Wunderbarer Kleiderschrank

All diese Stil- und Schrankeinräumregeln, die uns überall begegnen – so nützlich sie manchmal sein mögen, so einschränkend und einseitig sind sie auch. Und darüber rege ich mich platzgreifend auf und erzähle von meinen persönlichen und beruflichen Erfahrungen in dem Bereich.


8. Juni 2016
Jedes Jahr im Frühling vermelden Frauenzeitschriften wie Modebloggerinnen, nun sei es an der Zeit, den Kleiderschrank auszumisten und neu zu organisieren. Schon längst geht es nicht mehr nur darum, die Winterkleidung mottensicher beiseite zu packen und die Sommerkleidchen aufzubügeln – nein, der Kleiderschrank braucht eine Detox-Kur, wird zum capsule wardrobe oder soll uns zur Diva machen. Er soll minimalistisch und übersichtlich befüllt sein, aber für jede Gelegenheit das Passende bereit halten. Und auf Bildern soll er sich auch noch gut …

9. Juni 2016
Wie schön, dass Ingrid, Küstensocke, Svea und Lottie sich die Zeit zum Kommentieren nahmen; noch schöner, dass jede einen Punkt ansprach, zu dem ich noch hin will – deshalb gab es keine Antworten gestern, die hebe ich mir noch auf. Im Augenblick hadere ich mit mir, wie ich fortfahren sollte und kann. Wie immer geht mir vieles gleichzeitig im Kopf herum und klare Grenzen zwischen den Bereichen sehe ich nicht. Für mich hängt alles immer zusammen. Also ALLES und IMMER, …

11. Juni 2016
Heute geht es um dich. Die Besitzerin des Schrankes, die Trägerin der Garderobe, die kaufende, nähende, sammelnde Frau. Ich schrieb es bereits: mir fehlt in den meisten Artikeln zum Thema das wirklich wichtige – die angesprochene Person. Also ich. Oder du. Dein Charakter, deine Persönlichkeit spielen eine eben so große Rolle wie dein Beruf oder dein Budget. Beim Lesen hatte ich oft das vage Gefühl, all die Tipps der lifestylebloggenden Modemädchen und der Magazinredakteurinnen richten sich an die gleiche Frau. …

12. Juni 2016
Für den Fall, dass das noch nicht deutlich genug zum Ausdruck kam: ich hasse Regeln, die nicht als Vorschlag, sondern als Verbot und Einschränkung daher kommen, wo sie keinen Sinn machen. Ein Verkehrsschild, das mich zum Halten vor einer gefährlichen Kreuzung zwingt: macht Sinn, denn bei Nichteinhaltung gefährde ich mich und andere. Warum ich aber dieses oder jenes partout nicht tragen dürfen soll, nur weil es meine Figur nicht in Richtung begehrenswerter Männertraum optimiert, leuchtet mir nicht ein – wen …

17. Juni 2016
Immer schon habe ich an meinem Kleiderschrank Freude gehabt. Immer schon hatte ich den Hang – lange bevor ich die Farbberatung entdeckte – alles zueinander passend haben zu müssen. Und immer schon habe ich regelmäßig und gnadenlos aussortiert. Manches Mal bereute ich Wochen später den Verlust eines Kleidungsstückes, das ich an eine Freundin weitergab. Und packte bei der nächsten Aktion die Aussortierten in einen Karton unters Bett bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich meinte, sie zu vermissen. Keines der …