Siebenschön: Was ist Schönheit – 2. Teil

Und weiter geht es – und ist es nicht erstaunlich, aus wie unterschiedlichen Winkeln wir auf das Thema schauen? Und wie unterschiedlich “kurze” Antworten ausfallen können. Heute antworten Stella, Sabrina und Lottie:

Wie definierst DU Schönheit?


Schönheit definiere ich über Freundlichkeit,Weisheit und Ruhe. Also eher Werte statt Äußerlichkeiten. Ich denke da an eine ältere, grauhaarige Frau im Rock … warum, das weiß ich auch nicht.


Schönheit ist für mich die Eigenschaft, die dafür sorgt, dass ich jemanden gerne anschaue. Besonders lange bleibt mein Blick an kleinen Brüchen und Extravaganzen hängen – die finde ich spannend.


„Schön ist alles, was man mit Liebe betrachtet“ gefällt mir als erste Definition von Schönheit. Natürlich betrachte ich auch selbstgebackenen unförmigen Kuchen mit Liebe ;), aber eine schöne Landschaft, ein fröhlicher Mensch oder auch mein kleines Baby ist für mich der Inbegriff von Schönheit. Äusserliche Schönheit geht einher mit Ausstrahlung. Das kann eine lebendige und fröhliche Ausstrahlung sein, eine erotische dunkle Ausstrahlung, eine zurückhaltende liebevolle…so viele verschiedene Arten von Schönheit. Wunderschöne lange Haare, nach denen ich mich oft umdrehe…mit Selbstbewusstsein getragene schöne Kleider…die ältere üppige Bekannte, die oft weite schwarze Kleider trägt und dabei eine tolle Frisur, Brille und Schmuck und unglaublich gepflegt aussieht…die natürliche und braungebrannte Freundin, welche eine Bauernlehre macht und sich wohl noch kaum je geschminkt hat…

Ein selbstbewusstes und gepflegtes Äusseres und natürlich Zufriedenheit mit sich und der Welt sind für mich „Schönheit“.


Hast du ein Schönheitsideal und wie sieht es aus?


Ein Schönheitsideal. ..hmmm.
Fröhlichkeit und Freundlichkeit. In allen Lebenslagen.

 


Über diese Frage habe ich lange nachgedacht und vor meinem geistigen Auge all die schönen Frauen vorbeziehen lassen, die mir so einfielen. Große, schlanke, leicht androgyne Wesen, die unnahbar kühl in die Welt schauen waren genauso dabei wie strahlende, üppige Pin-up-Formen und zarte, pixiehafte Elfchen. In den Details geht es gerade so durcheinander weiter: ob natürlich mit Sommersprossen und wilden Locken oder ein glatt geschminkter Porzellanteint mit kunstvoll modellierter Vintage-Frisur? Ich bin bereit, beides mit viel Freude zu bewundern, wenn es nur stimmig ist. Das bedeutet für mich, dass die Ausstrahlung einer Person zu ihrem Äußerem passt. Dass die Person sich ihrer Selbst bewusst ist – und sich wenigstens ein bisschen mag.


Natürlich. Mein Schönheitsideal ist sehr durchschnittlich und geprägt von Werbung und Modewelt. Ich finde lange, schlanke Beine schön, lange wallende Haarmähnen, sportliche (nicht übertrainierte) Körper, schöne feine Nasen…schwierig, sich davon zu befreien. Aber viele Frauen, die dem Bild entsprechen, würde ich nicht direkt als schön bezeichnen, wenn die Ausstrahlung fehlt und umgekehrt.


Gemessen an dem, worauf du  bei anderen achtest und schaust – wie sehr entsprichst du deinem eigenen Ideal?


Und nein, diesem Ideal komme ich nicht nahe…..


Sagen wir mal: Ich bin auf einem ganz guten Weg. In den vergangenen Jahren habe ich mich intensiver mit mir selbst auseinandergesetzt – wer ich bin, wie ich sein möchte, wie ich das nach außen tragen kann. Und ja, wenn ich mit Freundlichkeit in den Spiegel schaue, dann mag ich die Frau darin. Das bedeutet nicht, dass ich mir einbilde, von Kopf bis Fuß makellos zu sein – das bin ich ganz und gar nicht. Aber ich starre auch nicht in fiesem Licht stundenlang auf meine Oberschenkel und hasse sie für jede einzelne Delle und jeden Dehnungsstreifen. Sie sind ein Teil von mir und das ist okay.
Was für meinen nackten Körper gilt, gilt auch für den bekleideten: Wenn ich mir morgens Zeit genommen habe, bewusst Kleidung auszuwählen, die meinem momentanen Gefühl entspricht, statt einfach irgendwas überzustülpen, um gesellschaftlichen Konventionen und meteorologischen Bedingungen zu genügen, dann gefalle ich mir.

Knapper ausgedrückt: Geht es mir gut, finde ich mich schön. Geht es mir mies, kümmere ich mich weniger um mich oder mein Äußeres und finde mich dementsprechend auch eher meh.


So etwa 50 % vielleicht? Ich habe aber auch gar keinen Anspruch darauf, einem Ideal zu entsprechen. Jeder Mensch ist anders gebaut und hat unterschiedliche Möglichkeiten (finanziell, zeitlich…) sich dem Ideal anzunähern. Obwohl ich gewichtsmässig kaum schwerer bin als vor der Schwangerschaft hat sich der Körper ganz anders geformt. Manchmal finde ich es schön, etwas weiblicher und weicher auszusehen, dann vermisse ich wieder meinen „knackigen“ Körper und würde gerne wieder mehr Sport treiben und die Muskeln definieren. Wenn mein Gesicht dem Schönheitsideal entsprechen müsste, wären da vollere Lippen, eine feinere Nase und fülligere Haare. Aber dem ist nun mal nicht so. Und wie es wohl so manchen Menschen geht finde ich mich manchmal ganz hübsch und manchmal denke ich: meine Güte, was habe ich für eine doofe Frisur etc. 


Ich fand und finde es unglaublich schwierig, nicht auf jede einzelne Aussage zu antworten, nachzufragen und los zu diskutieren. Aber aus all diesen Aussagen ergibt sich ein wirklich spannendes und vielfältiges Bild, das – denke ich, denken wir zumindest – zum Überlegen einlädt. Dass hier jede einzelne ihre ganz ureigene Sicht darstellt und das ohne falsche Zurückhaltung und politisch-korrekte Vorsicht empfinde ich als mutig, denn es besteht immer die Gefahr, dass sich eine Leserin bei manchen Worten unbeabsichtig getroffen fühlt. Was nicht nötig ist, denn wir sind uns alle einig darin, dass am Ende eines wichtig ist: Der Charakter eines Menschen.

Ein gutes Äußeres, ein guter Kopf und ein gutes Herz mag der ideale Dreiklng sein, aber was sind die ersten beiden ohne letzteres? Eben.

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