Mg 5 – 30:70 / Brustabnäher reduzieren?

  Herrlich warm schon jetzt am frühen Vormittag ist es und die nötigsten Einkäufe sind bereits erledigt. Dabei stellte ich fest, dass ich wirklich, wirklich, wirklich noch schnell einen zweiten Blazer nähen sollte. Zwei Dinge gibt es, die mich an dem obigen stören: zum einen wellt sich auf einmal der Saum, so, als würde er immer weiter und breiter und würde nur durch das Futter an einer weiteren Zunahme gehindert werden. Ich habe das auch bei einigen Mänteln festgestellt, nachdem …

Alte Frage: Sack oder Pelle?

In der letzten Woche hielt mich nichts mehr im Bett und so setzte ich mich am Mittwochmittag für eine gute Stunde und am Donnerstagvormittag dreimal so lang an Eß- und Nähtisch und zeichnete den simpelsten Bleistiftrock überhaupt, schnitt zu und nähte (um danach natürlich wieder brav und sehr erschöpft im Bett zu liegen, ich bin ja nicht ganz wahnsinnig.) Der Rand sollte einen Zentimeter unter meiner natürlichen Taille enden, statt eines Nahtreißverschlusses hinten habe ich einen sichtbaren Metallreißer vorne eingesetzt …

Theoretisch ein hübsches Kleid, praktisch …

… bin ich nicht zufrieden. Zu traurig, aber wahr. Die eine oder andere unter euch erinnert sich sicherlich noch mit Schrecken an mein letztjähriges Grundschnittprobenähen, das sich über Monate hinzog und Frust, Frust, Frust mit sich brachte. Nach wie vor muss ich mich mit der Tatsache anfreunden, dass sich meine Figur komplett geändert hat und ich mich zwischen Teufel und Beelzebub entscheiden muss: Lasse ich alles formlos an mir herunterfallen oder lebe ich damit, dass mein Bauch und meine Hüfte …

Zwischen Sack und Pelle

Bevor ich Bilder vom zuletzt beendeten Rock zeige, wird es lang und ausführlich. Nehme ich an; wer weiß schon, wohin es mich schreibend treibt … Im Augenblick treibt mich – wieder einmal – die Besessenheit. Die Besessenheit, ein gut sitzenden Rockgrundschnitt zu erstellen. Klingt erst einmal nicht dramatisch. Aber es gibt Kriterien, die ich erfüllt sehen will. Eigentlich habe ich keine Lust, daran zu arbeiten, ich möchte nur das Ergebnis, das gerne vom Himmel in meine Hände falllen darf. Wo …

Die Wahrheit lässt sich nicht abbilden

Von mir nicht, von meiner Kamera nicht. Ich bin eh schon übelster Laune, weil ich keine meiner anstehenden Aufgaben ohne eine funktionierende Internetverbindung erledigen kann. Heute nachmittag erwarte ich den Techniker, der alles retten und verbessern soll. Noch sind meine Hoffnungen hoch … Dass diese meine Laune vielleicht nicht die beste Ausgangslage darstellt, um Bilder von einem der neuen Kleider zu knipsen – hätte ich darüber nachgedacht, so wäre es mir aufgefallen. Da ich mich aber habe überreden lassen, an …

Aus der Zeit gefallen

Üselich ist es heute da draußen und diese kaltnasse Ungemütlichkeit scheint auch ins Zimmer hinein schwappen zu wollen. Und bevor ich weiterschreibe, brauche ich eine Tasse sehr warmen, sehr süßen Tees. Da Feen und Mäuse und Vögel hier nicht arbeiten, werde ich das selbst erledigen müssen. Es ist traurig. Sehr. Zum Trost noch einen Lebkuchen. Danach nie wieder Zucker. Gut. Als ich eben diese Üselichkeit nicht nur hinter Glas beäugen durfte, sondern in sie hinaus musste, konnte ich mich des …

Na endlich! Hoffentlich …

Glamour ist hier nicht zu erwarten: Das Wohnzimmer ist ein stoff- und wäscheübersätes Schlachtfeld, ich bin ungeschminkt und mit nassen Haaren zugange, die Jungs haben Sommerferien und zwei Tage Dauerregen liegen hinter uns. ABER es sieht so aus, als hätte ich am Montag endlich, endlich, ENDLICH meinen Grundschnitt hinbekommen. (Jetzt bitte in euphorischen Jubel ausbrechen.) Was ich tat und machte in den letzten sieben Wochen: es wollte und wollte nicht gelingen. Ich will da nicht noch einmal in ermüdenden Details …

Harriet Pepin – Danke :-)

Gestern nachmittag habe ich Pepinsloper N° 3 genäht und bin so ziemlich zufrieden; ein oder zwei kleine Änderungen habe ich danach noch in den Schnitt gezeichnet – Halsausschnitt darf noch ein wenig höher und ein wenig runder werden, vorne in der Taille kann noch ein wenig Länge weg und am Rücken kann noch ein wenig auf Höhe der Schulterblätter zugegeben werden. Am hinteren Armausschnitt entsteht je nach Bewegung noch eine kleine Falte, aber da Miss Pepin darauf hinwies, man solle …

Ganz von vorne

Von dort starte(te) ich meine Grundschnittreise am Donnerstag. Nachdem ich nun knapp zwei Wochen lang meinen bisherigen Grundschnitt gradiert und geändert und gekürzt und geändert und zuletzt geschreddert hatte, hatte ich die Nase voll davon. Aber gründlich. Dazu bewahrheitete sich wieder einmal das alte Wort von den zu vielen Köchen, die den Brei verderben. Jeden guten Tipp, den ich erhalten habe, habe ich eingebaut; jeder für sich war richtig und gut, alle zusammen vertrugen sie sich nicht. Widerstrebend zwar, aber …

Emma Peels Nachschlag

Ja, es ist nicht neu: ich neige zu einer Besessenheit, die nervtötend sein kann. Wenn ich auch vieles schleifen lassen kann, wenn ich etwas hinbekommen WILL, dann lasse ich nicht los. Eigentlich hätte ich anderes zu tun: Wäsche falten beispielsweise und Mittagessen kochen und so. Aber da ich heute abend noch im Studio arbeite, mag ich all das Profane eh nicht erledigen – wie soll ich mich auf Schönheit konzentrieren, wenn ich zuvor noch in den Niederungen des Alltags gefangen …

Nicht Emma Peel, aber angegriffen

Ich werde jetzt mal ein wenig umher wüten. Über einige laaaange Tage und Nächte habe ich herum geslopert, also Probestücke genäht, Schnitte gezeichnet, verändert, angepasst und irgendwann schien ja auch alles ganz gut zu sein. Während der ganzen Zeit allerdings wisperte eine Stimme, dass das doch irgendwie falsch sein müsse – alles auf den Rücken auszurichten. Diese Stimme tötete mir jeden Nerv, der nach all der Schufterei und Grübelei noch übrig war. Und wie das so ist: auf sie hören …

Schneiderpuppenfotoroman

Was tut man, wenn Kind eins den Nachmittag mit einem Freund auf einem Moscheenfest verbringt, Kind zwei mit dem Vater eine Fahrradtour unternimmt und die Arbeiten am Freundinnenhochzeitskleidschnitt fast beendet sind? Und zudem die Sonne scheint, die Temperatur irgendwo über 30°C liegt und stricken erst für den Abend angedacht ist? Genau, wir haben es alle sofort im Sinn gehabt: man baut seine Schneiderpuppe um, die zwar über eine entzückende Figur verfügt, aber mit der eigenen Silhouette nicht viel zu tun …

5,5 – und doch mit Spaß dran gewesen

So. Am frühen Vormittag sieht die Welt ja immer anders aus als am trüben Nachmittag. Und weil das so ist, zog ich die N°5 noch einmal über und entschied, Spaß mit ihr zu haben. Wie? Ich habe als erstes die vordere Taillennaht getrennt, um meine Vermutung, ich dürfe hier etwas an Länge zugeben, zu testen. In der Tat rutschte der Rock mit einem erleichterten Seufzer, einem zufriedenen Grinsen ein wenig abwärts, während das Oberteil – leicht verwirrt um sich blickend …

Ab jetzt hasse ich es!

Wie ich es schaffen konnte, wirklich und wahrhaftig auch noch Nummer 5 zu nähen – und das, wie auch schon die viermal zuvor, voller Zuversicht und Optimismus – ist mir ein Rätsel. Ab jetzt habe ich es gründlich satt, weil im Grunde das Gleiche geschieht wie jedes Mal: es scheint zu werden, zu werden, zu werden, es geht immer nur um Kleinigkeiten und dann … … dann ist es total daneben. Ich habe ja nun gekürzt und geformt und verschoben …

Instone N° 4 (eigentlich 738 oder so…)

Nun also Sloper N°4 der laufenden Produktion; all die vielen davor möchte ich gerade nicht wahrhaben. Obwohl: meine Figur war vollkommen anders und ich hatte immer mal absolut perfekte Kleiderschnitte erstellt. Aber jetzt geht es ums Jetzt und ich möchte gerne ein wenig verzweifeln. Und wer jetzt sagt, das seien doch nur Kleinigkeiten, die ich ja nach Gemüt der Betrachtenden ruhen lassen könne oder aber sicher noch in den Griff bekäme, der werde ich 5 Sekunden lang böse sein 😀 …

Einsicht, Akzeptanz und Ironie

In einigen Minuten werde ich – ein fröhliches Liedchen trällernd und frohgemut, wie sonst – mich an den Sloper begeben, die Taillennaht hinten auftrennen und eine von Julia vorgeschlagene Änderung vornehmen und die hintere Taillennaht noch ein wenig höher setzen. Als sie mir das gestern, eindringlich, mehrfach, ohne Androhung von Schlägen, sagte, war ich zögerlich: Ich hatte doch nun schon soo viel dort weggenommen; noch mehr könne doch einfach nicht richtig sein? Gut, bei einer zweiten Änderung schlug sie genau …