Karin Engel-Dingelstaedt / Andrea Instone – Jersey nähen für Plus-Size

Es ist vor 22 Minuten bei mir eingetroffen: Mein Belegexemplar von Jersey nähen für Plus-Size. Und ich finde es wunderschön!

Natürlich finde ich es wunderschön – wer fände ein Buch, an dem er mitarbeiten durfte, nicht ganz außergewöhnlich gelungen und wunderbar und herrlich? Eben.

ABER: Meine Begeisterung begann schon lange davor. Vor einigen Monaten erhielt ich erneut eine Mail aus dem Hause Frech/Topp. Ob ich nicht Lust habe, noch einmal einige Texte zu verfassen? Ich freute mich, las weiter und gebe zu, ich war verblüfft. Ausgerechnet sollte etwas zum Thema Jersey schreiben? Man klicke auf den Menu-Tab “Gestrickt & Genäht” und findet in all den Jahren drei oder vier Teile aus Jersey. Schwerlich bin ich eine Expertin auf dem Gebiet.

Doch nicht nur Jersey sollte es sein, sondern auch Plus-Size … spontan wollte ich absagen; ich erinnerte mich ganz gut, wie mir in ein, zwei Diskussionen der Mund verboten war, weil ich angeblich zu normschön (welch ein Ausdruck!) sei, um überhaupt etwas zu wissen. Mal abgesehen davon, dass sich niemand selbst gebaut hat und ich keineswegs an irgendeiner Stelle meines Körpers irgendeine Norm erfülle, halte ich Diskussionen, die irgendwen ausschließen, für sinnlos, obwohl auch ich nicht mit jedem spreche. Und so blickte ich ein wenig ratlos auf das Angebot. Denn es interessierte mich ja schon – ich sollte ja keine Schnitte entwerfen oder Tipps zur Verarbeitung geben, sondern zu jedem Modell einen kurzen Text verfassen, der Laune macht, es nachzuarbeiten. Gleich hinterher kam eine zweite Mail mit den angedachten Modellen und ich war sehr, sehr angetan. Was tat ich also? Ich sagte zu und durfte ein Vorwort schreiben, das erklärt, weshalb ich eben doch genau die Richtige war, um in diesem Buch eine Meinung zu äußern.

 

 

Im zweiten Schritt bekam ich die Setcards der Modells – wunderschöne Frauen, die ganz klar nicht in einer Pseudo-PlusSize unterwegs waren, sondern im mittleren bis oberen Bereich. Das fand ich wichtig, weil somit nicht unter der Hand doch wieder gesagt wurde, nur bis hierhin sieht eine Frau mit Kurven gut aus.

 

 

Die Schnitte sind sehr unterschiedlich, was Form und Weite anbelangt und kein einziger ist dabei, der unbedingt etwas an der Figur der Trägerin ändern will. Ob kastig und weit oder eng und kurz – keine Frau sollte sich von überkommenen Stilregeln in ihren Vorlieben einschränken lassen, sondern nur von ihren eigenen Vorlieben.

 

 

Alle gezeigten Kleidungsstücke sind von Karin Engel-Dingelstaedt entworfen, konstruiert, gradiert und genäht – eine Heidenarbeit, vor der ich größten Respekt habe. Zwischendurch fand sie die Zeit, mir Bilder zu senden oder meine Texte daraufhin zu überprüfen, ob meine Beschreibung mit der Realität übereinstimmt. Dafür danke ich ihr noch einmal herzlich, so hat das Schreiben Freude bereitet.  Überhaupt war das eine interessante Erfahrung für mich, etwas nach einem kleinen Bild zu verfassen.

 

 

Natürlich ist jeder Schnitt ausführlich beschrieben und kommt mit Anleitung. Dazu fehlt der obligatorische Anhang nicht, in dem auf die Besonderheiten eingegangen wird, die Jersey und PlusSize mit sich bringen.

 

 

Dabei sind selbstverständlich zwei große Schnittmusterbögen mit insgesamt 12 Modellen, die sich übrigens wunderbar abwandeln lassen; dazu habe ich einige Vorschläge in meine Texte mit einfliessen lassen.

Jersey nähen für Plus-Size ist als Hardcover im Topp-Verlag erschienen und kostet 19,99 €.

So,  das war nun also mein zweites Projekt, das mir sehr viel Spaß gemacht hat. Nun wende ich mich ganz mutig meiner eigentlichen Sehnsucht zu – das hätte ich ohne diese beiden Anfragen vermutlich niemals in Angriff genommen.

 

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2 thoughts on “Karin Engel-Dingelstaedt / Andrea Instone – Jersey nähen für Plus-Size”

  • Toll! Freu mich für Dich!
    Mir gefallen in den Zeitschriften immer die Modelle die für Plussize gradiert sind. Und ich bezweifle dass auch nur ein Burda-Plussize-Modell eine Gr. 46 oder mehr hat. Ich finde es schade, daß nicht alles von Gr. 32 bis 52 gradiert wird. Aber dann wären die Musterbögen wohl noch verwirrender für die die noch keinen Brigitte Schnittmusterbogen gesehen haben 😉
    LG und viel Inspiration
    Martina

  • Da hattest du aber ein tolles Projekt! Ich werde in dem Buch blättern, wenn ich es im Laden sehe, bin sehr neugierig auf die Modelle und deine Worte. Es ist immer eine anspruchsvolle Aufgabe, kurze und publikumswirksame Texte zu verfassen, Hut ab!

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