MMM 10 – Bonn, Karibik, 34°C, Sonnenschein

Zumindest müsste das so sein:

Leider erreichen wir die 34°C noch nicht ganz und die Heizung läuft sich noch warm; weshalb also stehe ich hier im sommerlichen Wickelkleid und bibbere? Und unterbreche dazu noch mein Kleiderdomino? Mittlerweile läuft mir die Zeit davon, aber der theoretische Plan für diesen Tag sieht vor, dass ich all die Hosen, Röcke und Kleider auf meinem Änderungsberg mir auch wirklich vornehme: also beispielsweise den blauen Rock mit den Ranken oben enger mache (was konkret bedeutet: RV raus, Bund ab und dann das Ganze wieder dran, igitt, ausgerechnet die Dinge, die ich nicht gerne mag). Dazu muss ich mich ständig an- und ausziehen. (Und ich möchte nicht wissen, wer aufgrund dieser Formulierung nun wieder enttäuscht auf meinem Blog landet – tut es euch bloss nie an, die Keyword-Liste anzusehen … schudder! Da draußen laufen ein paar kranke Seelen herum 😉 )

Wie auch immer, dafür ist das Kleid hier ideal. Wie immer nörgele ich nun aber herum: Der Schnitt ist Butterick 5030 und diejenigen unter euch, die mich schon länger kennen, sehen anhand der Schnittzeichnung sofort, was mich daran angzogen haben mag – wer mag, kann ja mal laut raten ;-). Im letzten Jahr allerdings haben sich meine Schnittänderungen auf das Anpassen der Seitenlinien von 8 – 12 und der Länge beschränkt. Mein großes Ziel für dieses Jahr ist ja eine verbesserte Paßform – innerhalb eines vertretbaren Rahmens; man kann es auch übertreiben.

Was hier beispielsweise wie Fettröllchen zwischen Taille und Brust aussieht, ist Stoff. Als ich das Kleid zuschnitt, habe ich nicht vernünftig nachgemessen, sondern aufgrund der vorherigen Erfahrungen die Taille in Größe 10 gewählt: was in diesem Fall zu groß ist und sich beim Wickeln eben nicht reduziert, sondern hartnäckig an der Stelle verbleibt und sich trotzig ausbeult. Beim nächsten Mal also die Taille reduzieren.
Problem ist dann nur, wie komme ich von der schmalen Taille auf die Weite, die ich in der Hüfte brauche? Das ist – für mich erstaunlicherweise – bei ausgestellen Röcken schwieriger als bei Engen. Da bastele ich noch an einigen Kleidern herum. Eine Teillösung besteht darin, die Taille bewußt höher anzusetzen als sie ist.
In diesem Fall hier war das allerdings ein zufälliger Ergebnis: die Taillennaht sitzt drei Zentimeter über meiner Taille, was beim Wickeln des Gürtels auffällt – der möchte nämlich gerne weiter unten sitzen. Dann allerdings ist fast nicht möglich, meine Hüfte anständig unterzubringen … hach, ne, das ist aber auch nicht leicht!

Die größere Schwierigkeit liegt aber in den Schultern. Und jetzt muss ich euch warnen, vielleicht wird das hier wieder einmal länger. Obwohl ich keine Zeit habe. Vielleicht erinnert sich die Eine oder Andere an die Burda-Diagnose(n)? Vor allem lief es auf meine zu geraden Schultern hinaus zusammen mit einer verkürzten Hals-Achsel-Zone. Das habe ich – da vom Profi – als gegeben angenommen und begonnen, die Schulterlinie entsprechend zu ändern. Das mit der verkürzten Hals-Achsel-Zone habe ich aber schnell wieder ad-acta gelegt – nur bei Burda sind die Armausschnitte so tief und weit, dass ich mich nicht rühren kann. Und meine Messung in der letzten Woche hat das ja auch bestätigt: DA bin ich ganz normal 😉 Aber die Sache mit den Schultern …

Das hat mich wirklich verrückt gemacht: denn egal, wie ich änderte: da blieben Falten. Und zwar Falten, die eher nach abfallenden Schultern aussahen. Was definitiv nicht sein konnte. Natürlich kam ich schon einmal auf die Idee, dass das Problem vielleicht von meinen leicht nach vorne geneigten Schultern herrühren konnte (und die zeigen immer schon nach vorne, auch wenn ich ansonsten gerade bin – nachdem ich gestern wieder einmal “Indiscreet” sehen konnte [CARY GRANT! Ingrid Bergman!], stellte ich auch fest, dass das nicht ungewöhnlich ist: Anna’s Schwester trägt ein trägerloses Kleid, verfügt über die perfekte Haltung und hat nach vorne geneigte Schultern. Da!). Nur: die Beispielbilder, die ich finden konnte, zeigten vollkommen andere Haltungen. Und schlimmer noch: die Lösung sollte darin liegen, die Schulterlinie vorne deutlich schräger zu zeichnen, während die hintere Schulter entsprechend erhöht werden sollte. Wie ich nun auch kritzelte: das ging mit der Änderung für gerade Schultern nicht wirklich zusammen. ABER dann:

traf endlich mein Fitting-Buch ein. Und dort ist endlich ein Bild zu finden, dass mit meinem Problem identisch ist. Und es sind die nach vorne geneigten Schultern. Besser aber noch ist, dass irgendwo in diesem Buch der Satz versteckt war, dass “die nach vorne geneigten Schultern von vorne einen sehr geraden Eindruck hinterlassen.” Leider kann ich die Stelle nicht mehr finden, aber da ging mir ein ganzer Kronleuchter auf.

Wie ich diese Änderung in eine Schulterpasse einpassen kann und ob das überhaupt möglich ist, muss ich noch herausfinden – im Grunde würde mich eine Schulternaht in der Passe auch nicht stören, wenn dadurch der Sitz besser wird. Dazu muss die Vorderseite von Oberarm zu Oberarm etwas verschmälert werden und dann sollte es funktionieren. Nun habe ich am Wochenende zwar eine Bluse genäht, aber mich für diesmal dafür entschieden, erst einmal gar keine Änderung vorzunehmen, um zu sehen, wie der Schnitt original an mir aussehen würde.

So, nun ist es wirklich spät und bald schon muss ich mich für eine halbe Stunde in die Jeans stürzen und die Jungs abholen. Ich verlasse mich fest darauf, dass ich nach dem Kochen und Essen Zeit für meine Aufgabe haben werde – die Top Agents werden schon dafür sorgen. Ob Sucht ein zu großes Wort ist? Lenny war gestern nach dem Kiga sehr mürrisch: da sei es zu langweilig, denn es gebe ja keine Playmos … tja, mein Sohn, bald beginnt die Schule, da wirst du dich noch wundern … armes Tucktuck!

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