Gemischt: Tierleben gegen Kleidervorlieben, Aufopferung und natürlich …

… Emma! Mein Buch. Aber erst einmal zu den wirklich wichtigen Dingen:

Ich klagte mein Leid bereits und weiß jetzt, wie vielen von euch es ebenso geht. Die Liebe zum Tier ist groß, doch die Liebe zu vier Tieren im eigenen Wohnumfeld mitunter getrübt. Immer dann, wenn ich an mir herunterschaue und entweder aus der Hunderundenkleidung nicht ausgestiegen bin (weil die Zofe permanent Ausgang hat und ständiges An- und Umkleiden zeitraubend, lästig und albern ist) oder aber mehr Haare an mir als an den Hunden und Katzen finde. Was übrigens auch zeitraubend, lästig und irgendwie albern ist. Da hat man eine Viertelstunde lang die Beine epiliert und schmückt sich nun – sozusagen – mit fremden Federn. Die übrigens pieksen wie wild.

Nun, sicherlich, wäre ich nur die perfekte Hausfrau, die ein solcher Haushalt verlangt, so hätte ich das Problem nicht, denn ich hätte morgens schon alles gesaugt und gefegt – Boden, Möbel und Getier – und wiederholte das Prozedere alle zwei Stunden. Dann könnte ich mich aufs Sofa fläzen, gewandet in Dunkelblau von Kopf bis Fuß und tierhaarfrei wie zuvor wieder aufstehen. Spätestens für die nächste Saugrunde. Und natürlich trüge ich dann spezielle Gassikleidung, die ich noch im Kellerflur auszöge, ausbürstete und weghängte für die nächste Schicht, bevor ich mein Blauseidenes überstreifte, um das Sofa zu saugen.

Ja, ich neige dazu, gute Ratschläge sofort auf ihre Wirksamkeit und Umsetzbarkeit zu überprüfen und daher oft ein “Ja, aber – ähm, nein” zu äußern. So auch dieses Mal. Denn neben Saugen und Spazierengehen erwartet diese mich ausnutzende Familie gekochte Speisen zu gesellschaftlich festgelegten Zeiten, frische Wäsche und gebügelte Kleidung (in dem Punkt müssen sie zeitlich allerdings flexibel sein!) und all das Zeug, was Kinder so wollen. Und die geneigte Leserin erinnert sich: Oben genanntes Buch wollte auch geschrieben werden und die Nachfolger stehen schon Schlange. Vermutlich bin ich faul, unorganisiert und ineffektiv, aber irgendwie ist mein Tag immer schon um, bevor ich auch nur die Hälfte erledigt habe. Und das schon ohne Dauersaugen …!

Ich habe mir die Lösung also leichtgemacht – leicht in der Ausführung, nicht so leicht in der seelischen und geistigen Akzeptanz: Lebe wohl, Dunkelblau, so du nicht in einer tierhaarabweisenden Form daher kommst. Jeans und Regenjacke haben es geschafft so wie zwei Stretchhosen, die nur “für gut” vom Bügel genommen werden. Und weil ich ja nur im Geiste noch stricke und nähe (beispielsweise das Jackett – jeden Tag nehme ich mir vor, morgen (!) das Futter zuzuschneiden, weil heute ja keine Zeit ist. Ich bin sehr erstaunt, dass dieses ominöse “Morgen” einfach nicht kommen will. Irgendwie ist immer heute … was mache ich nur falsch??), habe ich zum Geldbeutel statt zur Stricknadel gegriffen und habe meinen Plan, tierhaarneutrale Farben zu tragen, durch Kauf in die Tat umgesetzt. Sprich: Ich habe hellgraue und roséfarbene Pullover gekauft und dazu ebensolche Hosen. Sieht jetzt also so aus bei mir:

 

 

Man sieht, vor allem im Kleiderbereich ist es noch deutlich farbig, doch ansonsten gewinnen die helleren Töne langsam die Oberhand.

 

 

Die Sommergarderobe habe ich unterm Bett verstaut, so gestaltet sich das Neusortieren und Befüllen deutlich leichter. Und auch das Gewissen lässt sich so betrügen: Hier hängt ja kaum etwas, da musst du doch ergänzen! Was ich, man sieht es an den Etiketten, auch getan habe. Ich pflege die ja so lange am  Stück zu lassen, bis ich es das erste Mal trage – das erhöht das Neu-Gefühl ungemein.

Ebenfalls mit Hundehaar kompatibel sind ja Kunslederhosen – so kommt dann auch Schwarz nach vielen Jahren zurück in meinen Schrank, wenn auch ausschließlich in Form dieser Hosen. Und nähte ich endlich das Jackett zu Ende, so nähme es sich auf dieser Stange gewiss sehr gut aus …

 

 

Und man darf gerne fragen, ob es denn gleich so viele hellgraue Pullis sein müssen. Lasst es mich so sagen: Ja! Und gerne noch einige mehr. Wenn schon nur noch in Farben, die Tierhaare in sich verschwinden lassen, dann doch in so vielen unterschiedlichen Formen wie möglich. Das Erstaunliche ist, dass ich mittlerweile verliebt bin in diese nebligen Grau- und Rosétöne. Ja älter mein Gesicht wird, je mehr Pigmentflecken sprießen und je müder ich mich fühle, umso wohltuender sind diese Farben. Davon will ich natürlich mehr!

Natürlich würde ich das alles auch gerne selber nähen und stricken. Aber ich muss es leider sagen und eine jede warnen, die das Schreiben eines Romanes plant: Das ist nur unter Opfern und Entbehrungen möglich. Ja, es ist ein Elend, eine Schinderei und Schufterei. Nicht nur, dass die Familie darbt und die beste Freundin Anträge in dreifacher Ausfertigung einreichen muss, wenn sie einmal ihren Platz am Telefon verlassen will – dort hat sie nämlich zu sitzen, bis ich anrufe, um ihr die neuesten Entwicklungen vorzulesen, wohlwissend, dass ich nicht weiter schreiben kann, ohne das erledigt zu haben. Nein, sämtliche anderen Hobbies verkriechen sich gepeinigt und kleinlaut in die ungeputzten Ecken und kein Buch wird mehr geöffnet, bis das eigene geschrieben ist, kein Film mehr geschaut und keine unnötige menschliche Zusammenkunft besucht. Gib alles auf und denke ab nun nicht mehr an perfekt eingesetzte Ärmel, träume nicht mehr von zu nähenden Kleidern, sondern schlafe ein mit deiner Heldin und lass dich von ihr aus dem Bett werfen, wenn sie dir endlich mitzuteilen geruht, was sie als nächstes zu erleben wünscht. 

Und dann, das ist das Schlimmste, falle allen auf die Nerven und fordere sie auf, dein Buch zu kaufen, um dich zu unterstützen und sich selbst glücklich zu lesen. Denn Unterstützung brauchst du, Hilfe und Zuspruch von jeder, die dir wohlgesinnt ist. Denn es ist nahezu unmöglich, auch das noch in den zu knappen Tag zu pressen: Dein Buch zu zeigen und anzupreisen und dabei so zu tun, als wäre es dir eine Wonne und keine Qual. Als hättest du nicht Angst, jemand lese eines und erklärte dann, welch ein grauenvoller Schund all das sei. Aber dann wieder: Du möchtest ja gelesen werden, weil du dir beim Schreiben vorgestellt hast, wie eine Leserin sich gemütlich aus der grauen Welt zurück zieht und in eine andere abtauchen will.

Ob sie wohl schmunzelt bei dieser Liebeserklärung? Lacht sie bei diesem Missgeschick? Vergisst sie ihren Kaffee, weil sie wissen muss, ob die Heldin wahrlich in Gefahr schwebt? Schlägt sie mit der Hand in das Kissen neben sich, weil ja, das hatte sie geahnt, dass es so kommen musste? Ruft sie ein lautes “Nein!” in die erstaunte Runde, weil es doch ganz anders ist? Liest sie sich diese Passage laut, weil sie klingt wie eine Melodie und schlägt sie das Buch nachher zu und fühlt sich wohl? Ach, das wäre zu schön.

Und deshalb eben, auf die Gefahr hin, die eine oder andere zu verärgern und zu nerven, sage ich es noch einmal: Jetzt (bis Donnerstag) ist die Gelegenheit, Emma kennenzulernen. Ob auf dem Kindle oder dem Tolino, für unter zwei Euro zieht sie bei euch ein und nimmt euch mit ins Bonn des Jahres 1926. Und auch nach Cornwall, nach Koblenz und nach Frankfurt; nach Paris und Kairo und München nicken wir. Ich kann nur versichern, ich habe mir die größte Mühe gegeben, habe geschrieben, wie ich es auch hier tue und doch auch anders. Und wem es gefallen hat: Schickt mir Bilder über jeden Kanal von euch mit Emma, empfehlt sie, teilt sie und spendet Ideen, wenn ihr mögt. Im nächsten Band hat eine Leserin ihren Kosenamen spendiert und eine andere ihren Wohnort …

Und weil ich auch sehr gut Arbeit vor mir herschieben kann, gibt es noch ein Filmchen:

 

 

Diese Beiträge könnten dich interessieren:



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Please leave these two fields as-is:

Protected by Invisible Defender. Showed 403 to 529.245 bad guys.