1,50 €
S 4044 /10 – 18 /1940’s Retro Jacke, Rock und Hose – 5,- €
S 4995 / 8 – 14 / Hemdblusenkleid – 2,50 €
S 3780 / 6 – 14 / 1950’s Retro Kleid und Bolero – 3,50 €

B 6583 / 6 – 10 / David Warren Kleid, Top, Hose – 2,50 €
B 4136 / 8 – 12 / Bahnenrock – 1,50 €
B 5284 / 8 – 14 / Bluse – 2,50 €
B 4978 / 8 – 14 / Suzi Chin maggy boutique Kleid – 2,50 €

S 8387 / 8 – 12 (Siebzigergrößen!)/ Kleid – 1,50 €
S 6367 / 12 / Bluse – 1,50 €
S 8972 / 10 – 14 / Kleid – 1,50 €
V 8444 / 6 – 10 / Divine Details Kleid – 2,- €
V 7900 / 6 – 10 / Kleid und Jacke – 2,- €
V 9861 / 8 – 12 / Kleid – 2,- €

V 2283 / 6 – 10 / Kleid – 1,50 €
V 2941 / 6 – 12 / Donna Karan Jacke, Top und Rock – 3,50 e
V 1134 / 8 – 14 / Anna Sui Kleid – 3,50 €
V 1132 / 8 – 14 / Rock, Weste, Hose und Jacke – 4,- €
V 2282 / 6 – 10 / Tom und Linda Platt Rock, Top und Hose – 2,50 €

V 9594 / 6 – 10 / Jerseykleid – 2,- €
V 8469 / 6 – 12 / Kleid – 2,- €
V 2912 / 4 – 8 / Anna Sui Bluse – 4,- €
V 2850 / 6 – 10 / Anna Sui Top – 3,50 €

M 5449 / 10 – 14 / ausgestelltes Kleid – 2,- €
M 5972 / 6 – 14 / Laura Ashley Kleid – 4,- €
M 3761 / 4 – 10 / Kleid mit Kragen – 2,- €
M 3166 / 10 – 14 / Sommerkleid – 2,- €
M 5912 / 10 – 14 / Rock – 3,- €
M 5817 / 6 – 14 / Rock, Hose, Weste, Jacke – 4,- €

S 2562 / 6 – 14 / Amazing Fit Hose – 3,50 €
S 2644 / 8 – 16 / Project Runway Kleid in Wickeloptik – 2,50 €
S 2501 / 14 – 22 / Bluse – 2,- €
S 2282 / 4 – 12 / Project Runway Kleid Vierziger-Look – 4,- €

Easy guide to sewing tops, skirts and pants: obwohl auf Englisch ist gut verständlich erklärt, wie Röcke, Hosen und Überziehoberteile genäht werden. Für Anfänger ein guter Einstieg – 5,- €

Burda Nähen: muss ich nicht viel zu sagen, fast sämtliche Näharten sind erklärt und wer mit Burda näht, ist hier auch passend beraten, da die Begriffe die gleichen wie die im Heft gebräuchlichen sind – 5,- €

Make your own pants von Palmer/Pletsch listet nahezu sämtliche Hosenpassformfehler auf und schlägt Lösungen vor. Ebenfalls enthalten sind Tips zum Abändern eines Basisschnittes. Sämtliche Ratschläge kenne ich mittlerweile auswendig, weil dieses Buch ständig neben mir lag 🙂 – 5,-€

Customize your sewing patterns for a better fit: es geht weniger um das Erkennen von Paßformfehlern als um deren Behebung nach verschiedenen Methoden, die hier erklärt werden – mit vielen Graphiken und ausführlichen Erklärungen – 7,- €

Simple chic ist eines der beliebtesten japanischen Schnittmusterbücher, immer noch findet sich kaum eines unter 20,- €. Abr ich möchte einfach nur Platz, daher: 8,- € – Martina war sooo schnell …

Eine Pramo fand auf mir unbekannten Weg einen Platz in meinem Regal – wer ostalgisch nähen möchte – 1,50 €

Ebenso erstaunlich war dieser Fund, von dem ich nicht viel wußte und es vor etwa drei Monaten in einem meiner Schränke fand: Burda Designerschnitte u.a. von Lagerfeld, Bogner, Aigner und Tristano Onofri. – 4,50 €

Überall kommt das Porto noch dazu, aber ich sehe zu, dass ich die günstigste Möglichkeit finde. Also, schlagt zu und freut euch 🙂

(4802 – x) + (8488 + y + z) = Bilder

Ich bin ein mathematisches Genie, das ist euch nun klar. Die Formel ist ganz leicht zu verstehen:

Butterick 4802 ohne Kragen kombiniert zu Burda 8488 mit Bund und Aufschlag ergibt meine heutige Gewandung. Noch scheint die Sonne, wenn auch ohne die enorme Kraft der letzten zehn Tage, und – obwohl ich befürchte, mich vor den Augen der Nachbarschaft lächerlich zu machen – so habe ich die Bilder draußen genommen. Nur für euch! Ich kann nicht oft genug betonen, wie tief ihr für Bilder (!) von mir (!) mit mir (!) in meiner Schuld steht 😉

Wie gestern dezent angedeutet, gibt es heute etwas Neues. Ohne neu zu sein. Was Altes also. Ohne schon dagewesen zu sein. Besser, ich zeige euch die Bilder, bevor ich mich in tiefschürfenden Betrachtungen verliere.

Und um den Bund und die zartroséfarbenen Knöpfe zu zeigen, ist mir nichts zu peinlich:

Ups, verwackelt und dazu noch einen spanischen Herrenwinker auf der Wange – das versuchen wir noch einmal:

Mit Bildern sieht es heute nicht gut aus. Entweder die Sonne störte, die Beine waren abgeschnitten, alles verwackelte oder ich erkenne mich selbst nicht wieder (Doppelkinn? Seit wann habe ich ein Doppelkinn? OK, es ist ein Schatten, aber schmeichelnd ist anders). Und die Photos oben sind die besten Aufnahmen heute. Kleine Auswahl der zweitbesten?

Dabei hatte ich auf gute Detailaufnahmen gehofft, um euch den sehr sehr süßen Blusenbatist zeigen zu können.

Es sind kirschrote und giftgrüne Vögel zwischen roten und rosa Blüten! Nur einige Millimeter größer und ich wäre eindeutig zu alt für ein solches Muster. Aber so … 🙂

Für diejenigen unter euch, die es gerne genauer haben: beim schon bekannten Blusenschnitt habe ich diesmal sowohl auf den Kragen als auch auf die verstärkende Einlage verzichtet – ein ganz weicher und lässiger Fall sollte das Ergebnis sein. Das hat hervorragend funktioniert und somit wird dieser Schnitt öfter auftauchen. Wer von euch mir nun noch sagen kann, was es bedeutet, wenn Kleidung immer vom hinteren Ausschnitt aus nach unten rutscht, dem wäre ewige Dankbarkeit sicher. Ist der Ausschnitt einfach zu weit, fehlt mir Länge Rücken, ist das Teil dort zu breit? Ich komme nicht dahinter!

Bei der allseits bekannten Burda-Seemannshose störte mich das Fehlen eines Bundes – wollte ich mal ein Oberteil hineinstecken (damit man den geknöpften Latz auch sehen kann), so sah das bei mir nicht gut aus: die Hose saß trotz Erhöhung des Bundes zu tief, die Bluse rutschte oder aber bauschte sich in der Taille. Ergebnis: ein zu den Füßen hin ausgestellter dicker Strich mit meinem Kopf obenauf. Also habe ich einen schmalen Bund gezaubert, der mir sowohl die fehlende Länge als auch die nötige Taillenbetonung gibt. Dazu gab es am Saum noch Aufschläge – die ich nun eigentlich noch mal auslassen müsste. Das Waschen hat doch einen großen Zentimeter hinweg gewischt. Beim Gehen ist die Hose nun fast zu kurz. Frage ist nur, ob mich dazu aufraffen kann …

Eines will ich euch noch zeigen: Sonntag und Montag habe ich mir ein Tischen nach draußen gestellt. Und mir eine Sonnenbrille aufgesetzt. Und genäht:

DAS ist Luxus!

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Hosen, Hosen, Hosen!

WARNUNG: Das hier wird lang! Wer sich dennoch heranwagt, möge sich bitte Kraftnahrung und Erfrischungen bereit stellen!!!

Letzte Woche schon hätte ich euch Bilder von einer fertigen Hose, zwei halbfertigen Röcken und drei angefangenen Hosen in diversen Stadien von “Stoff ist gewaschen” bis zu “Zwei Nähte gestichelt” zeigen können und mögen. Stattdessen musstet ihr in meine Tardis steigen und alte Bilder gucken, denn die Kamera war unauffindbar. Als Steve am Freitag abend nach Hause kam, zeigte er nur kurz auf die Fensterbank seines Schlafzimmers – dort hinter Vorhang und unter einigen Broschüren und Kinderspielen lag sie denn auch …

Den heutigen Morgen habe ich genutzt, um das eine oder andere an den Hosen zu verändern und um Bilder zu nehmen. Ich denke eben nur an euch. Wie immer muss ich mich beeilen, in einer guten halben Stunde muss ich los, um meine wilden Kerle zu holen 🙂

Wie bereits dezent angedeutet, ist Dunkelblau das vorherrschende Thema. Kann ich immer brauchen und theoretisch sind sie – die Hosen – alle unterschiedlich. Fangen wir einfach mal an:

weiter lesen

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To Do – Liste von Dingen, die mich beschäftigen

Nachdem meine Jungs krankheits-, geburtstags-, weihnachts-, urlaubs-, ferien- und operationsbedingt seit Anfang Dezember mit nur wenigen Tagen Unterbrechung bei mir zu Hause sind und ich seitdem erst gute fünf Mal das Haus verlassen habe, finde ich es sehr schwer, wieder in einen Alltag mit früh(er) Aufstehen und Zeit für mich hinein zu finden. Das mit der freien Zeit sollte zumindest ab nächste Woche wieder statt finden, aber ich hänge meist verwirrt zwischen Wäsche und Putzeimer herum – und manchmal sitze ich weniger lustlos vor der Nähmaschine. Mit 50/50-Erfolgen. Da hat sich bei mir so einiges angesammelt, was ich erledigen möchte.

Da wäre beispielsweise der Blogaward, den Bettina mir mit warmen Worten überreicht hat. Nun müsste ich ihn an fünf eher unbekannte Bloggerinnen weiterreichen, aber wer von euch ist nun wirklich noch unbekannt? Wer sich angesprochen fühlt, nehme sich diesen Award gerne mit – die lobenden Worte reiche ich gerne hinterher. Verdient hätten ihn alle auf meiner Liste – und einige mehr, die mir noch nicht begegnet sind. Also hier ist er:

Und hier kommen die Regeln:
Du bist getaggt worden & möchtest teilnehmen?
Erstelle einen Post, indem du das Liebster-Blog-Bild postetst & die Anleitung reinkopierst (= den Text, den du gerade liest). Außerdem sollst du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat & ihr den Link deines Award Posts dalassen. Danach überlegst du dir 3-5 Lieblingsposts, die du ebenfalls mit deinem Post verlinkst & die Besitzer jeweils per Kommentar-Funktion informierst, dass sie getaggt wurden und hier ebenfalls den Link des Posts angibst, in dem die Erklärung steht.
Liebe Bloggerin: Das Ziel dieser Aktion ist, dass wir unbekannt, gute Blogs ans Licht bringen, deswegen möchte ich euch bitten, keine Blogs zu posten, die ohnehin schon 3000 Leser haben, sondern talentierte Anfänger & Leute, die zwar schon ‘ne Weile bloggen, aber immer noch nicht so bekannt sind.

Nun fühle ich mich schon besser, denn Punkt eins ist: Erledigt 🙂

Auf Punkt zwei folgen die Vorsätze fürs neue Jahr. Banal? Lächerlich? Klischeebeladen? Richtig! Und ich habe noch niemals eine solche Liste – gedanklich oder schriftlich – verfasst. Für mich also neu. Aber der Zeitpunkt passt, denn ich habe mir noch am 31.12. das folgende Buch bestellt: Fitting and Pattern Alteration: A Multi-Method Approach von Elizabeth L. G. Liechty, Della N. Pottberg und Judith A. Rasband.
Seit ewigen Zeiten bin ich auf der Suche nach DEM Buch, das mir weiterhilft. Auf dieser Suche bin ich vielen Büchern begegnet; einige von ihnen haben den Weg in mein Regal gefunden. Aber keines ist so, dass es mich vollkommen zufrieden stellt. Mein größtes Problem ist das Lesen und Erkennen von Falten und ihrer Ursache. Unter meinen Büchern ist wirklich eines, das so ziemlich jede nur mögliche Änderung ausführlich und bebildert schildert. Nützt aber nur, wenn du weißt, weshalb du eine Änderung vornehmen solltest – wie du das erkennst, wird in dem Werk mit keinem Wort erläutert. (Dabei fällt mir ein: sollte sich jemand für Besprechungen dieser Bücher interessieren, dann gebt Laut und ich werde mein Bestes geben)
Jenes neu bestellte Buch nun habe ich nur in sehr wenigen Auszügen gesehen, aber es schien mir das Richtige zu sein. Leider soll es einen Monat dauern, bis es mich erreicht – die zwei bis drei Wochen angegebene Lieferzeit wurden per Mail schon korrigiert. Und erst wenn dieser Gral vor mir liegt, werde ich wieder mit dem Nähen von Blusen, Kleidern, Jacken und Mänteln beginnen. Bis dahin gibt es Röcke und Hosen.

Und damit bin ich dann bei Punkt 1 unter Punkt 2 😉 Verwirrt? So geht es mir ständig. Also genauer gesagt ist das der erste Punkt meiner Vorsatzliste von Punkt zwei. Jetzt bin ich auch verwirrt, was wollte ich eigentlich? Vergesst alles, ich erzähle nun einfach, was ich vor habe.
Ganz klar vor allem: Schnitte anpassen. Meine Schultern bereiten nach wie vor Probleme und Hosen sind auch nicht leicht passend zu bekommen. Von diesem Thema bin ich besessen und zwar so sehr, dass ich bei jedem Blick in den Fernseher die Paßform der zu sehenden Kleidungsstücke analysiere und darin sogar besser werde. Das nun aber auf meine Näherei zu übertragen, ist nicht so leicht.

Und da bin ich beim nächsten Punkt: Unbedingt muss ich jetzt mal ein halbes Kilo runter und das Gewicht dann halten. Ich habe durchaus absichtlich und bewußt innerhalb der letzten 8 Wochen 5 Kilo zugenommen und gefalle mir im Grunde (soweit mir das möglich ist, meine Akzeptanz hat Grenzen!). Nun sind es aber schon knapp 6 kg und ich merke, mache ich so weiter, dann bekomme ich meine Schlemmerei nicht mehr in den Griff. Das wäre nicht mehr ich und zudem könnte ich dann bald all meine Schnittmuster entsorgen … DAS will ich wirklich nicht. Also: ein halbes Kilo runter und etwas weniger Sahne und Süßes zu mir nehmen.

Von da aus bin ich schon am nächsten Punkt: Ordnung in meine Näherei bringen, bevor ich die Übersicht vollkommen verliere. So habe ich gestern, angespornt von einem eher klassischen Bonner Winterwetter (also Regen und um/über 10 Grad, so wie es “früher” einmal war), sämtliche Wollstoffe in die Kiste unter meinem Bett gepackt, mit Lavendel und Zedernholz versehen, und die Baumwollstoffe nach unten in die Abarbeitsriesenschublade geschafft. Einer plötzlichen (und sehr dämlichen) Inspiration folgend, habe ich alles sortiert und dann nacheinander in die Waschmaschine geworfen – wäre es nicht himmlisch, mich an die Arbeit begeben zu können und der Stoff hat das Schlimmste schon hinter sich? So stand ich dann von gestern vormittag 11:00 Uhr bis gestern abend 18:00 Uhr und habe Stoffe gewaschen, geschleudert, angetrocknet, gefaltet, gehangen, gebügelt, gefaltet. Und bin immer noch nicht durch.
Dabei konnte ich feststellen, dass ich an dunkelblauen Stoffen fast genug habe – es fehlt nur einer für einen weiten Rock. Dunkelblau ist sehr offenbar MEINE Farbe und das werde ich in Zukunft deutlicher zeigen 🙂

Damit komme ich einfach zum nächsten Punkt gesprungen: Was werde ich nähen? Wie wäre es, wenn ich wirklich einmal das nähte, was ich brauche und was ich mir vorgenommen habe? Das würde mir die stundenlangen Wühlereien durch dutzende von Burdas, Knips und Patrones, von Vogues, Buttericks, McCalls und Simplicitys ersparen. Und wenn ich dann endlich die Grundpfeiler meiner Garderobe beisammen hätte, dürfte ich auch wieder Stoff kaufen, für all die Kleider, die mich anlachen. Hmmm, träummmmmhh …. Doch, doch eine gute Idee. Also hier der Plan (und somit muss ich auch im Januar beginnen, ich läute hiermit hoch offiziell den Frühling ein!!)

McCall’s 5816 A – dafür habe ich seit dem letzten Frühjahr einen wunderschönen Baumwollpikee liegen. In Dunkelblau.

McCall’s 5273 A – habe ich schon in einem grauen Stretchflanell genäht. Für das Frühjahr in 3/4 kurz. In Dunkelblau.

Simplicity 4135 A – aus Baumwollköper. In – tadaah! – Dunkelblau.

Burda 8488 A – zweimal bereits genäht, passen beide nicht mehr … da muss ich den Schnitt etwas, ähm, weiter gestalten. Natürlich in weich fallender Baumwolle. Mit etwas Stretch. In Dunkelblau. Was sonst?

Das ist schon mal ein Anfang. Aber beim Stichwort Burda bin ich gleich beim nächsten Punkt: Ich will nämlich noch mal meckern, weil ich insgeheim immer noch mich und meine Unfähigkeit dafür verantwortlich mache, dass ich die Schnittmuster der Firma mit Heimvorteil nicht passend bekomme (bis auf zwei Ausnahmen und das sind seltsamerweise Hosen …). Gestern spät abends allerdings habe ich zum Surfen verführen lassen und bin dabei auch auf burdastyle gelandet, wo ich mir die neuen Schnitte angesehen habe. Als erstes habe ich mich gefragt, wer eigentlich auf die wahrhaft blendende Idee gekommen sein mag, weiße Kleidung vor einem weißen Hintergrund zu fotografieren und das Ganze dann noch auf einer weißen Website zu präsentieren? Denn wenn die Hobbschneiderin eines mag, dann doch sicherlich das Mysterynähen: Schnittführung und Sitz vorher zu sehen? Nur was für Angsthasen 😉

Da ich mich für die nächsten Wochen auf Hosen und Röcke beschränken werde, habe ich mir auch nur diese Schnitte genauer angesehen. Und mich erst gewundert. Dann geärgert. Zuletzt erleichtert zurück gelehnt und gelacht. Vielleicht erinnert sich die Eine oder Andere an eine graue Hose, die ich nach einem Burdaschnitt genäht habe und die zwischen Bauch, Oberschenkel und Hüfte eine enorme Menge an Stoff um mich herum gewellt hat. (Bild ist leider beim Umzug abhanden gekommen, zumindest kann ich es im Augenblick nicht finden). Auf den ersten Blick wirkte es wie zu eng – nur war genau das Gegenteil der Fall. Von der vorderen Schrittnaht kommend war einfach viel zu viel und ich bin mir heute noch nicht ganz sicher, wie ich das Problem korrekt angehen müsste.
Das Bild hatte ich mit Bitte um Hilfe auch an Burda gesandt, worauf es Tipps gab, die nicht so recht weiterhalfen – wobei es schwer ist, anhand eines Bildes eine perfekte Analyse zu erstellen. Vor allem aber kam die Aussage, dass die Hose doch nicht so schlecht säße … und erst seit gestern verstehe ich, warum das im Hause Burda so gesehen wurde. Bislang habe ich mir die Einzelschnitte noch nie so genau angesehen und im Heft ist es mit der Erkennbarkeit auch nicht sooo weit her. Wie auch immer, ich lasse Bilder sprechen (aus der neuen Schnittkollektion von Burda):

Seid so gut und schaut euch die Bilder per Klick in der Vergrößerung an. Und was seht ihr? Seltsame Stoffwellen, die sich im Schritt und daneben zusammen ballen. Kein Wunder, dass das Burdabuch nicht erklärt, wie man diesen Paßformfehler in den Griff bekommt. Das waren die Art Hosen, die ich mit Abscheu auf den Bügel zurück warf, als ich noch Kleidung kaufte. Lieber durfte es am Po etwas schlottern! Ich für mein Teil gehe nun davon aus, dass Burda schmale oder enge Hosen genauso haben will. Ich nicht. Also bleibe ich bei weiten Burdahosen, das kommt ja mit etwas Bastelei gut aus. Bin ich hier zu kritisch oder was meint ihr? (Bei Schultern ist das ja ähnlich: auch bei den Models hängt der Armausschnitt auf dem Oberam …, aber jetzt stoppe ich mich, sonst komme ich heute nicht mehr zum Nähen. Kinder spielen gerade so brav nach dem Mittagessen, das sollte ich nutzen …

Jetzt habe ich dermaßen viel von mir gegeben, wer immer bis hierhin durchgehalten hat, hat eine Pause verdient! Also gönnt euch eine schöne Tasse Tee oder Kaffee und überlegt, was demnächst genäht wird!

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Fängt ja gut an:-)

Na, alle gut rüber gekommen? Schön!
Angespornt von meinem überraschenden Erfolg mit einem Burdaschnitt – trotz des verhassten Auskopierens, ich kann es nicht oft genug sagen! – habe ich mich am Silvesternachmittag und gestrigen Vormittag an einen Rock begeben. In den letzten Ausgaben hatte Burda einiges an schönen Bleistiftröcken zu bieten. Diesen hier:

Dann folgte dieses Modell:

Und nun noch dieser Rock:

Zum ersten dieser Röcke hatte ich einen Stoff in meinem Vorrat und die Idee mit dem sichtbaren Reißverschluss gefiel mir so gut, dass ich einen solchen besorgte. Auch den Stoff habe ich gedanklich beiseite gelegt. Nur die entsetzlichen Schnittmusterbögen hielten mich von einem Projektbeginn ab. Und die Tatsache, dass ich nach meiner anfänglichen Vorliebe für seitliche Reißverschlüsse diese mittlerweile an Röcken gestrichen habe: meine Hüftrundung ist eben, nun, ein wenig, hmm, problematisch. Und für die neue Nähmaschine habe ich noch keinen Nähfuß für Nahtreißverschlüsse. Die eh nicht so gut halten, wie ich meine.

Rockmodell Numero zwei hingegen schied sofort aus: das würde ich nie passend bekommen. Und die paar fertiggestellten Röcke, die ich online sehen konnte, saßen selten: oben zu schlottrig, um die Hüfte zu eng.

Der Letzte hingegen, der brachte mich zu Fall: dazu beigetragen haben sicherlich die auf Vintage gestylte Atmosphäre, der schöne Stoff, der kleine Godet, meine Zurückhaltung den anderen beiden Röcken gegenüber – meine Willenskraft war aufgebraucht und so habe ich sogar den Originalstoff bestellt. Mit knapp 30,-€ pro Meter mein bislang teuerster Stoff.

Es ging schon nicht gut los: der Schnittmusterbogen wollte sich partout nicht von seinen Klammern befreien lassen. Ein schmerzhaftes Erlebnis – für mich. Allerdings waren die Blutstropfen auf dem Bogen nicht die einzigen Farbspuren. Der Bogen war wohl nicht trocken, als er gefaltet wurde und so sind viele Linien verschmiert und andere nicht erkennbar, weil sie von den Abdrücken der gegenüberliegenden Seite überdeckt sind. (Und das ist nicht das erste Mal, dass ich das erlebe.) Nun ist der Rock der “rosa unterlegte Extraschnitt”, der eine ausführliche Anleitung bei sich trägt. Bislang habe ich noch nie rosa heraus kopiert. Will ich auch nie wieder: die roten Striche (vor allem die sehr feinen für die 38) lassen sich durch (Burda-) Kopierpapier nicht mehr ausmachen. Eine gute Stunde saß ich am Stricheln, Schauen, Anzeichnen, Vergleichen und Ausschneiden.

Der karierte Stoff ließ sich dafür sehr gut gerade legen. Was mir nicht so viel genutzt hat, denn oben rutschen die Karos doch wieder auseinander – trotz Karchecklinie auf dem Schnitt. Aber das könnte ich verkraften. Nur das Endergebnis … der Reihe nach. Der Schnitt ist also kopiert und die NZ angezeichnet. Dann habe ich nachgemessen. Meine Taille: 70cm. Burdamaßtabelle 38: 70cm. Schnitt: 80cm. ?!? Obere Bundkante soll Taille sein. Wie der Rock da halten soll, ist mir nicht verständlich. Mag sein, dass ich mich vermessen habe; ich bin immer schnell bereit, den Fehler (beim Nähen!) bei mir zu suchen, aber ich habe meinen Standardschnitt an die zusammen gefügten Burdaschnittteile gehalten und dann am obersten Rand der Passe jeweils gute 1cm weggenommen. Und oben herum passt es gut, ohne zu eng zu sein.
Nun mag ich meine Röcke ja eher zu eng als zu weit: als immer zu dünn Gewesene weiß ich, dass nichts dünner macht, als wenn Kleidung schlottert. Nicht in diese Rechnung aufgenommen habe ich, dass ich innerhalb der letzten Wochen (durchaus absichtlich und mit anfänglicher Anstrengung) zugenommen habe. Ich weiß das schon, aber angekommen ist es noch nicht so ganz. Zwar schneide ich Schnitte größer aus, irgendwie. Aber Irgendwie ist es nie richtig: Gehe ich auf die Größe, die für meine Maße angegeben ist, dann ist es überall zu weit. Gehe ich darunter, ist es zu eng. Zeichne ich dazwischen, sitzt es nicht. Sowieso neige ich immer wieder dazu, den Herstellern dieser Schnitte gesunden Menschenverstand zuzutrauen. Selbst Burda. Großer Fehler, sage ich nur, großer Fehler. Wie soll ein normales Menschenkind wie ich auch verstehen, warum nun also ein schmaler Rock (laut Beschreibung, also nicht eng), der für die Maße 70/94 entworfen wurde und der für die Taille – also die Stelle, die wohl die geringste Bequemlichkeitszugabe vertragen kann – 80cm vorsieht, an der Hüfte nun keine 10cm Zugabe hat? Hätte ich mal messen sollen, aber irgendwie ist mir das entglitten … wie auch die Sache mit der Länge:
Der Rock ist 72cm lang und für meine bevorzugte Linie würden daran noch etwa 4 cm fehlen. Aus welchem Grund auch immer: das habe ich vergessen. Zwar habe ich statt der 4cm 5cm für den Saum zugegeben, aber das reicht natürlich nicht (für mich).

Langer Vorrede, kurzer Sinn: ich habe mit dem Nähen begonnen, es passte auch alles nett zueinander und nun weiß ich auch endlich, wie meine eine spitze Passe schön einnäht. Dafür hat es sich gelohnt. Muss ich mir immer wieder sagen. Dann kam die erste Anprobe: Taille sitzt an der richtigen Stelle, kneift nicht, rutscht nicht. Hüfte ist zu eng. Ups! Sofort nörgele ich mich an: “Du doofe Nuss! Hallo? Du hast da 98 cm zu verpacken! Kapier das mal!” Kleinlaut schleiche ich zur Maschine zurück, öffne sehr mühsam die Seitennähte – das mag dieser Stoff gar nicht! – und gebe rundum noch einen guten Zentimeter zu. Hatte ja am Stoff ein klein wenig mehr stehen lassen. Doch nicht ganz doof! Anprobieren, zurück zum Spiegel.
?????!!!!!
Die spitze Passe bzw. die Rockbahn darunter mag nicht freigelassen werden. Zwar sitzt der Rock nun irgendwie angenehmer, nur wellt es sich seitlich der Passenspitze. Und zwar ordentlich. Ziehe ich die Seitennähte wieder straff, ist es besser, kann mich aber nicht mehr rühren. Ich kontrolliere also akribisch den Fadenlauf und die Schrägung und die NZs, um zu sehen, ob ich etwas schief genäht habe. Habe ich nicht. Alles sehr gleichmäßig. Also wieder zur Maschine, wieder Nähte trennen – der Stoff wird nun schon übellaunig und ich nähe ihn so schnell es geht wieder zusammen – in der goldenen Mitte zwischen erster und zweiter Version. So langsam habe ich schon keine Lust mehr, mache aber tapfer weiter. Bis ich dann das mit der fehlenden Länge bewußt registriere. Aaaahhh!!! Da der Godet eine kleinere Saumzugabe hat, bleibt mir nichts anderes, als ihn tiefer einzusetzen und den Saum insgesamt ganz schmal abzusteppen. Mit der Hand annähen ist da keine Option mehr, das würde nach außen kippen. Das Steppen wiederum sorgt natürlich dafür, dass der Godet nun nicht mehr weich fällt, sondern etwas störrisch absteht. Die Falten unterhalb der Passe ziehen sich und lassen den Rock noch enger aussehen, als er schon ist. Mein Bauch wölbt sich in die Passe hinein, von der ich eigentlich einen eher festigenden Effekt erwartet hatte. Meine Rückseite ist etwas überbetont, wobei: mehr Weite hinten sorgt dafür, dass ich noch flacher wirke. Enge hingegen zeigt, warum das so ist 😉

Um mit diesem Thema abzuschließen, habe ich mich heute morgen dennoch entschlossen, den Rock a) zu tragen, b) Bilder zu machen (obwohl ich noch immer nasse Haare habe, ‘tschuldigung) und c) diesen viel zu langen Eintrag als eine Art Abschiedsbrief zu verfassen.

Ja, die Freude steht mir im Gesicht geschrieben …

Eh, die Haare sind nasser als gedacht!

Als Fazit bleibt nur: sollte eine von euch mit diesem Rock liebäugeln, dann wäre ein flacher Bauch eine gute Voraussetzung. Aber das mag auch nur mein Problem sein 🙂 Was ich aber in mein Basisrepertoire einfügen werde, ist der Godet – für weichfallende Stoffe eine schöne Lösung.

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