Mg 14 – perfekt? Kann ich nicht!

Der Mai ist nun auch schon rum und natürlich habe ich es nicht geschafft, jeden Tag ein Bild zu knipsen, um zu sehen, was aus meinem Kleiderschrank getragen wird. Wenig überaschend war, dass es vor allem Gekauftes war. Aber positiv zu vermerken ist: ich habe wieder Lust, etwas zu nähen. Und zwar die Kleidungsstücke, die sich schlecht bis gar nicht kaufen und diejenigen, die sich besonders leicht nähen lassen. Eine gesunde Mischung aus Bedarf und Bequemlichkeit, was kann schief gehen?

Bis jetzt noch nichts. Außer den üblichen Problemchen, die auftreten, wenn ich nähe und angekränkelt bin, es aber nicht einsehen will. So habe ich am Sonntag mit einem Bleistiftrock aus Kunstleder begonnen, bis der Gatte mich heraus riß, um in der Stadt essen zu gehen. Wo ich nach kurzer Zeit ziemlich schlapp über Tommy hing und auf Außenstehende sicher einen angetrunkenen Eindruck machte. Zuhause war ich klug genug, die Finger vom Rock zu lassen und mich hinzulegen. Doch gestern vormittag, rastlos und genervt, konnte ich es nicht. Und natürlich habe ich die sichtbare Steppnaht, die die widerspenstigen Nahtzugaben bändigen sollte, versaut. Weil – wer denkt schon an so etwas wie den Obertransportfuß, wenn man Kunstleder näht und nur eine Chance auf Erfolg hat? Eben. Und so ist auch dieser Rock, trotz all der Überlegungen und Vorsicht, nicht fehlerfrei. Es gibt Schlimmeres.

 

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Der Schnitt ist derselbe wie beim letzten Rock, nur habe ich mich nun doch für enger und knackiger entschieden. Ich habe Bauch, ich habe einen eher flachen und breiten Po und ich bin 48. So langsam sollte ich lernen, damit klar zu kommen. Mir gehen im Augenblick einige Gedanken durch den Kopf, ausgelöst durch das ganze Ü-Tralala, das ich während der Gürtelrose entdeckte, aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Was ich sagen will: ich bin halt, wie ich bin und habe keine Lust, mich ständig optimieren zu müssen. So. Das merke ich mir. Vielleicht …

 

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Das Licht vom Fenster kommend ist deutlich unfreundlicher zu meiner Rückseite als das Licht aus dem Flur; sicherlich hätte ich das erste Bild zurückhalten und mit dem zweiten eine Illusion schaffen können, die mich selbst beim täglichen Blick in den Spiegel unter Druck gesetzt hätte. Wie ich sagte: perfekt kann ich nicht.

 

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Wie immer weiß ich nicht, wohin mit den Armen bei Detailaufnahmen rund um Taille und Hüfte. Eine sehr aparte und natürliche Lösung, die ich heute fand.

 

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Insgesamt bin ich ausgesprochen zufrieden und fühle mich wohl in dem Rock, wenn auch die Näherei eine Quälerei war. Leider ist das Wetter seit der Knipserei umgeschlagen und so hängt der Rock wieder im Schrank. Für ein Lehrerin-Sohn-Mutter-Gespräch, das mir heute noch bevorsteht, wäre es eh nicht das Passende gewesen.

So, genug des fiebrigen Geschwafels, schnell noch eine Tablette einwerfen und dann in Höhle des Löwens!

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