Maigarderobe 2

Draußen ist es deutlich grauer und kühler und nach was griff ich? Genau, nach grauer, kühler Viskose. Die ich liebend gerne trage, aber meist hassend vernähe. Deshalb heute schon wieder nichts selbstgemachtes. Da ich heute abend in den Zirkus darf, werden aber wohl ein handgestrickter Pulli und ein selbstgenähter Mantel zum Einsatz kommen.

 

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Ich war übrigens schon oft versucht, ein Kleidungsstück in einer zu großen Größe zu kaufen, nur um an den Stoff heran zu kommen … bislang konnte ich mich da zurück halten. Worüber ich zur Zeit nachdenke, das ist das engernähen von Hosenbeinen. Diejenigen, die ebenfalls keine Waden ihr Eigen nennen, aber über Hüfte verfügen, kennen das Problem, sowohl bei Schnittmustern als auch bei Hosen: ab Knie ist selbst die Superskinny zu weit und schwabbelig. Verblüffend, dass man DAS auf Bildern erkennen kann, meine Oberschenkel aber selbst in Schlabberhosen kompakt aussehen. Die Geheimnisse des Fotografierens.

Gekauftes als Grundlage

Ich hatte gewarnt, hier kommt der zweite Beitrag für heute – überschüssige Energie, die heute ins Einkaufen, Staubsaugen, Ändern und Bloggen fließt.

Als es vor zwei Wochen sonnig und warm war, hielt es mich nicht mehr und ich musste wenigstens einmal vor die Tür und sei es nur zu einer der lokalen Aldi-Filialen. Was ich dort wollte, weiß ich nicht mehr, aber ich fand eine nebenweiße Leinenhose der Art, wie ich sie in der ersten Schwangerschaft mit Wonne trug. Eine Größe 40 gab es noch und mutig nahm ich sie mit. Passt. Offenbar habe ich nur bei den einschlägigen Modeketten eine 42. Und sie saß so gut und angenehm und hatte 6 cm Saum zum Auslassen, dass ich noch einmal losfuhr, um in den anderen Geschäften nach weiteren Farben zu schauen. Was sagte ich über erfüllte Wünsche, die immer weitere nach sich ziehen? Genau. Die Sonne schien, ich litt und hatte den Eindruck, mir etwas Gutes tun zu müssen. Sofort.

Ich fand sie noch in blaugrau und dunkelblau. Beide saßen nicht so gut wie die weiße Hose, vor allem die dunkelblaue ließ zu wünschen übrig. Aber Leinen-Baumwollmischungen in dieser Zartheit sind als Meterware selten zu bekommen; oben herum passte sie gut und der rundum weite Schnitt fühlte sich gut an. So durfte sie bleiben.

 

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Deutlich kürzer trotz ausgelassenen Saums als die beiden anderen Hosen kam sie auch noch mit seltsam kurvigen Seitennähten – ein wenig wie eine zu kurze Zimmermannshose; man kann es wohl erahnen auf dem Bild. Und weil ich zur Zeit im Änderungswahn bin und zu mehr Lässigkeit auch beim Nähen finden will, habe ich es mir ganz, ganz leicht gemacht: Einfach markiert ab dort, wo die Weite abnehmen soll, die Hose auf links gedreht, mit einem langen Lineal eingezeichnet, wo es lang gehen soll und drüber gerattert. Zack. Und jetzt habe ich eine luftig-leichte Leinenhose mit Krempelsaum:

 

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Manchmal ist das das einzige Wahre: schnell und schmutzig Lästiges abarbeiten, sich am Ergebnis freuen und ran ans nächste. Oder?

 

Auch mal ein kleines Mai-Projekt – nur für mich.

Die halbe Nähwelt versammelt sich zum Me-Made-May wie seit Jahren und als ich gestern – wieder einmal – sehr früh und müde im Bett lag und mein Blick auf den Kleiderschrank fiel, fragte ich mich, ob ich noch mal wieder an den Punkt kommen werde, an dem das Selbstgenähte das Gekaufte überwiegen würde …

Anfang letzten Jahres stellte sich die Frage gar nicht: außer einer Turnhose, der Wäsche und den Strümpfen war alles selbsthergestellt. Da gab es keine Bluse, keinen Rock, keinen Mantel, kein gar nix, das nicht von mir gestrickt oder genäht worden wäre. Das war ein sehr befriedigendes Gefühl. Bis auf die kleine, störende Tatsache, dass ich mich immer weniger wohl in die Kleidungsstücken fühlte. Zunächst nur deshalb, weil die Wechseljahre nicht nur eine Gewichtszunahme (die ich jetzt halbentschieden wieder abbaue), sondern vor allem Gewebeverschiebungen mit sich brachten. Wie nannte es die wunderbare Frau Jahnke in ihrer Pantheon-Ehrenpreis-Dankesrede: Dementes Gewebe. Kenne ich. Habe ich auch.

So schiebt es sich ungefragt im Sitzen in die Taille, um im Stehen sonstwohin hinunter zu plumpsen und in Bewegung wahllos durch die Gegend zu hüpfen. Was für einen Rock mit engem Bund in der Taille bedeutet: aua! So wurde er duch das demente Gewebe sitzend bis unter die Brust geschoben, von wo er stehend wieder abgeholt werden musste. Oder der Bund musste diskret geöffnet werden, bevor ich Platz nehmen konnte. Versuche, den Bund einfach etwas weiter zu nähen, waren doppelt frustrierend: so weit, dass ich darin hätte sitzen können, wurde er erst gar nicht, denn schon lange davor sauste mir der Rock um die Taille und Richtung Hüfte, wenn ich stand. Eine Messung ergab: das können schon mal 10 cm sein, die sich plötzlich breit machen.

Es war, ich sagte es, frustrierend. Sowohl beim Nähen und Trennen und Nähen und Trennen selbst, als auch bei den Anproben oder im Alltag. Und so ganz langsam schlich sich noch etwas anderes ein: Überdruß und Langeweile. Ich konnte all die Röcke und Pullis einfach nicht mehr sehen. Nach wie vor schaue ich mir Modebilder der 20er-40er gerne an, bin für die Ästhetik und die Schnittführung nicht verloren. Es ist nur einfach nicht mehr meines. Ich weiß, ich erzählte das bereits.

Und was tut man dann? Ich begann wohl, zeitloseres und moderneres zu konstruieren und auch einmal probe zu nähen, stand mir dabei aber meist selbst im Weg, weil ich viel zu oft um die Ecke dachte, viel zu sehr in Raffungen, Schnittlinien und Aufteilungen dachte und dabei unglaublich viel Mühe hatte, den vorhandenen Vintageblöcken moderne Weite und Lässigkeit einzugeben. Und zu dem Zeitpunkt viel zu unlustig war, komplett von vorne zu beginnen. Noch mehr Frust also.

Die Lösund war eine Einkaufstour mit dem Gatten, der geduldig in der Filiale einer französischen Kette enge Hosen, kurze Hosen, weite Blusen und hohe Schuhe herbei brachte und sichtete und mich dann beschenkte – ich denke, die kurzen Hosen trugen ihr Teil zu seiner Großzügigkeit bei. Ich schaute in den Spiegel und fand mich endlich einmal wieder nach den drei miesen Jahren zuvor mit Verlust und Schmerzen und Depressionen. Der Einkauf hatte Freude gemacht (trotz meines Wissens um die Zustände, unter denen diese Kleidung womöglich hergestellt wurde – das trübte und trübt bis heute mein Gewissen sehr) und hat mir Druck genommen. Druck, den ich mir selbst unbewußt auferlegt hatte, nämlich alles und jedes selbstgemacht haben zu wollen, sollen, müssen.

Nun ist es aber auch so, dass das leichte Kaufen und die Freude darüber, sich neu wieder zu entdecken (womit ich noch lange nicht durch bin, so steht zu befürchten) mir auch den Schwung zum Nähen nahm. Ich habe festgestellt, dass ich aber auch nicht die geringste Lust habe, Hosen mit fünf Taschen zu nähen und erst am Ende zu sehen, ob ich noch was hätte ändern müssen; ganz abgesehen davon, dass die Lust, dafür einen Grundschnitt zu erstellen, noch geringer ist. Und weshalb sollte ich auch, da ich – bleibe ich bei den engeren, hüftigeren Hosen – keine Schwierigkeiten habe, einigermaßen passendes zu finden. Will ich weitere Modelle, die höher sitzen, so lassen sich Simplicity und Knip für meine Figur relativ gut anpassen. Problem gelöst.

Nichtsdestotrotz will ich nähen und mich dabei auf Kleider, Röcke und Oberteile konzentrieren – reines Lustnähen, weil mein Kleiderschrank einigermaßen gut gefüllt ist mit allem, was mir Spaß macht. Endlich kann ich durchs Stofflager streiche(l)n, ohne zu denken: diesen oder jenen Stoff musst du unbedingt ganz schnell vernähen, du brauchst dringend dies oder das für dann und dann. Und nach nun über drei Wochen Krankheit und nach wie vor großen Schwierigkeiten, etwas zum Anziehen zu finden, das nicht schmerzt, bin ich richtiggehend heiß darauf, schönes und praktisches herzustellen. Oder auch nur umzuändern und anzupassen. Und um mich zu motivieren und mir selbst zu zeigen, in was ich mich wohlfühle und was ich wirklich trage, knipse ich mich nun auch täglich. Also vielleicht. Ich habe es vor … und zwar in allem, was ich trage ohne Rücksicht auf gekauft oder genäht. An manchen Tagen gibt es vermutlich zwei Beiträge: den einen für mich mit dem Getragenen (jetzt brauche ich noch eine Überschrift, damit das erkennbar ist und niemand darauf klickt, der ganz anderes bei mir sehen will) und einen Beitrag fürs echte Bloggen, wenn es mich mal wieder reißt, ich etwas fertig habe, eine Geschichte erzählen will oder einfach nur laut meckere.

Heute morgen also Sonnenschein und milde Temperaturen und ein kurzer Einkauf:

 

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Wenn man im Bett liegt, wieder klar denken kann und sich entsprechend langweilt, ist ebay gefährlich-verführerisch. Eine Jeansjacke wollte ich schon lange wieder einmal, irgendein weites Riesending, das über alles drüber passt, wenn es nicht warm, nicht kalt, windig, aber nicht stürmisch ist. Nun gut, man kann ja mal schauen. Und oh: hier ist eine von  Benetton in Größe M, die noch 2 min läuft und kein einziges Gebot hat. Nur mal schauen, woran denn das wohl liegt – Löcher? Schimmel? Steht nichts negatives da, hmmm. Gib halt einfach ein schnelles kleines Gebot ein – 3,33 € als Einsatz für ein Spiel, das nicht unbedingt gewonnen werden muss, das macht doch Laune. Wenn dann aber zwei Minuten später die Mail kommt, man habe den Artikel erworben und das für einen Euro … dann hält sich meine Freude in Grenzen, weil ich mir so schofelig vorkomme. Bis ich daran denke, wieviele gute Dinge ich für die gleiche Summe weggegeben habe. Als die Jacke dann am Samstag ankam und genauso aussah, wie ich mir das dachte – na, da habe ich mich doch gefreut. Nun hätte ich vielleicht gerne noch eine, die etwas kürzer und schmäler ist. So ist das mit dem Habenwollen: es zieht immer noch mehr Wünsche hinter sich her und deshalb muss diese eine Jacke ausreichen. Punkt.

 

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Zuhause natürlich ohne Jacke, aber mal mit Schmuck. Ich versuche immer wieder einmal, mich daran zu gewöhnen; bei anderen sieht das schon nett aus. Bis jetzt habe ich die Kette noch an.

Auch hier nichts Selbstgemachtes, aber Pläne, eine ähnliche Bluse zu konstruieren. Zählt auch. Irgendwie.

Zwischen Sack und Pelle

Ich denke, ich habe ein Mittelding zwischen beiden Möglichkeiten getroffen: ich habe dem wilden Blumenrock insgesamt zwei Zentimeter Weite an Taille und Hüfte herausoperiert und am Saum satte sechs. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man das auf meinen Bildern erkennen kann; es ist vielleicht mehr ein Ding des Spüren und Tragens und somit schlecht abbildbar.
Was ich mir für die nächsten Röcke aber doch noch einmal überlege, das ist eine geformte hintere Mittelnaht. Dazu rieten einige von euch aus eigener Erfahrung und in meinen Bleistiftrockhochzeiten habe ich damit auch experimentiert. Auch Beates Idee, das Vorderteil einfach mit weichen Falten zu versehen, gefällt mir. Wir werden sehen; ich befinde mich nach wie vor in einer Zeit des Suchens und hoffentlich Findens.

Zu diesem Suchen und Finden trägt auch der modische Zeitgeist bei, der längst nicht mehr so viele und so hohe Schuhe zeigt, sondern zunehmend flaches und bequemes. Das trifft sich hervorragend mit meinem aktuellen Bedürfnis nach mehr Bodenhaftung, schnellerer Fluchtmöglichkeit und neuer Sicht auf meinen Körper.

 

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So ganz lässt es mir ja keine Ruhe: könnte ich doch noch einen anderen Fotoplatz im Haus finden? Mit viel Licht sieht ja alles gleich viel cooler aus. Oder undeutlicher. Also bin ich vorerst wieder zurück ins Wohnzimmer zwischen Nähschrank und Katzenaussichtsturm – was thematisch ja besser passt als die Küche. Und da dürft ihr sehen, wie klein und weniger schlank ich ohne hohe Schuhe bin:

 

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Gut, ein klein wenig größer bin ich schon, wenn ich mich nicht anlehne und die Beine von mir strecke, aber ist es nicht immer wieder verblüffend, was Schuhe ausmachen? So, in dieser kompakteren Laufversion meiner selbst, bin ich mir zwar noch etwas fremd, aber irgendwie mag ich es. Es fühlt sich in der Bewegung einfach gut an und was soll ich ständig kaschieren, was doch nun mal geschieht: ich werde gerader. Die Hüften werden mit etwas Glück schmäler (ha, zwei Zentimeter, der Wahnsinn!), die Taille breiter (trotz Verlust von 4 Kilo gleich geblieben) und der Oberkörper irgendwie weicher. Das macht das Kaufen fertiger Kleidung ein wenig leichter. Was ich – politisch nur semikorrekt – genieße. Im Rahmen. Huch, ich mäandere, was wollte ich sagen? Turnschuhe hurra! Von Zeit zu Zeit.

 

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Was ich nicht finden konnte, das sind lockere Shirts in weiß-blau gestreift. Alles ist entweder schwarz-weiß oder nebenweiß-marine und dazu schmal geschnitten. Das finde ich von hinten suboptimal, aber herrje, damit muss die Welt klar kommen, ich sehe es eher selten. Erstaunlich ist aber, dass ich auf diesen Bilder meine Seitenansicht lieber mag als die Rückseite – das ist ein Novum. Ah, ich verliere mich schon wieder. Es ist gar nicht so leicht, wieder in den Alltag zurück zu kehren. Was wollte ich sagen? Ahja, zum Vergleich noch einmal schnell mit der selben Bluse und den selben Schuhe wie bei der ersten Version des Rockes:

 

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Der Reißverschluss lässt sich übrigens nicht von unten öffnen, sicher ist sicher.

 

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Was zehn Zentimeter doch für einen Unterschied machen. Jetzt fehlen mir zu diesem Rock noch passende Oberteile, die entspannter und schmeichelner daher kommen. Außerdem habe ich einen blauen Kunstlederstretch, von dem ich denke, ihm stünde der Schnitt auch ganz gut. Oder?

(Das ist heute ein wenig kontrastbloggen und zwei Beiträge an einem Tag: das schlaucht ja doch. Ich gehe jetzt Schlaf nachholen. Dringend!)

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel

0652Ich war nie eine Freundin Ihrer Politik – sei es der großen Politik Ihrer Partei oder Ihrer persönlichen Art im Umgang mit anderen – und bin nach wie vor enttäuscht von den meisten Entwicklungen unter Ihrer Regierung, egal ob es um Soziales, Frauenrechtlerisches, Gesundheit oder Bildung geht: wir sind nicht einer Meinung.

In den letzten Monaten – als Sie zum ersten Mal zeigten, dass eine Pfarrerstochter und Wissenschaftlerin Werte hat, die man erwarten kann: Nächstenliebe und Vision – gewann ich mit vielen anderen den Eindruck, dass Sie mit den richtigen Menschen an Ihrer Seite schon Jahre zuvor viel mehr hätten erreichen können. Wie vielen anderen meiner Generation und Couleur fiel es gar nicht einmal so leicht zu sagen, dass Sie in dieser Lage die Kanzlerin meiner Wahl sind.

Als ich ein Kind war, war die politische Welt einfacher und für mich ein selbstverständlicher Teil des Großwerdens; ich machte die Politik einer Partei an den Leuten fest, die diese Parteien bildeten: sowohl an denen an der Spitze, die auf Wahlplakaten ihre Gesichter herzeigten als auch an denen an der Basis der lokalen Politik. Dass man die SPD wählte, das gehörte für die meisten um mich herum selbstverständlich dazu und noch heute sind die meisten klassische Sozialdemokraten, die nur leider nicht mehr so recht wissen, wen sie wählen wollen – immerhin ist hier niemand dumm und gemein genug, um der AfD seine oder ihre Stimme zu geben.

Während die CDUler auf Plakaten bemüht jovial in die Ferne blickten, waren die lokalen Christdemokraten die runden Männer über 50, deren Jovialität immer eine Spur zu laut und zu rotgesichtig war, um einnehmend auf mich wirken zu können. Schon damals war die Wirtschaft ihr höchstes Gut, worunter man sowohl den wöchentlichen Parteistammtisch in einer gutbürgerlichen Kneipe als auch die Stärkung des lokalen Handwerks und Einzelhandels verstand. Also eigentlich recht egoistisch um das eigene Wohl ging es ihnen, denn diesen beiden Stämmen gehörten sie an.

Die Liberalen hingegen, schlank, süffisant und mit einem sehr bemüht zur Schau getragenen Laissez-faire, waren wie auch im Bundestag in einer Minderheit, die ihnen nichts von ihrer Bedeutung nahm – man war wichtig und wollte Dinge, die selten klar und deutlich zum Ausdruck kamen; die meisten, die ich kennenlernte, waren nicht vom Schlage Genschers oder Hildegard Hamm-Brüchers. Leider.

Und da mein Vater ein Lindauer mit Sehnsucht zum See war und wir während der Sommerferien bei meiner Tante einfielen, lernte ich auch CSUler kennen, die im Vergleich zum CDUler lauter, rotgesichtiger und deutlich ungemütlicher waren. Hier hörte ich auch zum ersten Mal, wie beim Vorübergehen an dem einen oder anderen Kaufhaus gezischt wurde: „Do kaaf i net, des is a Jud!“
Das Verbindende schien mir schon damals der Abscheu gegen alles andere zu sein. Ob es der Preuße war oder der Österreicher, ob es der politisch Andersdenkende, der Nicht-Biertrinker oder derjenige war, der nicht „Grüß Gott“ sagte: Mir san mir! Und das war wichtig.

Sozialdemokraten kamen mir vielfältiger vor; es waren ja auch mehr davon um mich herum. Für mich manifestierten sich die Unterschiede der Parteimitglieder und Wähler in ihren Fragen nach meiner schulischen Laufbahn: für die Mitglieder Ihrer Partei bestand die Schulbildung vor allem aus „anständig rechnen und sauber schreiben können und tun, was der Lehrer sagt“ – es waren meist unergiebige und unersprießliche Gespräche, in denen meine Antworten keine Rolle spielten. Fragte ein FDP wählender Bekannter danach, im Vorbeigehen, so waren die Noten das einzig Entscheidende – da konnte ich einige Jahre mithalten, bis mein schulisches Interesse nachließ. Einem Wähler der alten Tante SPD hingegen schien Bildung etwas anderes zu sein: humanistisch und sprachlich fit sollte ich sein, diskussionsbereit und weltoffen Achtsamkeit und Ironie versprühen können. Ich verstehe das bis heute unter wahrlich guter Bildung. Und nach den letzten Monaten in diesem Land und seinen sozialen Netzwerken scheint die Grundlage dafür das Erlernen der Rechtschreibung zu sein …

Natürlich sind das nur meine persönlichen Erfahrungen, aber aus denen ist jeder einzelne von uns gemacht. Auch in den nächsten Jahren war ich nur selten überrascht, wenn mir Bekannte oder Freunde ihre politische Gesinnung offenbarten: das passte schon und je empathischer und gebildeter jemand war, umso eher war er nicht Ihrer Partei zugetan. Mit den üblichen Ausnahmen, die die Regel bestätigen natürlich. Tja, eine lange Vorrede – kein Wunder, es ist 5:00 Uhr in der Früh und ich schreibe mir die Seele frei, nachdem ich nur schlecht schlief.

In den letzten Wochen war ich krank wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Ausgelöst durch viel zu viele Gedanken und Sorgen um das Hier und Heute, um die Zukunft, um die Söhne und all die alltäglichen kleinen Reibereien und Mißgeschicke hat sich meine Abwehrkraft verabschiedet und mir eine Erkrankung beschert, die mich ins Bett zwang. Und die immer, wenn ich mich aufregte, mit Schmerzen mich zur Ordnung rief. Und so habe ich drei Wochen lang weggeschaut, so gut es ging, Tränen und Wutausbrüche reduziert und versucht, an eine Verbesserung zu glauben. Aus den paar gefilterten Nachrichten, die zu mir drangen, ahnte und ahne ich wohl: das wird schwierig.

Was haben Sie damit zu tun?

Zum einen bewundere ich sehr, wie äußerlich ruhig und sicher Sie mit all den Schmähungen umgehen, die gegen Sie gerichtet werden. Dass das nicht jeder an der Spitze eines Staates kann, sehen wir alle immer wieder. Zum anderen bin ich unglaublich enttäuscht, dass Sie der erstarkenden Rechten Rechnung tragen und sich zu Entscheidungen haben bewegen lassen, die uns allen nicht gut tun. Um uns herum brodelt es, immer gewalttätiger und brutaler scheint die Welt zu werden und viel zu lange haben Sie und Ihre Partei still gehalten, weil der Feind ja nur links sitzen kann. Was können uns die paar Nazis schon ausmachen?

Sehr viel. Entsetzlich viel. Diese neuen Nazis verdrehen Worte und Tatsachen und Sie widersprechen ihnen nicht oder nicht laut genug. Weil viel zu viele – von Steinbach bis Seehofer – durchaus freudig-verliebt in Richtung braun gucken. Das sich heute blau kleidet. Und offenbar erfolgreich täuscht mit den allersimpelsten Mitteln. Es fehlen deutliche Worte, deutlicher als das, was Sie bisher sagten. Ja, es fehlt Ihnen der Rückhalt, ja, Sie können nicht aus Ihrer Haut: Wirtschaft und Finanzen sind die Kernthemen der Christdemokraten, dem ordnen Sie alles unter. Und das ist die Ursache allen Übels: dass die Armen ärmer und die Reichen reicher geworden sind und nicht das Elend der zu uns Flüchtenden, die wir leicht aufnehmen könnten, wenn wir uns nur an die Arbeit machten. Aber Sie, wir alle haben zugelassen, dass über Jahrzehnte ein rechter Mob sein Unwesen treiben konnte, weil wir uns nicht vorstellen wollten, dass irgendwer nicht aus der Geschichte gelernt haben könnte. Dabei müssen Sie sich nur in Ihrer eigenen Umgebung umschauen, um es besser zu wissen.

Ich bin keine Freundin eines alles bestimmenden Staates, ich will Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit und überhaupt jede persönliche Freiheit, die den anderen nicht bedroht. Aber dort, wo das geschieht, wo durch die Freiheit des einen die des anderen eingeschränkt wird, da will ich den starken Staat auch sehen: wie kann es denn sein, dass Hetzer und Agitatoren Woche für Woche durch die Lande ziehen dürfen und nichts geschieht? Die mit ihren Taten und Worten beweisen, dass sie eben nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, sondern auf dem eines tausendjährigen Reiches? Getragen von Gewalttätern und Ewiggestrigen? Weil wir so tolerant sind? Weil sie ja nur eine Meinung vortragen? Das tun sie nicht, sie zerstören das, was wir haben.

Ja, ich weiß natürlich auch, dass Sie alleine weder verantworlich für die Entwicklung sind noch eine solche Entwicklung eigenhändig aufhalten können. Und das mit einer SPD an Ihrer Seite, die überhaupt gar nicht mehr weiß, wer sie eigentlich ist und was sie mal konnte. Aber den Wünschen des angeblichen Volkes und dem menschenverachtenden Schwachsinn einer AfD entgegen kommen, in dem Asylgesetze verschärft, fragwürdige Abkommen mit noch fragwürdigeren Staatsführern und soziale Errungenschaften abgebaut werden – das kann nicht die Lösung sein. Denn damit entschärfen Sie deren Forderungen nicht, bringen das sich ständig weiter hochpeitschende – ja, es fällt mir schwer, das zu schreiben – Pack nicht zur Ruhe, sondern stacheln es immer weiter an. Denn es glaubt, wenn es nur laut genug schreit und schlägt und brandschatzt, dann bekommt es noch mehr. Bis sich andere nicht mehr trauen, etwas dagegen zu sagen. Das hatten wir schon einmal und es fühlt sich verdammt danach an in diesen Tagen.

Das ist alles durcheinander und auch nichts konkretes, was ich hier schreibe. Es muss mir nur von der Seele, damit ich selbst auch noch einmal froh werden kann für ein paar Tage. Mein Leiden an dieser Welt … ja, das muss ich in den Griff bekommen. Wie gerne wäre ich in der Lage, mich hinstellen zu können und die Menschheit dazu zu bringen, sich auf die Werte zu besinnen, die uns aus den Höhlen, aus dem Dunkel und der Kälte hierhin gebracht haben: Neugierde auf das Fremde und Unbekannte, Zusammenhalt und Sorge für die Schwächeren und Fantasie und Freude. Anstatt Flüchtende auszuschließen sollte unser Streben doch dahin gehen, immer mehr Menschen auf der ganzen Welt aus Dunkel und Kälte heraus zu holen. Nicht zu uns, wie es nun die Bösartigen verstehen werden. Sondern Helligkeit und Wärme überall hintragen, das wäre die Zukunft. Und wir tun es nicht. Ich verstehe es nicht und werde es niemals verstehen.

Ja. Was will ich? Deutliche Worte, klares Vorgehen und Ihren Mut, wieder zu Ihrer menschlichen, meinetwegen auch Ihrer christlichen Mission zu stehen, die Sie im letzten Jahr begonnen hatten. Stellen schaffen für die Integration sowohl der neu Ankommenden als auch der besorgten Bürger. Möglichkeiten für Frauen und Familien verbessern. Grundsicherung für alle schaffen, egal, aus welchen Gründen sich  jemand nicht alleine sichern kann. Den Menschen als höchstes Gut ansehen und nicht das Geld. Wohlfeile Wünsche einer naiven Gutmenschin halt.

 

Alte Frage: Sack oder Pelle?

In der letzten Woche hielt mich nichts mehr im Bett und so setzte ich mich am Mittwochmittag für eine gute Stunde und am Donnerstagvormittag dreimal so lang an Eß- und Nähtisch und zeichnete den simpelsten Bleistiftrock überhaupt, schnitt zu und nähte (um danach natürlich wieder brav und sehr erschöpft im Bett zu liegen, ich bin ja nicht ganz wahnsinnig.) Der Rand sollte einen Zentimeter unter meiner natürlichen Taille enden, statt eines Nahtreißverschlusses hinten habe ich einen sichtbaren Metallreißer vorne eingesetzt und der Saum war einen Zentimeter eingestellt. Dazu habe ich einen recht knitterfreien Baumwollstretch gefunden und statt Bund gab es einen Beleg. Ziemlich klar und einfach, meinem Gesundheits-, na sagen wir ruhig: meinem Geisteszustand und meinem Geschmack für simples angemessen. Als Grundlage diente nach wie vor der 40er-Jahre-Grundschnitt nach Pepin – ohne vordere Abnäher komme ich viel besser mit Passformproblemen klar.

Gut.

Ich hockte also auf meinem lehnenfreien Höckerchen in einer Position, die es dem Männer-T-Shirt nahezu unmöglich machte, meine Wunden zu berühren. Und ich möchte mal sagen: ich fühle mich, als wäre ich aus einer Schlacht heimgekehrt und hätte nun noch eine Rekonvaleszenz ungewißer Dauer vor mir. Befreit, aber genervt und ängstlich auf Ruhe und Distanz zu allem und jedem bedacht. Perfekte Voraussetzungen, um als erste Tat außerhalb des Krankenlagers zu nähen. Etwas, was mich nach wie vor grübeln lässt (und ich grübelte darüber schon einmal bloggend):

Ist es für einen Bleistiftrock und seine Trägerin besser, er sitzt figurumspielend und kaschiert somit einen Bauch? Oder sollte man lieber zum Bauch stehen, dafür aber sowas wie Kurven zaubern und betonen, auch wenn diese eher ausladend (Hüfte) und rutschend (Po) sind? Ich stellte diese Frage auf FB und die Antwort war eindeutig: lieber eng statt Litfaßsäule!

Ja.

Nun.

Ich habe mich also vorhin einigermaßen präsentabel gemacht – was ich sehr schwierig fand, denn ohne BH fühle ich mich doch unwohl (das scheuert) – und versucht, den Rock einzufangen. Bildlich. Schwierig, natürlich. Denn auf einem nicht dreidimensionalen Bild lässt sich kaum darstellen, wie weit ein Rock ist, der aus einem nicht fließenden Material genäht ist.

 

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So. Zunächst einmal ist der Rock so weit, dass er nicht einen, sondern gute drei Zentimeter unterhalb der Taille sitzt und der Stretchstoff nicht einmal in die Nähe des Gedehntwerdens kommt. An der Hüfte, die ich vorsichtshalber mit ordentlich Kurve und Zugabe versehen hatte, habe ich beiderseits schon zwei Zentimeter weggenommen.

Von dem eingestellten Saum ist nichts zu sehen, da war ich mit dem einen Zentimeter sehr vorsichtig, aber ich ging nach der langen Rockabstinenz davon aus, dass ich enorm breit und sehr kaschierbedürftig sei. Und weil der Rock so tief unten sitzt, ist die Länge natürlich auch nicht korrekt.

 

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Natürlich ist da immer noch Bauch, der wird auch nie verschwinden. Aber ziemlich dezent für meine Verhältnisse. DAS mag ich schon. Gleichzeitig ist natürlich auch der Po kaschiert, was sicherlich sehr damenhaft ist, aber auch so ein bißchen trutschig aussieht. Oder? Gleichzeitig liegt der Rock am Bein wirklich an keiner einzigen Stelle an – er steht dank des Materials um mich herum. Solange ich stehe. Bewege ich mich, bewegt er sich auch: er schraubt sich linksherum langsam nach oben. Naja, wenn ich mich bemühe, nicht mit den Hüften zu wackeln, dann bleibt er, wo er ist. Mehr oder weniger.

 

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Sehr damenhaft. Sehr. Ich könnte, ohne den Stoff zu dehnen, in der HM zwei Zentimeter wegnehmen. Was ich am Schnitt auch tun werde. Am Rock geht das nicht, denn er ist hinten im Bruch zugeschnitten. Und obwohl die Taille schon so tief gerutscht ist, kann ich immer noch gut zwei Zentimeter zusammen kneifen, ohne dass etwas einschneidet.

Daher jetzt die wirklich wichtige Frage: doch noch mal den Saum lösen, einen halben Zentimeter an den Seiten wegnehmen und nach unten mehr einstellen? Ich wäre bereit dazu … womöglich sogar noch heute. So ganz vorsichtig und mit Ruhe.

Herzlichen Dank

Übungen in Un-Eitelkeit und dem Zeigen des Alterns ...
Übungen in Un-Eitelkeit und dem Zeigen des Alterns …

Der geht raus an alle, die sich in den letzten Tagen so lieb um mich gekümmert haben mit Erfahrungen und Rat, mit Trost und Aufmunterung. Wie immer bin ich überrascht, wie viele selbst schon Gleiches durchgemacht haben – nach dem Lesen einschlägiger Seiten wurde ich sekündlich älter, kränker und hoffnungsloser. Was sich schlagartig durch eure Fürsorge änderte.

Mittlerweile traf der Gatte anderthalb Tage früher zu Hause ein, versorgte die Kinder (und ich wünschte, er nähme sich auch noch den Haushalt vor), besorgte Ibuprofen und benahm sich, als könne ich so alt und krank gar nicht sein. Gestern war dann noch einmal ein fieser Höhepunkt der Erkrankung erreicht; morgens erwachte ich, weil mein Gesicht so nass war. Schlaftrunken schimpfte ich die kleine schwarze Katze an: „Momo, du sabberst!“, dann überrannte mich der Schmerz und die Erkenntnis, dass Momo nicht einmal im Zimmer war, dafür der Schmerz mich zum Weinen und Erwachen gebracht hatte. Irgendwann am Nachmittag, als ich wieder einmal nach Luft schnappend jaulend aufschrie (im nächsten Leben werde ich Banshee, das kann ich), hörte ich ihn den Kleinen fragen, ob das die ganze Zeit so ginge? Ja, der Mama ginge es wirklich nicht gut, so antwortete der holde Knabe betrübt.

Überhaupt der Kleine, der ja nun in drei Monaten auch schon zehn wird: zwar fand er es sehr nervig, dass er nun so viel tun müsse und auch ungerecht, weil der Große ja irgendwie außer Streß gar nichts machte, aber abnehmen lassen wollte er es sich nun auch nicht mehr. So war er gestern abend sehr wütend und verletzt, als er vom Taekwondo nach Hause kam und feststellte, dass der Papa schon mit einer Suppe begonnen hatte – die in ihrer Machart und Qualität meilenweit von dem war, was er selbst hatte kochen wollen. Er brachte sie mir rauf und konnte nur mit Mühe überredet werden, sich auch etwas zu nehmen. Erst als ich sagte, der Papa habe ja gar kein Salz und keine Brühe dran getan und da müssten wir wohl mal nachwürzen, war er irgendwie versöhnt. Ihm wäre derlei natürlich nie passiert!

So ätzend diese Erkrankung für mich ist – und ich kann mich da einigen anschließen, die sie ihrem ärgsten Feind nicht an den Hals wünschen würden – für Tommy hat das noch mal einen Entwicklungsschub bedeutet. Mit welcher Selbstverständlichkeit er nun mittags nach Hause kam und mir erst einmal einen Kamillentee brachte, sich ums Essen kümmerte … das hat mich beeindruckt. Sicherlich, das hatte auch Vorteile: endlich konnte er den ganzen Nachmittag am Computer verbringen, ohne dass Mama meinte, das sei zu viel der falsch genützten Zeit. Wie hätte ich auch schimpfen können, wenn er die Versorgung der Familie übernahm? Und dabei noch tröstete und mitweinte? Eben.

Den Großen muss ich jetzt wohl in Schutz nehmen: er hat es im Moment in der Schule nicht leicht und er ist ein wenig wie der Papa. Mit Menschen, die leiden, leidet er wohl mit, aber kommt nicht klar. Als ich am Samstag aus der Notfallpraxis kam, war er der Erste, der mich in Empfang nahm und mich fragte, was denn sei. Im gleichen Moment, in dem ich ihm sagte, ich sei krank und solle möglichst viel Ruhe haben, brach er zusammen und konnte aus dem Weinen gar nicht mehr rauskommen. Abends, jeden Abend, kam er dann und kraulte mich und schaute mich mit traurigen Hundeaugen an, aber wenn ich ihn frühmorgens daran erinnerte – und das kostete mich Kraft, die ich gar nicht hatte! – er müsse nun aufstehen, dann bekam ich sehr böse Worte. Allerdings denke ich nach wie vor, dass es unmenschlich ist, Kinder um 8:00 Uhr schon zur Arbeit zu zwingen; aufstehen muss er um halbsieben und an drei von fünf Tagen kommt er gegen 16:30 Uhr erst nach Hause. Dass er das so verpackt … da bleibt einfach nicht viel Energie für die Übernahme der liegengebliebenen Hausarbeit kranker Mütter. Immerhin war er auch still und leise, hat sich weitestgehend selbst versorgt und seine Sport- und Ergotermine selbstständig wahrgenommen.

Ja, heute geht es mir deutlich besser, wenn ich auch noch immer weit entfernt von annähernd fit bin. Aber so langsam bemerke ich meine Langeweile und lerne, sie zu genießen. Auch komme ich dahinter, was mich wohl so abwehrschwach gemacht hat: mir geht unsere Welt unter die Haut. Ich denke schon seit Monaten bzw. sage es, dass ich all das, was um uns geschieht und das uns wer weiß wohin führt, sehr, sehr belastet. Aber ich hätte nicht gedacht, wie sehr das und die tausend anderen Dinge in Gemeinschaft mich meßbar schwächen. Ich weiß nicht, welche Erkenntnis, welche Lehre ich daraus ziehen sollte und noch weniger, wie ich diese dann würde umsetzen können. Aber es bringt mich dazu, dieses Mal mich mit Ruhe auszukurieren und in dieser Zeit wenig Schreckliches zu lesen. Ganz bewußt. Und fast bin ich schon so weit, dabei kein schlechtes Gewissen zu haben.

Einige werden sich und ihre Ratschläge und Nachfragen in diesen Zeilen wieder erkennen – es gibt schon Gründe, weshalb wir uns mögen. Alles ist auf fruchtbaren Boden gefallen und vieles traf sich mit meinen eigenen kleinen Gartenplänen. Sozusagen. Danke. (Dafür darf es dann auch mal etwas kindlicher zugehen ->)