Vichy-Gingham-Minikaro-Seersucker

Ich habe hier 3 m eines wun­der­baren rot-weißen Seer­sucker liegen — ein gewebtes mini­k­leines Vichykaro. Daraus soll etwas werden. Etwas, das weder Cowgirl oder Dirndl schreit. Eher Saint-Tropez. Und luftig soll es sein. Gestern haben mir Eva und Ingrid schon Idee über Idee gegeben und seltsam, wie es ist, war ich verwirrt. Dieser Stoff scheint irgendwas mit kleinen Fältchen, mit Fülle und Mehr­weite an Rock und Oberteil werden zu wollen — aber ist das nicht zu offen­sichtlich? Ich besetze meine Stoffe ja gerne gegen den Strich …

Heute am frühen Morgen dann stand ich mit Stoff und Nadeln an der Puppe und steckte drauf los. Heraus kam das:

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Ich hake noch an Klei­nig­keiten: Schultern über­schnitten oder Träger? Mehrere Tail­len­ab­näher oder nur einen? Kleines Gür­telteil, Mieder oder gar nichts? Rock mit Kel­ler­falten oder glatt?

ABER: steht mir das? Ist das nicht irgendwie 50er-Jahre-Backfisch? Ande­rer­seits hätte ich richtig Lust, den Schnitt dafür zu bauen — das ver­spricht viel schneiden und kleben. Leider auch viel Mar­kierei an einem Stoff, der dafür gar nicht gut geeignet ist. Hmmm, und wird es in den nächsten Wochen noch einmal warm werden? Lohnt sich das? Ach, alles so schwierig manchmal.

Der Aufbau der Haut

Ohne Theorie geht nichts, also müssen wir uns mit dem Aufbau der Haut befassen. Wie ich schon schrieb: in einer ver­ein­fachten Form — über die Meißner'schen Tast– oder die Pacini-Körperchen müssen wir nicht sprechen, auch das End­o­plas­ma­tische Reti­culum und die Den­dri­ti­schen Zellen ver­nach­läs­sigen wir. Auch wenn sie noch so spannend sind: mit unserer täg­lichen Pflege haben sie nicht viel zu tun. Ich hoffe, die Eine oder Andere atmet jetzt auf. Ich bin wohl streng, aber lieb. Oder anders­herum. Oder ähnlich.

Die Haut als unser größtes Organ …ja, hmmm. Nor­ma­ler­weise kommen jetzt die Zahlen und Fakten: wieviel Qua­drat­meter, wieviel Prozent der Gesamtatmung, wie dick, wie dünn etc. Ganz ehrlich: wie lang­weilig. Lässt sich überall nach­lesen, aber wiederum: es ändert sich dadurch nichts in meiner Ein­stellung zu ihr. Außer viel­leicht, dass ich ihr gegenüber ein wenig mehr Respekt habe. Nicht, weil sie so groß ist, sondern weil ich mir noch einmal bewußt mache, dass sie ein ORGAN ist — wie Herz, Lunge, Magen. Bevor wir also das Organ Haut genauer unter die Lupe nehmen, sollten wir wissen, was ein Organ ist.

Ein Organ ist ein Gewe­be­verband — das bedeutet, dass sich unter­schied­liche Gewe­be­arten zu einer Art Genos­sen­schaft zusam­men­ge­schlossen haben, um ein Ziel zu erreichen; jedes Gewebe hat dabei eine andere Funktion. Das Ziel der Haut-Genossenschaft heißt: Schutz meines Menschen. Schutz ist DAS Wort in Bezug auf die Haut; das merken wir uns bitte schon mal.

Was aber ist ein Gewebe? Ich bin versucht, die Feu­er­zan­gen­bowle zu zitieren: "Do stelle mer uns mal janz dumm und saare e su…" Aber ich bin ernsthaft und derlei kommt nicht über meine Lippen! Und da hinten in der letzten Reihe! Hier wird nicht geschwätzt!
Auch ein Gewebe ist ein Zusam­men­schluss — diesmal gebildet von Zellen, den kleinsten Bau­steinen unseres Körpers. Die Zelle ist zwar kein Zusam­men­schluss, dennoch ist auch die Zelle viel­fältig: in ihrem Innern befinden sich Orga­nellen — am besten stellen wir uns ein Groß­raumbüro mit Trenn­wänden vor, dann kommen wir der Struktur recht nahe: von anein­ander abge­schirmte Arbeits­be­reiche ohne fest ein­ge­zogene Trenn­wände. Und im Innersten liegt in der Mitte der Zellkern — er enthält die DNA und damit alle Infor­ma­tionen über uns. Und diese Infor­ma­tionen sind streng geheim, nichts und niemand darf Zugriff erhalten.

Es gibt ver­schiedene Zel­l­arten wie bei­spiels­weise Ner­ven­zellen (die sich nicht rege­ne­rieren), Fett­zellen (die wir alle kennen und lieben), Epi­t­hel­zellen (Abschluß­zellen wie die­je­nigen, die die oberste Haut­schicht bilden) und viele mehr (die uns aber nicht inter­es­sieren). Aus solchen Zellen werden die drei Gewe­be­schichten der Haut gebildet:

  1. die Subcutis = das Unterhautfettgewebe
  2. das Corium = die Lederhaut
  3. die Epi­dermis = die Oberhaut

Jedes dieser Gewebe hat eine andere Aufgabe und muss eine bestimmte Schutz­funktion sicherstellen.

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Die Subcutis

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Die deutsche Bezeichnung 'Unter­haut­fett­gewebe' kommt nicht von nichts: Der Haupt­be­standteil sind Fett­zellen — Zellen, deren Haupt­aufgabe es ist, Fett zu sammeln und zu bewahren. Und darin sind sie richtig gut: Sie geben ihren Inhalt nur sehr ungern und erst in "Not­zeiten" ab. Wer mit Crash­diäten abnimmt und wenig Bewegung hat, wird sie nicht zur Freigabe ihrer Reserven bewegen können — die Muskeln werden statt­dessen abgebaut, da das dort ent­haltene Eiweiß leichter zu knacken ist. Natürlich gibt es einen guten Grund: zum Einen stellt Fett eine gute Ener­gie­re­serve dar, die unser Überleben auch in Kri­sen­zeiten sichern kann.
Zum Andern aber hängt es mit der Schutz­funktion dieses Gewebes zusammen: Das Fett wirkt iso­lierend, so dass die Kör­per­tem­pe­ratur konstant bleibt — eine wichtige Aufgabe, um die Arbeit der inneren Organe ablaufen lassen zu können. Damit nicht genug, wirkt die Subcutis als Puf­fer­schutz gegen Stöße und Prel­lungen — Knochen und Organe werden somit gegen Ver­let­zungen so gut es geht geschützt — also Bläs­chen­folie mit Fett gefüllt. Daneben werden hier auch Stütz– und Spei­cher­funk­tionen erfüllt.
Wo und wie das Fett am Körper verteilt ist, hängt von der Schutz­be­dürf­tigkeit bestimmter Kör­per­zonen und vom Geschlecht ab. Und innerhalb dieser Grenzen auch davon, wie unsere Ahn­frauen (um die Jungs kümmere ich mich jetzt mal nicht) aussahen: bei der einen sitzt es eben am Bauch, bei der anderen am Ober­schenkel.
Mit Pfle­ge­pro­dukten in Form von Lotionen und Cremes können wir dieses Haut­gewebe nicht beeinflußen …

Das Corium

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Es wird auch die Lederhaut genannt. Hier befinden sich die col­la­genen und die elas­ti­schen Fasern, die git­ter­artig mit­ein­ander verwoben sind (ähnlich einer Hän­ge­matte) und die für Spann­kraft und Nach­gie­bigkeit der Haut ver­ant­wortlich sind: durch dieses Netz kann die Haut Gewichts­zu­nahmen, Grö­ßen­wachstum und Schwan­ger­schaften über­stehen, ohne zu reißen. Diese Fasern ver­härten sich leider im Laufe unseres Lebens durch Zucker­an­la­ge­rungen und durch UV-Strahlen; sie werden brü­chiger und ver­ur­sachen so die tiefen Falten, selbst­tätig winkende Oberarm und Kinn­ver­mehrung .Dieser Prozeß ist nicht auf­zu­halten, lässt sich aber durch das eigene Ver­halten entweder massiv beschleu­nigen oder ein gutes Stückchen heraus zögern: der Verzicht auf zuviel Sonne — vor allem auf künst­liche UV-Strahlung im Son­nen­studio! -, aber auch der Verzicht auf Nikotin ver­hindern eine früh­zeitige Haut­al­terung — dabei kann es sich immerhin um bis zu 20 sichtbare Jahre handeln! Gesundes Essen, wenig Alkohol, aus­rei­chend Bewegung — nichts Neues hier: was der Gesundheit gut tut, hilft auch der Haut.

In der Lederhaut finden sich aller­kleinste Blut­gefäße — die Kapil­laren, die für die Ver­sorgung der Haut mit allen nötigen Nähr­stoffen ver­ant­wortlich sind. Diese sind sehr fein ver­ästelt und drängeln sich geradezu im papil­laren Bereich (dem oberen Abschnitt des Coriums); dieses ist wel­len­artig mit der Epi­dermis verzahnt. Diese Kapil­lar­gefäße geben die benö­tigten Nähr­stoffe durch kleine Tun­ne­löff­nungen in der Gefäßwand in das Gewebe ab: die Nähr­flüs­sigkeit enthält viele Eiweiße und Lym­pho­zyten, aber keine roten Blut­kör­perchen. Dieses Blut­filtrat umspült die Zellen, die die Nähr­stoffe auf­nehmen und ver­ar­beiten. Schlack­stoffe und ver­brauchte Nähr­stoffe werden von der Zelle wieder in die Flüs­sigkeit abge­geben, die von dort aus zurück in die Lym­ph­bahnen fließt und letzt­endlich entweder über den Blut­kreislauf (wenn die Bestand­teile klein genug sind, um die Tun­ne­löff­nungen zu pas­sieren) oder aber über die Lymph­knoten (die bei Erkäl­tungen so dick werden) in die Venen abtrans­por­tiert wird. Das Lym­ph­system verfügt über keinen eigenen Kreislauf, sondern ist in der Bewegung abhängig vom Puls­schlag in den darunter lie­genden Blutgefäßen.

Die Bewegung der Lymphe ist anfällig für Stau­ungen — ein Faktor, der bei der Pflege oder besser gesagt beim Zustand der Haut eine sehr große Rolle spielt. Auch das ein Stichwort, das wir bitte im Hin­terkopf behalten wollen. (Und wenn ich jetzt mal eben kurz einfügen darf, dass ich gerade richtig Druck empfinde, den Vor­schuß­lor­beeren würdig werden zu müssen und noch eine Menge vorhabe — puh … )

Im Corium befinden sich auch die Talg­drüsen, die als Anhängsel an den Haar­pa­pillen hängen; sie pro­du­zieren das Hautfett = den Talg, der ein wich­tiger Bestandteil des Säu­re­schutz­mantels ist und der Angriffe von Bak­terien, Viren, Sporen und anderen kör­per­fremden Bestand­teilen abwehrt. Ein anderer wich­tiger Bestandteil dieses che­mi­schen Schutz­mantels ist der Schweiß; auch er wird hier im Corium in den Schweiß­drüsen gebildet, der dann über die Poren (= Schweiß­aus­führ­gänge) aus­ge­schüttet wird. Wenn in der Kosmetik von Poren gesprochen wird, sind damit die Haar­aus­führ­gänge gemeint — wenn wir später über die Pflege sprechen werden, werden wir es aus prak­ti­schen Gründen genauso halten: ist weniger verwirrend.

Im Corium werden also die Grund­stoffe für den che­mi­schen Schutz an der Ober­fläche der Epi­dermis pro­du­ziert; durch die elas­ti­schen Fasern werden die Bewe­gungen der Muskeln erst möglich, ohne dass die Haut reißt. Ob man von Mutter Natur ein eher festes oder eher schwaches Bin­de­gewebe mit­be­kommen hat und wie man selbst diese Anlagen im Laufe der Jahre ver­stärkt oder ver­bessert, spielt eine große Rolle, wenn es bei­spiel­weise um Haut mit sicht­baren roten Äderchen (Telean­giek­tasien) oder starker Rötungs­neigung geht oder um sich früh ein­gra­bende Falten. Auch das Bin­de­gewebe lässt sich von äußerer Pflege nur gering­fügig beein­flußen: es ist vor allem der Son­nen­schutz, der das tiefere Ein­dringen von UV-Strahlen ver­hindert und damit zumindest mög­lichst lange einen Ist-Zustand erhalten kann. Oder Pfle­ge­cremes und Öle, die eine — fach­ge­rechte! — Massage ermög­lichen, die den stärksten Einfluß auf das Bin­de­gewebe hat. ABER STOPP: jetzt massiert hier noch keine. Wie immer kann der Schaden größer als der Nutzen sein. Finger weg, sofort!

Die Epi­dermis

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Die Epi­dermis oder auch Oberhaut ist die Schicht, die wir sehen und meinen, wenn wir von Haut und Haut­pflege sprechen. Sie besteht aus Epi­t­hel­zellen: diese Zellen verfügen über eine starke Rege­ne­ra­ti­ons­fä­higkeit und schließen sich sehr dicht anein­ander an wie eine — im Ide­alfall — fest­ver­fugte glatte Wand. Und das beschreibt auch ihre Funktion schon gut.

Die unterste Zell­reihe besteht aus den so genannten Mut­ter­zellen (dem stratum ger­mi­na­tivum). Diese Zellen befinden sich in einer fort­wäh­renden Zell­teilung (Mitose), d.h. sie bilden fort­laufend Kopien ihrer­selbst, die im Anfangs­stadium mit ~75% Wasser prall gefüllt sind. Jede neu gebildete Toch­ter­zelle schiebt die Ältere weiter nach oben. Im Laufe von 28 Tagen ver­ändern sich diese Zellen: Das Wasser wird ver­braucht, es wird mehr Horn­sub­stanz ein­ge­lagert (Horn = Keratin). Sie wird als Schutz für die DNA im Zellkern ein­ge­lagert und sitzt wie ein kleines Dach über diesem, bis zuletzt als letztes Organell der Zellkern abstirbt und eine tote Horn­zelle übrig bleibt, die als wich­tiger Bestandteil des Säu­re­schutz­mantels benötigt wird.
Die Oberhaut schützt durch diese Keratin– und Mela­nin­ein­la­ge­rungen (Melanin: ein Farb­pigment, das kera­ti­n­ähnlich ist) vor UV-Strahlen und pro­du­ziert damit außerdem die dringend benö­tigten toten Zellen — überall, wo unser Körper mit kör­per­fremden Stoffen in Berührung kommen kann, dienen tote Zellen als Puffer, um die Erb­sub­stanz schützen zu können. Da sich diese toten Zellen aber auch nicht mehr "wehren" können und durch Wasser und Berüh­rungen abge­scheuert werden, muss die Haut in der Lage sein, sich zu rege­ne­rieren — um diesen Schutz täglich neu zur Ver­fügung stellen zu können.
Schön bzw. hübsch albern finde ich die immer wieder zu lesende Kurz­fassung, die Haut erneuere sich alle vier Wochen — tut sie natürlich nicht, denn dann würden wir uns einmal im Monat komplett häuten. Sie erneuert sich täglich, nur die Lebens­dauer einer Epi­der­mis­zelle beträgt in etwa 28 Tage. Wenn in diesem Rhythmus etwas gestört ist, gibt es richtige Probleme ver­schie­denster Art — entweder aufgrund eines Krank­heits­bildes oder aber aufgrund äußerer Ein­flüsse, wobei die falsche oder die man­gelnde Pflege mit der mas­sivste Einfluß sein kann.

So, das wäre die Haut in der abso­luten, aller­sim­pelsten Kurz­fassung, die ich mir denken kann. Noch einmal: das ist kein Derma-Kurs, sondern die — wie ich finde — nötige Grundlage, um die eigene Haut überhaupt ver­stehen zu können. Am besten stellen wir sie uns als eine sehr liebe, aber auch sehr anstren­gende Freundin vor, die manisch-depressive Züge auf­weisen kann … :-)

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1 — Subcutis                          2 — Corium

3 — Epi­dermis                        4 — Blutgefäße

5 — Fett­zellen                         6 — Haarpapille

7 — Talg­drüse                         8 — Haaraufrichtemuskel

9 — Schweiß­drüse               10 — Haarausführgang

11 — Schweiß­aus­führgang (Pore)

Vorwort zum Hautthema

Ja, ich hatte es ver­sprochen, ich kehre nur für euch kurz in meine dunkle, finstere Ver­gan­genheit zurück — tiefer noch als beim letzten Mal, als es "nur" um die Farb­be­ratung ging. Jetzt ist die Haut dran!
Hmm, klingt wie eine Drohung, ganz falsch, also noch einmal: Jetzt steht die Haut im Mit­tel­punkt. Besser?

Ich hatte euch gebeten, mir zu erzählen, was ihr über die Haut wißt. Warum eigentlich wollte ich das wissen? Weil ich schon eine lange Zeit über keinen Kontakt mehr zu Kun­dinnen habe und irgendwie annahm, in den letzten zehn Jahren könnte sich ja grund­le­gendes geändert haben. Grund­le­gendes in der Ver­breitung des Wissens, in den Erfah­rungen oder den Wünschen und Vor­stel­lungen der­je­nigen, die Kos­metika ver­wenden, die sich um ihre Haut kümmern möchten. Und es ist gar nicht böse gemeint, wenn ich fest­stelle: Nö, ist alles beim Alten geblieben …

Naja, so sehr habe ich mich auch wieder nicht gewundert, denn wenn ich in Frau­en­zeit­schriften oder Online­gruppen quer lese, dann steht da oft noch das gleiche Tralala wie immer schon. Lediglich die bewor­benen Inhalts­stoffe haben sich geändert. Manche sind sicherlich wirk­samer geworden, aber eigentlich ist das sekundär: ent­scheidend bleibt nach wie vor die richtige Balance. Balance zwischen und von was? Das kommt später.

Ich habe mir also alle Kom­mentare neu­gierig, brav und genau durch­ge­lesen. Was habe ich heraus gefunden?

  1. Die Haut als das größte Organ des Menschen — das ist bekannt. Was das aber wirklich für uns bedeutet: ist das auch klar?
  2. Sonne scheint ein großes Thema zu sein: da hat die massive Auf­klärung der letzten Jahre vieles geleistet. Ist Son­nen­schutz aber schon aus­rei­chende Hautpflege?
  3. Dann gibt es die­je­nigen, die ana­to­mi­sches Wissen mit­bringen — von Basis (die Haut besteht aus mehreren Schichten) bis zum Medi­zin­studium (aber enthält das auch das Wissen um die Pflege?)
  4. Die meisten beziehen sich auf ihre eigene Haut und es klingt meist ein gewißer Frust durch: die will nicht so, wie ich das will.
  5. Andere haben sich mehr mit den Inhalts­stoffen und der Aus­richtung der Kos­metika beschäftigt: was darf drin sein, was nicht? Ist Bio besser?
  6. Die Haut als Schutz­hülle und Spiegel der Seele: was kommt von außen, was von innen?
  7. Und auch die Zeit­spare­rinnen oder die Haut­ver­wöhnten sind ver­treten: morgens keine Zeit für auf­wendige Rituale, mene Haut ist gut und braucht nichts, meine Haut mag nichts, ich glaube nicht daran — das sind die Varianten.
  8. Das Problem mit den Hautärzten …
  9. Immer noch unterwegs: die Mischhaut!
  10. Pickelchen, die nicht von einem weichen wollen.

Schön fand ich, dass sich viele die Zeit genommen haben, aus­führlich zu ant­worten, auch wenn ich jetzt noch lange nicht auf jede Einzelne eingehen kann — aber ich weiß jetzt, wo wir stehen. Manche Fragen werden sich — hof­fentlich! — im Laufe der Serie erle­digen; andere sicher dazu kommen. Ihr müsst ein wenig Geduld haben, denn dass ich nicht für kurze Anwei­sungen zu haben bin, sondern gerne ewig lange herum erkläre, das wißt ihr wohl schon. Und ich habe zwar einen groben Plan im Kopf, aber nichts ist aus­ge­ar­beitet, nichts liegt bereit. Wäret ihr früher zu einer Erst­be­handlung bei mir gewesen, so hätte die erste Behandlung zwei Stunden in Anspruch genommen — und wenigstens eine halbe Stunde davon wäre für die Diagnose der Haut, der Analyse ihrer Bedürf­nisse, ihrer Reak­tionen und ihrer Vita drauf gegangen: wie ist sie gepflegt worden, wie ist der momentane Zustand, wie reagiert sie unter Alkohol, Wärme, Kälte, Berührung und Sonne, gibt es All­ergien oder Emp­find­lich­keiten, wie emp­findet ihr sie selbst, was mögt ihr und was nicht. Ich war und bin der Meinung, dass ich noch so gut arbeiten kann — wenn die Besit­zerin der Haut nicht weiß, was sie tun darf und was nicht und vor allem: 'WARUM?' — na, dann kann sie sich Zeit und Geld bei mir sparen.
Wichtig ist auch, klar zu machen, was rea­lis­tisch ist und was nicht. Grund­sätzlich ist es so, dass die richtige Pflege mehr kann als gedacht, sehr teure oft weniger als gewünscht und schlechte mehr zerstört als befürchtet — einfach nur ein­schmieren ist selten eine gute Idee. Schwierig wird es auch, wenn ihr schon mit zu vielen (Vor-)urteilen, Ängsten oder Ableh­nungen an die Sache her­angeht. Offen bleiben und für den Anfang einmal alles ver­gessen, von dem man dachte, das ist gut, das ist böse — das wünsche ich mir jetzt mal von euch. Das betrifft später vor allem Inhalts­stoffe, denn wenn wir ganz ehrlich sind, dann ist es wie mit jedem Aspekt unseres Lebens in Luxus, Wohl­stand und Sicherheit: fast immer wird etwas auf Kosten von Natur oder Mensch , entgegen ethi­scher, eso­te­ri­scher oder sozialer Vor­stel­lungen her­ge­stellt worden sein. Inhalts­stoff A könnte in 100.000facher Kon­zen­tration unfruchtbar machen, B wird in poli­tisch unsi­cheren Gegenden gekauft, C wird nicht bei Mond­schein gepflückt und D ist einfach nicht in hübscher Ver­pa­ckung zu haben …
Schön ist das nicht, aber so ist es eben auch mit Baum­woll­stoffen oder Meri­no­wolle, Kleidung von H&M oder dem Konto bei der falschen Bank: es kann einen fertig machen, doch an vielen Tagen möchte man es auch mal nicht wissen und hören. Deshalb also noch einmal die Bitte: erst mal offen bleiben und nicht von vor­nerein sagen, ich nehme nur dies oder das. Zunächst einmal schauen wir uns die Haut an.

Dazu sollte ich noch sagen: ich habe nicht vor, hier einen Der­ma­to­lo­giekurs zu geben; es geht mir darum, die Haut so einfach, genau und ver­ständlich zu erklären, wie es für unseren Zweck nötig ist. Auch möchte ich euch bitten — ich sagte ja, ich sei streng — in den Kom­men­taren gerne Fragen zu stellen, aber noch nicht zu per­sön­lichen Pro­blemen: das macht das Lesen für andere unüber­sichtlich. Fragen sind mir sogar wichtig, damit ich erkenne, ob ich etwas ver­gessen, mich miß­ver­ständlich aus­ge­drückt oder zuviel vor­aus­ge­setzt habe. Über Gespräche zum jewei­ligen Bei­trags­thema freue ich mich ja immer.

So, das war wie immer länger als geplant, aber das musste mir von der Seele. Ich bin schon fleißig gewesen und denke, dass ich morgen oder über­morgen den ersten Beitrag zum Thema ver­öf­fent­lichen kann.

MuMo — vor knapp einhundert Jahren …

Vor etwa einem Jahr­hundert nahm die Damenmode, wie wir sie heute kennen, ihren Anfang: frei von Fischbein und Turnüre, mit Säumen über dem Boden statt darüber schleifend, nicht Bewegung behin­dernd, sondern sie ermög­li­chend. Mitt­ler­weile kennen wir keine Regeln mehr außer einer: Jeans gehen immer …
Gut, ich sehe das anders, wünsche mir aber auch nicht die Zeiten zurück, in denen Kleidung von einer Unzahl an Faktoren bestimmt wurde. Alter und Figur, Anlass, Tätigkeit und Tageszeit, Gesell­schafts– und Fami­li­en­stand mussten rund um die Uhr beachtet werden — das änderte sich erst im Laufe der 1960er.

Ab dem 18. Jahr­hundert wurden Unmengen an Damen­bre­vieren her­aus­ge­bracht, die den weib­lichen Seelen Nahrung geben und ihrem Leben eine Leitline sein sollten. Von Kinder, Küche, Kirche wandelte sich der Inhalt immer mehr hin zu Kosmetik, Kleidung, Kultur. Im Jahr 1914 brachte Mar­garete von Suttner ihr Buch 'Die elegante Frau — ein Damen­brevier' heraus. Ob es trotz des aus­bre­chenden Ersten Welt­krieges ein großer Erfolg war, der fort­ge­führt oder ob es nach dem Krieg einen zweiten Anlauf gab, das Buch zu ver­kaufen, ich kann es nicht sagen — aber ich habe eine Ausgabe von 1920. Viele der Bilder ver­weisen deutlich auf die Kai­serzeit: Zofen in boden­langen Kleidern und Häubchen huschen durch Bilder, Damen, die aussehen, als wollten sie sich binnen kurzem auf die Titanic ein­schiffen, trinken Tee und auch der Ton ist deutlich ver­schnör­kelter als man es von anderen Büchern der 20er her kennt. Aller­dings darf man auch nicht ver­gessen: die 20er, wie wir sie kennen, nahmen erst langsam Fahrt auf. Die Jahre von 1918–1922 etwa waren sehr vom Zusam­men­bruch des Kai­ser­reiches und vom Umbruch in der Gesell­schaft gezeichnet — so wirkt auf mich zumindest dieses Buch wie ein Zwitter: es versucht, dort anzu­knüpfen, wo der Krieg zer­schnitt und will denoch Schritt halten mit dem, was sich andeutet. Im Ver­gleich mit der Ausgabe von 1914 — die übrigens hier online lesbar ist — hat sich nicht vieles geändert: einige Bilder sind ersetzt worden und einige Passagen ebenso.

Her­aus­ge­sucht habe ich für euch zwei Kapitel: Das Trot­teur­kleid und das Nach­mit­tags­kleid. Beim Lesen war ich hin– und her­ge­rissen, ob es nicht doch schön wäre, wenn sich ein oder zwei Regeln für gute Kleidung wieder ein­bürgern würden …

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Gut, dann mal los…

Heute wird nicht gewählt, jetzt will ich Ant­worten von den­je­nigen, die mehr über richtige Haut­pflege wissen wollen — ich muss ja wissen, wo ich ansetzen soll. Daher die Frage, kurz, knapp und knackig: Was wißt ihr über die Haut?

Kosmetik: Hilfe erbeten

Ich überlege gerade hin und her, im Kreis rundum und zurück, wie ich das Thema bear­beiten will: möchte ich es als normalen BEitrag im Blog behandeln oder möchte ich es im kleinen Kreis belassen? Wie könnte das aussehen? Mit Passwort? Wie erhält die Inter­es­sierte das Passwort? Per Mail? Da kann schnell mal was unter­gehen.
Überhaupt: wohin soll es gehen? Ich möchte ja keine Kos­me­tik­seite mehr auf­ziehen und auch keinen Kos­me­tikblog führen, ich will keine all­ge­meinen Bla­bla­tipps notieren, habe aber auch nicht mehr die Zeit, dass für jede Einzelne höchst indi­vi­duell zu besprechen. Auf End­los­dis­kus­sionen kann ich hierbei auch ver­zichten, es wird auch keine kon­kreten Emp­feh­lungen im Sinne von "Firma x und Konzern Y bieten das perfekte Z für dich an" — es geht mir um die Grund­lagen, um das Wesentlich, an dem sich seit Jahr­zehnten nichts geändert hat. Und darum, den Inter­es­sierten ihre Haut endlich nahe zu bringen. Wie also könnte das am besten funk­tio­nieren? Ideen sind mir will­kommen :-)

Im Augen­blick habe ich die folgende vage Vor­stellung:
Beiträge zum Thema werden mit Passwort versehen, dass ange­fragt werden kann — ich möchte einfach gerne wissen, mit wem ich da spreche. Was aber nicht heißt oder heißen muss, dass man sich "bewerben" muss. Es ist mehr so eine Art Gesichts­kon­trolle, die jede, die rein möchte, pas­sieren lässt.
Sämt­liche Beiträge zum Thema würde ich unter einer Extra­seite sammeln und ver­linken — etwa so, wie es jetzt schon bei "Fertig!", "Bücher" oder "Zwölf Kleider" läuft. Ich würde dort auch gerne PDFs hin­ter­legen, die erklären, wie die Haut auf­gebaut ist, wie sie funk­tio­niert und welche Erschei­nungen sie zeigen kann — alles auf das redu­ziert, was man als Laie so braucht; geht ja nicht um ein Medi­zin­studium. Problem ist nur: meine externe Fest­platte läuft nicht mehr an und da liegen all meine Doku­mente zu dem Thema, die ich mal für meine Schü­le­rinnen gebastelt hatte — DAS würde ich mir nicht noch einmal antun wollen :-(

Wie auch immer: bitte Tipps und Ideen und Vor­schläge, wie sich die Inter­es­sierten unter euch das vor­stellen :-)