Ok, aber heute…!

Aller Ermutigung zum Trotz bin ich mit meinem unanständigen Hauskleid nicht weit gekommen: Kind Eins war glücklich aus dem Haus, die Wolken zogen sich weiter zu und verschafften Kühlung, ich erwachte aus kurzem, mittäglichen Schlummer – einigermaßen erfrischt sogar – Stoff war zugeschnitten und lag erwartungsfroh bereit. Gut, da mag ich mich täuschen: Knalltürkis kann ja gar nicht anders, als erwartungsfroh auszusehen. Gut möglich, dass er innerlich erzitterte und bangte. Aber derlei Feinheiten darf ich ignorieren.

Musste ich auch, denn Kind zwei wollte nun mit mir spielen: Dackelblick und Gipsarm sind Aufforderungen, denen man nicht widerstehen kann und darf. Ich bot mir einen Aufschub von 40 min aus, den ich erhielt und die zum Stecken der Kellerfalten und der Abnäher, zum Fadenspulen und dann gar zum Steppen und Heften nutzte. Tommy baute währenddessen das ‚Spiel des Lebens‘ auf und gewährte mir sogar eine Verlängerung zum Ausbügeln. Mittlerweile hatten sich die Wolken verzogen und sekündlich wurde es wärmer und wärmer und wärmer. Kurz nachdem auch ich einmal ein Spiel gegen mein Minigenie und Geldgiermonster gewonnen hatte, trafen Kind Eins und der dienstreisenbeendende Gatte ein und wir zogen gemeinsam Richtung Eisdiele und ungesundes Abendessen.

Eigentlich wollte ich dann weiter nähen, aber irgendwie … es gab noch manches zu besprechen, einen Film zu schauen und wie das dann so ist: Morgen ist auch noch ein Tag. Das war gestern und Heute ist Morgen. In einer halben Stunde schon erscheint der Handwerker, der unsere Heizung in den Griff bekommen soll – auch ein heißen Tagen wäre warmes Wasser schön. Am Nachmittag müssen wir wieder ins Krankenhaus, um Tommys Arm untersuchen zu lassen und bitte, bitte, wer nun noch Zeit und Kraft zum erneuten Daumendrücken aufbringen kann: der Arm soll bitte sich anständig verhalten haben und vernünftig und gerade zusammen wachsen wollen – ansonsten müsste der Knochen komplett gebrochen werden und das hört sich nicht an wie etwas, was ich meinem Sohn wünschen würde. Er erträgt seine Lage im übrigen mit solch einer Gelassenheit, dass ich wenigstens einmal pro Tag vor ihm auf die Knie fallen könnte vor lauter Bewunderung. Ich wäre nichts als Wut und Galle …

Aber zwischendrin ist Zeit für Seiten- und Schulternähte, Versäuberungen und Reißverschlüsse – ich bemühe mich! Muss ich auch, das unanständige Hauskleid wäre dann ja auch das ZKJ für Juli. Schön, so ganz ohne Druck zu nähen. Oder so ähnlich!

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Kommentare

  1. Auch meine Daumen sind gedrückt. Hoffe für dich und deinen Junior, dass mit dem Arm alles ok wird. Mein Bruder hat bis heute eine grosse Narbe am Unterarm, weil er mit Gips gefallen ist und der Arm schief zusammengewachsen ist. Würde euch sehr wünschen, dass euch das erspart bleibt.
    Alles Liebe, ette

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