Siebenschön

Sieben Frauen in sieben mitunter sehr verschiedenen Lebenssituationen und -stationen, unterschiedlich in Alter, Größe, Gewicht, Form und Prägung.
Einig darin, dass es eben nicht albern und oberflächlich ist, sich über das eigene Äußere Gedanken zu machen. Einig auch darin, sich – vielleicht zögerlich und übend, vielleicht immer schon – schön zu finden auch abseits klassischer Schönheit und medialer Präsentation. Und ebenfalls einig in dem Versuch, den eigenen Blick zu öffnen in alle Richtungen.

Siebenschön ist ein Märchen Ludwig Bechsteins aus den 1840ern: Ein junges Mädchen armer, aber ehrlicher Herkunft ist so schön wie sieben schöne Mädchen gemeinsam. Also klassisch Märchen und Sozialromanze. Und weil ja die inneren Werte immer so viel wichtiger sind als die äußeren, trägt das engelsgleiche Geschöpf einen Schleier vor dem Gesicht, damit sie – eigentlich auch eitel – für eben diese inneren Werte geschätzt wird denn für die profane Schönheit, die sie offenbar erduldet. Vielleicht aber ist sie sogar so schlau, dass sie weiß: Schönheit bringt Neid. Ein Märchen also, das wir hin- und herdeuten können, wie wir mögen. Vor allem aber hat es Bezug auf diese kleine Reihe – wie stehen Schönheit und Selbstbewußtsein zueinander, wieviel Unsicherheit kann sie erzeugen und ist das immer durch Intelligenz, Charme, Bildung, Talent auszugleichen in der eigenen Wahrnehmung?
Das mag nun so klingen, als hätten wir bereits alle Antworten – davon sind wir so weit entfernt, wie viele andere auch. Aber in den letzten Tagen haben wir erstaunt festgestellt, wie wenig alleine jede einzelne von uns ist mit all den Gefühlen und Fehleinschätzungen, die wir so mit uns herumtragen. Ein sehr befreiendes Erlebnis!

Aber wer sind „Wir“? Nunja, eine davon bin ich und das hat den großen Vorteil, dass ich mich nicht vorstellen muss, dazu habe ich die anderen sechs gezwungen – mit Bild! Und damit ich nichts lange überlegen muss, ob ich diese tollen Frauen nach Alter oder Größe oder Alphabet vorstelle, treten sie einfach in der Reihenfolge auf, in der sie mit ihren Intros fertig waren.


Nico, 41,  1,64 m, 57kg vor kurzem noch 62, Konfektionsgröße 36/38

Selbstständig als Präsentationsberaterin, Homeoffice oder vorne im Besprechungsraum, Wochenendehe, Fast-Teenie-Mama, Katzenliebhaberin und schon immer fasziniert von Kunst, Design und Psychologie.
Aufgewachsen mit / umgeben von Menschen mit dem Blick fürs schöne Detail. Und dann kam noch das Nähen dazu, bei dem der Blick für Körper und Passform ebenfalls geschärft wird. Da kann man auch bei Normalgewicht schon mal mit sich und dem älter werden hadern. Obwohl oder gerade weil man mit der eigenen Lebensgeschichte für jedes Jahr dankbar ist. Ich freue mich sehr auf den tiefgründigen Austausch über vermeintliche Oberflächlichkeiten.


Bine, 49, 1,60 m, Konfektionsgröße 44/46, figürlich ein astreines X

Freiberufliche Texterin und Autorin, im Homeoffice und überwiegend im Internet tätig. Ich bin sehr glücklich verheiratet, die „Ma“ von zwei erwachsenen Kindern, dreifache Katzen- und einfache Hundemami sowie Pflegerin einer Rennmausrentnerin. Meine Hobbys sind stricken, spinnen und färben, seit zwei Jahren nähen, lesen, geocachen und fotografieren.
Ich bin als Einzelkind aufgewachsen und erlebte schon in der Kindheit häufige Hänseleien wegen meiner roten Haare und der vielen Sommersprossen. Das „verwuchs“ sich, die Rundungen mit denen ich immer schon gesegnet war, allerdings nicht. Durch gute Ernährung war ich bis zu den Wechseljahren dennoch normalgewichtig, habe aber in den letzten Jahren gehörig zugenommen. Aktuell versuche ich mit WW mein Wohlfühlgewicht wieder zu erreichen, da ich mich selbst so gar nicht mehr mag, ungern in den Spiegel gucke und es optisch nicht so toll finde. Hinzu kommt die unbestreitbare Tatsache, dass Übergewicht nicht sehr gesund ist.


Stella, 44, 1, 76 cm, 85 kg, Konfektionsgröße 42/44

Angestellte im Sozialen Bereich, Mutter von 3 Kindern. Meine Freizeit besteht aus gärtnern, lesen und Handarbeiten, und nähen im Besonderen. Mit dem nähen habe ich sehr früh angefangen, da es schon recht früh klar war, das mein Körper nicht in Normkleidung passte. Zu gross und zu dick.Das trug nicht zu einem gesunden Selbstgefühl bei, aufgrund der ständigen Beurteilung von aussen. Seit letztem jahr aktuell auf Diät und 60 kilo leichter, nicht nur an Kilos sondern auch an eingefahrenen Sichtweisen auf den Körper im Allgemeinen.


Martina, 52 Jahre, 168 cm, 73 kgKonfektionsgrösse 42/44

verheiratet, Mama von einem Jungen und einem Mädchen und als Selbständige in der Baubranche tätig.
Hobbies: Nähen, nähen, nähen (wenn ich mal dazu komme), lesen und Schaufenster-gucken. Empfand mich immer mollig bzw. rundlich – hadere mit meinem Doppel-D-Busen. Bereits als Schülerin fühlte ich mich zu dick – heute wäre ich glücklich, wenn ich das wiegen würde.


Sabrina, 27 Jahre alt,1,80 m, vermutlich um die 70 kg, Konfektionsgröße 40

Unverheiratet und kinderlos. Beruflich arbeite ich redaktionell und auch privat schreibe ich auf meinem Blog. Darin geht es meist um Patchwork und Stickerei, aber dazwischen auch immer wieder um feministische Podcasts und Netzfunde.
In meiner Jugend bin ich durch Körpergröße und Schlacksigkeit aufgefallen, heute muss ich oft Fragen zu meinem Kurzhaarschnitt beantworten.


Kiki, 26 Jahre, 167 cm, 56 kg, Konfektionsgröße 34/36

Verheiratet und Mutter einer ganz kleinen Tochter (01.04.17). Historikerin und Religionswissenschaftlerin, aber vor allem Gymnasiallehrerin mit Leidenschaft – leider momentan ohne feste Stelle und in der Mutterpause. Schon seit Kindertagen begeisterte Bastlerin und Handarbeiterin mit Tendenz zu viel zu vielen Plänen und Hobbies. Bewegung und Sport sind mir sehr wichtig und beeinflussen sehr, wie wohl, zufrieden und schön ich mich fühle. Zugegeben bin ich meist zufrieden mit meinem Äusseren, im Bewusstsein, dass mein Aussehen nun mal so ist und andere schönere Haare, längere Beine etc. haben. Ebenso fällt mir jeden Tag auf, dass jeder Mensch auf seine Art schön ist oder sich schön zurechtmacht und ich so viele andere Menschen bewundere!


In den nächsten Tagen/Wochen bekommt jede von ihnen drei Fragen, die auf sie abgestimmt sind und die sie offen, ehrlich, freimütig beantwortet. Bitte macht euch – liebste Leserinnen – klar, dass das keine Selbstverständlichkeit ist und geht entsprechend freundlich und offen mit den Antworten um. Wir haben einfach festgestellt, dass trotz der allgegenwärtigen Diskussionen zu Schönheitsidealen und -zwang, Body shaming, Fat acceptance, Gesundheitsdebatten und dem seit Jahren behaupteten Wunsch, es müsse sich etwas tun, sich von all dem nicht alle Frauen abgeholt oder auch nur gemeint fühlen. Vielleicht können wir für eine kleine Zahl der tollen Frauen da draußen ein klitzekleines bißchen was ändern, indem sie merken: Oha, ich bin nicht alleine mit diesem oder jenem Gedanken 🙂

Achja, ein Klick auf den Namen führt übrigens zum jeweiligen Blog der Siebenschönen – von denen die eine oder andere ruhig einmal wieder etwas veröffentlichen könnte …

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