Solange es kalt ist, ist es nicht warm!

Profunde Erkenntnis, fürwahr. Ich weiß, es ist banal, es ist unnütz und albern über das Wetter zu reden oder gar sich zu beschweren. Allein mir ist es nicht um “Gutes Wetter” zu tun – die Sonne kann da draußen scheinen, wie sie mag. Meinethalben darf es regnen oder grau sein, solange es dabei nur warm ist. Unter 15°C existiere ich nur bedingt. Über 35°C ebenfalls, eine solide Kerntemperatur von 25°C ist doch das Beste. Wenn es dann noch sonnig und blaubehimmelt, weißbewölkt und sanftbrisigwehend sein sollte, dann wäre ich durchaus dankbar, glücklich und frohgemut. Dass wir den März in Sachen Wärme, Frühling, Hoffnung in die Tonne kloppen können, damit habe ich mich abgefunden. Dass es aber nach Ostern schon wieder in den einstelligen Bereich herunter gehen soll …

ABER ich gebe trotz meines innewohnenden Pessimusses (sieht das nicht hübsch aus?) nicht auf und verweigere das Nähen wärmender Kleidung, ja selbst das Anfertigen eines im Herbst noch geplanten Frühjahrsmäntelchen habe ich gestrichen: ich bereite mich auf die höchstwahrscheinlich heftig und kurz über uns hereinbrechenden Hitzetage vor. An denen ich mich vermutlich dreimal am Tag umkleiden werde, um jedes neue Teil wenigstens einmal getragen zu haben, bevor der Herbst wieder hinein weht. Mit ein wenig Spürsinn könnt ihr in diesem Text einen Hauch von Optimismus finden – ist aber nur was für Profis 😉

Gestern vormittag war ich – wie ja eigentlich immer, hahaha – sagenhaft fleißig und habe sowohl das Tupfenkleid als auch die Hose gesäumt mit meinen eigenen zarten Fingern. Auch Knöpfe hat die Hose erhalten, ebenfalls in Handarbeit. Zwischendurch habe ich meine steifgefrorenen Hände an der Heizung angetaut. Also nicht nur fleißig, auch tapfer. Noch tapferer ist es, dass ich vor zwei Stunden mich dann hinstellte und beides anzog und knipste – ohne Strumphosen und Angorawäsche …

Erst einmal die Hose nach dem Simplicity-Schnitt 4044: ingesamt 9 cm Länge habe ich eingefügt und theoretisch könnte es noch ein Zentimeter mehr sein – aber dann bleibe ich beim Treppensteigen doch im Saum hängen. Die Taille ist eine 12 und geht recht flott in eine 14 über; den Taillenbund habe ich um einen Zentimeter erhöht und das war es an Änderungen – weite Hosen sind eben doch dankbare Schnellnähmodelle. Dazu habe ich sechs Knöpfe neben die Bundfalte angenäht, allerdings bin ich nicht so weit damit herunter gegangen.
Der Stoff ist übrigens dieser hier – eigentlich etwas zu steif für diese Hose, aber genau das wollte ich. Jetzt bin ich auf der Suche nach einem fließenderen Stoff, der nicht zu sehr knittern sollte. Ideen? Welche Farben bräuchte ich noch? Hosen sind ja keine mehr im Schrank, waren alle zu eng…

IMG_0475

IMG_0472

Damit nicht genug habe ich mich in das Hemblusenkleid geworfen – und noch mehr gefroren. Für euch!
Das Kleid ist nach dem gleichen Schnitt wie das Kleid vom Juli – nur mit all den Verbesserungen, die ich für nötig hielt: größerer Brustabnäher, breitere Schulter und schmälere Hüfte. Und dazu eine breite Schärpe für die Taille. Und weil ich so frieren musste und die Sonne, die kalte, viele Bilder verdarb, müsst ihr nun viele, viele sich ähnelnde Fotos anschauen!

IMG_0463

IMG_0470

IMG_0469

Das war – wie erwähnt! – tapfer, denn das einzige wahrheitsgetreue Bild ist das hier:

IMG_0471

Und weil ich das nicht wahrhaben will, dass ein Vierteljahr vergangen ist ohne Hoffnung auf Frühling (von dem ich seit dem 15. Januar denke, er müsse jeden Augenblick um die Ecke biegen) erhöhe ich diese Wirklichkeit ins Surreale:

Warholquasi

Achso, und weil der Tupfenstoff auch angefragt wurde: ebenfalls vom Stoffkontor, wie immer sehr großzügig zugeschnitten – allerdings fiel der Stoff vor dem Waschen sehr weich, danach ähnelt er ein wenig mehr einem klassischen Baumwollpatchworkstoff. Ob Weichspüler – den ich nicht besitze – daran etwas ändern könnte?

Diese Beiträge könnten dich interessieren: