Die Epidermis, unser Arbeitsfeld

Einen groben Überblick über unsere Haut und ihre Aufgaben haben wir nun, aber bevor wir nun freudestrahlend die Schminktöpfchen hervorkramen und lospinseln, nehmen wir uns unser eigentliches Arbeitsfeld noch einmal vor.

Die Oberhaut oder Epidermis ist also das, was wir sehen, was wir fühlen und was wir pflegen – wenn wir es denn tun. Sie ist es, über die wir uns ärgern (und sie sich über uns!), die wir waschen, cremen und schminken und die wir zerren, drücken und quälen. Manche tun dies, manche tun das, manche alles. Grund genug, genauer hin zu schauen:

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Das Bild ist nur ein sehr grobes Schema; die Epidermis besteht aus 5 Schichten, die allerdings nicht strikt voneinander getrennt sind, sondern ineinander übergehen: im Grunde sind es Zeitstufen, die die Zelle durchläuft, bis sie als abgestorbenes Hautschüppchen abfällt. Die untere Schicht hatten wir schon angesprochen – die Mutterzellschicht, die sich ständig teilt und dadurch für Nachschub sorgt. Statt wie auf dem Bild liegen nicht nur fünf oder sechs Zellreihen übereinander, da kommt einiges mehr zusammen.

In der Epidermis befinden sich keine Gefäße mehr. Aus naheliegenden Gründen: liefen hier viele Blutgefäße entlang, so würden wir wohl den ganzen Tag über immer wieder Blut verlieren (die Wäscheberge!), aber vor allem wären allen möglichen bösartigen Angreifern Tür und Tor weit geöffnet. Stattdessen können wir uns die Oberhaut als Burgmauer mit allem Drum und Dran vorstellen: Zinnen, Wassergraben, glühendes Pech, Wachsoldaten und was immer wir wollen. Nichts soll rein, wenn möglich auch nichts raus. Soweit die Theorie …

Nun sind wir nicht alle gleich: so wie die Eine rote, die Andere blonde Haare von der Natur mitbekommen hat, so sind auch die Eigenheiten der Haut unterschiedlich verteilt. Es gibt Talgdrüsen, die unermüdlich zu produzieren scheinen, andere lassen sich kaum dazu bewegen. Manche Haut neigt zu einer zu starken Schweißbildung, die nächste wieder leidet unter einer Verhornungsstörung. Die Eine ist hochempfindlich, der Anderen scheint nichts etwas anhaben zu können – es gibt also die unterschiedlichsten Anlagen. Und diese werden auch noch durch Pflegegewohnheiten, Lebensumstände, Wohnort, Psyche und Medikamente beeinflusst. Mitunter sogar massiv. Und schon ist ein sehr wichtiges Gleichgewicht gestört:

Unsere Haut hält noch einen chemischen Schutz bereit – den Säureschutzmantel, von dem sicher alle schon gehört haben. Vereinfacht ausgedrückt besteht dieser aus abgestorbenen Hautzellen (sozusagen die Mauersteine), aus Schweiß und Talg, aus (für uns wichtigen, gesunden) Bakterien und anderen körperfremden Substanzen wie z.B. Staub (alles zusammen der Mörtel, um alles zusammen zu halten). Es sind auch Substanzen wie Harn- und Milchsäuren enthalten, für uns ist das eher unwichtig. Also bleiben wir bei den fünf genannten Bestandteilen, die in einem ausgewogenen Verhälntis zu einander stehen müssen, um eine funktionsfähige Schutzwand aufbauen zu können. Das lässt sich am Beispiel Mauer auch gut nachvollziehen: habe ich beispielsweise zu viele Ziegel und zu wenig Mörtel, so wird es entweder einer sehr löchrige Wand werden oder eine, die beim kleinsten Stoß zusammen bricht. Ist der Mörtel zu dünnflüssig, so kann er nicht fest werden – wieder nix mit der glatten, fest verfugten Wand. Ganz einfach eigentlich.

Übertragen auf unsere Haut heißt das: ich brauche Hornzellen, die von guter Qualität sind und das in der richtigen Quantität. Ich brauche Fett und Schweiß, die miteinander vermischt den Mörtel bilden. Ich muss die Hautflora – also den Lebensraum von Bakterien und Pilzen auf meiner Haut – respektieren. Ich muss schützen, nicht zerstören. Oder nachhelfen, wo sich meine Haut nicht mehr selbst helfen kann – sei es, dass sie durch Medikamente oder falsche Pflege gestört worden ist oder von Natur aus einen Mangel aufweist.

So und nun stehe ich vor dem Problem, wie ausführlich es eigentlich werden sollte: spreche ich den pH-Wert an, bei dem sehr umstritten ist, wie wichtig er ist? Erkläre ich genau, wie Bakterien auf unserer Haut sich ihren Platz nicht nehmen lassen wollen und daher äußere Angreifer abwehren? Ist es wichtig, was mit dem Schweiß aus dem Körper heraus gebracht wird und was Verdunstungskühle bedeutet? Braucht es eingehende Beschreibungen des Haarwachstumszyklus? Muss die Rein’sche Barriere ein Thema sein? Ich glaube: Nein. Wer sich nun intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, findet anhand der Stichworte alles dazu in den Weiten des Netzes. Das kann sehr spannend sein, spielt aber für die tägliche Pflege keine Rolle.
Eine größere Rolle spielt jetzt gerade Minusch, die Getigerte, die der Meinung ist, nun, da die Jungs sich fürs Schlafengehen fertig machen, sei endlich ihre Zeit gekommen: ich sitze hier mit untergeschlagenen Beinen auf dem Sofa, auf dem Schoß den Laptop und dazwischen eine mittlerweile deutlich schwerere Katze, deren selig ein- und ausfahrende Krallen ich aus meinem Merinostrickpulli (Ja, Sommer – ha!) klauben muss. Mit zehn Fingern tippen und gleichzeitig mit zwei Händen Katze kraulen und Laptop sichern … ich schaffe es nicht. Deshalb gibt es jetzt eine unerwartete Pause. Die nicht ungenutzt verstreichen soll: ihr macht euch nun mal Gedanken, welche Einflüsse sich wohl auf die Horn- und Talgproduktion auswirken und was es wohl mit dem Wasser in und zwischen den Zellen auf sich hat. Wollen doch mal sehen, ob es hier Einserschülerinnen geben wird.

Der Aufbau der Haut

Ohne Theorie geht nichts, also müssen wir uns mit dem Aufbau der Haut befassen. Wie ich schon schrieb: in einer vereinfachten Form – über die Meißner’schen Tast- oder die Pacini-Körperchen müssen wir nicht sprechen, auch das Endoplasmatische Reticulum und die Dendritischen Zellen vernachlässigen wir. Auch wenn sie noch so spannend sind: mit unserer täglichen Pflege haben sie nicht viel zu tun. Ich hoffe, die Eine oder Andere atmet jetzt auf. Ich bin wohl streng, aber lieb. Oder andersherum. Oder ähnlich.

Die Haut als unser größtes Organ …ja, hmmm. Normalerweise kommen jetzt die Zahlen und Fakten: wieviel Quadratmeter, wieviel Prozent der Gesamtatmung, wie dick, wie dünn etc. Ganz ehrlich: wie langweilig. Lässt sich überall nachlesen, aber wiederum: es ändert sich dadurch nichts in meiner Einstellung zu ihr. Außer vielleicht, dass ich ihr gegenüber ein wenig mehr Respekt habe. Nicht, weil sie so groß ist, sondern weil ich mir noch einmal bewußt mache, dass sie ein ORGAN ist – wie Herz, Lunge, Magen. Bevor wir also das Organ Haut genauer unter die Lupe nehmen, sollten wir wissen, was ein Organ ist.

Ein Organ ist ein Gewebeverband – das bedeutet, dass sich unterschiedliche Gewebearten zu einer Art Genossenschaft zusammengeschlossen haben, um ein Ziel zu erreichen; jedes Gewebe hat dabei eine andere Funktion. Das Ziel der Haut-Genossenschaft heißt: Schutz meines Menschen. Schutz ist DAS Wort in Bezug auf die Haut; das merken wir uns bitte schon mal.

Was aber ist ein Gewebe? Ich bin versucht, die Feuerzangenbowle zu zitieren: „Do stelle mer uns mal janz dumm und saare e su…“ Aber ich bin ernsthaft und derlei kommt nicht über meine Lippen! Und da hinten in der letzten Reihe! Hier wird nicht geschwätzt!
Auch ein Gewebe ist ein Zusammenschluss – diesmal gebildet von Zellen, den kleinsten Bausteinen unseres Körpers. Die Zelle ist zwar kein Zusammenschluss, dennoch ist auch die Zelle vielfältig: in ihrem Innern befinden sich Organellen – am besten stellen wir uns ein Großraumbüro mit Trennwänden vor, dann kommen wir der Struktur recht nahe: von aneinander abgeschirmte Arbeitsbereiche ohne fest eingezogene Trennwände. Und im Innersten liegt in der Mitte der Zellkern – er enthält die DNA und damit alle Informationen über uns. Und diese Informationen sind streng geheim, nichts und niemand darf Zugriff erhalten.

Es gibt verschiedene Zellarten wie beispielsweise Nervenzellen (die sich nicht regenerieren), Fettzellen (die wir alle kennen und lieben), Epithelzellen (Abschlußzellen wie diejenigen, die die oberste Hautschicht bilden) und viele mehr (die uns aber nicht interessieren). Aus solchen Zellen werden die drei Gewebeschichten der Haut gebildet:

  1. die Subcutis = das Unterhautfettgewebe
  2. das Corium = die Lederhaut
  3. die Epidermis = die Oberhaut

Jedes dieser Gewebe hat eine andere Aufgabe und muss eine bestimmte Schutzfunktion sicherstellen.

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Die Subcutis

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Die deutsche Bezeichnung ‚Unterhautfettgewebe‘ kommt nicht von nichts: Der Hauptbestandteil sind Fettzellen – Zellen, deren Hauptaufgabe es ist, Fett zu sammeln und zu bewahren. Und darin sind sie richtig gut: Sie geben ihren Inhalt nur sehr ungern und erst in „Notzeiten“ ab. Wer mit Crashdiäten abnimmt und wenig Bewegung hat, wird sie nicht zur Freigabe ihrer Reserven bewegen können – die Muskeln werden stattdessen abgebaut, da das dort enthaltene Eiweiß leichter zu knacken ist. Natürlich gibt es einen guten Grund: zum Einen stellt Fett eine gute Energiereserve dar, die unser Überleben auch in Krisenzeiten sichern kann.
Zum Andern aber hängt es mit der Schutzfunktion dieses Gewebes zusammen: Das Fett wirkt isolierend, so dass die Körpertemperatur konstant bleibt – eine wichtige Aufgabe, um die Arbeit der inneren Organe ablaufen lassen zu können. Damit nicht genug, wirkt die Subcutis als Pufferschutz gegen Stöße und Prellungen – Knochen und Organe werden somit gegen Verletzungen so gut es geht geschützt – also Bläschenfolie mit Fett gefüllt. Daneben werden hier auch Stütz- und Speicherfunktionen erfüllt.
Wo und wie das Fett am Körper verteilt ist, hängt von der Schutzbedürftigkeit bestimmter Körperzonen und vom Geschlecht ab. Und innerhalb dieser Grenzen auch davon, wie unsere Ahnfrauen (um die Jungs kümmere ich mich jetzt mal nicht) aussahen: bei der einen sitzt es eben am Bauch, bei der anderen am Oberschenkel.
Mit Pflegeprodukten in Form von Lotionen und Cremes können wir dieses Hautgewebe nicht beeinflußen …

Das Corium

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Es wird auch die Lederhaut genannt. Hier befinden sich die collagenen und die elastischen Fasern, die gitterartig miteinander verwoben sind (ähnlich einer Hängematte) und die für Spannkraft und Nachgiebigkeit der Haut verantwortlich sind: durch dieses Netz kann die Haut Gewichtszunahmen, Größenwachstum und Schwangerschaften überstehen, ohne zu reißen. Diese Fasern verhärten sich leider im Laufe unseres Lebens durch Zuckeranlagerungen und durch UV-Strahlen; sie werden brüchiger und verursachen so die tiefen Falten, selbsttätig winkende Oberarm und Kinnvermehrung .Dieser Prozeß ist nicht aufzuhalten, lässt sich aber durch das eigene Verhalten entweder massiv beschleunigen oder ein gutes Stückchen heraus zögern: der Verzicht auf zuviel Sonne – vor allem auf künstliche UV-Strahlung im Sonnenstudio! -, aber auch der Verzicht auf Nikotin verhindern eine frühzeitige Hautalterung – dabei kann es sich immerhin um bis zu 20 sichtbare Jahre handeln! Gesundes Essen, wenig Alkohol, ausreichend Bewegung – nichts Neues hier: was der Gesundheit gut tut, hilft auch der Haut.

In der Lederhaut finden sich allerkleinste Blutgefäße – die Kapillaren, die für die Versorgung der Haut mit allen nötigen Nährstoffen verantwortlich sind. Diese sind sehr fein verästelt und drängeln sich geradezu im papillaren Bereich (dem oberen Abschnitt des Coriums); dieses ist wellenartig mit der Epidermis verzahnt. Diese Kapillargefäße geben die benötigten Nährstoffe durch kleine Tunnelöffnungen in der Gefäßwand in das Gewebe ab: die Nährflüssigkeit enthält viele Eiweiße und Lymphozyten, aber keine roten Blutkörperchen. Dieses Blutfiltrat umspült die Zellen, die die Nährstoffe aufnehmen und verarbeiten. Schlackstoffe und verbrauchte Nährstoffe werden von der Zelle wieder in die Flüssigkeit abgegeben, die von dort aus zurück in die Lymphbahnen fließt und letztendlich entweder über den Blutkreislauf (wenn die Bestandteile klein genug sind, um die Tunnelöffnungen zu passieren) oder aber über die Lymphknoten (die bei Erkältungen so dick werden) in die Venen abtransportiert wird. Das Lymphsystem verfügt über keinen eigenen Kreislauf, sondern ist in der Bewegung abhängig vom Pulsschlag in den darunter liegenden Blutgefäßen.

Die Bewegung der Lymphe ist anfällig für Stauungen – ein Faktor, der bei der Pflege oder besser gesagt beim Zustand der Haut eine sehr große Rolle spielt. Auch das ein Stichwort, das wir bitte im Hinterkopf behalten wollen. (Und wenn ich jetzt mal eben kurz einfügen darf, dass ich gerade richtig Druck empfinde, den Vorschußlorbeeren würdig werden zu müssen und noch eine Menge vorhabe – puh … )

Im Corium befinden sich auch die Talgdrüsen, die als Anhängsel an den Haarpapillen hängen; sie produzieren das Hautfett = den Talg, der ein wichtiger Bestandteil des Säureschutzmantels ist und der Angriffe von Bakterien, Viren, Sporen und anderen körperfremden Bestandteilen abwehrt. Ein anderer wichtiger Bestandteil dieses chemischen Schutzmantels ist der Schweiß; auch er wird hier im Corium in den Schweißdrüsen gebildet, der dann über die Poren (= Schweißausführgänge) ausgeschüttet wird. Wenn in der Kosmetik von Poren gesprochen wird, sind damit die Haarausführgänge gemeint – wenn wir später über die Pflege sprechen werden, werden wir es aus praktischen Gründen genauso halten: ist weniger verwirrend.

Im Corium werden also die Grundstoffe für den chemischen Schutz an der Oberfläche der Epidermis produziert; durch die elastischen Fasern werden die Bewegungen der Muskeln erst möglich, ohne dass die Haut reißt. Ob man von Mutter Natur ein eher festes oder eher schwaches Bindegewebe mitbekommen hat und wie man selbst diese Anlagen im Laufe der Jahre verstärkt oder verbessert, spielt eine große Rolle, wenn es beispielweise um Haut mit sichtbaren roten Äderchen (Teleangiektasien) oder starker Rötungsneigung geht oder um sich früh eingrabende Falten. Auch das Bindegewebe lässt sich von äußerer Pflege nur geringfügig beeinflußen: es ist vor allem der Sonnenschutz, der das tiefere Eindringen von UV-Strahlen verhindert und damit zumindest möglichst lange einen Ist-Zustand erhalten kann. Oder Pflegecremes und Öle, die eine – fachgerechte! – Massage ermöglichen, die den stärksten Einfluß auf das Bindegewebe hat. ABER STOPP: jetzt massiert hier noch keine. Wie immer kann der Schaden größer als der Nutzen sein. Finger weg, sofort!

Die Epidermis

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Die Epidermis oder auch Oberhaut ist die Schicht, die wir sehen und meinen, wenn wir von Haut und Hautpflege sprechen. Sie besteht aus Epithelzellen: diese Zellen verfügen über eine starke Regenerationsfähigkeit und schließen sich sehr dicht aneinander an wie eine – im Idealfall – festverfugte glatte Wand. Und das beschreibt auch ihre Funktion schon gut.

Die unterste Zellreihe besteht aus den so genannten Mutterzellen (dem stratum germinativum). Diese Zellen befinden sich in einer fortwährenden Zellteilung (Mitose), d.h. sie bilden fortlaufend Kopien ihrerselbst, die im Anfangsstadium mit ~75% Wasser prall gefüllt sind. Jede neu gebildete Tochterzelle schiebt die Ältere weiter nach oben. Im Laufe von 28 Tagen verändern sich diese Zellen: Das Wasser wird verbraucht, es wird mehr Hornsubstanz eingelagert (Horn = Keratin). Sie wird als Schutz für die DNA im Zellkern eingelagert und sitzt wie ein kleines Dach über diesem, bis zuletzt als letztes Organell der Zellkern abstirbt und eine tote Hornzelle übrig bleibt, die als wichtiger Bestandteil des Säureschutzmantels benötigt wird.
Die Oberhaut schützt durch diese Keratin- und Melanineinlagerungen (Melanin: ein Farbpigment, das keratinähnlich ist) vor UV-Strahlen und produziert damit außerdem die dringend benötigten toten Zellen – überall, wo unser Körper mit körperfremden Stoffen in Berührung kommen kann, dienen tote Zellen als Puffer, um die Erbsubstanz schützen zu können. Da sich diese toten Zellen aber auch nicht mehr „wehren“ können und durch Wasser und Berührungen abgescheuert werden, muss die Haut in der Lage sein, sich zu regenerieren – um diesen Schutz täglich neu zur Verfügung stellen zu können.
Schön bzw. hübsch albern finde ich die immer wieder zu lesende Kurzfassung, die Haut erneuere sich alle vier Wochen – tut sie natürlich nicht, denn dann würden wir uns einmal im Monat komplett häuten. Sie erneuert sich täglich, nur die Lebensdauer einer Epidermiszelle beträgt in etwa 28 Tage. Wenn in diesem Rhythmus etwas gestört ist, gibt es richtige Probleme verschiedenster Art – entweder aufgrund eines Krankheitsbildes oder aber aufgrund äußerer Einflüsse, wobei die falsche oder die mangelnde Pflege mit der massivste Einfluß sein kann.

So, das wäre die Haut in der absoluten, allersimpelsten Kurzfassung, die ich mir denken kann. Noch einmal: das ist kein Derma-Kurs, sondern die – wie ich finde – nötige Grundlage, um die eigene Haut überhaupt verstehen zu können. Am besten stellen wir sie uns als eine sehr liebe, aber auch sehr anstrengende Freundin vor, die manisch-depressive Züge aufweisen kann … 🙂

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1 – Subcutis                          2 – Corium

3 – Epidermis                        4 – Blutgefäße

5 – Fettzellen                         6 – Haarpapille

7 – Talgdrüse                         8 – Haaraufrichtemuskel

9 – Schweißdrüse               10 – Haarausführgang

11 – Schweißausführgang (Pore)

Vorwort zum Hautthema

Ja, ich hatte es versprochen, ich kehre nur für euch kurz in meine dunkle, finstere Vergangenheit zurück – tiefer noch als beim letzten Mal, als es „nur“ um die Farbberatung ging. Jetzt ist die Haut dran!
Hmm, klingt wie eine Drohung, ganz falsch, also noch einmal: Jetzt steht die Haut im Mittelpunkt. Besser?

Ich hatte euch gebeten, mir zu erzählen, was ihr über die Haut wißt. Warum eigentlich wollte ich das wissen? Weil ich schon eine lange Zeit über keinen Kontakt mehr zu Kundinnen habe und irgendwie annahm, in den letzten zehn Jahren könnte sich ja grundlegendes geändert haben. Grundlegendes in der Verbreitung des Wissens, in den Erfahrungen oder den Wünschen und Vorstellungen derjenigen, die Kosmetika verwenden, die sich um ihre Haut kümmern möchten. Und es ist gar nicht böse gemeint, wenn ich feststelle: Nö, ist alles beim Alten geblieben …

Naja, so sehr habe ich mich auch wieder nicht gewundert, denn wenn ich in Frauenzeitschriften oder Onlinegruppen quer lese, dann steht da oft noch das gleiche Tralala wie immer schon. Lediglich die beworbenen Inhaltsstoffe haben sich geändert. Manche sind sicherlich wirksamer geworden, aber eigentlich ist das sekundär: entscheidend bleibt nach wie vor die richtige Balance. Balance zwischen und von was? Das kommt später.

Ich habe mir also alle Kommentare neugierig, brav und genau durchgelesen. Was habe ich heraus gefunden?

  1. Die Haut als das größte Organ des Menschen – das ist bekannt. Was das aber wirklich für uns bedeutet: ist das auch klar?
  2. Sonne scheint ein großes Thema zu sein: da hat die massive Aufklärung der letzten Jahre vieles geleistet. Ist Sonnenschutz aber schon ausreichende Hautpflege?
  3. Dann gibt es diejenigen, die anatomisches Wissen mitbringen – von Basis (die Haut besteht aus mehreren Schichten) bis zum Medizinstudium (aber enthält das auch das Wissen um die Pflege?)
  4. Die meisten beziehen sich auf ihre eigene Haut und es klingt meist ein gewißer Frust durch: die will nicht so, wie ich das will.
  5. Andere haben sich mehr mit den Inhaltsstoffen und der Ausrichtung der Kosmetika beschäftigt: was darf drin sein, was nicht? Ist Bio besser?
  6. Die Haut als Schutzhülle und Spiegel der Seele: was kommt von außen, was von innen?
  7. Und auch die Zeitsparerinnen oder die Hautverwöhnten sind vertreten: morgens keine Zeit für aufwendige Rituale, mene Haut ist gut und braucht nichts, meine Haut mag nichts, ich glaube nicht daran – das sind die Varianten.
  8. Das Problem mit den Hautärzten …
  9. Immer noch unterwegs: die Mischhaut!
  10. Pickelchen, die nicht von einem weichen wollen.

Schön fand ich, dass sich viele die Zeit genommen haben, ausführlich zu antworten, auch wenn ich jetzt noch lange nicht auf jede Einzelne eingehen kann – aber ich weiß jetzt, wo wir stehen. Manche Fragen werden sich – hoffentlich! – im Laufe der Serie erledigen; andere sicher dazu kommen. Ihr müsst ein wenig Geduld haben, denn dass ich nicht für kurze Anweisungen zu haben bin, sondern gerne ewig lange herum erkläre, das wißt ihr wohl schon. Und ich habe zwar einen groben Plan im Kopf, aber nichts ist ausgearbeitet, nichts liegt bereit. Wäret ihr früher zu einer Erstbehandlung bei mir gewesen, so hätte die erste Behandlung zwei Stunden in Anspruch genommen – und wenigstens eine halbe Stunde davon wäre für die Diagnose der Haut, der Analyse ihrer Bedürfnisse, ihrer Reaktionen und ihrer Vita drauf gegangen: wie ist sie gepflegt worden, wie ist der momentane Zustand, wie reagiert sie unter Alkohol, Wärme, Kälte, Berührung und Sonne, gibt es Allergien oder Empfindlichkeiten, wie empfindet ihr sie selbst, was mögt ihr und was nicht. Ich war und bin der Meinung, dass ich noch so gut arbeiten kann – wenn die Besitzerin der Haut nicht weiß, was sie tun darf und was nicht und vor allem: ‚WARUM?‘ – na, dann kann sie sich Zeit und Geld bei mir sparen.
Wichtig ist auch, klar zu machen, was realistisch ist und was nicht. Grundsätzlich ist es so, dass die richtige Pflege mehr kann als gedacht, sehr teure oft weniger als gewünscht und schlechte mehr zerstört als befürchtet – einfach nur einschmieren ist selten eine gute Idee. Schwierig wird es auch, wenn ihr schon mit zu vielen (Vor-)urteilen, Ängsten oder Ablehnungen an die Sache herangeht. Offen bleiben und für den Anfang einmal alles vergessen, von dem man dachte, das ist gut, das ist böse – das wünsche ich mir jetzt mal von euch. Das betrifft später vor allem Inhaltsstoffe, denn wenn wir ganz ehrlich sind, dann ist es wie mit jedem Aspekt unseres Lebens in Luxus, Wohlstand und Sicherheit: fast immer wird etwas auf Kosten von Natur oder Mensch , entgegen ethischer, esoterischer oder sozialer Vorstellungen hergestellt worden sein. Inhaltsstoff A könnte in 100.000facher Konzentration unfruchtbar machen, B wird in politisch unsicheren Gegenden gekauft, C wird nicht bei Mondschein gepflückt und D ist einfach nicht in hübscher Verpackung zu haben …
Schön ist das nicht, aber so ist es eben auch mit Baumwollstoffen oder Merinowolle, Kleidung von H&M oder dem Konto bei der falschen Bank: es kann einen fertig machen, doch an vielen Tagen möchte man es auch mal nicht wissen und hören. Deshalb also noch einmal die Bitte: erst mal offen bleiben und nicht von vornerein sagen, ich nehme nur dies oder das. Zunächst einmal schauen wir uns die Haut an.

Dazu sollte ich noch sagen: ich habe nicht vor, hier einen Dermatologiekurs zu geben; es geht mir darum, die Haut so einfach, genau und verständlich zu erklären, wie es für unseren Zweck nötig ist. Auch möchte ich euch bitten – ich sagte ja, ich sei streng – in den Kommentaren gerne Fragen zu stellen, aber noch nicht zu persönlichen Problemen: das macht das Lesen für andere unübersichtlich. Fragen sind mir sogar wichtig, damit ich erkenne, ob ich etwas vergessen, mich mißverständlich ausgedrückt oder zuviel vorausgesetzt habe. Über Gespräche zum jeweiligen Beitragsthema freue ich mich ja immer.

So, das war wie immer länger als geplant, aber das musste mir von der Seele. Ich bin schon fleißig gewesen und denke, dass ich morgen oder übermorgen den ersten Beitrag zum Thema veröffentlichen kann.

Gut, dann mal los…

Heute wird nicht gewählt, jetzt will ich Antworten von denjenigen, die mehr über richtige Hautpflege wissen wollen – ich muss ja wissen, wo ich ansetzen soll. Daher die Frage, kurz, knapp und knackig: Was wißt ihr über die Haut?

Kosmetik: Hilfe erbeten

Ich überlege gerade hin und her, im Kreis rundum und zurück, wie ich das Thema bearbeiten will: möchte ich es als normalen BEitrag im Blog behandeln oder möchte ich es im kleinen Kreis belassen? Wie könnte das aussehen? Mit Passwort? Wie erhält die Interessierte das Passwort? Per Mail? Da kann schnell mal was untergehen.
Überhaupt: wohin soll es gehen? Ich möchte ja keine Kosmetikseite mehr aufziehen und auch keinen Kosmetikblog führen, ich will keine allgemeinen Blablatipps notieren, habe aber auch nicht mehr die Zeit, dass für jede Einzelne höchst individuell zu besprechen. Auf Endlosdiskussionen kann ich hierbei auch verzichten, es wird auch keine konkreten Empfehlungen im Sinne von „Firma x und Konzern Y bieten das perfekte Z für dich an“ – es geht mir um die Grundlagen, um das Wesentlich, an dem sich seit Jahrzehnten nichts geändert hat. Und darum, den Interessierten ihre Haut endlich nahe zu bringen. Wie also könnte das am besten funktionieren? Ideen sind mir willkommen 🙂

Im Augenblick habe ich die folgende vage Vorstellung:
Beiträge zum Thema werden mit Passwort versehen, dass angefragt werden kann – ich möchte einfach gerne wissen, mit wem ich da spreche. Was aber nicht heißt oder heißen muss, dass man sich „bewerben“ muss. Es ist mehr so eine Art Gesichtskontrolle, die jede, die rein möchte, passieren lässt.
Sämtliche Beiträge zum Thema würde ich unter einer Extraseite sammeln und verlinken – etwa so, wie es jetzt schon bei „Fertig!“, „Bücher“ oder „Zwölf Kleider“ läuft. Ich würde dort auch gerne PDFs hinterlegen, die erklären, wie die Haut aufgebaut ist, wie sie funktioniert und welche Erscheinungen sie zeigen kann – alles auf das reduziert, was man als Laie so braucht; geht ja nicht um ein Medizinstudium. Problem ist nur: meine externe Festplatte läuft nicht mehr an und da liegen all meine Dokumente zu dem Thema, die ich mal für meine Schülerinnen gebastelt hatte – DAS würde ich mir nicht noch einmal antun wollen 🙁

Wie auch immer: bitte Tipps und Ideen und Vorschläge, wie sich die Interessierten unter euch das vorstellen 🙂