Mal düster … ach was, nur anders

Ich schaue besser gar nicht erst nach, wann ich das letzte Mal etwas gebloggt habe oder wann gar ichirgendetwas erfolgreich nähte. Es muss wohl gestern gewesen sein. Oder vorgestern. Irgendwie so. Nun, wie auch immer, hier bin ich. Und noch besser, ich habe genäht. Am allerbesten: es ist ein Kleid. Was mir richtig schwer fiel, war die Schnitterstellung: wie vernagelt saß ich am Tisch, hatte eine nur vage Vorstellung vom zu erschaffenden Kleid und schob den Pappgrundschnitt lange hin und her und her und hin. Während des Zeichnens hatte ich oft das Gefühl, dass das, was ich halbherzig malte, nicht das ergäbe, was ich mir ebenso halbherzig vorstellte. Aber der Wunsch, endlich etwas zu nähen und das schnell-schnell, war stärker als der Verstand. Mein inneres Kind stampfte so oft trotzig-tränig mit dem Füßchen auf den Boden, dass meine innere Mutter nachgab; sie hatte besseres zu tun.

Ein klein wenig mag der Stoff eine Rolle gespielt haben: vor einigen Monaten konnte ich nicht an ihm vorbei gehen, obwohl er – Schock und Schande! – schwarzgrundig ist. Aber eine griffige, nicht knittrige und rutschende Viskose mit einem Blumenmuster, das in mein Japan-Hippie-Beuteschema passt: liegenlassen? Ernsthaft? Natürlich nicht. Mit einem halsfernen Ausschnitt, offenen Haaren und etwas mehr Make up würde ich das Schwarz schon in die Kniee zwingen.

Seit langem habe ich den Pepingrundschnitt wieder verwendet; immerhin hatte ich mit sehr viel Mühe Schultern und Arme angepasst. Was ich aufgrund der Gewichtsabnahme für den Bunkaschnitt auch noch tun müsste. Eine Aufgabe, die lockt und reizt wie Beulenpest und Lepra. Aber langer Rede, kurzer Sinn: das Kleid ist fertig, sieht nicht so locker und lässig aus wie in meiner Vorstellung, aber es hat was.

 

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Die Konstruktionsfehler verschweige ich mal; so wie es ist, sollte es sein. Ich muss gestehen, als ich so heute morgen den Kleinen (er ist 10, er ist Gymnasiast, er ist präpubertär und anstrengend – das mit dem Kleinen passt so recht nicht. Eigentlich …) – also als ich den Kleinen so zur Schule brachte und danach Halsschmerztabletten und Laugenbrötchen kaufte, waren mir die hohen Absätze der Schuhe ungewohnt. Mir! Die ich jahrelang nichts unter 8 cm trug. Auch der eine oder andere Blick, der meinem Kleid galt, fiel mir auf – etwas, was ich zu Vintagezeiten gewohnt war, verblüffte mich heute ein wenig. Denn während dieses Sommers hatte ich mir das Tragen flacher Sandalen und Turnschuhe, von Jeans und engen Röhren so angewöhnt, dass mir Kleid und Stiefel fast fremd vorkamen. Auch nicht ganz unschuldig daran ist natürlich Maxi. In der Tat laufe ich an frühen, frischen Morgen mit knöchelhohen Sneakern und Steppweste durchs Tal – der Einfluß eines Hundes auf die Kleidung ist kaum zu unterschätzen.

Der Einfluß des Hundes auf Bilder übrigens auch nicht:

 

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Mittlerweile ist Maxi entspannter und weniger scheu und vor allem deutlich schlanker, was seinem kaputten Bein zugute kommt. Das tägliche Spazieren durch die frische Luft übrigens kommt auch mir zugute; wie schön es in der eigenen Umgebung ist, merkt man ja oft Jahre nicht …

 

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Jetzt habe ich ausnahmsweise einmal eine unverschämte Bitte. Ich habe mit dem Blognamen und der URL herumgespielt und es gibt ein technisches Problem, das bislang niemand zu lösen wußte. Während es das Supportteam meines Hostproviders es wunderbar schaffte, dass auch alte Links möglichst nicht ins Leere laufen, ließ sich der Feed nicht umleiten. Wer immer mich verlinkt hat, hat das mit michou-loves-vintage.de/wordpress/feed getan. Nun liegt der feed aber bei michou-loves-vintage.de/feed … wer sich die Zeit nehmen mag, das händisch zu ändern, sei sehr bedankt und taucht dafür ja auch regelmäßig wieder in meiner Backlinkliste auf, die immer gut geklickt war. Und glaubt mir, solch eine Bitte fällt mir richtig schwer 🙂

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7 Kommentare

  1. Ich finde das TODCHIC.
    Gruß, Michelle

  2. mein erster gedanke war …ERNST jetzt? SCHWARZ?? ich gehe mir brille holen.. tatsächlich – es ist schwarz!bei dir??:-)))
    nun ja, das blau und rose machen aus schwraz doch noch irgendwie nachblau;-)
    das kleid sieht sensationell aus! wirklich! hat was vom flair dr 70-er.
    es hat lange gedauert bis ich wieder mal dich neu eigentragen habe.irgendwie kam ich mit deiner anweisung nicht zurecht. aber egal jetzt ende gut- alles gut.

    • Du kannst dir vorstellen, dass ich wenigstens eine Viertelstunde um den Stoff schlich: alles so schön und so griffig und so fein, aber Schwarz. Schwarz. Schwarz! Aber dann sagte ich mir das Gleiche wie du jetzt: mit soviel richtigen Farben ist das Schwarz doch kaum Schwarz. Doch ganz ehrlich: es ist ein sehr schwarzes Schwarz 😀
      Das mit den 70ern hatte ich gehofft. So ganz hat es nicht geklappt, aber vielleicht beim nächsten Mal. Wenn ich mich denn endlich für einen Mantelschnitt entscheiden könnte …

  3. yay! 🙂
    es ist eindeutig hippiehaft/bohomäßig und erstaunlich weiches schwarz geworden. Schön.
    Und sage einer das schwarz alt macht – manchmal eben doch nicht (kommt aber auch auf die „Umgebung“ an)
    herbstliche Grüße
    J.

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