Schönheit Teil 3 – Nicoles Gedanken

Ich kann nicht mehr sagen, wann genau mir Nicole über den Weg gelaufen ist oder wo es war, aber irgendwie und irgendwann sprachen wir miteinander, immer mal wieder, immer öfter, immer intensiver. Manchmal, man kann das ja ruhig zugeben, wundern wir uns gemeinsam über den Wahnsinn der Welt und unserer Mitmenschen, manchmal sind wir ganz bei uns und machen uns Gedanken über unser Seelenleben, manchmal haben wir nur den schönen Schein im Sinn.

Was ich aber genau sagen kann: Ich war sofort nicht nur eingenommen von ihr, sondern fasziniert. Als ich dann noch ihren Vortrag bei youtube sah und hörte, freute ich mich sehr über den neu gefundenen Schatz und noch mehr darüber, dass wir uns demnächst auch persönlich treffen werden.

Doch genug der Vorrede, hier nun ihre Gedanken und Assoziationen zum Thema Schönheit, die – wie ihr sehen werdet – sehr frei sind.


 

 

7 Frauen reden über Schönheit, nachdem die liebe Michou/Andrea uns dazu eingeladen hat. Offen, ehrlich, manchmal zögernd, zweifelnd, aber neugierig und wertschätzend. Welch wundervolle Erfahrung. Wieder einmal zeigt sich…

Der eigene Horizont definiert das eigene Universum.

Wie schwer ist es, sich wirklich in andere hinein zu fühlen. In jemanden der so ganz anders ist mit seiner Herkunft, Prägungen, Erfahrungen, Ängsten und Wünschen. Anderseits trifft das auf alle Menschen zu… wenn man sie genauer betrachtet. Aber dieses genauer betrachten muss man eben zulassen. Und genau daran scheitert es, denn es ist gar nicht so einfach die Zerbrechlichkeit unter dem sorgsam gehegten Schutzpanzer zu zeigen.

Ausgesprochen passend lief mitten in dieser Phase der Film ‚EMBRACE. Du bist schön‘ für einen Tag in den Kinos. Dieses sich selbst annehmen und einfach die eigene Schönheit erkennen klingt wundervoll. Und so einfach. Vielleicht ist es das auch. Aber dürfen wir das?

Und warum tun wir es nicht?

Ich habe mich nach diesem Film mehrfach gefragt, ob es wirklich so viele sind,  die ihren eigenen Körper so sehr hassen, wie man es dort zu hören bekommt. Es liegt außerhalb meines Universums. Trotz aller unglücklichen Verschachtelungen in meinem Leben ist da irgendwo ein passables Maß an gesunder Selbstliebe in mir verankert. Für die ich sehr, sehr dankbar bin.

Auch in Zeiten in denen mein Körper so gar nicht meinen optischen Idealen entsprach, konnte ich mich noch freundlich im Spiegel ansehen. Habe ich mich bedenkenlos in Sauna oder Schwimmbad getraut «Ist mir doch egal, was die anderen denken. Gibt schließlich auch schöne Seiten an mir und ich bin eh nicht zur optischen Bereicherung anderer da.» Selbstverachtung ist mir fremd.

Noch viel unerklärlicher ist sie mir, wenn sie sich scheinbar bruchstückhaft nur auf einzelne Bereiche bezieht. Aber ich bin neugierig und höre gerne zu. Gleichzeitig merke ich, wie schwer es mir fällt, dabei offen zu bleiben. Ehrlich zu sagen, wie gut es mir mit mir selbst geht. Darf ich sagen, dass ich gerne in den Spiegel sehe? Darf ich mich schön finden? In vollem Bewusstsein meiner Unperfektheit. Und obwohl ich parallel nach Veränderung strebe, weil ich weiß, das mir das gut tut. Es scheint in anderen Ohren seltsam, arrogant, stolz, unsympathisch zu klingen.

Aber ist es nicht genau das, was wir allen Menschen wünschen?

Liebevolle Selbstannahme und -bewusstsein. Doch wie gut können wir etwas erreichen, wenn genau das wonach eigentlich alle streben, gleichzeitig so negativ ausgelegt wird?

 

 

Die Diskussionen endeten immer und immer wieder damit, dass wahre Schönheit tatsächlich von innen kommt. Im Idealfall mit äußerer – ich nenne sie zur Abgrenzung jetzt mal – Hübschheit zusammentrifft. Die zwar oft mit den typischen  Idealen zusammentrifft, aber nicht unbedingt muss und ganz viele Spielarten erlaubt. Und dass diese innere Schönheit in der Lage ist ganz, ganz viel äußerliches zu überstrahlen.

Dann müssen wir sie aber bitte auch erlauben!

Mir scheint es in Diskussionen, dass die Wertschätzung des anderen vor allem dann gut ist, wenn man sich selbst dabei abwertet. „Also ich finde Dich wunderschön, Du hast eine ganz wundervolle Ausstrahlung und Deine harmonischen Kurven und so, ganz toll. Und ich weiß gar nicht was Du an mir findest, ich bin gar nicht so toll, guck doch mal diese Falten hier an.“

In der Bibel heißt es „Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst.“ Selbstliebe ist da die selbstverständliche Grundlage um dem anderen in Liebe zu begegnen. In der Transaktionsanalyse ist es die Grundhaltung „Ich bin OK, Du bist OK“. Wir beide sind gut und richtig. Egal ob ich mich selbst klein mache und andere auf den Sockel hebe oder andere von oben herab runtermache –

Da stimmt was mit der Selbstliebe nicht.

(Und zwar mit der gesunden Selbstliebe, ich rede nicht von Narzissmus, das würde wieder andere runtermachen beinhalten). In dem Film kamen mehrere Frauen vor, die mit sich selbst Frieden geschlossen hatten – scheinbar. Besonders bemerkenswert waren eine Australierin, deren Körper und Gesicht komplett von Brandnarben gezeichnet war und eine in London, die an starkem Bartwuchs litt. Beide strahlten eine solche Liebe mit sich und der Welt aus, dass sie wahrhaft inspirierend wirkten. Sie mussten sich komplett von der Beurteilung anderer lösen, um mit sich selbst Frieden zu schließen. Und vermutlich fällt es vielen leichter es diesen Frauen anzunehmen, weil sie eben definitiv keinem Ideal mehr entsprechen. Ob einer Lena Gercke oder einer Barbara Meier (GNTM Gewinnerinnen 2006 und 2007) gegenüber genauso dankbar und herzlich begegnet wird, bei der gleichen Haltung und Aussage? Wohl kaum. Nur warum nicht?

Dürfen wir gleichzeitig innen und außen schön sein?

Scheinbar nicht. Je näher man an das Ideal gelangt, umso eher kennt man wohl aggressive, vernichtende, herablassende Kommentare. Manchmal sogar völlig irrationale Vorwürfe von guten Freundinnen.

Weil es einem dann vor Augen führt wie unzulänglich wir selbst sind? Dann sollte uns das ein eigentlich ein Zeichen sein, den Blick von den anderen abzuwenden und nach innen zu gucken. Selbstliebe heißt sich von der Bewertung mit anderen lösen. Im negativen wie im positiven. Sich schön finden, weil man sich schön findet, nicht weil andere einen so bezeichnen. Etwas für sich tun, weil man sich um sich selbst kümmert, nicht weil man dem Ideal anderer hinterherhechelt.

Nicht einfach, aber lohnend.

Wenn man das begriffen hat, käme man auch nicht auf die Idee andere dafür anzugreifen, dass sie schön sind. Ihnen aus heiterem Himmel vorzuwerfen, dass sie nach Anerkennung lechzen, weil sie Komplimente bekommen. Sie anzugiften, sie würden idiotischen Idealen hinterherhecheln, weil sie etwas für ihre Gesundheit tun. Nicht über Magersucht und Freudlosigkeit lästern, weil jemand anderes schlank ist. All das ist mir in letzter Zeit begegnet und macht mich wütend und traurig zugleich.

Ich bin überzeugt, wenn wir alle unsere Energie mehr der inneren Schönheit widmen, gibt es auch im Außen mehr schönes zu sehen. Ein Therapeut oder Coach hat da übrigens eine deutlich langfristigere Wirkung als teure Tagescreme, Designerkleid und HighHeels zusammen.

Und dann trauen wir uns bitte auch dazu zu stehen! In diesem Sinne…

Ich bin schön. Jetzt Ihr!

Ich bin sehr gespannt, welche Fragen da jetzt folgen werden – denn so war es angekündigt.

 


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Und weiter geht es – und ist es nicht erstaunlich, aus wie unterschiedlichen Winkeln wir auf das Thema schauen? Und wie unterschiedlich „kurze“ Antworten ausfallen können. Heute antworten Stella, Sabrina und Lottie:

Wie definierst DU Schönheit?


Schönheit definiere ich über Freundlichkeit,Weisheit und Ruhe. Also eher Werte statt Äußerlichkeiten. Ich denke da an eine ältere, grauhaarige Frau im Rock … warum, das weiß ich auch nicht.


Schönheit ist für mich die Eigenschaft, die dafür sorgt, dass ich jemanden gerne anschaue. Besonders lange bleibt mein Blick an kleinen Brüchen und Extravaganzen hängen – die finde ich spannend.


„Schön ist alles, was man mit Liebe betrachtet“ gefällt mir als erste Definition von Schönheit. Natürlich betrachte ich auch selbstgebackenen unförmigen Kuchen mit Liebe ;), aber eine schöne Landschaft, ein fröhlicher Mensch oder auch mein kleines Baby ist für mich der Inbegriff von Schönheit. Äusserliche Schönheit geht einher mit Ausstrahlung. Das kann eine lebendige und fröhliche Ausstrahlung sein, eine erotische dunkle Ausstrahlung, eine zurückhaltende liebevolle…so viele verschiedene Arten von Schönheit. Wunderschöne lange Haare, nach denen ich mich oft umdrehe…mit Selbstbewusstsein getragene schöne Kleider…die ältere üppige Bekannte, die oft weite schwarze Kleider trägt und dabei eine tolle Frisur, Brille und Schmuck und unglaublich gepflegt aussieht…die natürliche und braungebrannte Freundin, welche eine Bauernlehre macht und sich wohl noch kaum je geschminkt hat…

Ein selbstbewusstes und gepflegtes Äusseres und natürlich Zufriedenheit mit sich und der Welt sind für mich „Schönheit“.


Hast du ein Schönheitsideal und wie sieht es aus?


Ein Schönheitsideal. ..hmmm.
Fröhlichkeit und Freundlichkeit. In allen Lebenslagen.

 


Über diese Frage habe ich lange nachgedacht und vor meinem geistigen Auge all die schönen Frauen vorbeziehen lassen, die mir so einfielen. Große, schlanke, leicht androgyne Wesen, die unnahbar kühl in die Welt schauen waren genauso dabei wie strahlende, üppige Pin-up-Formen und zarte, pixiehafte Elfchen. In den Details geht es gerade so durcheinander weiter: ob natürlich mit Sommersprossen und wilden Locken oder ein glatt geschminkter Porzellanteint mit kunstvoll modellierter Vintage-Frisur? Ich bin bereit, beides mit viel Freude zu bewundern, wenn es nur stimmig ist. Das bedeutet für mich, dass die Ausstrahlung einer Person zu ihrem Äußerem passt. Dass die Person sich ihrer Selbst bewusst ist – und sich wenigstens ein bisschen mag.


Natürlich. Mein Schönheitsideal ist sehr durchschnittlich und geprägt von Werbung und Modewelt. Ich finde lange, schlanke Beine schön, lange wallende Haarmähnen, sportliche (nicht übertrainierte) Körper, schöne feine Nasen…schwierig, sich davon zu befreien. Aber viele Frauen, die dem Bild entsprechen, würde ich nicht direkt als schön bezeichnen, wenn die Ausstrahlung fehlt und umgekehrt.


Gemessen an dem, worauf du  bei anderen achtest und schaust – wie sehr entsprichst du deinem eigenen Ideal?


Und nein, diesem Ideal komme ich nicht nahe…..


Sagen wir mal: Ich bin auf einem ganz guten Weg. In den vergangenen Jahren habe ich mich intensiver mit mir selbst auseinandergesetzt – wer ich bin, wie ich sein möchte, wie ich das nach außen tragen kann. Und ja, wenn ich mit Freundlichkeit in den Spiegel schaue, dann mag ich die Frau darin. Das bedeutet nicht, dass ich mir einbilde, von Kopf bis Fuß makellos zu sein – das bin ich ganz und gar nicht. Aber ich starre auch nicht in fiesem Licht stundenlang auf meine Oberschenkel und hasse sie für jede einzelne Delle und jeden Dehnungsstreifen. Sie sind ein Teil von mir und das ist okay.
Was für meinen nackten Körper gilt, gilt auch für den bekleideten: Wenn ich mir morgens Zeit genommen habe, bewusst Kleidung auszuwählen, die meinem momentanen Gefühl entspricht, statt einfach irgendwas überzustülpen, um gesellschaftlichen Konventionen und meteorologischen Bedingungen zu genügen, dann gefalle ich mir.

Knapper ausgedrückt: Geht es mir gut, finde ich mich schön. Geht es mir mies, kümmere ich mich weniger um mich oder mein Äußeres und finde mich dementsprechend auch eher meh.


So etwa 50 % vielleicht? Ich habe aber auch gar keinen Anspruch darauf, einem Ideal zu entsprechen. Jeder Mensch ist anders gebaut und hat unterschiedliche Möglichkeiten (finanziell, zeitlich…) sich dem Ideal anzunähern. Obwohl ich gewichtsmässig kaum schwerer bin als vor der Schwangerschaft hat sich der Körper ganz anders geformt. Manchmal finde ich es schön, etwas weiblicher und weicher auszusehen, dann vermisse ich wieder meinen „knackigen“ Körper und würde gerne wieder mehr Sport treiben und die Muskeln definieren. Wenn mein Gesicht dem Schönheitsideal entsprechen müsste, wären da vollere Lippen, eine feinere Nase und fülligere Haare. Aber dem ist nun mal nicht so. Und wie es wohl so manchen Menschen geht finde ich mich manchmal ganz hübsch und manchmal denke ich: meine Güte, was habe ich für eine doofe Frisur etc. 


Ich fand und finde es unglaublich schwierig, nicht auf jede einzelne Aussage zu antworten, nachzufragen und los zu diskutieren. Aber aus all diesen Aussagen ergibt sich ein wirklich spannendes und vielfältiges Bild, das – denke ich, denken wir zumindest – zum Überlegen einlädt. Dass hier jede einzelne ihre ganz ureigene Sicht darstellt und das ohne falsche Zurückhaltung und politisch-korrekte Vorsicht empfinde ich als mutig, denn es besteht immer die Gefahr, dass sich eine Leserin bei manchen Worten unbeabsichtig getroffen fühlt. Was nicht nötig ist, denn wir sind uns alle einig darin, dass am Ende eines wichtig ist: Der Charakter eines Menschen.

Ein gutes Äußeres, ein guter Kopf und ein gutes Herz mag der ideale Dreiklng sein, aber was sind die ersten beiden ohne letzteres? Eben.

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Ich gehöre zu denen, die innerlich und äußerlich zusammen zucken und in Widerspruch ausbrechen, wenn man ihnen sagt, sie seien hübsch oder gar schön. Ja, sicher, ich freue mich schon, denn ich denke, das Gegenüber will mir etwas Gutes tun – vermutlich, weil wir uns sympathisch sind und Freundschaft jede Optik veredelt. Und nein, ich bin nicht wahnsinnig unzufrieden; ich habe – zähle ich das Positive an mir auf – durchaus Grund, mich ok zu finden. Ich fand nur immer schon, dass ich nah genug dran an dem Ideal bin, dass über die Jahrhunderte immer wieder favorisiert war: Relativ groß mit langen Beinen, zarten Händen, schmalem Hals und ovalem Gesicht, dazu ein paar Kurven, nicht zu wenig Haar und nicht zu kraus, voller Mund, gerade Nase – alles gut. Jetzt, mit zunehmenden Alter und mehr Bauch und Busen sieht das anders aus, aber grundsätzlich …

Aber ich fand auch, ich sei gerade so nah dran am Ideal, dass ich fast verpflichtet sei, es zu erfüllen. Vielleicht hätte ich ein wenig Beckenknochen abschleifen und dafür an den Brustkorb setzen lassen, meine Augenlider straffen und von frühester Kindheit an Ballett tanzen sollen, um meine natürlichen „Mängel“ auszugleichen. Vielleicht sollte ich auch aufs Altern verzichten, aber keinesfalls auf Make up und Sport. Und weil ich das vage ahnte, es aber auch – man glaubt es kaum – immer wieder von anderen hörte, fühlte ich mich sehr lange gezwungen, mich bei allen und jeden für das klägliche Verfehlen des Klassenzieles entschuldigen zu müssen. Ich war als junge Frau offenbar gerade so schön, dass ich mich nie über mein Äußeres beschweren durfte, ohne des heimtückischen Fishing for compliments verdächtigt zu werden, aber nie so schön, als dass ich mir nicht hätte sagen lassen müssen, dass ich nun wirklich mehr an meinen Muskeln und den dünnen Waden, am kleinen Busen und der schlechten Haltung, an den schiefen Zähnen und dem flachen Po arbeiten solle – weil es so enttäuschend sei, dass ich dieses kleine bißchen Mehr einfach nicht liefern könne. Nein: Liefern wolle!

Da mir von den selben Menschen gerne Minuten zuvor oder Stunden danach erklärt wurde, wie entsetzlich oberflächlich, dumm und hohl schöne Menschen – nein, wieder falsch: Schöne Frauen! – also schöne Frauen seien, war mein Interesse naturgemäß gemindert, mich solchermaßen anzustrengen. Sowieso hätte ich schon damit zu tun gehabt, die andere Enttäuschung, die ich bot, auszubügeln: Weshalb bitte studierte ich nicht, intelligent und gebildet und interessiert, wie ich sei? Es sei doch wirklich gar betrüblich, wie ich immer und immer wieder das Klassenziel verfehlte. Eine Schande!

Meist konterte ich diese Tiraden mit einem „Ja, es ist sehr traurig. Ich bin nicht nur häßlich, sondern auch noch doof!“ und ein kleines bißchen davon trug ich immer in mir. Zusammen mit ganz viel Trotz und Wut und Zorn. Wieso durfte mir derlei gesagt werden? Weshalb durfte ich nicht mitreden? Und weshalb bin ich bis heute nicht ganz frei davon, mich unwohl zu fühlen, wenn ich mich nicht zurecht mache oder fünf Wochen sportlos gammele? Das ist sicherlich auch erlernt, aber wenn ich in mich hineinschaue, dann liegt es (auch) an meinen eigenen Ansprüchen und was ich selbst gerne anschaue. Ich störe mich nicht an ungewaschenen Haaren und müden Gesichtern ohne Farbe, aber sehe ich die selbe Frau in farbig und frisch, dann freue ich mich sehr. Und sage das auch. Mich selbst sehe ich auch lieber mit ein wenig mehr Farbe und Frische; ich bewege mich dann freier und selbstbewußter. Selbst dann, wenn mich den ganzen Tag niemand zu Gesicht bekommen wird.

Aber die andere Seite ist, dass es manchmal eben keine Freude, sondern Last ist, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, dass es manchmal keinen Spaß macht, die Haut mal nicht mitspielt oder es sich nicht lohnt. Und damit tat ich mich lange sehr, sehr schwer. Daran arbeite ich und dabei helfen Hunde und Sommerwetter.

So wie heute morgen: Da ich heute nachmittag erst etwas später mit den beiden raus kann, musste ich es in der Früh heraus zögern; ich hätte also Zeit gehabt für ein leichtes Make up. Das ich gleich auch noch auflegen werde. Weil ich es will. Aber vorhin wollte ich lieber nähen – wobei das wohl ein Projekt ist, das mich nicht glücklich machen will – und schmiß mich dazu in einen Rock mit Gummizug, den ich im letzten Jahr aus einem verunglückten Kleid rettete. Und nie trug. Ich mag es wohl weit und schwingend und zeltig, aber nicht formlos. Doch da lag er vor mir und es war warm und so warf ich mir noch ein ärmelloses Top über, das die Bh-Träger nicht verbarg, schlüpfte ihn ein paar Canvasslipper und schnappte mir die Hunde.

Anderthalb Stunden waren wir unterwegs und hatten Spaß ohne Ende. Und als wir heimkehrten, bat ich Tom, uns zu knipsen. Eigentlich in der Hoffnung, den Rock verbloggen zu können, aber nun, wo ich hier sitze und vor mich hinschrieb, ist es doch eher ein Beitrag zum Thema Schönheit. Passt ja. Und Tierbilder gehen ja immer, nicht wahr? Es folgt nun ein fünfteiliger Fotoroman über das perfekte Foto mit Tieren …

 

 

Die Leinen sind ein Accessoire, auf das keinesfalls verzichtet werden kann – erst die umschlungenen Beine der Hundeführerin machen das Modebild perfekt und einzigartig und arbeiten die schlechte Haltung für jeden sichtbar heraus. Auch sollte der Fotograf die Kamera unbedingt in Überkopfhöhe des Models halten und sie dabei leicht nach vorne kippen. Erst wenn die Fotografierte beim Anblick der Bild anfängt, über Leid und Elend der Welt und insbesondere ihr eigenes nach zu denken, ist das Ziel erreicht. Nur Bilder wie diese sind in der Lage, das Bekämpfen jeglicher unnützer Eitelkeit vor Augen zu führen.

 

 

Gehen wir einmal näher ran, immerhin der Rock ist so erkennbar. Also fast, irgendwie, beinahe.

 

 

Keine Farbe, kein Nix, das hohe Lied der natürlichen Schönheit endet mit dem Wunsch, die Natur hätte sich mehr Mühe in den Details gegeben anstatt dunkle Ringe unter verquollene Augen zu malen. Tja …

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Bei der Vorbereitung dieser Serie fiel mir auf, wir alle reden oft aneinander vorbei, denn Schönheit – darunter versteht jede etwas anderes. Und so stellte ich meinen Siebenschönen die folgenden drei Fragen, bevor es richtig persönlich wird und bat sie um knappe Antworten. Die ersten Drei haben geantwortet: Offen und gerade heraus.

Bühne frei für Bine, Nico und Martina:

Wie definierst DU Schönheit?


Das in Kürze beantworten ist ganz s c h ö n schwierig. Schönheit ist für mich ein perfektes Zusammenspiel aus Äußerem und Innerem. Eine alte Frau mit vielen Falten kann genauso schön sein wie ein kleines Mädchen. Keinesfalls ist Schönheit makellos, ein schiefer Zahn, ein kleiner Leberfleck zum Beispiel können einen Menschen erst wirklich schön machen, einfach weil er anders ist und sich von der Masse abhebt. Ganz wichtig für wahre Schönheit: Die Ausstrahlung und ausdrucksvolle Augen.


Mit Selbstliebe und harmonischen Proportionen. Mit Selbstliebe meine ich funkelnde Augen, Begeisterungsfähigkeit, Menschen die mit sich und der Welt aufrichtig im Reinen sind. Das führt dazu, dass man auch anderen das Gefühl geben kann, gut, schön und richtig zu sein.
Das ist diese innere Schönheit, die das Äußere ein gutes Stück überstrahlen kann. Diese Menschen sorgen nach meiner Überzeugung auch für sich selbst, für gute Ernährung, einen gesunden Lebensstil, ein gepflegtes Äußeres.
Von Natur aus ist diese Haltung wirklich selten, aber man kann daran arbeiten. Nicht einfach, aber geht. Damit folgen die Proportionen fast automatisch, aber das kommt bei der nächsten Frage.


Ich könnte jetzt die Phrase abgreifen: Schönheit ist, wenn das Innere mit dem Äußeren im Einklang liegt. Ein Stück weit stimmt das auch, aber es ist nicht alles.
Ich bin ein visueller Mensch und mag Harmonien und Proportionen. Ich bin ein Fan von Leonardo da Vincis „Der vitruvianische Mensch“ sowie vom allgemeinen Goldenen Schnitt. Hinzu kommt, dass ich auch ein Ästhet bin. Ich mag die schönen Dinge in der Welt und verschließe gern die Augen vor Elend und Dreck. OK, das mag für manche unglaublich egoistisch und naiv klingen, aber dies ist mein Weg.


Hast du ein Schönheitsideal und wie sieht es aus?


Ja das habe ich. Schwer zu beschreiben, es ist irgendwie eine Mischung aus Marilyn Monroe, JeLo und Maite Kelly.

 


Ausgewogenheit, Individualität und Konsequenz.
Ausgewogenheit – bei Proportionen. Ich finde DoppelD-Oberweiten in superskinny unförmig. Genauso wie ein A-Körbchen mit nem ausgeprägten Birnenhintern. Aber ob insgesamt üppige Kurven oder elfenhaft finde ich beides schön.
Bei Männern ähnlich, Bierbauch “ohne Arsch in der Hose” sieht – finde ich – fürchterlich aus. Ob Waschbär- oder Waschbrettbauch ist mir dagegen wirklich egal, wenn der Rest dazu passt.
Nur wenn das Gewicht allzuviel wird und beim besten Willen nicht mehr gesund und fit sein kann, mag ich es einfach nicht.
Aber auch eine große Nase mit fliehendem Kinn ist nicht unbedingt “schön”, davon kann man aber optisch ablenken. Und eine tolle Persönlichkeit macht das eh unwichtig.
Individuell und konsequent – ich erinnere mich an einen Mann der vor Jahren im selben vollen Aufzug in einem Shoppingcenter stand. Ca. Mitte 50, silberne Haare zu einem kurzen Zopf gebunden.
Sehr gepflegte Erscheinung, kurzer VollBart, elegant/sportlich/modern gekleidet, eine graßgrüne sehr schicke Brille auf der Nase und eine farblich exakt passende – also graßgrüne Aktentasche. Hach! Ich fand ihn sensationell cool.Wir musterten uns erst wohl unbewusst gegenseitig und verabschiedeten uns dann mit einem charmanten, anerkennenden Lächeln zum Abschied. Sowas mag ich sehr.


Ein Schönheitsideal habe nicht wirklich, aber ich mag die „kühle Eleganz“ von Grace Kelly und bewundere den Stil von Amal Clooney. Sie ist eine moderne und kluge Frau, die kein Problem hat, ihre Feminität zu zeigen. Auch die ätherische Zartheit einer Cate Blanchett zählt zu meinen Schönheitsfavoriten.


Gemessen an dem, worauf du  bei anderen achtest und schaust – wie sehr entsprichst du deinem eigenen Ideal?


Nun wird es schwierig. Ich mag mein Gesicht und meine Ausstrahlung, diesbezüglich entspreche ich meinem eigenen Schönheitsideal. Körperlich sieht es anders aus. Nicht weil mein Körper altert oder von den Schwangerschaften gezeichnet ist, sondern weil ich “aus der Form” gekommen bin. Da ich mich damit inzwischen so richtig unwohl fühle und sogar schäme, ich war deshalb ewig in keinem Freibad mehr, unternehme ich etwas dagegen. Leider geht das nicht so schnell wie ich es gerne hätte.
Ich hoffe das war kurz genug und, wie ich finde, schon ziemlich schwer. So vieles ist schön und angeregt durch unsere Diskussionen stelle ich fest: So richtig hässlich finde ich Menschen eigentlich nie. Jeder hat irgend etwas das mich fasziniert, selbst wenn ich die Person “hinter” dem Körper unsympathisch finde.


Ich hab die genetische Anlage zu ner eher ausladenden BBP “Problemzone” bei schmalem Oberkörper. Um meinem eigenem Ideal halbwegs zu entsprechen muss ich also was tun.
Denn mein Mann und ich lieben den italienischen Lebensstil – viel gutes Essen in geselliger Runde mit leckerem Wein. Das passt nicht unbedingt zusammen, ist mit etwas Disziplin aber möglich auszugleichen.
Ich lege an andere Menschen tatsächlich die gleichen Maßstäbe wie an mich selbst. Es ist völlig OK, nicht perfekt zu sein.
Mein Leben einem strengen Essens/Workoutplan zu unterwerfen, finde ich idiotisch.
Es fühlt sich aber richtig und gut an, halbwegs schlank und fit zu sein und das ist mit einem normalen Lebensstil machbar.
Ich bemühe mich also nach meinen eigenen Maßstäben außen hübsch, innen schön zu sein und tue einiges dafür. Ob das gelingt müssen andere beurteilen. Und bleibt immer auch eine Geschmacksfrage. Ich kann sehr gut damit leben, wenn jemand mich nicht mag.
Es gibt Tage an denen ich wirklich gerne in den Spiegel gucke und mag was ich sehe. Die Mehrheit. Und dann gibt es Tage oder Momente da finde ich mich zu farblos, zu alt, zu schief, zu.. was auch immer. Aber die sind normal und vergehen wieder. Mit ein paar Albernheiten, ordentlichem MakeUp und Lieblingsklamotten sogar manchmal recht schnell. Warum soll ich mir selbst nicht zugestehen, was ich bei anderen OK finde.


Meinst du, wie sehr ich a.) den Schönheitsidealen der in Punkt 2 genannten Frauen oder wie sehr ich b.) meinen eigenen Idealen entspreche?
a.) Ich mag den Stil von Grace und Amal und trage gerne feminine Mode. Ich habe auch keine Scheu davor, mit Rüschen, Stickereien und Co zu experimentieren. Allerdings bin ich oft vom Ergebnis enttäuscht, weil ich halt üppig bin und meine angezogenen Kleider eher etwas für zarte und dünne Geschöpfe sind. Des Weiteren würde ich meine „Experimente“ nur in meinem Heimatort tragen. Da fühle ich mich sicher.
b.) Da kommen wir zum Punkt, dass das Äußere mit dem Inneren harmonieren sollte. (Denn meine äußere Erscheinung stimmt mit der von mir angestrebten „Proportionslehre“ nicht überein.)
Für mich sind folgende Eigenschaften wichtig: Toleranz, Humor, Bildung, Verständnis und Neugier. Diese Eigenschaften versuche ich in mein Leben einfließen zu lassen und auf mein Äußeres zu übertragen.
Ich bin nie klassisch Schick – ich brauche Brüche. Ein komplettes Kostüm ist mir zuwider, aber einen Bleistiftrock zur Bikerjacke finde ich cool. Meine Haare liebe ich gelockt und etwas wuschelig. Blond bin ich von Natur und will es auch bleiben. Ich habe auch kein Problem mit dem „Blond-Klischee“. Sollen die Leute mich doch für „blondchen-blöd“ halten. Ich mag es, diese Leute vom Gegenteil zu überzeugen.
Das hört sich jetzt sicherlich abgeklärt und gelassen an. Allerdings fühle ich mich in „fremder Umgebung“ unwohl. Beispiel: Meine Freundin hat einen sehr elitären Bekanntenkreis. Bei ihren Geburtstagen fühle ich mich übergewichtig, schlecht angezogen, ordinär und dumpfbacken. Denn da sind sie wieder, die ätherisch schlanken Schönen mit ihren akkuraten Haarschnitten, dezenten Make-ups und erlesener Garderobe.


Ihr merkt es vielleicht: Über die Definition haben wir uns ganz bewußt NICHT in der Gruppe unterhalten und so tritt eine jede Siebenschöne mit ihrer ganz persönlichen Wahrnehmung auf diese Bühne. Heutzutage haben wir uns angewöhnt, eigene Präferenzen möglichst zu negieren, obwohl wir uns doch nie davon werden freimachen können (oder überhaupt wollen? Ich selbst möchte das nicht). Keine von uns muss jeden Menschen, jede körperliche Erscheinung oder jedes Gesicht schön finden, wenn wir daran arbeiten wollen, jeden Menschen mit jeder Äußerlichkeit zu akzeptieren und zu respektieren. Mir darf X besser gefallen als Y. Um dann erstaunt-erfreut festzustellen, dass auch Y Schönheit mitbringt, die ich nicht sofort erfasst habe. Daher freue ich mich sehr, über die obigen Antworten.

 

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Siebenschön

Sieben Frauen in sieben mitunter sehr verschiedenen Lebenssituationen und -stationen, unterschiedlich in Alter, Größe, Gewicht, Form und Prägung.
Einig darin, dass es eben nicht albern und oberflächlich ist, sich über das eigene Äußere Gedanken zu machen. Einig auch darin, sich – vielleicht zögerlich und übend, vielleicht immer schon – schön zu finden auch abseits klassischer Schönheit und medialer Präsentation. Und ebenfalls einig in dem Versuch, den eigenen Blick zu öffnen in alle Richtungen.

Siebenschön ist ein Märchen Ludwig Bechsteins aus den 1840ern: Ein junges Mädchen armer, aber ehrlicher Herkunft ist so schön wie sieben schöne Mädchen gemeinsam. Also klassisch Märchen und Sozialromanze. Und weil ja die inneren Werte immer so viel wichtiger sind als die äußeren, trägt das engelsgleiche Geschöpf einen Schleier vor dem Gesicht, damit sie – eigentlich auch eitel – für eben diese inneren Werte geschätzt wird denn für die profane Schönheit, die sie offenbar erduldet. Vielleicht aber ist sie sogar so schlau, dass sie weiß: Schönheit bringt Neid. Ein Märchen also, das wir hin- und herdeuten können, wie wir mögen. Vor allem aber hat es Bezug auf diese kleine Reihe – wie stehen Schönheit und Selbstbewußtsein zueinander, wieviel Unsicherheit kann sie erzeugen und ist das immer durch Intelligenz, Charme, Bildung, Talent auszugleichen in der eigenen Wahrnehmung?
Das mag nun so klingen, als hätten wir bereits alle Antworten – davon sind wir so weit entfernt, wie viele andere auch. Aber in den letzten Tagen haben wir erstaunt festgestellt, wie wenig alleine jede einzelne von uns ist mit all den Gefühlen und Fehleinschätzungen, die wir so mit uns herumtragen. Ein sehr befreiendes Erlebnis!

Aber wer sind „Wir“? Nunja, eine davon bin ich und das hat den großen Vorteil, dass ich mich nicht vorstellen muss, dazu habe ich die anderen sechs gezwungen – mit Bild! Und damit ich nichts lange überlegen muss, ob ich diese tollen Frauen nach Alter oder Größe oder Alphabet vorstelle, treten sie einfach in der Reihenfolge auf, in der sie mit ihren Intros fertig waren.


Nico, 41,  1,64 m, 57kg vor kurzem noch 62, Konfektionsgröße 36/38

Selbstständig als Präsentationsberaterin, Homeoffice oder vorne im Besprechungsraum, Wochenendehe, Fast-Teenie-Mama, Katzenliebhaberin und schon immer fasziniert von Kunst, Design und Psychologie.
Aufgewachsen mit / umgeben von Menschen mit dem Blick fürs schöne Detail. Und dann kam noch das Nähen dazu, bei dem der Blick für Körper und Passform ebenfalls geschärft wird. Da kann man auch bei Normalgewicht schon mal mit sich und dem älter werden hadern. Obwohl oder gerade weil man mit der eigenen Lebensgeschichte für jedes Jahr dankbar ist. Ich freue mich sehr auf den tiefgründigen Austausch über vermeintliche Oberflächlichkeiten.


Bine, 49, 1,60 m, Konfektionsgröße 44/46, figürlich ein astreines X

Freiberufliche Texterin und Autorin, im Homeoffice und überwiegend im Internet tätig. Ich bin sehr glücklich verheiratet, die „Ma“ von zwei erwachsenen Kindern, dreifache Katzen- und einfache Hundemami sowie Pflegerin einer Rennmausrentnerin. Meine Hobbys sind stricken, spinnen und färben, seit zwei Jahren nähen, lesen, geocachen und fotografieren.
Ich bin als Einzelkind aufgewachsen und erlebte schon in der Kindheit häufige Hänseleien wegen meiner roten Haare und der vielen Sommersprossen. Das „verwuchs“ sich, die Rundungen mit denen ich immer schon gesegnet war, allerdings nicht. Durch gute Ernährung war ich bis zu den Wechseljahren dennoch normalgewichtig, habe aber in den letzten Jahren gehörig zugenommen. Aktuell versuche ich mit WW mein Wohlfühlgewicht wieder zu erreichen, da ich mich selbst so gar nicht mehr mag, ungern in den Spiegel gucke und es optisch nicht so toll finde. Hinzu kommt die unbestreitbare Tatsache, dass Übergewicht nicht sehr gesund ist.


Stella, 44, 1, 76 cm, 85 kg, Konfektionsgröße 42/44

Angestellte im Sozialen Bereich, Mutter von 3 Kindern. Meine Freizeit besteht aus gärtnern, lesen und Handarbeiten, und nähen im Besonderen. Mit dem nähen habe ich sehr früh angefangen, da es schon recht früh klar war, das mein Körper nicht in Normkleidung passte. Zu gross und zu dick.Das trug nicht zu einem gesunden Selbstgefühl bei, aufgrund der ständigen Beurteilung von aussen. Seit letztem jahr aktuell auf Diät und 60 kilo leichter, nicht nur an Kilos sondern auch an eingefahrenen Sichtweisen auf den Körper im Allgemeinen.


Martina, 52 Jahre, 168 cm, 73 kgKonfektionsgrösse 42/44

verheiratet, Mama von einem Jungen und einem Mädchen und als Selbständige in der Baubranche tätig.
Hobbies: Nähen, nähen, nähen (wenn ich mal dazu komme), lesen und Schaufenster-gucken. Empfand mich immer mollig bzw. rundlich – hadere mit meinem Doppel-D-Busen. Bereits als Schülerin fühlte ich mich zu dick – heute wäre ich glücklich, wenn ich das wiegen würde.


Sabrina, 27 Jahre alt,1,80 m, vermutlich um die 70 kg, Konfektionsgröße 40

Unverheiratet und kinderlos. Beruflich arbeite ich redaktionell und auch privat schreibe ich auf meinem Blog. Darin geht es meist um Patchwork und Stickerei, aber dazwischen auch immer wieder um feministische Podcasts und Netzfunde.
In meiner Jugend bin ich durch Körpergröße und Schlacksigkeit aufgefallen, heute muss ich oft Fragen zu meinem Kurzhaarschnitt beantworten.


Kiki, 26 Jahre, 167 cm, 56 kg, Konfektionsgröße 34/36

Verheiratet und Mutter einer ganz kleinen Tochter (01.04.17). Historikerin und Religionswissenschaftlerin, aber vor allem Gymnasiallehrerin mit Leidenschaft – leider momentan ohne feste Stelle und in der Mutterpause. Schon seit Kindertagen begeisterte Bastlerin und Handarbeiterin mit Tendenz zu viel zu vielen Plänen und Hobbies. Bewegung und Sport sind mir sehr wichtig und beeinflussen sehr, wie wohl, zufrieden und schön ich mich fühle. Zugegeben bin ich meist zufrieden mit meinem Äusseren, im Bewusstsein, dass mein Aussehen nun mal so ist und andere schönere Haare, längere Beine etc. haben. Ebenso fällt mir jeden Tag auf, dass jeder Mensch auf seine Art schön ist oder sich schön zurechtmacht und ich so viele andere Menschen bewundere!


In den nächsten Tagen/Wochen bekommt jede von ihnen drei Fragen, die auf sie abgestimmt sind und die sie offen, ehrlich, freimütig beantwortet. Bitte macht euch – liebste Leserinnen – klar, dass das keine Selbstverständlichkeit ist und geht entsprechend freundlich und offen mit den Antworten um. Wir haben einfach festgestellt, dass trotz der allgegenwärtigen Diskussionen zu Schönheitsidealen und -zwang, Body shaming, Fat acceptance, Gesundheitsdebatten und dem seit Jahren behaupteten Wunsch, es müsse sich etwas tun, sich von all dem nicht alle Frauen abgeholt oder auch nur gemeint fühlen. Vielleicht können wir für eine kleine Zahl der tollen Frauen da draußen ein klitzekleines bißchen was ändern, indem sie merken: Oha, ich bin nicht alleine mit diesem oder jenem Gedanken 🙂

Achja, ein Klick auf den Namen führt übrigens zum jeweiligen Blog der Siebenschönen – von denen die eine oder andere ruhig einmal wieder etwas veröffentlichen könnte …

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