Siebenschön: Was ist Schönheit – 2. Teil

Und weiter geht es – und ist es nicht erstaunlich, aus wie unterschiedlichen Winkeln wir auf das Thema schauen? Und wie unterschiedlich “kurze” Antworten ausfallen können. Heute antworten Stella, Sabrina und Lottie:

Wie definierst DU Schönheit?


Schönheit definiere ich über Freundlichkeit,Weisheit und Ruhe. Also eher Werte statt Äußerlichkeiten. Ich denke da an eine ältere, grauhaarige Frau im Rock … warum, das weiß ich auch nicht.


Schönheit ist für mich die Eigenschaft, die dafür sorgt, dass ich jemanden gerne anschaue. Besonders lange bleibt mein Blick an kleinen Brüchen und Extravaganzen hängen – die finde ich spannend.


„Schön ist alles, was man mit Liebe betrachtet“ gefällt mir als erste Definition von Schönheit. Natürlich betrachte ich auch selbstgebackenen unförmigen Kuchen mit Liebe ;), aber eine schöne Landschaft, ein fröhlicher Mensch oder auch mein kleines Baby ist für mich der Inbegriff von Schönheit. Äusserliche Schönheit geht einher mit Ausstrahlung. Das kann eine lebendige und fröhliche Ausstrahlung sein, eine erotische dunkle Ausstrahlung, eine zurückhaltende liebevolle…so viele verschiedene Arten von Schönheit. Wunderschöne lange Haare, nach denen ich mich oft umdrehe…mit Selbstbewusstsein getragene schöne Kleider…die ältere üppige Bekannte, die oft weite schwarze Kleider trägt und dabei eine tolle Frisur, Brille und Schmuck und unglaublich gepflegt aussieht…die natürliche und braungebrannte Freundin, welche eine Bauernlehre macht und sich wohl noch kaum je geschminkt hat…

Ein selbstbewusstes und gepflegtes Äusseres und natürlich Zufriedenheit mit sich und der Welt sind für mich „Schönheit“.


Hast du ein Schönheitsideal und wie sieht es aus?


Ein Schönheitsideal. ..hmmm.
Fröhlichkeit und Freundlichkeit. In allen Lebenslagen.

 


Über diese Frage habe ich lange nachgedacht und vor meinem geistigen Auge all die schönen Frauen vorbeziehen lassen, die mir so einfielen. Große, schlanke, leicht androgyne Wesen, die unnahbar kühl in die Welt schauen waren genauso dabei wie strahlende, üppige Pin-up-Formen und zarte, pixiehafte Elfchen. In den Details geht es gerade so durcheinander weiter: ob natürlich mit Sommersprossen und wilden Locken oder ein glatt geschminkter Porzellanteint mit kunstvoll modellierter Vintage-Frisur? Ich bin bereit, beides mit viel Freude zu bewundern, wenn es nur stimmig ist. Das bedeutet für mich, dass die Ausstrahlung einer Person zu ihrem Äußerem passt. Dass die Person sich ihrer Selbst bewusst ist – und sich wenigstens ein bisschen mag.


Natürlich. Mein Schönheitsideal ist sehr durchschnittlich und geprägt von Werbung und Modewelt. Ich finde lange, schlanke Beine schön, lange wallende Haarmähnen, sportliche (nicht übertrainierte) Körper, schöne feine Nasen…schwierig, sich davon zu befreien. Aber viele Frauen, die dem Bild entsprechen, würde ich nicht direkt als schön bezeichnen, wenn die Ausstrahlung fehlt und umgekehrt.


Gemessen an dem, worauf du  bei anderen achtest und schaust – wie sehr entsprichst du deinem eigenen Ideal?


Und nein, diesem Ideal komme ich nicht nahe…..


Sagen wir mal: Ich bin auf einem ganz guten Weg. In den vergangenen Jahren habe ich mich intensiver mit mir selbst auseinandergesetzt – wer ich bin, wie ich sein möchte, wie ich das nach außen tragen kann. Und ja, wenn ich mit Freundlichkeit in den Spiegel schaue, dann mag ich die Frau darin. Das bedeutet nicht, dass ich mir einbilde, von Kopf bis Fuß makellos zu sein – das bin ich ganz und gar nicht. Aber ich starre auch nicht in fiesem Licht stundenlang auf meine Oberschenkel und hasse sie für jede einzelne Delle und jeden Dehnungsstreifen. Sie sind ein Teil von mir und das ist okay.
Was für meinen nackten Körper gilt, gilt auch für den bekleideten: Wenn ich mir morgens Zeit genommen habe, bewusst Kleidung auszuwählen, die meinem momentanen Gefühl entspricht, statt einfach irgendwas überzustülpen, um gesellschaftlichen Konventionen und meteorologischen Bedingungen zu genügen, dann gefalle ich mir.

Knapper ausgedrückt: Geht es mir gut, finde ich mich schön. Geht es mir mies, kümmere ich mich weniger um mich oder mein Äußeres und finde mich dementsprechend auch eher meh.


So etwa 50 % vielleicht? Ich habe aber auch gar keinen Anspruch darauf, einem Ideal zu entsprechen. Jeder Mensch ist anders gebaut und hat unterschiedliche Möglichkeiten (finanziell, zeitlich…) sich dem Ideal anzunähern. Obwohl ich gewichtsmässig kaum schwerer bin als vor der Schwangerschaft hat sich der Körper ganz anders geformt. Manchmal finde ich es schön, etwas weiblicher und weicher auszusehen, dann vermisse ich wieder meinen „knackigen“ Körper und würde gerne wieder mehr Sport treiben und die Muskeln definieren. Wenn mein Gesicht dem Schönheitsideal entsprechen müsste, wären da vollere Lippen, eine feinere Nase und fülligere Haare. Aber dem ist nun mal nicht so. Und wie es wohl so manchen Menschen geht finde ich mich manchmal ganz hübsch und manchmal denke ich: meine Güte, was habe ich für eine doofe Frisur etc. 


Ich fand und finde es unglaublich schwierig, nicht auf jede einzelne Aussage zu antworten, nachzufragen und los zu diskutieren. Aber aus all diesen Aussagen ergibt sich ein wirklich spannendes und vielfältiges Bild, das – denke ich, denken wir zumindest – zum Überlegen einlädt. Dass hier jede einzelne ihre ganz ureigene Sicht darstellt und das ohne falsche Zurückhaltung und politisch-korrekte Vorsicht empfinde ich als mutig, denn es besteht immer die Gefahr, dass sich eine Leserin bei manchen Worten unbeabsichtig getroffen fühlt. Was nicht nötig ist, denn wir sind uns alle einig darin, dass am Ende eines wichtig ist: Der Charakter eines Menschen.

Ein gutes Äußeres, ein guter Kopf und ein gutes Herz mag der ideale Dreiklng sein, aber was sind die ersten beiden ohne letzteres? Eben.

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Bei der Vorbereitung dieser Serie fiel mir auf, wir alle reden oft aneinander vorbei, denn Schönheit – darunter versteht jede etwas anderes. Und so stellte ich meinen Siebenschönen die folgenden drei Fragen, bevor es richtig persönlich wird und bat sie um knappe Antworten. Die ersten Drei haben geantwortet: Offen und gerade heraus.

Bühne frei für Bine, Nico und Martina:

Wie definierst DU Schönheit?


Das in Kürze beantworten ist ganz s c h ö n schwierig. Schönheit ist für mich ein perfektes Zusammenspiel aus Äußerem und Innerem. Eine alte Frau mit vielen Falten kann genauso schön sein wie ein kleines Mädchen. Keinesfalls ist Schönheit makellos, ein schiefer Zahn, ein kleiner Leberfleck zum Beispiel können einen Menschen erst wirklich schön machen, einfach weil er anders ist und sich von der Masse abhebt. Ganz wichtig für wahre Schönheit: Die Ausstrahlung und ausdrucksvolle Augen.


Mit Selbstliebe und harmonischen Proportionen. Mit Selbstliebe meine ich funkelnde Augen, Begeisterungsfähigkeit, Menschen die mit sich und der Welt aufrichtig im Reinen sind. Das führt dazu, dass man auch anderen das Gefühl geben kann, gut, schön und richtig zu sein.
Das ist diese innere Schönheit, die das Äußere ein gutes Stück überstrahlen kann. Diese Menschen sorgen nach meiner Überzeugung auch für sich selbst, für gute Ernährung, einen gesunden Lebensstil, ein gepflegtes Äußeres.
Von Natur aus ist diese Haltung wirklich selten, aber man kann daran arbeiten. Nicht einfach, aber geht. Damit folgen die Proportionen fast automatisch, aber das kommt bei der nächsten Frage.


Ich könnte jetzt die Phrase abgreifen: Schönheit ist, wenn das Innere mit dem Äußeren im Einklang liegt. Ein Stück weit stimmt das auch, aber es ist nicht alles.
Ich bin ein visueller Mensch und mag Harmonien und Proportionen. Ich bin ein Fan von Leonardo da Vincis „Der vitruvianische Mensch“ sowie vom allgemeinen Goldenen Schnitt. Hinzu kommt, dass ich auch ein Ästhet bin. Ich mag die schönen Dinge in der Welt und verschließe gern die Augen vor Elend und Dreck. OK, das mag für manche unglaublich egoistisch und naiv klingen, aber dies ist mein Weg.


Hast du ein Schönheitsideal und wie sieht es aus?


Ja das habe ich. Schwer zu beschreiben, es ist irgendwie eine Mischung aus Marilyn Monroe, JeLo und Maite Kelly.

 


Ausgewogenheit, Individualität und Konsequenz.
Ausgewogenheit – bei Proportionen. Ich finde DoppelD-Oberweiten in superskinny unförmig. Genauso wie ein A-Körbchen mit nem ausgeprägten Birnenhintern. Aber ob insgesamt üppige Kurven oder elfenhaft finde ich beides schön.
Bei Männern ähnlich, Bierbauch “ohne Arsch in der Hose” sieht – finde ich – fürchterlich aus. Ob Waschbär- oder Waschbrettbauch ist mir dagegen wirklich egal, wenn der Rest dazu passt.
Nur wenn das Gewicht allzuviel wird und beim besten Willen nicht mehr gesund und fit sein kann, mag ich es einfach nicht.
Aber auch eine große Nase mit fliehendem Kinn ist nicht unbedingt “schön”, davon kann man aber optisch ablenken. Und eine tolle Persönlichkeit macht das eh unwichtig.
Individuell und konsequent – ich erinnere mich an einen Mann der vor Jahren im selben vollen Aufzug in einem Shoppingcenter stand. Ca. Mitte 50, silberne Haare zu einem kurzen Zopf gebunden.
Sehr gepflegte Erscheinung, kurzer VollBart, elegant/sportlich/modern gekleidet, eine graßgrüne sehr schicke Brille auf der Nase und eine farblich exakt passende – also graßgrüne Aktentasche. Hach! Ich fand ihn sensationell cool.Wir musterten uns erst wohl unbewusst gegenseitig und verabschiedeten uns dann mit einem charmanten, anerkennenden Lächeln zum Abschied. Sowas mag ich sehr.


Ein Schönheitsideal habe nicht wirklich, aber ich mag die „kühle Eleganz“ von Grace Kelly und bewundere den Stil von Amal Clooney. Sie ist eine moderne und kluge Frau, die kein Problem hat, ihre Feminität zu zeigen. Auch die ätherische Zartheit einer Cate Blanchett zählt zu meinen Schönheitsfavoriten.


Gemessen an dem, worauf du  bei anderen achtest und schaust – wie sehr entsprichst du deinem eigenen Ideal?


Nun wird es schwierig. Ich mag mein Gesicht und meine Ausstrahlung, diesbezüglich entspreche ich meinem eigenen Schönheitsideal. Körperlich sieht es anders aus. Nicht weil mein Körper altert oder von den Schwangerschaften gezeichnet ist, sondern weil ich “aus der Form” gekommen bin. Da ich mich damit inzwischen so richtig unwohl fühle und sogar schäme, ich war deshalb ewig in keinem Freibad mehr, unternehme ich etwas dagegen. Leider geht das nicht so schnell wie ich es gerne hätte.
Ich hoffe das war kurz genug und, wie ich finde, schon ziemlich schwer. So vieles ist schön und angeregt durch unsere Diskussionen stelle ich fest: So richtig hässlich finde ich Menschen eigentlich nie. Jeder hat irgend etwas das mich fasziniert, selbst wenn ich die Person “hinter” dem Körper unsympathisch finde.


Ich hab die genetische Anlage zu ner eher ausladenden BBP “Problemzone” bei schmalem Oberkörper. Um meinem eigenem Ideal halbwegs zu entsprechen muss ich also was tun.
Denn mein Mann und ich lieben den italienischen Lebensstil – viel gutes Essen in geselliger Runde mit leckerem Wein. Das passt nicht unbedingt zusammen, ist mit etwas Disziplin aber möglich auszugleichen.
Ich lege an andere Menschen tatsächlich die gleichen Maßstäbe wie an mich selbst. Es ist völlig OK, nicht perfekt zu sein.
Mein Leben einem strengen Essens/Workoutplan zu unterwerfen, finde ich idiotisch.
Es fühlt sich aber richtig und gut an, halbwegs schlank und fit zu sein und das ist mit einem normalen Lebensstil machbar.
Ich bemühe mich also nach meinen eigenen Maßstäben außen hübsch, innen schön zu sein und tue einiges dafür. Ob das gelingt müssen andere beurteilen. Und bleibt immer auch eine Geschmacksfrage. Ich kann sehr gut damit leben, wenn jemand mich nicht mag.
Es gibt Tage an denen ich wirklich gerne in den Spiegel gucke und mag was ich sehe. Die Mehrheit. Und dann gibt es Tage oder Momente da finde ich mich zu farblos, zu alt, zu schief, zu.. was auch immer. Aber die sind normal und vergehen wieder. Mit ein paar Albernheiten, ordentlichem MakeUp und Lieblingsklamotten sogar manchmal recht schnell. Warum soll ich mir selbst nicht zugestehen, was ich bei anderen OK finde.


Meinst du, wie sehr ich a.) den Schönheitsidealen der in Punkt 2 genannten Frauen oder wie sehr ich b.) meinen eigenen Idealen entspreche?
a.) Ich mag den Stil von Grace und Amal und trage gerne feminine Mode. Ich habe auch keine Scheu davor, mit Rüschen, Stickereien und Co zu experimentieren. Allerdings bin ich oft vom Ergebnis enttäuscht, weil ich halt üppig bin und meine angezogenen Kleider eher etwas für zarte und dünne Geschöpfe sind. Des Weiteren würde ich meine „Experimente“ nur in meinem Heimatort tragen. Da fühle ich mich sicher.
b.) Da kommen wir zum Punkt, dass das Äußere mit dem Inneren harmonieren sollte. (Denn meine äußere Erscheinung stimmt mit der von mir angestrebten „Proportionslehre“ nicht überein.)
Für mich sind folgende Eigenschaften wichtig: Toleranz, Humor, Bildung, Verständnis und Neugier. Diese Eigenschaften versuche ich in mein Leben einfließen zu lassen und auf mein Äußeres zu übertragen.
Ich bin nie klassisch Schick – ich brauche Brüche. Ein komplettes Kostüm ist mir zuwider, aber einen Bleistiftrock zur Bikerjacke finde ich cool. Meine Haare liebe ich gelockt und etwas wuschelig. Blond bin ich von Natur und will es auch bleiben. Ich habe auch kein Problem mit dem „Blond-Klischee“. Sollen die Leute mich doch für „blondchen-blöd“ halten. Ich mag es, diese Leute vom Gegenteil zu überzeugen.
Das hört sich jetzt sicherlich abgeklärt und gelassen an. Allerdings fühle ich mich in „fremder Umgebung“ unwohl. Beispiel: Meine Freundin hat einen sehr elitären Bekanntenkreis. Bei ihren Geburtstagen fühle ich mich übergewichtig, schlecht angezogen, ordinär und dumpfbacken. Denn da sind sie wieder, die ätherisch schlanken Schönen mit ihren akkuraten Haarschnitten, dezenten Make-ups und erlesener Garderobe.


Ihr merkt es vielleicht: Über die Definition haben wir uns ganz bewußt NICHT in der Gruppe unterhalten und so tritt eine jede Siebenschöne mit ihrer ganz persönlichen Wahrnehmung auf diese Bühne. Heutzutage haben wir uns angewöhnt, eigene Präferenzen möglichst zu negieren, obwohl wir uns doch nie davon werden freimachen können (oder überhaupt wollen? Ich selbst möchte das nicht). Keine von uns muss jeden Menschen, jede körperliche Erscheinung oder jedes Gesicht schön finden, wenn wir daran arbeiten wollen, jeden Menschen mit jeder Äußerlichkeit zu akzeptieren und zu respektieren. Mir darf X besser gefallen als Y. Um dann erstaunt-erfreut festzustellen, dass auch Y Schönheit mitbringt, die ich nicht sofort erfasst habe. Daher freue ich mich sehr, über die obigen Antworten.

 

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Siebenschön

Sieben Frauen in sieben mitunter sehr verschiedenen Lebenssituationen und -stationen, unterschiedlich in Alter, Größe, Gewicht, Form und Prägung.
Einig darin, dass es eben nicht albern und oberflächlich ist, sich über das eigene Äußere Gedanken zu machen. Einig auch darin, sich – vielleicht zögerlich und übend, vielleicht immer schon – schön zu finden auch abseits klassischer Schönheit und medialer Präsentation. Und ebenfalls einig in dem Versuch, den eigenen Blick zu öffnen in alle Richtungen.

Siebenschön ist ein Märchen Ludwig Bechsteins aus den 1840ern: Ein junges Mädchen armer, aber ehrlicher Herkunft ist so schön wie sieben schöne Mädchen gemeinsam. Also klassisch Märchen und Sozialromanze. Und weil ja die inneren Werte immer so viel wichtiger sind als die äußeren, trägt das engelsgleiche Geschöpf einen Schleier vor dem Gesicht, damit sie – eigentlich auch eitel – für eben diese inneren Werte geschätzt wird denn für die profane Schönheit, die sie offenbar erduldet. Vielleicht aber ist sie sogar so schlau, dass sie weiß: Schönheit bringt Neid. Ein Märchen also, das wir hin- und herdeuten können, wie wir mögen. Vor allem aber hat es Bezug auf diese kleine Reihe – wie stehen Schönheit und Selbstbewußtsein zueinander, wieviel Unsicherheit kann sie erzeugen und ist das immer durch Intelligenz, Charme, Bildung, Talent auszugleichen in der eigenen Wahrnehmung?
Das mag nun so klingen, als hätten wir bereits alle Antworten – davon sind wir so weit entfernt, wie viele andere auch. Aber in den letzten Tagen haben wir erstaunt festgestellt, wie wenig alleine jede einzelne von uns ist mit all den Gefühlen und Fehleinschätzungen, die wir so mit uns herumtragen. Ein sehr befreiendes Erlebnis!

Aber wer sind “Wir”? Nunja, eine davon bin ich und das hat den großen Vorteil, dass ich mich nicht vorstellen muss, dazu habe ich die anderen sechs gezwungen – mit Bild! Und damit ich nichts lange überlegen muss, ob ich diese tollen Frauen nach Alter oder Größe oder Alphabet vorstelle, treten sie einfach in der Reihenfolge auf, in der sie mit ihren Intros fertig waren.


Nico, 41,  1,64 m, 57kg vor kurzem noch 62, Konfektionsgröße 36/38

Selbstständig als Präsentationsberaterin, Homeoffice oder vorne im Besprechungsraum, Wochenendehe, Fast-Teenie-Mama, Katzenliebhaberin und schon immer fasziniert von Kunst, Design und Psychologie.
Aufgewachsen mit / umgeben von Menschen mit dem Blick fürs schöne Detail. Und dann kam noch das Nähen dazu, bei dem der Blick für Körper und Passform ebenfalls geschärft wird. Da kann man auch bei Normalgewicht schon mal mit sich und dem älter werden hadern. Obwohl oder gerade weil man mit der eigenen Lebensgeschichte für jedes Jahr dankbar ist. Ich freue mich sehr auf den tiefgründigen Austausch über vermeintliche Oberflächlichkeiten.


Bine, 49, 1,60 m, Konfektionsgröße 44/46, figürlich ein astreines X

Freiberufliche Texterin und Autorin, im Homeoffice und überwiegend im Internet tätig. Ich bin sehr glücklich verheiratet, die “Ma” von zwei erwachsenen Kindern, dreifache Katzen- und einfache Hundemami sowie Pflegerin einer Rennmausrentnerin. Meine Hobbys sind stricken, spinnen und färben, seit zwei Jahren nähen, lesen, geocachen und fotografieren.
Ich bin als Einzelkind aufgewachsen und erlebte schon in der Kindheit häufige Hänseleien wegen meiner roten Haare und der vielen Sommersprossen. Das “verwuchs” sich, die Rundungen mit denen ich immer schon gesegnet war, allerdings nicht. Durch gute Ernährung war ich bis zu den Wechseljahren dennoch normalgewichtig, habe aber in den letzten Jahren gehörig zugenommen. Aktuell versuche ich mit WW mein Wohlfühlgewicht wieder zu erreichen, da ich mich selbst so gar nicht mehr mag, ungern in den Spiegel gucke und es optisch nicht so toll finde. Hinzu kommt die unbestreitbare Tatsache, dass Übergewicht nicht sehr gesund ist.


Stella, 44, 1, 76 cm, 85 kg, Konfektionsgröße 42/44

Angestellte im Sozialen Bereich, Mutter von 3 Kindern. Meine Freizeit besteht aus gärtnern, lesen und Handarbeiten, und nähen im Besonderen. Mit dem nähen habe ich sehr früh angefangen, da es schon recht früh klar war, das mein Körper nicht in Normkleidung passte. Zu gross und zu dick.Das trug nicht zu einem gesunden Selbstgefühl bei, aufgrund der ständigen Beurteilung von aussen. Seit letztem jahr aktuell auf Diät und 60 kilo leichter, nicht nur an Kilos sondern auch an eingefahrenen Sichtweisen auf den Körper im Allgemeinen.


Martina, 52 Jahre, 168 cm, 73 kgKonfektionsgrösse 42/44

verheiratet, Mama von einem Jungen und einem Mädchen und als Selbständige in der Baubranche tätig.
Hobbies: Nähen, nähen, nähen (wenn ich mal dazu komme), lesen und Schaufenster-gucken. Empfand mich immer mollig bzw. rundlich – hadere mit meinem Doppel-D-Busen. Bereits als Schülerin fühlte ich mich zu dick – heute wäre ich glücklich, wenn ich das wiegen würde.


Sabrina, 27 Jahre alt,1,80 m, vermutlich um die 70 kg, Konfektionsgröße 40

Unverheiratet und kinderlos. Beruflich arbeite ich redaktionell und auch privat schreibe ich auf meinem Blog. Darin geht es meist um Patchwork und Stickerei, aber dazwischen auch immer wieder um feministische Podcasts und Netzfunde.
In meiner Jugend bin ich durch Körpergröße und Schlacksigkeit aufgefallen, heute muss ich oft Fragen zu meinem Kurzhaarschnitt beantworten.


Kiki, 26 Jahre, 167 cm, 56 kg, Konfektionsgröße 34/36

Verheiratet und Mutter einer ganz kleinen Tochter (01.04.17). Historikerin und Religionswissenschaftlerin, aber vor allem Gymnasiallehrerin mit Leidenschaft – leider momentan ohne feste Stelle und in der Mutterpause. Schon seit Kindertagen begeisterte Bastlerin und Handarbeiterin mit Tendenz zu viel zu vielen Plänen und Hobbies. Bewegung und Sport sind mir sehr wichtig und beeinflussen sehr, wie wohl, zufrieden und schön ich mich fühle. Zugegeben bin ich meist zufrieden mit meinem Äusseren, im Bewusstsein, dass mein Aussehen nun mal so ist und andere schönere Haare, längere Beine etc. haben. Ebenso fällt mir jeden Tag auf, dass jeder Mensch auf seine Art schön ist oder sich schön zurechtmacht und ich so viele andere Menschen bewundere!


In den nächsten Tagen/Wochen bekommt jede von ihnen drei Fragen, die auf sie abgestimmt sind und die sie offen, ehrlich, freimütig beantwortet. Bitte macht euch – liebste Leserinnen – klar, dass das keine Selbstverständlichkeit ist und geht entsprechend freundlich und offen mit den Antworten um. Wir haben einfach festgestellt, dass trotz der allgegenwärtigen Diskussionen zu Schönheitsidealen und -zwang, Body shaming, Fat acceptance, Gesundheitsdebatten und dem seit Jahren behaupteten Wunsch, es müsse sich etwas tun, sich von all dem nicht alle Frauen abgeholt oder auch nur gemeint fühlen. Vielleicht können wir für eine kleine Zahl der tollen Frauen da draußen ein klitzekleines bißchen was ändern, indem sie merken: Oha, ich bin nicht alleine mit diesem oder jenem Gedanken 🙂

Achja, ein Klick auf den Namen führt übrigens zum jeweiligen Blog der Siebenschönen – von denen die eine oder andere ruhig einmal wieder etwas veröffentlichen könnte …

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