Wo steht mir der Kopf?

Es wäre gut, fände ich ihn und seine Position. Aber irgendwie … heute sprach der Gatte weise Worte, deren Sinn dahin ging, ich würde mich wohl zu sehr unter Druck setzen, alles zu perfekt machen zu wollen. Hmmm … das eigentlich Verblüffende daran ist, dass der Gatte grundsätzlich eher nicht der Meinung ist, ich hätte mit dem Streben nach Perfektion zu viel zu tun 😉 Gut, dass ist jetzt nicht die Aussage, von der er will, dass ich sie aus seinen Worten ziehe und vielleicht, ganz, ganz vielleicht hat er ein ganz, ganz kleines bißchen recht. Also minimalst natürlich.

ABER es sind nun noch knapp sechs Wochen, in denen ich all das noch schaffen will und muss:
Wände streichen, Möbel kaufen, liefern lassen und aufbauen.
Liege und Equipment in Empfang nehmen, anschließen und ausgiebig testen.
Mich für eine Dekorative entscheiden, Farbraum einrichten.
Alles fotografieren (meine Stärke, hahaha!) und in die Seite einbauen.
Kittel endlich nähen.
Bilder von mir machen – Hölle hoch zehn.
Die Seite zu Ende bringen.
Flyer erstellen.
Flyer drucken und verteilen lassen.

Dazu liegt es mir nach wie vor auf der Seele, wie wenig ich Zeit für die schönen Dinge habe – ich vermisse euch und habe doch nichts zu zeigen oder zu berichten. Und ich bin jetzt äußerst versucht, mich kniefällig für diesen Beitrag zu entschuldigen – so bild- und sinnlos.
Auf der anderen Seite bin ich gerade sehr froh darum, dass ich so viel um die Ohren habe, denn es nähert sich unaufhaltsam der erste Jahrestag und gerade heute noch habe ich feststellen müssen, dass ich das Geschehene nach wie vor nicht akzeptieren will, dass ich oft wie verbohrt denke, es sei gewiß noch alles beim Alten und mein Vater sei noch da. Diese Selbstständigmacherei erfüllt mehr als einen Nutzen, so befürchte ich küchenpsychologisch: es lenkt eben auch ab und gleichzeitig ist es eine Art Widmung, denn mein Papa war mit Begeisterung dabei, als ich das erste Mal diesen Weg ging und ich bin sicher, hätte er es nun mitbekommen, so wäre es nach der üblichen “Herrje, überleg dir das gut, willst du dir das wirklich wieder antun?”-Frage wieder gewesen. Er wäre vermutlich skeptisch nach Hause gefahren, hätte auf dem Weg schon Ideen gehabt und hätte mich am nächsten Morgen angerufen, um mir zu erzählen, in welchem Baumarkt er schon das eine oder andere Passende für die eine oder andere tolle Idee gefunden habe. Und so fühlt sich all das zur Zeit seltsam an: eine Mischung kompletter Gegensätze. Ein Verdrängen und ein gleichzeitiges ständiges Darandenken. Sicherlich auch gemixt mit einem guten Gefühl und einem schlechten Gewissen, beides entstanden aus der Tatsache, dass das Leben eben doch weitergeht, obwohl ich mich frage, ob es das denn darf…

Lustiges – naja, Skurilles gibt es aber auch: soeben erhielt ich eine Mail eines Kosmetiksuchportals, bei dem ich mich theoretisch eingetragen haben, praktisch aber nicht auf der Seite auftauche. Ich sei unter die 30 Studios gewählt worden, die im Monat September um ein Krönchen kämpfen dürfen. Weder Seite noch Studio sind komplett – da darf man das schon mal interessant finden 😛
Aber weil ich ja gerne klicke: falls eine von euch Spaß daran hat, darf sie auch gerne wählen gehen. Gerne auch für mich, ich darf dann ein Banner haben oder ähnliches, ich habe es noch nicht so ganz heraus gefunden.

So, und da ich heute angeschlagen im Bett lag, werde ich nun mein Strickzeug hervor suchen und einen Film schauen und hoffentlich NICHT noch mehr arbeiten – ein bißchen Pause muss ja mal sein, oder?