Ein heiterer Haushaltstag mit Frau Andrea

fraudrhüberleinMeine Damen, lassen Sie mich Ihnen ein herzliches Willkommen zurufen und gestatten Sie, dass ich mich Ihnen vorstelle:
Frau Dr.h.c. Hüberlein, Hauswirtschafts- und Schönheitsexpertin und Ratgeberin in allen Frauenfragen. Sicher haben Sie schon von mir gehört und so begrüße ich Sie heute im Heim von Frau Stephen Instone, deren freudige Überraschung ihr lebhaft in ihr reizendes Antlitz geschrieben war, als ich heute morgen vor ihrer Türe stand. Ich habe es mir zur hehren Aufgabe gemacht, die Frauen Deutschlands zurück zu ihrer Bestimmung und damit zum wahren Glück zu führen, indem ich ihnen mit Rat und Hilfe zur Seite stehe.

In den letzten Jahren ist eine Entwicklung zu beobachten, die mich äußerst betrübt: Frauen, die Zierde und Schönheit des Menschengeschlechtes, meinen, sich mit dem kämpferischen und starken Manne messen zu müssen und vernachlässigen dabei auf sträfliche Weise ihre Pflichten Familie und Haushalt, ja gar der Gesellschaft gegenüber. Der Haushalt wird als lästig wahrgenommen, Kinder sich selbst überlassen und das eigene Äußere vernachlässigt. Nein, dahin wollen wir es doch nicht kommen lassen: es ist alles nur eine Frage der Einstellung!

Unter uns wollen wir nicht so formal sein und so dürfen wir unsere Gastgeberin vertraut mit Frau Andrea ansprechen. Ich habe sie bei ihrer Arbeit heute begleitet und dabei mit guten Ratschlägen nicht gespart und bin mir sicher, dass sie nun schon auf dem Wege zur glücklichen und ausgeglichenen Hausfrau ist, die sich ihrer Bestimmung bewußt ist und sich so Respekt und Liebe ihrer Familie verdient.

Nun, Frau Andrea war an diesem Samstag erst um acht Uhr erwacht; eine Krankheit, die sie unter der Woche zum Ruhen zwang, mag hier als Entschuldigung gelten. Sie hustete ein wenig vor sich hin und beklagte sich sehr, dass sie alleine für dieses wahrlich sehr vernachlässigte Haus zu sorgen haben solle. Aber meine Damen, mit diesen billigen Ausreden wollen wir von nun an Schluß machen – eine kleine Erkältung muss uns und unseren Aufgaben wahrlich nicht im Wege stehen: in solchen Fällen empfehle ich alte Hausmittel; 5-6 Fiebertabletten aufgelöst in einem halben Liter Klosterfrau Melissengeist oder einem anderen Stärkungsmittel wirken wahre Wunder. Denn wir wollen unserem Gatten doch nicht zumuten, in ein unordentliches Haus abends zurück zu kehren oder gar hart erarbeitetes Geld für eine Haushaltshilfe ausgeben zu müssen, nur weil seine Frau meint, sich als große Dame gebären zu müssen, nicht wahr? Also hopphopp, schnell ins Bad, ein wenig Puder auf die Nase, die Haare frisch frisiert und dann in ein adrettes Hauskleid geschlüpft, die gestärkte Schürze angelegt und an die Arbeit.
Und hier noch einmal die Mahnung an alle Frauen, denen an einer guten Ehe und einem glücklichen Gatten gelegen ist: lassen Sie sich nicht gehen, denn auch andere Mütter haben hübsche Töchter! Bieten Sie immer einen angenehmen Anblick, damit Ihr Mann stolz auf Sie sein kann und Sie jederzeit mit Wohlgefallen anblickt. Glauben Sie mir: auch Sie selbst werden mit mehr Schwung und Freude an die Arbeit gehen, wenn Sie wissen, dass Sie jederzeit gepflegt und hübsch sind. Besonders wird es Sie daher freuen, zu hören, dass nichts auf der Welt dem weiblichen Körper, einer straffen, schlanken und jungen Figur zuträglicher ist als die mit Schwung ausgeführte Hausarbeit. Sie formt die Taille, hält Sie beweglich und elastisch und sorgt für weibliche Anmut, ohne dass sich häßliche Muskeln ausformen, die uns einen männlichen Anschein geben.

Frau Andrea stand nun endlich bereit und so ging es los – ich sah zu und wies sie auf kleine Fehler und Unterlassungen hin,was sie dankbar entgegennahm. Zunächst ging es an das Fegen der Treppen; achten Sie bitte immer darauf, dass Sie in einem mehrstöckigen Haus von oben nach unten arbeiten. Eine gute Organisation ist schon die halbe Arbeit. Für das Fegen der Treppen habe ich zehn Minuten veranschlagt, danach greifen wir uns den Staubsauger und wirbeln ein Liedchen trällernd von der obersten zur untersten Etage und lassen dabei keine Ecke aus. Ja meine Damen, achten Sie auch auf sogenannte Wollmäuse, die sich unter Türen und Stühlen ansammeln können. Für diese Arbeit rechnen wir mit einer knappen Stunde und Sie werden merken, wie Ihre Lebensgeister sich erheben – ein ständiges sich Beugen und Erheben und die Schritte vor, zurück und zur Seite – betrachten Sie diese angenehme Tätigkeit als einen Tanz und schon strahlen Sie den ganzen Tag.

Es war dann allerdings der Zeitpunkt gekommen, an dem Frau Andrea sich erneut beklagte: der Hunger plage sie. Bedenken Sie, meine Damen, dass es noch nie geschadet hat, ein klein wenig zu hungern; ihre Taille wird es Ihnen danken. Zu häufige und frühzeitige Pausen sorgen nur für eine größere Unlust, die nötige Arbeit wieder anzugehen. Wenn Sie einmal begonnen haben, dann arbeiten Sie durch und belohnen sich hernach mit einem gesunden Imbiss bestehend aus einem Apfel und einem frisch belegten Brot – lernen Sie die einfachen Dinge wieder zu schätzen und das gute Gefühl, sich eine Mahlzeit wahrhaftig verdient zu haben. Und so scheuchte ich Frau Andrea weiter, die mir einen dankbaren Blick zuwarf.

Ich sah mich um und gab ihr daraufhin eine Liste der zu erledigenden Aufgaben: da war der Esstisch, der gewischt und neu geölt werden musste, die Backbleche mussten gereinigt werden, das Bad geputzt, Altpapier sortiert, leere Glasflaschen entsorgt, der Kühlschrank und die Küchenschränke gereinigt und der Katzenessplatz versorgt werden. Für all diese Aufgaben braucht eine flotte Frau nicht länger als gute drei Stunden. In diesem Punkte kann ich Frau Andrea nichts vorwerfen: flott ist sie, allein an guter Laune lässt sie es ermangeln. Zwischendurch mussten noch ein Geschenk eingepackt und die Einkäufe (erledigt vom treusorgenden Gatten – das nenne ich großzügige Unterstützung der Hausfrau!) wegsortiert werden.

Meine Damen, Sie sind sicher aufmerksam genug, zu bemerken, dass es noch unendlich viel mehr zu tun gegeben hätte, alleine auch Frau Andrea gehört zu jenen Frauen, die der Meinung sind, das Nötigste müsse manchmal ausreichen. Aber ist das wirklich so? Ich denke, die Betten hätten noch frisch bezogen und gelüftet werden müssen und einige Hemden und Socken gebügelt werden können, bevor sich unsere reizende Gastgeberin ihren Imbiss verdient hätte. Auch die Fenster waren nicht in allen Zimmern streifenfrei klar und von einem frisch gekochten Essen waren wir auch noch weit entfernt: die Familie sah sich gezwungen, eine Brotzeit zum Mittag einzunehmen. Immerhin hat Frau Andrea versprochen, heute abend ein Kartoffel-Ricotta-Gratin und einen gesunden Salat zu bereiten. Sicher, nach getaner Arbeit hat auch die Hausfrau das Recht, die Beine für einige Minuten hochzulegen und in einer Illustrierten zu blättern. Aber wir wollen es damit auch nicht übertreiben. Auch der Blick in den Spiegel sollte zur Pflicht werden, damit wir jederzeit adrett und gepflegt aussehen.

Frau Andrea sitzt also nun auf dem Sofa und erholt sich und nachdem sie noch nicht ganz gesund ist, sei ihr dies auch gestattet – aber das wollen wir nicht zur Gewohnheit werden lassen, nicht wahr? Und ich schließe mit dem Angebot an alle Damen diesen Landes, mich jederzeit in ihr Heim einzuladen, um die hohe Kunst des Haushaltens zu lernen und zu lieben. Damit verabschiede ich mich und entlasse Sie, meine Damen, zurück an den heimischen Herd. Vergessen Sie den Lippenstift nicht!

Ihre Frau Dr.h.c. Hüberlein

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22 Kommentare

  1. Du bist der Wahnsinn, vielen Dank, ich musste herzlich lachen.
    Umso mehr als dass ich doch eigentlich “nur nochmal ganz schnell” an den PC wollte um danach ebenfalls den Staubsauger zu schwingen. 🙂 Das nenn ich Timing. Ich versuch’s mal mit dem Tanzen.
    Aber ich befürchte fast, ich habe alles falsch herum gemacht. Erst Belohnungsnähen, dann Mittagessen und jetzt erst die Hausarbeit, ich glaub aus mir wird kein gutes Weibchen für’s traute Heim mehr.

    • Wenn ich ganz ehrlich bin: ich habe beim Schreiben vor allem an dich gedacht und gehofft, du würdest ein bißchen lachen können 🙂

      Die Hüberlein hat bei mir Hausverbot, ich weiß auch ganz alleine, wie es richtig geht – und ich belohne mich, wann ich will. (Mehr oder weniger, so ein bißchen Einfluß hat die Dame leider doch bei mir :-D)

  2. …und wieder ist ein Tag gerettet.

    Danke für deine tollen Texte : )

    LG

    Edith

    • Immer wieder gerne 😀 Während ich hausarbeitete, habe ich mir schon Textpassagen einfallen lassen – das hat mich auch übers Putzen hinweggerettet 😀

  3. Ein halber Liter Klosterfrau Melissengeist?!? …. soso 😉
    Glücklicherweise ist heute unser Staubsauger gestorben und hat mich meiner hausfraulichen Pflichten (hat man eigentlich auch hausfrauliche Rechte?) zumindest in dieser Beziehung enthoben. Obwohl, Fräulein Hüberlein hätte mich da wahrscheinlich zum Teppichklopfen auf den Hof geschickt. Verrat ihr also bitte nicht, wo ich wohne! Liebe Grüße, Zuzsa

    • Ich befürchte, sie hockt schon auf ihrem Besen und ist auf dem Weg zu dir 😀

      Zu den hausfraulichen Rechten gehört doch vermutlich ein funktionierender Gerätepark, also kannst du doch kaum etwas tun heute außer vielleicht kochen, 10 m Gardinen säumen, Säuglingswäsche stricken und dich über Königs in Zeitschriften informieren. Was Frauen halt so tun, nicht wahr?

  4. Ein zauberhafter Text – wie aus einem 50er Jahre Haushaltsratgeber entsprungen. Und ich muss gestehen, dass besonders der Teil am Staubsaugen, der die Geister wecken und mich in Schwung bringen soll, mir zwar verbgorgen bleibt, aber mich sehr amüsiert hat.

    Zum Abend empfehle ich ein wenig wohlverdientes Frauengold im Kreise der Lieben – aber nicht das Strickzeug vergessen, denn der Gatte braucht sicherlich noch eine Hausjacke.

    • Achja, es gibt doch immer etwas zu tun 🙂 Aber noch mehr saufen??? Na, wenn es hilft. Schön, dass du den Ton wieder erkannt hast – manchmal ist es doch gut, dass wir uns solch ein Gesülze nicht wirklich sagen lassen müssen!

  5. Werte Frau Dr. h.c. Hüberlein, ich bin entsetzt! Was haben Sie Frau Andrea eingeflößt, dass Sie Ihnen gestattet, einen Gastbeitrag auf ihrem Blog zu verfassen?

    Sie scheinen mir, mit Verlaub, leicht eingetrocknet zu sein. Könnte es sein, dass Sie Ihr Vorstadthäuschen seit den 50-er Jahren nicht mehr verlassen haben? Vielleicht seit dem bedauernswerten, viel zu frühen Tod Ihres Gatten? Und seither haben Sie geschrubbt und gewienert, gesaugt, gewischt und gebügelt, ohne sich zu schonen, es sei denn, um die Schürze zu wechseln oder neuen Lippenstift aufzulegen, und haben vollkommen übersehen, dass darüber Jahrzehnte verstrichen sind? Und jetzt, im Jahre des Herrn 2015, haben sie die Wände Ihres Häuschens endlich durchgescheuert und tauchen in einer Welt auf, die Ihnen vollkommen fremd ist?

    Nun, was heißt fremd … Es gibt natürlich auch heute noch Familien, und auch heute muss gekocht, geputzt und gebügelt werden. Noch ist nicht alles automatisiert und noch ist die Entropie nicht überwunden. Aber, werte Frau Dr. h.c. Hüberlein, etwas ist anders: Frauen haben heute einen Beruf, gar eine Karriere … oder auch zwei, eine vor und eine nach den Kindern! Und das bedeutet halt nun mal, dass nicht alles im Haus perfekt sein kann. Welche Rolle der Herr des Hauses dabei spielt oder welche Erwartungen er hat, davon will ich nicht anfangen, das steht mir auch nicht zu. Die Rollen aufzuteilen ist schließlich Sache jedes Paares ganz allein. Aber es ist nicht fair von Ihnen, die liebe Frau Andrea so herum zu scheuchen, als wäre die Uhr 1955 stehen geblieben.

    Ich weiß ja nicht, wie lange Sie sich in Wirklichkeit schon im Hause Instone herumtreiben. Aber ich lese mit Sorge, dass Frau Andrea Sie nicht etwa hochkant hinausgeworfen hat, sondern im Gegenteil geneigt ist, mehr Ihren impertinenten Aufforderungen Folge zu leisten als sich um sich selbst zu kümmern, ja sogar überlegt, ihre geliebte Selbständigkeit, die sie mit viel Mühe wieder aufgebaut hat, dem Bemühen ums perfekte Heim zu opfern. Das sollte sie nun wirklich nicht, denn die Kinder werden bald flügge, und dann wird sie froh sein, in eine erfüllende Erwerbstätigkeit zurückkehren zu können. Ganz abgesehen davon, dass es das flügge werden fördert, wenn die Mutter nicht immer “verfügbar” ist.

    Werte Frau Dr. h.c. Hüberlein, da Sie mit Ihrem eigenen Haushalt – warum auch immer – offenbar nicht mehr ausgelastet sind, wie wäre es, wenn Sie sich an einer nahe gelegenen Uni in einen der neuen Gender-Studiengänge einschreiben? Man soll dort zwar dem Vernehmen nach nichts Vernünftiges lernen, erst recht nichts wissenschaftlich Valides und schon gar nichts berufsbildend Brauchbares, aber das kann Ihnen ja egal sein. Jedenfalls würden Sie viele junge Frauen treffen – und das sollte Ihren Realitätskenntnissen hinsichtlich heutiger Frauen und ihrer Stellung in der Gesellschaft einigermaßen auf die Sprünge helfen. Und Frau Andrea wäre Sie los 😉 …

    Sollte Ihnen ein Studium allerdings nicht zusagen, so könnten Sie alternativ alleinerziehende Väter “betreuen”. Deren Haushaltsführung bedarf wahrscheinlich eher der Anleitung und des Ansporns als die von Frau Andrea.

    Gehaben Sie sich wohl, werte Frau Dr. h.c. Hüberlein – und, nein, ich werde Sie nicht zu mir einladen. Das möchte ich Ihnen dann doch nicht zumuten, so ohne Lippenstift und adrettes Kleidchen …

    Viele Grüße
    Ursula

    • 😀 Welch herrliche Replik und ja, die Dame – unter uns gerne Hexe genannt – hat ein Hausverbot erteilt bekommen. Aber sie scheint magische Fähigkeiten zu besitzen und taucht osmotisch immer wieder einmal hier, einmal dort wieder auf.

      Was die Selbstständigkeit anbelangt: da spielen noch einige andere Gründe eine Rolle, so weit reicht der Einfluß der Haushaltsexpertin denn doch nicht. Aber das führt für heute zu weit, denn ich liege jetzt rechtschaffen erschöpft im Bett und schaue Filme über Filme.

      Warum wordpress nun aber der Meinung war, dein Kommentar wäre Spam … – aber ich habe ihn noch rechtzeitig gefunden und gerettet, es wäre eine Schande, den herrlichen Brief verloren zu wissen 🙂
      Allerliebste Grüße!

  6. Fr. Dr. Hüberlein ist dann auf ihrem Besen doch noch bei mir vorbei gekommen. Kaum ist der Gatte für ein paar Tage aus dem Haus schon bleibt alles liegen. Sie meinte so geht das nicht. Also frisch ans Werk und gewaschen, gebügelt und geputzt. Denn es erfreut den Gatten ungemein wenn er nach einer langen Urlaubs- pardon Geschäftsreise nach Hause kommt und von einem frisch geputztem Heim und einer strahlenden Gattin empfangen wird.
    Ich habe sie mal weiter geschickt mit ihrem Besen. Sicher bedarf ein anderes Eheweib noch ihrer Hilfe.

    • 😀 😀
      Es wurde aber auch höchste Zeit, dass du dich auf deine ehelichen Pflichten besinnst. Also nicht die, für die du dich ins transparente Negligée und die Schwanenfederpantöffelchen werfen musst, sondern diejenigen, die den Gatten wirklich glücklich machen. Wenn er heute abend nach Hause kommt, dann wird er wissen, dass er vor Jahren die richtige Wahl getroffen hat, egal, wie runzlig und grau du heute bist 😛

      Und ich denke auch, dass der Besen heute noch viel Weg vor sich hat – wenn wir uns so umschauen: es ist ein Jammertal!

  7. Und bitte kurz vor der Heimkehr des Gatten das Hausgewand in ein adrettes Kleid tauschen. Der Herr des Hauses Schnecknnasen kommt nämlich heute von einem anstrengenden Tennismatch und möchte da bestimmt nicht von Putzkleider empfangen werden.
    Achja, und heute Abend nicht vergessen, die teuren Nylons mit der Hand rauszuwaschen und zum Trocknen für morgen aufhängen…..nicht, das die in der Maschine kaputt gehen.

    Gruss Ute

    • Ja, wenn der Gatte sich sportlich betätigt hat – um auf der täglichen Jagd fit zu sein – dann kann er wohl erwarten, dass die Gattin sich nett zurecht macht, um ihm die Pantoffeln zu reichen. Zumal zu bedenken ist, dass auf einem Tennisplatz auch einmal das eine oder andere junge Fräulein zu besichtigen gewesen sein mag: der Vergleich sollte positiv für die Gattin ausfallen.

      Und es ist richtig, die Arbeit der guten Hausfrau ist nie beendet und eine ihrer größten Zierden ist Sparsamkeit; wie sonst könnte der Gatte sich seinen Sportwagen, die Merinosocken und die Seidenkrawatte leisten können? Eine Ehefrau darf niemals eine Belastung seines Kontos sein, sondern immer für eine Ersparnis sorgen. Ich sehe schon, Frau Dr. Hüberlein wäre bei dir voll des Lobes!

  8. Bitte Frau Dr hueberlein dringend nach Godesberg senden
    dort hausen seit mehr als 4 Wochen eine junge Lehrerin und ein Mann der noch ein echter mann ist , mehr brauche ich dazu wohl nicht zu sagen. Die Lehrerin ist jung und unerfahren und behauptet extrem viel berufliches arbeiten zu müssen. Leider auch wahr. Nur am Mittwoch kommt eine ältere. Ehefrau omi Mutter aus Schottland zurück. Dort ging sie ihren Pflichten als Haushälterin grossmutter und Mutter einer jungen Mutter nach. Sie fürchtet sich vor dem Anblick ihres eigenen Haushaltes und Gartens. Dort soll das Gras so hoch stehen, dass der Hund nicht mehr sichtbar ist, es ist ein mittelgroßer cocker.also bitte dringend Frau Dr hueberlein schicken. Die heimkehrende Ehefrau hat nämlich angekündigt nach der Reise 2 Tage mit einem neuen Krimi im Bett zu bleiben. Das wird ihr Frau hueberlein auf Grund der geleisteten Arbeit im Ausland und vor allem wegen ihres hohen Alters hoffentlich zugestehen.
    Andrea, herrlicher text von dir. Liege amüsiert neben einem 10 Tage jungem maedchen, das zum Glück schlaft. Ich finde Dr hueberlein uebrigens sehr kompetent und nett. Weiß gar nicht was ihr alle habt.

    • Selbstverständlich bin ich kompetent, gute Frau Ute, das Nettsein allerdings verführt die jungen Dinger nur dazu, ihre Arbeiten unsauber und schlampig zu erledigen – wie damit ihr zukünftiger Gatte gestraft sein wird, das möchten wir uns nicht zu lebhaft ausmalen,

      Nun, der jungen Hausfrau sei ein Tag der Ruhe gegönnt, aber in ihrem Alter muss das ausreichen, bevor sie frisch wie der frühe Morgen an ihre Arbeit geht, die die Familie beglückt!

  9. Liebe Michou, seit mindestens 50 Jahren macht Fr.h.c. Hüberlein bereits diesen Job! Ich habe eine Veröffentlichung aus den 60ern gefunden, die in unserer Familie von Generation zu Generation weitergegeben wird, zur Erquickung des Geistes. Ich sende dir diesen per Mail mal zu.
    LG Mikado Maid

  10. Ach Fr. DR. !

    Ich bin ja eine der wenig gesegneten .
    Leider hat meine Mutter es an Disziplin Mängeln lassen, und die fachliche Ausbildung an meiner Fachschaft für Haushaltsarbeiten waren nur unzulänglich ausgebildet!
    Leider weiss ich bis heute nicht so Recht wie die Unterwäsche meines Mannes wieder blütenweiss wird, und zuweilen sind doch meine Fenster arg blind.
    Von gestärkter Bettwäsche kann ich nur träumen, und in der Küche bin ich ebenfalls nur den rudimentären Kenntnissen mächtig.
    Mein Mann, der gute , hat schon gedroht er würde demnächst Entflechtung !

    Wissen Sie mir einen Rat ?
    Sollte ich die Haushaltsfachschaft nochmals besuchen und motivierter teilnehmen?
    Und was soll ich dann mit meinen 6 Kindern anfangen ??

    Erwartungsvoll eine Antwort erbetend
    Stella S.

    • Liebe Frau Stella,

      ihr Ansinnen ehrt sie sehr und wieder einmal muss man bedauern, dass die hervorragende Einrichtung der Bräuteschulen aus unserer Gesellschaft verschwunden ist. Dort konnten Sie Kurse in einem Hauswirtschaftsinternat belegen, die sie auf das erfüllende Dasein als Gattin, Mutter und Hausfrau vorbereitete. Wie glücklich Sie nun wären …

      Aber verzweifeln Sie nicht, ich werde gerne demnächst einmal bei Ihnen vorbeischauen, bis dahin widmen Sie sich dem eifrigen Selbststudium und beginnen dabei mit den einfachsten Dingen, die jeder Frau ganz natürlich von der Hand gehen: das Wischen der Böden mit der Hand, das Bügeln von Kleinteilen wie beispielsweise Herrenwäsche und das Kochen frisch aus dem Garten geernteter Möhren und Erbsen. Sie werden sehen, wie einfach und befriedigend selbst diese Anfangsarbeiten sind.

      Mit den besten Wünschen
      Ihre Frau Dr. Hüberlein

  11. Sehr zu empfehlen ist auch ein feines buch von clothide v.schmallenberg.sie schreibt ueber gutes benehmen.man findet dort hinweise wie eine dame bewegt sich auf der strasse nie schneller als es ihrer anmut zutraeglich ist
    also nicht dem bus hinterher hetzen
    hilfreich war mir dir ermahnung in studentenzeiten wenn eine junge dame allein lebt und nur ein zimmer bewohnt, habe sie immer ihr bett als solches unkenntlich zu machen, falls es notwendig sei herrenbesuch zwecks gedankenaustauschs ueber die studien zu empfangen. Naatuerlich nur in anwesenheit einer weiteren weiblichen person..
    leider hetzen meine toechter dennoch hinter den oeffentlichen verkehrsmitteln her und sehen nicht anmutig dabei aus
    ihr bett, ach das ganze zimmer koennen sie allerdings gut unkenntlich machen
    das lehrreiche buch ist nicht mehr erhaeltlich, leider
    vielleicht waere eine etwas, aber nur leicht modernisierte auflage auch ein anliegen von frau hueberlein. Grad fuer studentinnen. Sie hat ja auch akademische wehen und sicher viel erfahrung.
    gruesse aus schottland, diesmal mit unruhigem baby neben mir. Die kleine muss wegen fuss und hueftfehlstellung gips tragen und leidet nach jeden woechentlichem wechsel erstmal.es ist 4 uhr morgens und ich loese eine muede junge mutter ab

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