Mg 12 – noch ein Kleidchen

Es fällt mir schwer, die kurzen, weiten Kleider ohne Abnäher, ohne eingesetzte Ärmel, ohne Kragen, ohne nix als Kleider zu bezeichnen; ich bin noch in meinen alten Denkenmustern gefangen und meine Beine so zu zeigen gelingt mir eigentlich nur, weil ich mir sage: Mit Ende 40 guckt da keiner mehr hin, das kannst du ruhig tun, wenn es warm ist.

Es ist natürlich nicht warm, sondern ausgesprochen frisch, wenn es auch für den morgigen Feiertag besser werden soll. Vielleicht kann ich mich dann entspannt in einem dieser Kleidchen im Garten entspannen? Sicher. Weil ja ein Gatte und zwei Söhne dafür größtes Verständnis hätten und mit ein paar selbstgeschmierten Toasts glücklich wären …

Gestern vormittag nähte ich nun also Kleid Nummer 2 und diesmal ohne die Kellerfalten und ich denke, ich kann den Saum noch deutlich weiter einstellen für Kleid Nummer 3, das vermutlich aus einer dunkelgrauen Viskose entstehen wird. Dieses obersimple Nähen kann süchtig machen, man sei gewarnt!

 

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Der Stoff ist übrigens online gekauft, beschrieben als nahezu knitterfreier Hosenstoff aus Viskose mit leichter Ripsstruktur. Das nenne ich eine Beschreibung mit viel Fantasie: die Rispsstruktur sieht eher aus wie die Rückseite eines Jerseys, während die eigentliche Rückseite leicht angerauht ist und mehr Schimmer hat – und so wurde sie zur Vorderseite, zumal sich die etwas gröbere Seite angenehm frisch auf der Haut trägt.

Was aber die Befähigung des Stoffes zur Hose anbelangt oder seine angebliche Knitterfreiheit: das kann nur eine Verwechslung sein. Ein strenger Blick und das Material kräuselt sich schutzsuchend zusammen. So, als sehr weites und sehr loses Kleidchen, stört es mich nicht zu sehr; aber eine Hose aus solchen einem Stoff ohne Charakter und Rückgrat? Unvorstellbar. Das sind die Herausforderungen des Onlinestoffkaufs …

 

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Hach, Waden haben – das wäre ja was. Ich würde mich deutlich wohler fühlen, wären meine Beine rundlicher. Aber wenn ich das ändern könnte, dann stünde gleich das nächste auf der Liste und am Ende würde ich mich nicht wiedererkennen und das fände ich dann auch wieder nicht gut. Also arbeite ich stattdessen an meiner Einstellung zu meinen Beinen. Seit Jahrzehnten. Aber hey, nach 20 Jahren sind meine Knie mal wieder an der Luft. An der Sonne wäre es mir noch lieber 😀

 

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Nummer drei schneide ich vielleicht heute noch zu, danach kommt ein neuer Schnitt – noch bin ich mir nicht sicher, was das sein könnte. Vorschläge?

 

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