Danke
Erst gestern abend sehr spät bin ich wieder online gewesen — der Horrortag hörte ja noch lange nicht auf. Weshalb mir gestern insgesamt vier alte Männer, getrennt voneinander, vor den Wagen springen mussten, ich weiß es nicht. Das Springen erschöpfte sich in dem Moment, in dem sie die Fahrbahn betraten — von da an schliechen sie, unbehindert von jedem Gedanken an Gefahr. Ebenso rätselhaft ist mir, weshalb in unserer 30er-Straße ständig röhrende Motoren zu vernehmen und Raser zu sehen waren, dafür aber jeder Einzelne, der vor mir fuhr, höchstens auf 40 km/h kam — ich habe ja noch gelernt, dass Höchstgeschwindigkeit Richtgeschwindigkeit ist, um niemanden zu ärgern; also haben die das alle nur gemacht, um mich zu triezen, richtig? ![]()
Natürlich gab es zum Abendessen auch wieder ein Wahnsinnsgenöle, weil jeder etwas anderes zum Essen haben wollte. Ist das bei euch auch so, dass ihr ständig für jeden extra kocht? Nudeln beispielsweise. Sobald der Papa auch im Haus ist und wir kein vegetarisches Fleisch auf den Tisch bringen können, weil es dem Gatten nicht schmeckt, habe ich keinen gemeinsamen Nudel-Nenner bei den Jungs mehr: dann gibt es Specksahnesauce für den Gatten, Käsesauce für Tommy, Tomatensauce für Lenny und für mich — immerhin die Gelegenheit, nur nach meinem Geschmack zu kochen — Tomaten-Champignons-Erbsen-Sahne-Sauce. Nur die Nudeln und der Parmeggiano ist dann wieder für alle gleich … einfach mal eine gemischte Gemüsepfanne geht hier gar nicht.
Dazu kommen nun schon wieder die körperlichen PMS-Wehwehchen, die für ständiges Aufwachen in der Nacht sorgen, ein kaum noch zupfender Epilierer, eine zerbrochene Puderdose samt verstreutem Inhalt und der Blick nach draußen auf das zugefrorene Nachbardach. Ja, liebe Ute, das Wetter hat mich jetzt auch fest im Griff — wäre es wenigstens irgendwie beständig mies, dann hätte ich mich längst resigniert zurück gezogen. Im April ging das noch, aber nun gibt es alle vier Tage eine Erwärmung, mehr Sonne und die Verheißung, das feste Versprechen auf Frühling, Frühsommer, auf Tage im Garten und ohne Strumpfhosen — das mit den dünnen Waden und Fesseln kenne ich ja auch: ich muß aber wegen der Länge dennoch auf 44 gehen und immer noch schnürt es wie jeck. Für wen sind diese Dinger wohl eigentlich gemacht??? Mir ist nicht eine Frau bekannt, die keine Schwierigkeiten hat. Strümpfe sind in der Tat eine Alternative, aber während Strumpfhosenbeine immer, immer zu kurz sind, sind Strümpfe oft viel zu lang — naja, oder auch zu kurz. Mittlerweile ist mein Vorrat an Strümpfen sehr klein und hat sich letzten Samstag weiter verkleinert:
Das Wetter: kühl, gräulich, herbstlich wie ständig; die Aufgabe: ein Kurzausflug zum Drogeriemarkt für das übliche Haushaltsgedöns; mein Haß auf Strumpfhosen an dem Tag: unendlich. Also zack, ich werde nicht zu sehr frieren, Strümpfe her. Im Auto dann fühlte es sich schon seltsam an und was geschah: rechts gab das selbsthaltende Band auf. Ausgerechnet bei meinem gehegten und gepflegten Wolfords. Dann find mal eine Ecke auf einem Parkplatz am Samstagvormittag, an der du deinen Strumpf notdürftig wieder hochziehen kannst, um ihn dann durch Rock und Mantel am weiteren Rutschen zu hindern. Jaja, Ecke, Strümpfe, Röckchen — welch Assoziationen da wach werden. Dazu ein hochgenervter Gatte — ich stelle mich wieder an — der nicht bereit ist, sich als Sichtschutz anständig zur Verfügung zu stellen. Auf dem Weg nach Hause habe ich das Halten von außen dann aufgegeben und besagter Strumpf rutschte noch vor der Haustür bis zum Knöchel; ist ja auch vollkommen unverständlich, weshalb die Gattin diesen Anblick in einem Drogeriemarkt vermeiden will. Beide Strümpfe landeten dann im Müll, da es diese Variante nicht mehr käuflich zu erwerben gibt. Wäre das nun gestern statt letzter Woche geschehen, oh, ohhh, OOOhhhh!!! Irgendeiner dieser alten Herren hätte seinen Todessprung auf die Fahrbahn nicht überstanden!
Aber jetzt lasst mich euch anständig danken für die vielen Aufmunterungen und Tipps. Das eine oder andere muss ich noch aufklären:
Dieses Knopflochfüßchen soll sich in der Tat über die Kleidung bewegen können — es ist keine Hilfe, sondern wirklich ein Fuß, der schlicht idiotisch konstruiert ist. Bei der Pfaff wird ja nicht geschraubt, sondern eingesetzt, geklickt. Beim Entfernen eines Fußes allerdings muss der Fuß nach vorne abgewinkelt werden. Der Knopflochfuß aber ist so lang, dass das kaum geht. Diese Gummierung soll vielleicht dabei helfen, dass man ihn besser einsetzen kann, aber über Kleidung rutscht er nur schlecht.
Mit Seidenpapier habe ich es schon mal versucht, aber das war ein Fiasko — wieder gab es die übliche kleine Welle, nur diesmal hat es noch ein Papiergemetzel gegeben. Auch das mit dem Stoff in gleicher Höhe anlegen habe ich getestet, aber auch das ging nur mit Hauen und Stechen. Die kleinste Stoffverdickung und schon hakt es. Normalerweise lässt sich das mit etwas am Stoff ziehen regulieren; diesmal ging gar nichts.
Und das Nähen mit den Jungs — ganz ehrlich, das geht besser als abends, wenn der Gatte im Hause ist. Die Kinder stört das nicht, sie sind meist mit sich beschäftigt und haben keinerlei Hemmung, mich zu stören
Fieselige Sachen, die mehr Konzentration verlangen, mache ich dann nachts, wenn alle in ihren Betten liegen. Klar, in der Qualität leidet das Genähte darunter, dass ich mit wenigstens einem Auge, zwei Ohren und einer halben Gehirnhälfte bei den Jungs bin, aber ich habe nur die Wahl, es so zu machen oder es zu lassen. An den ganz miesen Tagen greife ich dann lieber zu den Stricknadeln, aber im Augenblick fehlt mir ein Projekt — das rote Jäckchen ist übrigens seit Wochen fertig, muss nur noch vernäht und geblockt werden, aber irgendwie …
Was die Maschinen anbelangt: die Pfaff war ja nun nicht wirklich günstig und dafür habe ich schon Raten vereinbart. Als abhängige Hausfrau hast du eben nicht die Möglichkeit, mal gerade eben etwas zu kaufen, was mehr kostet als das Monatsbudget für Essen und Trinken. Und im Augenblick kann ich das schon gleich gar nicht — 800 Ocken habe ich nicht, so traurig das ist. Qualität mag langfristig mehr bringen, aber leisten können muss man es sich im ersten Angang eben auch können. Und grundsätzlich glaube ich heutzutage nicht mehr daran, dass teuer auch immer gut ist. Klar, billig kann nicht großartig sein, das ist leicht auszurechnen. Aber der Gegenschluß, dass teuer dann gut sein muss, stimmt heutzutage eben nicht mehr. Von meinen Eltern hatte ich vor 23 Jahren bei meinem Einzug in die erste eigene Wohnung unseren damals schon recht alten AEG-Handmixer bekommen — meiner Mutter wollte wohl eh was Neues (was mittlerweile, glaube ich, nicht mehr existiert) und was kann ich sagen: mit dem Ding mixe und passiere ich heute noch und das lieber als mit dem sauteuren Standmixgerät, dessen Behälter schon einmal ausgetauscht werden musste. Und es funktioniert einwandfrei. Heutzutage, wo unsere Wirtschaft ja permanent wachsen muss, verschleißen viele Teile sehr schnell und das ist durchaus gewollt. Nur: bei wem das so ist und bei wem nicht, steht ja leider nicht drauf … und geht etwas Teures in die Brüche, so ärgere ich mich zehnmal mehr als bei einem günstigen Teil, bei dem ich es erwarte. Ich sag nur: Bügeleisen! Da müsste ich jetzt auch mal ein Neues und wieder einmal Besseres haben, aber da ist ein Hunderter ja auch locker nichts. Es summiert sich, es summiert sich!
Ich werde heute einmal schauen, was die Garantielaufzeit sagt — die Rechnung ist zum Glück nicht bei der Anleitung gewesen, wo der Gatte sie immer reinkleben will. Ich bin mir sicher, dass irgendein kindliches Händchen damit herum gespielt hat und der entstandene Abfall achtlos entsorgt worden ist. Denn ich weiß nicht, wo ich in Bonn eine Maschine reparieren lassen kann; wahrscheinlich über Kastenholz, nur dass ich sie dort nicht gekauft habe und der Herr des Ladens nicht immer zu charmant ist. Und was sowas kostet? Möchte ich das wissen? Es müsste dringend der Aufspuler ausgetauscht werden, weil die Minihalterung komplett abgewetzt ist — weil die Spulenkapseln nicht daran halten wollen und sie langsam, aber sicher heruntergeschliffen haben. Und Teile austauschen, so etwas ist gerne teuer und dauert vor allem gerne ewig. Erinnert ihr euch noch an meine Laptop-Passion (im Sinne eines christlichen Leidensweges, nicht einer überwältigenden Leidenschaft!)? Nie wieder Acer! Auch da zeigte sich: teuer ist nicht besser. Mein Austauschgerät von Samsung hier war günstiger von wegen Restwert Acer-Laptop, hat, da die technische Entwicklung ja unaufhaltsam voranschreitet, mehr Leistung, ist aber insgesamt wesentlich robuster und bedienfreundlicher. Der Gatte hat sich ja gegen meinen Rat ein Luxusteil von Acer besorgt und ha: schon nach einer Woche musste es das erste Mal eingeschickt werden. Das ERSTE Mal …!
Achso, noch schnell zum Obertransport: natürlich hat die Pfaff auch Untertransport! Den Obertransport kann man per Einrasthaken zuschalten, aber das geht NICHT beim Knopfloch– und beim nahtverdeckten RV-Fuß. Das ich gerne Obertransport für ein gleichmäßiger Verarbeiten beider Stofflagen hätte, das dachte ich nach meiner Tchibo-Einstiegsmaschine, die unten und oben ganz gerne mal verzogen hat. Heute denke ich: das wird ein Problem dieser Maschine gewesen sein. Denn auch ohne IDT (also dem Obertransport bei Pfaff) läuft es von oben gut — zu gut oftmals. Deswegen sieht meine Wünsche heute andere und da eine teure Maschine nicht drin sein wird, überlege ich ernsthaft, mir irgendwo ein Schnäppchen zu suchen, die Pfaff einzuschicken und je nach Bedarf hin und her zu wechseln. Mein Hobby frißt schon das Geld, dass ich für mich zur Verfügung habe — mehr geht leider nicht. Muss ich noch träumen .…
So, das war lang, seid herzlich umarmt und der Tag heute muss einfach besser werden!



















