Mein Schwedenkleid, liebevoll Ikealein genannt

In der letzten Woche fuhr ich spät am Nachmittag mit dem Großen in die Innenstadt – in einem Mix aus Langeweile und der Sucht nach Stoff. Im Großen und Ganzen war ich von Angebot enttäuscht, doch auf einem Tisch lagen Baumwollstoffe, relativ dünn, fest und elastisch, knitterwillig, aber farblich überzeugend. Kurz zuvor hatte ich den Sohn noch zu Cos geschleppt, um durch das Angebot zu schauen und einige Kleider zu probieren. „M“ ist bei Cos übrigens ausgesprochen großzügig geschnitten, aber …

20°C-Hemdblusen-Kimono-Mustermix-Kleid

Heute ist Frühling! Satte 20 Grad und mehr! Also was tut die nähende Bloggerin? Sie kramt in aller Eile das luftige Kleid hervor, das über Wochen halbfertig an der Puppe hing, drückt dem Sohne die Kamera in die Hand und stellt sich auf die Wiese.     Der Stoff ist eine relativ feste, dennoch sehr weiche und leider auch rutschige Viskose mit einem Batikdruck, der sich sehr schön trägt. Bei 20°C zumindest – darüber dürfte das Kleid bald schon zu …

Bleistiftrock, Bluse und – äh wie? – T-Shirt

Es war einmal eine Frau, die nach der Geburt ihres ersten Sohnes nach Jahren das Stricken wieder begann. Bald schon verliebte sie sich in kleine, feine Pullover aus vergangenen Tagen, deren Anleitungen von freundlichen Menschen in das weltweite Netz gestellt worden waren. Und so strickte sie tagaus, tagein einen nach dem anderen. Doch stand sie vor der Schwierigkeit, diese Strickwerke selten tragen zu können, da die Schneiderinnen und Schneider des Landes ihr keine Hosen und Röcke anboten, die dazu passten. …

Ein bißchen Fischer, ein wenig Audrey

Nähend werde ich immer langsamer und langsamer – das mag damit zusammen hängen, dass ich immer weniger gut winzige Aufschriften lesen und dem Lauf der Nähmaschinennadel folgen kann. Oder, was viel schöner klingt, es liegt einfach an der mangelnden Zeit und darab, dass ich somit weniger im Training bin. Ja, es ist eindeutig die Zeit, die ein Problem ist … Wie immer, wenn ich nicht viel nähe, kaufe ich viel zu viel Stoff und diese Stapel muss ich, will ich …

Zu schlicht, zu unentschieden, zu langweilig

Das Jahr ist noch jung, aber ich muss sagen: es ist nähtechnisch das mieseste Jahr überhaupt; eindeutig mehr Mißerfolge als Hurras. Aus den unterschiedlichsten Gründen: halbherzig Begonnenes, Stoffe, die sich als nicht waschbar erwiesen, Denkfehler der dümmsten Art und dazu wenig Zeit und keine Lust, die Grundschnitte dem Gewichtsverlust anzupassen. Und irgendwie sind ständig Schulferien … jetzt mal gerade nicht, aber wir steuern geradewegs auf die Weihnachtsferien zu. Hach, seufz. Entsprechend wenig habe ich gezeigt. Wenn ich auch mit Wonne …

Mal düster … ach was, nur anders

Ich schaue besser gar nicht erst nach, wann ich das letzte Mal etwas gebloggt habe oder wann gar ichirgendetwas erfolgreich nähte. Es muss wohl gestern gewesen sein. Oder vorgestern. Irgendwie so. Nun, wie auch immer, hier bin ich. Und noch besser, ich habe genäht. Am allerbesten: es ist ein Kleid. Was mir richtig schwer fiel, war die Schnitterstellung: wie vernagelt saß ich am Tisch, hatte eine nur vage Vorstellung vom zu erschaffenden Kleid und schob den Pappgrundschnitt lange hin und …

Mg 14 – perfekt? Kann ich nicht!

Der Mai ist nun auch schon rum und natürlich habe ich es nicht geschafft, jeden Tag ein Bild zu knipsen, um zu sehen, was aus meinem Kleiderschrank getragen wird. Wenig überaschend war, dass es vor allem Gekauftes war. Aber positiv zu vermerken ist: ich habe wieder Lust, etwas zu nähen. Und zwar die Kleidungsstücke, die sich schlecht bis gar nicht kaufen und diejenigen, die sich besonders leicht nähen lassen. Eine gesunde Mischung aus Bedarf und Bequemlichkeit, was kann schief gehen? …

Mg 13 – Kartoffelkleid für Haus und Garten plus kleiner Brigitte-Rant und Überlegungen zu Kleidern

Der Titel zeigt mein Talent zum Sich-Kurzfassen. Tja, wo  fange ich an? Als ich 2009 mit dem Nähen begann, hatte ich von Zeit zu Zeit auch noch die Brigitte im Einkaufskorb, einfach deshalb, weil ich als Kind mit ihr aufwuchs und die Mischung aus Mode, Pflege, Reportagen, Gewinnspielen, Rezepten und Selbermacherei sehr liebte. Sie war deutlich emanzipatorisch und scheute sich nicht vor Politik. Das hat sich seitdem sehr verändert: schaue ich mir allein den unsäglichen Onlineauftritt an, der sich offenbar …

Mg 11 – Krempelliese und endlich selbstgenäht

Die eine oder andere erinnert sich mit Schaudern – ich selbst auch – mit welchen Schwierigkeiten ich zu kämpfen hatte, bevor ich den simpelsten all meiner Mäntel konstruiert und genäht hatte. Diese Schwierigkeiten waren hausgemacht, saßen nur in meinem Kopf, der sich nicht an den Gedanken gewöhnen wollte, dass es auch einfach geht. Ganz, ganz einfach. Heute ist mir das verständlich, denn mein Wunsch, eigene Schnitt entwerfen zu können, entstand mit dem ersten Blick in Harriet Pepins „Modern Pattern Design“ …

Mai-Garderobe 10 – gemixt

Ich erwähnte neulich en passant, wie unglaublich verliebt ich in COS bin – und wenn ich das noch einmal erzähle, sollte ich dafür bezahlt werden oder geschlagen! – und am Samstag begleitete mich der weltbeste Gatte in die Innenstadt. Zuvor hatten wir die Kinder zwecks Omahilfe zu selbiger verfrachtet, wo sie aufräumten, Müll entsorgten, einkauften und aßen, um später vollkommen geschafft zu Hause nölend zu „chillen“. Ich würde es gammeln nennen, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Wir waren …

Mg 6 – nochmal Mustermix und Rockstress

  Ich sagte schon, dass es schwierig sei, das passende Oberteil zu diesem Rock zu finden oder noch konkreter: irgendein Oberteil zu irgendeinem Rock. Zwei 30er-Jahre-Röcke habe ich in der letzten Woche gekürzt und vom Bund getrennt, aber so richtig gefallen will mir gar nichts dazu. Versuche ich es minimalistisch-architektonisch à la Jil Sander oder Cos, dann sieht es an mir einfach aus wie ein riesengroßes A. Oberteile ÜBER Röcke – grauenvoll, trutschig, litfaßig. Oberteil im Rock – besser, aber …

Mg 5 – 30:70 / Brustabnäher reduzieren?

  Herrlich warm schon jetzt am frühen Vormittag ist es und die nötigsten Einkäufe sind bereits erledigt. Dabei stellte ich fest, dass ich wirklich, wirklich, wirklich noch schnell einen zweiten Blazer nähen sollte. Zwei Dinge gibt es, die mich an dem obigen stören: zum einen wellt sich auf einmal der Saum, so, als würde er immer weiter und breiter und würde nur durch das Futter an einer weiteren Zunahme gehindert werden. Ich habe das auch bei einigen Mänteln festgestellt, nachdem …

Mg 3: 50:50

Ha, heute endlich eine deutliche Verbesserung im Verhältnis Kauf- zu Selbstmachkleidung: die Bluse ist die zweite Hippie-Bridget und folgerichtig trage ich die Jeans mit Schlag dazu. Die ich dann doch deutlich enger genäht habe von Hüfte bis Knie. Also das Verhältnis ist damit fast schon 60:40 … mit etwas gutem Willen.     Gestern war ich übrigens mit Mann und Maus im Zirkus. Wobei die Vokabel „Zirkus“ nicht treffend ist; normalerweise bin ich für diese Art der Nummernshow nicht zu …

Zwischen Sack und Pelle

Ich denke, ich habe ein Mittelding zwischen beiden Möglichkeiten getroffen: ich habe dem wilden Blumenrock insgesamt zwei Zentimeter Weite an Taille und Hüfte herausoperiert und am Saum satte sechs. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man das auf meinen Bildern erkennen kann; es ist vielleicht mehr ein Ding des Spüren und Tragens und somit schlecht abbildbar. Was ich mir für die nächsten Röcke aber doch noch einmal überlege, das ist eine geformte hintere Mittelnaht. Dazu rieten einige von euch …

Alte Frage: Sack oder Pelle?

In der letzten Woche hielt mich nichts mehr im Bett und so setzte ich mich am Mittwochmittag für eine gute Stunde und am Donnerstagvormittag dreimal so lang an Eß- und Nähtisch und zeichnete den simpelsten Bleistiftrock überhaupt, schnitt zu und nähte (um danach natürlich wieder brav und sehr erschöpft im Bett zu liegen, ich bin ja nicht ganz wahnsinnig.) Der Rand sollte einen Zentimeter unter meiner natürlichen Taille enden, statt eines Nahtreißverschlusses hinten habe ich einen sichtbaren Metallreißer vorne eingesetzt …

Darf ich das?

Heute am frühen Morgen blickte ich schlaftrunken aus dem Fenster; mein Jüngerer schlief in meinem Zimmer und wird offenbar wieder krank: er schnarchte. Und so war ich eben sehr, sehr schlaftrunken, als ich grauen Himmel erblickte. Wie könnte ich den Tag sonniger gestalten? Ich könnte den helltürkisen Blazer knipsen und so überlegte ich mir, ob ich das wirklich tun dürfe: ein Jacket zeigen, dass weder Taschen auf den Hüften hat noch Knopf oder Knopfloch zum Schließen – wäre das nicht …