Farbberatung: und was hat das mit mir zu tun?

Lasst mich zunächst zweierlei sagen: EIGENTLICH habe ich heute viel zu viel zu tun, um zu bloggen – aber nun bin ich so drin in Thema und Schwung, dass ich das ausnutzen sollte. Da kann ich mir heute beweisen, wie flott ich wirklich bin: Bad putzen, saugen, Kind abholen, kochen, Schnitt fertig machen, Ärmel einsetzen (darüber fluchen und meckern), Kurs vorbereiten, mich anhübschen und die Wäsche versorgen. Und eben dies hier zu Ende bringen …

Viel wichtiger aber: ich bin ja keine Kommentarjägerin – ich freue mich immer diebisch über die Qualität der Kommentare, die Anzahl ist mir eher gleichgültig. Besonders schön finde ich aber, wenn ich mich zu einem Thema auslasse (und ich bin ja – und hier fehlt mir ausnahmsweise die treffende deutsche Vokabel – very opinionated …) und dann Kommentare finde von Frauen, die sich darüber freuen, mir gar danken oder bei denen meine Stellungnahme dazu führt, sich nach stillem Lesen einmal zu äußern. Dazu könnte ich noch gaaaaanz viel schreiben, aber ich reiße mich los und gehe zum Thema über:

Gestern habe ich die Grundlage der Farbberatung aufgezeigt und auch dargelegt, weshalb sich die Lehre von den Farben auch auf uns übertragen lässt, die wir weniger bunt sind. Genau da liegt für uns alle die Schwierigkeit. Oder besser gesagt: eine der Schwierigkeiten. Wäre ich – um bei meinem Lieblingsbeispiel zu bleiben – ockerfarben von Kopf bis Fuß, so käme ich nicht auf die Idee, mich in Pink zu kleiden. Gehöre ich aber in die Farbfamilie Ocker, so bedeutet das was? Ich möchte gar nicht erst versuchen, alle möglichen Farbkombinationen des Herbsttypes aufzuzählen – das geht nicht. Wir alle kennen diese Seiten, auf denen man sich durch vier Fragen klickt und dann DIE Lösung erhält. Die mit großer Sicherheit falsch sein wird. Beispielsweise meine Kombination von relativ gut bräunender Haut, die ansonsten sehr hell ist, aber einige Pigmentflecken aufweist, von grün-braunen Augen und oft rötlich schimmernden Haaren zu aschbraunen Augenbrauen – die taucht nirgendwo auf und sobald die Augenfarbe zum Grünen tendiert, werde ich als Herbst diagnostiziert. Jede Südländerin ist ein Winter, jede Schwedin ein Sommer. Oder vielleicht auch nicht? Da sind wir wieder bei dem, was mich in Rage bringt: bei den Kästchen, auf denen diesmal neben einer Jahreszeit ein (Pseudo)-Promi klebt. Neben diesen einfach zu erkennenden Typen (die es selbstverständlich gibt)stehen viele andere, aber ebenso eindeutige Typen für jede Jahreszeit. Und vergessen wir nicht die kleinen Tricks und Späße der Genetik: die roten Haare der irischen Großmutter, die schwarzen Augen der römischen Vorfahren oder die zarte Haut des Wikingerurahns) die eigentlich gar nicht in deinem Farbschema vorgesehen sind – kleine Produktionsfehler sind charmant, aber nicht leicht zu kategorisieren 😉

Gut. Wie finde ich nun heraus, welche Farben meine sind? Und darf ich nie wieder etwas anderes tragen? Kann ich da tricksen? Und wie ist das (wie Berry fragte), wenn die idealen Farben so gar nicht mit meiner Persönlichkeit übereinstimmen wollen? Und kann es sein, dass ich innerhalb meiner Palette weitere Beschränkungen erlebe? Stimmen solche Regeln, wie die, die Joanna aufgezählt hat? Da haben wir noch ganz schön was vor uns …

Um die eigenen, idealen Farben zu finden, gibt es viele Wege – manche führen in die Irre. Diese Schnelltests: “Haare blond, Augen blau, immer Sonnenbrand – du bist ein Frühling, trag Orange” haben wir ja schon in die Ecke gestellt. Mache drei davon und du wirst fünf Ergebnisse haben, von denen eines lauten wird, du seiest ein Mischtyp und kannst alles oder gar nichts tragen.
Eine Beraterin aufzusuchen – die heute wohl nicht mehr so oft zu finden sind wie in den 90er – ist dann der richtige Weg, wenn sie Ahnung hat und nicht in einer halben Stunde fertig sein will. Es ist nämlich nicht wichtig, dass SIE sieht, was dir steht, sondern dass DU das siehst. Erst wenn du erlebt hast, wie stark Farben dich verändern können, wirst du dich in Zukunft sicher bei der Auswahl fühlen können und auch wirklich zufrieden mit deiner Palette sein. Ich habe sehr, sehr viele Frauen getestet – oft in einer Art Happening 😉 : Eine wollte eine Beratung, die ich immer erst abends machen konnte, eine wollte bittebitte unbedingt zusehen, nachher standen alle drumherum und am Ende der Woche waren sie alle getestet und ALLE hatten einen Blick dafür bekommen. Ich kann euch sage, es IST ein Happening, wenn am Freitag während der letzten Analyse auf einen Punkt hin sieben Frauen gleichzeitig den Kopf schütteln, entsetzt zurückweichen, losgackern oder beseligt “Ohja!” rufen ;-).
Wie gesagt: ich habe viele getestet und sehr viele kamen zu mir mit Sätzen wie: “Egal, was Sie mir sagen, auf Grün verzichte ich niemals und Rosa hasse ich!” Wenn jemand schon mit diesen “Ängsten” kommt, dann oft deshalb, weil irgendetwas in dir sagt: Ähm, soo gut sieht Grün an mir gar nicht aus … Im übrigen liebte ich das, wenn jemand überzeugt werden musste. Ich bin einfach nicht normal, ich mag es nur kompliziert. Da muss es etwas Sadistisches in mir sein, dass die Schwierigen dazu bringen will, mir aus der Hand zu fressen oder um den Hals zu fallen … ohweh, heute verliere ich mich ganz.

Wie sollte eine Beratung bei einem Profi aussehen? Wichtig ist in der Tat eine Tageslichtlampe, die richtig hell ist. Das ist nicht schmeichelhaft, nicht schön, und ihr mögt euch so nicht anschauen wollen, aber nur so können Farben arbeiten. In der Regel werdet ihr gebeten, euch vor einen großen Spiegel zu setzen und die Haare aus dem Gesicht zu klippen. Wer Brille trägt, sollte entweder ohne diese auskommen können, Linsen oder zumindest das unauffälligste Modell tragen, das vorhanden ist. Eine große Brille in gelb mit getönten Gläsern stört eine korrekte Analyse. Auch ungeschminkt kann man mehr erkennen, aber ein zartes Make up sollte eine gute Beraterin nicht zu sehr stören.
Gut ist auch, wenn ihr etwas tragt, das nicht zu hoch zum Gesicht hinauf ragt oder gar tief ausgeschnitten ist; wir wollen Haut sehen. Die Beraterin wird nun immer zwei Farben miteinander abwechseln, um zu sehen, was geschieht: Bei mir beispielsweise war das erste Farbset Schwarz und Braun – das sind übrigens große Tücher, die von vorne um die Schultern gelegt werden. In der Regel kann man nicht sofort sagen: das ist gut, das schlecht; während der ersten Tücher lernt man die Anatomie des Gesichtes, seine Besonderheiten kennen. Da sowohl Schwarz als auch Dunkelbraun nur an wenigen Menschen wirklich gut aussehen, geht es hierbei darum, eine Tendenz zu erkennen (warm oder kalt?), aber auch negative Züge im Gesicht maximal zu verstärken, so dass ich Laufe der Analyse drei oder vier Fixpunkte habe, die ich besonders betrachte. Im Laufe der Beratung zeigt sich immer stärker, wohin es geht: hell oder dunkel, leuchtend oder gedeckt, kühl oder warm. Aber wie genau sieht man das, was passiert denn da?

Nun genau zu erklären, wie das nochmal war im Physikunterricht mit Licht, Strahlen, Brechung, Brennweite, Prisma, Farben, Bündelung und all dem – das führt zu weit. Aber wir wissen alle, dass das Licht gebrochen wird, das es reflektiert wird und vom reflektierenden Gegenstand etwas mitnimmt: die Farbinformation. Trage ich nun eine Farbe am Körper, so wird diese Farbe vor allem nach oben – zum Gesicht hin – zurückgeworfen. Das Licht malt uns also bunte Schatten ins Gesicht, die meist so subtil sind, dass wir sie nicht wahrnehmen. Auch deshalb, weil wir sie ständig sehen, ohne sie zu bemerken. Erst wenn eine Farbe sehr intensiv ist, erkennen wird diese Lichter – mit Übung! Und genau diese Wahrnehmung wird während einer guter Beratung geschult: ich fand es immer spannend zu sehen, wie beispielsweise Froschgrün in der Lage war, bei der Einen ein grünes Kinn zu malen (stand ihr nicht), der Anderen die Augenringe einer Wasserleiche zu verpassen (stand ihr nicht) und bei einer Dritten die Augen strahlen zu lassen (wow – sogar diese Farbe sieht an ihr auf einmal vornehm aus!).
Oder Schwarz – ganz gefährliches Thema: Schwarz ist durch die Mode der letzten Jahrzehnte von der Nichtfarbe zur Passt-immer-Farbe geworden. Stehen tut sie nur wenigen, aber das sehen wir nicht mehr, denn wir sehen sie ständig – in jeder Variante, an jeder Frau, wir haben uns daran gewöhnt. Aber es hat schon einen Grund, weshalb Schwarz und auch Weiß je nach Stand und Herkunft die Farben der Trauer waren: man sieht etwas elend und mitgenommen darin aus. Wie man es von Trauernden erwartet. Und weil diese Farbe im Gesicht so starke Wirkungen hervorruft, begann und endete meine Beratung damit auch immer. Anfangs wollte keine zugeben, dass Schwarz vielleicht nicht ideal war – am Ende riefen alle bis auf den Winter: “Oh Gott, ne, tun Sie das weg, ist ja scheußlich!”

Nun könntet ihr als ersten Anhaltspunkt ja versuchen, euch vor dem Spiegel diverse Kleidungsstücke vorzuhalten, aber das ist für ein ungeübtes Auge schwierig und unsere Wohnverhältnisse erlauben selten einen klaren Blick. Aber wenn ihr euch einmal in euch zurück zieht und euch daran erinnert, welche Farbe ihr als Kind am liebsten mochtet, zu der ihr immer gegriffen habt – ganz, ganz oft ist das die Farbe, die euch am besten steht. Denn die allermeisten Menschen haben ein gutes Gefühl für das, was ihnen gut tut. Und die richtige Farbe gehört dazu, denn sie bringt wahrhaftig alles Schöne an euch zum Leuchten, was es anderen Menschen leichter macht, auf euch zuzugehen. Als Kind ist uns das besonders wichtig – gemocht werden – und Dinge wie Gruppenzwang und Modefarbe oder auch die Frage, was man mit einer Frage assoziiert, sind noch nicht wichtig, haben uns noch nicht geprägt. Sehr oft, wenn eine Beratung ein unerwartetes Ergebnis brachte, habe ich oft Aussagen gehört wie die eines Winters, der sich immer als Herbst gekleidet hatte: “Aber wie eigenartig, als Kind wollte ich immer Schwarz tragen, durfte ich nicht. Meine Mutter mochte Tannengrün …” Meine Lieblingsfarbe bis etwas zum 12. Lebensjahr war Blau – ich bin ein Beweis dieser Theorie 🙂

Und da ist das nächste Problem: Die meisten von uns leben mit anderen Menschen, gehen mit Freundinnen einkaufen, reden mit Kolleginnen. Und lassen uns davon beinflussen. Ich habe ganz oft auch Ehepaare analysiert und in den Fällen, wo beide unterschiedliche Farbtypen waren, passierte es sehr oft, dass sie spiegelverkehrt gekleidet waren: er der Herbst im Sommerlook, sie der Sommer im Herbstlaub. Weil die Farben, die uns stehen, häufig auch die Farben sind, die wir mögen oder die wir vermissen, wenn wir sie nicht tragen. Paare, bei denen beide dem gleichen Typ angehörten, waren fast immer in der richtigen Palette zu Hause.

Aber nun gehen wir einmal davon aus, dass ihr eure Farbfamilie gefunden habt. Und ich meine nicht die Farben, die nach esoterischen Grundsätzen (“Grün bringt Ihre Seele in Einklang”) gewählt wurden oder die Farbe, die ihr besonders mögt (die ja eben die Farbe sein kann, die in eurer eigenen Farbgebung komplett fehlt, also euch gar nicht steht!), sondern wirklich diejenigen, die das Schönste in euch hervor holen: was nun?
Ich bin ein Sommer, ich bin es seit 23 Jahren und es gab nur eine kurze Zeit, in der ich damit umzugehen lernen musste. Seitdem gibt es immer wieder einmal Momente, in denen ich mir eine andere Farbe an mir wünsche: zur Zeit fände ich es schön, ein kräftiges Gelb, gemixt mit Weiß tragen zu können – was übrigens sowohl dem Winter als auch dem Frühling (wenn das Weiß nicht am Gesicht ist) stehen würde. Oder ein schönes kräftiges Grün. Oder wenn ich die roten Stoffe, die sich bei der Lieferung als doch nicht richtig erwiesen hatten, einfach verwenden könnte. So etwas teste ich auch schon mal aus, es gibt auch Pullis in den nicht so idealen Farben, die einen Ticken zu gelb, einen Ticken zu schlammig, einen Ticken zu knallig sind. Sind es Farben, die knapp daneben liegen, so lässt sich das mit einem kräftigen Lippenstift, einem sorgfältigen Make up, einen tieferen Ausschnitt noch ausgleichen. Ohne all diese Hilfsmittel sehe ich schon glatt zehn Jahre älter aus. Und das schöne Sonnengelb: da hilft nur ein Sack überm Kopf, wenn das gehen soll. Also ja: die richtige Farbeinordnung kann euch einschränken – wenn es euch wichtig ist, gut auszusehen. Was nicht immer die oberste Priorität hat oder haben muss. Aber wenn sich optimales Aussehen – gemessen an den eigenen Möglichkeiten und nicht an Photoshopwerbeplakaten! – so leicht zu erreichen ist, gibt es nicht viele Gründe, die dagegen sprechen, oder?

Aber die richtige Farbfamilie wird in den meisten Fällen eher bereichernd wirken: schauen wir uns einmal um und wir sehen vor allem Jeans, schwarz, grau, oliv und an kleinen Mädchen rosa. Sieht das aus, als würden wir uns vor einer Beschränkung fürchten müssen? Viele trauen sich an Farbe nicht heran, weil man sie a) so selten sieht, sie b) farbungeübt sind und c) nicht wissen, was ihnen steht. Habe ich aber nun eine Farbpalette, die ja unendlich viele Nuancen erfasst, von denen ich weiß, sie stehen mir, sie lassen sich kombinieren – dann kann ich viel hemmungsloser experimentieren, testen, ausprobieren.

Nur, wie ist das nun? Ich habe also meine Palette – ich bleibe bei mir als Beispiel – von Hell- bis Dunkelblau, von Silber bis Anthrazith, von Türkis zu Petrol (im blauen Bereich, nicht im zu grünen), von Flieder zu Brombeere, von Rosé zur Himbeere, mit zartgelben und kirschroten Sprenkeln. Kann ich die alle anziehen und immer, immer umwerfend aussehen? Ähmm … jein! Denn natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle: innerhalb meiner Palette gibt es Farben von sehr, sehr hell bis fast schwarz, von sehr gedeckt bis zu fast leuchtend. Je nachdem, ob ich ein sehr zarter Sommer bin oder ein sehr dunkler, sehen die Farben auch unterschiedlich an mir aus. Und hier kann man NICHT sagen: der helle Sommer trägt am besten dies, der Dunkle das. Das kann nämlich sehr stark von der Tagesform, der Frisur, der Jahreszeit abhängen. So mag ich mich beispielweise in einem dunklen Pflaumenton lieber sehen als in einem hellen Flieder, während das helle Grau zehnmal kleidsamer ist als das dunkle Anthrazith, während wiederum dunkelstes Nachtblau umwerfend ist. Es ist nicht zwangsläufig immer die helle oder die dunkle Seite der Macht, ups, Farbe, die zu zu ordnen ist. Es ist die nicht immer erkennbare Menge an Blau, Gelb und Rot innerhalb dieser Farbe. Auch die Struktur spielt eine Rolle, denn sie entscheidet, wie das Licht reflektiert wird. So sieht ein einfarbiges Mittelgrau einfach nur trist an mir aus. Ein Mittelgrau, durchzogen von unregelmäßigen Webkaros, als Piquée oder mit weißen Punkten hingegen bringt mich zum Leuchten, sieht freundlich aus.

Und schon bin ich beim nächsten Haken, wenn es um Farben geht; ich erwähnte es schon kurz: was wir mit dieser Farbe assoziieren. Oliv tragen nur Jäger, Orange die Müllabfuhr. Rot ist auffällig und erotisch, in Rosa laufen nur kleine Mädchen rum. Braun ist langweilig, Pink ordinär. Gelb steht für Neid, Grün für Ausgeglichenheit. Warm ist freundlich, kühl stößt ab. Weiß wird schnell schmutzig, Beige tragen alte Kaffeehausdamen. Und so weiter und so weiter und so weiter … es ist eben zweierlei, Rosa gut tragen zu können, sich aber mit der Idee Rosa nicht identifizieren zu können. Gerade dazu ist Dolores Umbridge ein gutes Beispiel (für die HP-Kenner unter euch zumindest. Für die anderen: diese Frau trägt nur rosa: in Rüschen, in Tweed, mit Kätchen bestickt und ist ein wahrhaftig sadistischer Teufel. Und warum wirkt sie so doppelt gemein? Liefe sie in streng schwarz herum, würde sich keiner wundern, aber der Gegensatz von übertriebener Mädchenhaftigkeit, gesetzterem Alter und Benehmen schafft den wahren Horror – sehe ich das falsch?).
Umgekehrt gibt es Farben, die uns anziehen, die uns fröhlich stimmen und die unserer Persönlichkeit – wie wir selbst uns einschätzen und kennen – genau entsprechen. Und die uns bei der Farbberatung mit einem Hitlerbärtchen verzieren – wohl kaum der Effekt, der gewünscht wurde. Aber wie damit umgehen? Enweder einfach tragen, was man mag und sich in allem dieser Farbe unterordnen (was auf Außenstehende – unbewußt! – einen kostümierten, nicht authentischen, gekünstelten Eindruck hervor rufen kann) oder aber diese Farbe im Wohnbereich einsetzen. Oder als bewußten Gegensatz kombinieren: ich habe eine knallorange Tasche im Vierzigerstil, die ich im Sommer mit Wonne zu fast allem kombiniere und nie sieht das nicht gekonnt aus, obwohl ich kein großer Kombinierer bin 😉 Aber das muss jede für sich entscheiden.

Dazu kommen noch Gedanken wie “Ich lasse mir doch nicht vorschreiben, was ich zu tragen habe” oder “Ach, nein, das traue ich mich nicht” oder “Im kirschroten Kostüm die Konferenz leiten? Geht doch gar nicht” Bis wir uns durch all dieses Gewirr hervor gearbeitet haben, kann es ein ganz hüsch langer Weg sein. Oder auch praktische Überlegungen stehen im Weg: “Wenn ich nun wirklich erfahren müsste, dass rotbrauner Cordsamt gar nicht so schön für mich ist, dann hätte ich nichts mehr zum Anziehen im Schrank”, “Was denken nur die anderen, wenn ich auf einmal in Grün auftauche?” Jede Veränderung macht uns unruhig, kann uns ängstigen. Das ist bei einer so scheinbar kleinen Angelegenheit wie der Blusenfarbe nicht anders.

Tja, ich habe nie behauptet, dass es einfach sein würde und ich muss noch einmal klar machen, dass ich nicht helfen kann, eure Farben zu finden; der Möglichkeiten sind einfach zu viele. Es gibt keine einzige klare Regel, die da sagt: wenn du das und das bei dir entdeckst, musst du das oder das sein. Ich bin mir heute nicht so sicher, ob ich wirklich genau das geschrieben habe, was ich hatte sagen wollen und ob ich die offenen Fragen beantwortet habe – bin etwas konfus, weil ich heute viel Zeit hiermit verbracht habe, wo ist sie nur hin, die Zeit. Deshalb schlage ich vor, dass – wenn noch Fragen sind – ihr diese stellt 🙂

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