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Nach nun guten zwei Wochen der Malessen und Maladien geht es mir heute zum ersten Mal wieder so gut, dass ich denke: ich werde wohl wieder gesund. Die letzten Tage von Diens­tag­nach­mittag bis heute früh lag ich mehr oder weniger im Bett, mehr oder weniger lebendig und ein­deutig mehr als weniger sauer, wütend und genervt.

krank

Nun benötige ich krank dar­nie­der­liegend keine umfang­reiche Gar­derobe, ja, selbst das Fehlen einer man­gel­haften Aus­stattung ist zu ver­kraften, solange Taschen­tücher der einzige Stoff sind, der eine Rolle spielt. Leider konnte ich an kaum etwas anderes denken als an die Tatsache: Der Herbst kommt und nix, nix, nix ist im Schrank. Zwei Wochen mit Erfolg­lo­sigkeit vertan. Zwar hatte ich am letzten Samstag liebsten Näh­besuch von Sabine und Arlett und ver­suchte auch, eine Bluse zu nähen. Über die ich jetzt nicht sprechen mag. Nur soviel: sollte ich noch einmal vorhaben, eine Bluse mit 6cm Mehr­weite zu nähen, so möge ich doch bitte Arlett Bescheid geben, damit sie das ver­hindert. Sagte sie ein­dringlich und ich habe es mir gemerkt.

Sonntag ging es dann schon los mit den ersten Krank­heits­an­zeichen: der Große rotzte und nieste und war noch unleid­licher als sonst. Und lag Montag zu Hause. Am Dienstag fühlte ich mich end­gültig mies, schleppte mich aber noch zum Friseur (wo es dann zu einem Miß­ver­ständnis kam, dass ich jetzt auf dem Haupte trage — meine Schuld). Der Gatte war am Morgen schon vom Bad zurück ins Bett gewankt, wo er für zwei Tage blieb. Mich erwischte es am gemeinsten mit eigentlich allem, was man haben kann — nur der Jüngste schnupfte ein-, zweimal wenig über­zeugend umher und schien seine Erkrankung mehr zu erwarten als zu haben.

Wie nun auch immer: ich hatte in den letzten Wochen zuvor vier Röcke genäht, einen Pulli beendet, einen ange­fangen und brauchte vor allem Ober­teile, die in die Rock­bünde zu stecken sein würden (nochmal ein Ergebnis des Blu­sen­di­sasters: was auch immer man auf Bildern denken mag — ohne Taille geht es bei mir überhaupt nicht. Was meine Gedanken der letzten Zeit, doch mal ein wenig legerer zu schneidern, Richtung Ablage P schickte).

Noch befindet sich in meinem Klei­der­schrank ein Bretonne-Shirt aus einem sehr festen Jersey, das ich vor etwa 15 Jahren bei Zara gekauft hatte — der Schnitt das sim­pelste, was man sich denken kann. Aber ich liebe/liebte es. Als mir nun nichts mehr passte, trug ich es bald täglich. Das hat ihm, man kann es sich denken, den Gna­denstoß versetzt.

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Kurz überlegte ich, es aus­ein­ander zu schneiden, um es als Vorlage zu ver­wenden. Nicht der per­fek­teste Schnitt, aber für ein schnelles Shirt? Aber so viel Leid mochte ich ihm nicht zufügen und so nahm ich heute morgen — es war auf die Sekunde genau 8:45 Uhr — neben Sei­den­papier Steck­nadeln, Stift und Shirt und kopierte den Schnitt, was erstaunlich flott ging. Kein Wunder: Vorder– und Rück­seite sind iden­tisch, ebenso ist der Ärmel symmetrisch.

Seit zwei Jahren liegen zwei Punto di Roma in meinem Schrank, einer in Petrol, der andere in einem dunklen Lila. Eigentlich nicht meine Bau­stelle, aber sie waren so schön weich und relativ fest und aus Viskose und günstig — was soll ich das lange erklären? Wer DAS nicht kennt, näht halt nicht. Außerdem seit min­destens vier Jahren wanderte ein leicht trans­pa­renter anthrazit-blaugrauer Strick­stoff von Ecke zu Ecke. Pullis NÄHEN finde ich ja höchst ver­werflich, aber mir gefiel die Farbe und die Melierung so sehr, dass s.o.

Um 9:30 Uhr schnitt ich Petrol zu, nähte die Schul­ter­nähte zusammen und warf alles unter die Overlock (erwähnte ich, dass ich von meinem Näh­kränzchen zur Anschaffung genötigt wurde? Mafiöse Zustände sind das!) und pro­bierte. Version eins ist ziemlich zu weit in den Schultern, was aber jetzt locker-lässig so bleibt. Für den Strick änderte ich die Schul­ter­breite deutlich und der Sitz ist auch deutlich besser. Lila folgte gleich hin­terher und so hatte ich um 17:00 Uhr drei neue Tops, hatte zwi­schen­durch noch eine Rucola-Lasagne zube­reitet, ein wenig gedöst, ein wenig gedaddelt und ein wenig auf­ge­räumt. Wenn das kein Loblied auf die Ein­fachheit ist … klar, der Schnitt bräuchte einiges an Anpassung, aber er sitzt aus­rei­chend gut, fühlt sich auch so an und sorgt dafür, dass ich bald mal wieder vor die Tür kann. Das ist sicherlich ein Phönix-aus-der-Asche-Gefühl :-)

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Dachte ich zumindest. Dass ich mich wieder gefunden haben könnte. Die letzten zwei Jahre waren ein Auf und Ab, mit viel mehr Ab als auf, so kam es mir vor. Und zwi­schendrin durfte ich mich noch mit dem sich ver­än­dernden Körper und seinen Aus­wir­kungen auf mein Spie­gelbild und meinen See­len­zu­stand herum ärgern. Die langen Wochen mit den Ver­suchen, funk­ti­ons­fähige UND schmei­chelnde Grund­schnitte her­zu­stellen, die Über­le­gungen, was steht mir, was will ich und wie zum Teufel komme ich aus dem Haus so ganz ohne Gar­derobe — ne, schön ist anders. Das Stimmchen, das mir ein­flüs­terte, es gäbe doch noch wirklich wich­ti­geres und die Realität, die da lautete: "Herrje, ich kann das Haus nicht ver­lassen, meine einzige Hose hängt nass auf der Leine" stritten sich in einem fort; ich immer schön mit­tendrin. Ziemlich ätzend.

Dann habe ich mich letzte Woche — alles um mich herum kühl lächelnd liegen lassend — an neue Rock­schnitte und Pro­be­teile gemacht, war eini­ger­maßen zufrieden mit den Ergeb­nissen und habe am dar­auf­fol­genden Wochenende zunächst eine Hose erfolglos und einen Rock erfolg­reicher genäht. Als ich ihn am Dienstag morgen mit einer Hemd­bluse und Schuhen vor dem Spiegel testete, eine meiner Freun­dinnen auch noch zu Besuch war, die — schlicht gesagt — hin­ge­rissen war, da hatte ich das Gefühl, endlich wieder mit mir im Reinen und in mir zu Hause zu sein. Und habe mich am gleichen Tage noch an Version 2 in kirschrot gemacht. Der Stoff ist leider sehr elas­tisch, elas­ti­scher als eine Fühl­probe zeigte und eine heutige erste Anprobe machte mich nur semi­g­lücklich: Öhrchen an den Hüften und schon wieder die scheinbar unver­meid­lichen Stern­falten von tiefer Hüfte zur Bauch­mitte. Ver­längern der VM erweist sich bei mir immer wieder als nicht machbar, aber eine andere Änderung mit gleicher Wirkung funk­tio­niert: zwischen VM und Hüfte an den Abnähern die Tail­len­rundung tiefer aus­schneiden eli­mi­niert diese Falten meist nahezu.

Gut, darauf wollte ich gar nicht hinaus. Nach Rock 2 holte ich Rock 1 in dun­kelstblau wieder aus dem Klei­der­schrank und knipste Bilder vor jetzt etwa einer halben Stunde. Und stand vor dem Spiegel. Und mochte das gekaufte T-Shirt dazu nicht, aber was soll man tun, wenn man ja (und jetzt alle im Chor) nichts, NICHTS im Klei­der­schrank hat. Aber vor allem waren diese Sternchen wieder da. Und ein Stück Naht unterm RV löste sich auch noch. Und, und, und .…

Nunja, ich habe mich also hin­ge­stellt und geknipst und wer mich nur ein bißchen kennt, weiß, dass ich außer bügeln kaum etwas so sehr hasse wie foto­gra­fieren. Gesteigert von mich foto­gra­fieren. Mich foto­gra­fieren lassen wäre noch mal schlimmer, aber so uner­träglich, dass es nicht statt­findet. Mich nun zu foto­gra­fieren in einem Rock, in dem ich gestern Julia noch vor­ju­belte, ich sei so glücklich und verliebt in ihn, weil ich mich endlich einmal wieder wie ich selbst und das auch noch in attraktiv fühlen würde, also mich heute in ihm zu foto­gra­fieren, nachdem ich wieder ent­setzlich viele Fehler finden konnte, ist ein Bah-Erlebnis. Ver­blüfft bin ich nun aller­dings, dass die Falten, die mich stören (hinten kleine Dia­go­nal­fältchen untem Bund, vorne den Stern) auf den Bildern kaum zu ahnen sind, dafür aber auf einmal ein sich wel­lender Saum und eine fette Schräg­falte hinten zu sehen sind. Ich habe den kleinen Sohn strengstens befragt und er kann nichts davon in Wirk­lichkeit sehen. Auch die Farbe stimmt nicht, aber das erwarte ich schon gar nicht mehr anders. Unnötig zu erwähnen, dass die Hälfte der Bilder unscharf war, ein Viertel über– oder unter­be­lichtet und der Rest eben das ist, was ich euch zeigen kann.

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Von den Ver­schwom­menen noch das Klarste. Hilft aber auch nicht …

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Man sieht links die Falte, die mich so stört. Ich gehe mal davon aus, dass die uner­schied­lichen Hüften eine Rolle spielen, aber so weit bin ich noch lange nicht, dass ich zwei unter­schied­liche Hälften zuschneide. Aber ich spiele mit der uner­freu­lichen Idee, den Bund links noch einmal zu öffnen und den Rock auf Abnä­herhöhe etwas anzu­heben. Das macht nur einfach überhaupt rein gar keinen Spaß, nicht ein klit­ze­kleines bißchen und ich möchte mich bei dem Gedanken daran so kindisch wie nur möglich ver­halten. Nützt nur auch nichts, also bete ich mir ein Müt­ter­mantra vor und versuche, Vorbild zu sein. Hahahaha.

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Von der Seite … hmm, da zeigt sich wieder einmal deutlich, dass zumindest meine Bilder nicht mit der Realität überein stimmen oder nur begrenzt: schön finde ich, dass es mir gelungen ist, den Rock von der höchsten Stelle des Bauches fallen zu lassen, was optisch viel schöner ist. Auch die Balance zwischen vorne und hinten scheint zu stimmen (stünde ich auf dem einen Bild nicht so schief). Was mich ver­wundert, ist, wie steif und starr der Rock wirkt — das fehlen der dritten Dimension ist für meine Foto­künste des Todesstoß.

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Diese Falte!!! Das sieht doch unmöglich aus. Ich kann sie im Spiegel nicht sehen, der auf dem Bügel hängende Rock fällt glatt (das Unter­lassen einer Bügel­leistung vorm Knipsen kann ich nicht ver­ant­wortlich machen) — was ist das? Außer frus­trierend natürlich? Und wieso sieht jetzt jede Naht so aus, als wäre sie niemals aus­ge­bügelt worden??

Wie nun auch immer: eigentlich finde ich ihn sehr schön, eigentlich sieht er mit einem anderen Oberteil sehr schmei­chelhaft aus und der Sitz ist auch gut und dazu alters– und figur­ge­recht. Falls also die eine oder andere von euch mit der Idee flirtet, sich ein wenig mehr von gekauften Schnitten unab­hängig zu machen, zeige ich ganz schnell, wie aus einem gut sit­zenden geraden Rock dieser ein­ge­stellte Rock mit Gehfalte vorne wird:

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Der Grund­schnitt: Hüfte und Saum haben die gleiche Weite, der Rock hat hinten eine Mit­telnaht und vorne den Stoff­bruch.
Die brei­teste Stelle an der Sei­tennaht (die Hüft­breite) wird markiert und die Mitte der Ober­schenkel an der VM.

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Von der Mar­kierung an der VM zeichnet ihr eine Linie von 7–10 cm — je nachdem, wieviel Lauf­weite ihr wollt — waa­ge­recht heraus, ebenso am Saum und ver­bindet beide Linien. Die Gehfalte wird im Stoff­bruch zuge­schnitten; für die vordere Mit­telnaht jetzt nicht die Naht­zugabe vergessen.

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Der Rock wird leicht ein­ge­stellt: dazu von der Hüft­mar­kierung eine Linie zum Saum zeichnen, der um etwa 1,5 Zen­ti­meter ein­ge­stellt wirde. Diese Linie im Bereich der Hüfte mit einer zarten Kurve formen.

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Als Bund noch ein Rechteck in der gewünschten Tail­le­weite und der gewünschten Höhe X 2 + Naht­zugabe zuschneiden et voilà: schon hat man sich den Kauf eines neuen Schnittes gespart.

  
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Fünf Tage hatte ich nun Zeit, um Schnitte zu erstellen und zu nähen: keine Termine im Studio, dazu einen dienst­rei­senden Gatten — da hatte ich mir einiges versprochen …

Geschafft habe ich vier Rock­schnitte, den Basis­ärmel, zwei getestete/verworfene Hosen­schnitte und von gestern bis heute eine Hose, die mich um Jahre zurück­wirft. Oder nach vorne: die seit­liche Sil­houette ruft mir trotz all meiner Akzeptanz des Älter­werdens zu sehr "alte Frau". Sicher, da ließe sich noch einiges anpassen, was dann in den all­be­kannten Strudel von tie­fer­nähen, höher­nehmen, tie­fer­nähen, höher­nehmen und alles wieder retour. Was aber nichts daran ändern wird, dass es mir einfach nicht gelingt, eine weite Hose vom wei­testen Punkt des Pos gerade nach unten fallen zu lassen: während ich an der Hüfte Platz, Platz, Platz brauche, brauche ich am Ober­schenkel viel weniger Stoff als vor­ge­sehen. Ich hatte Burda 8488 als Aus­gangs­punkt gewählt, für meinen langen Unter­torso einige Zen­ti­meter (aber immer noch zu wenige) zuge­geben, hatte die Hüft­kurve höher, das Hin­terbein schmäler, die Bein­länge länger und überhaupt so ziemlich alles ver­ändert, von dem ich wußte, ich würde es brauchen. Dann noch, weil ja zur Taille hin Zen­ti­meter fehlten, einen Formbund aus meinem Rock­grund­schnitt gebaut. Ja, passen tut sie wohl, irgendwie und von vorne — im Spiegel, nicht auf den Bildern! — finde ich es auch ganz gut, das Werk.

Von der Seite kommen mir ten­den­ziell sui­zidale Gedanken; ins­be­sondere, da ich seit Wochen auf Zucker und Süßkram ver­zichte und sich das auch zeigt: in Zahlen und eigentlich auch im Spiegel. Außer in dieser Hose. Oder überhaupt in so ziemlich jeder Hose. Was ich maßlos frus­trierend finde. Gesundheit ist ja schön und gut und ich fühle mich auch deutlich besser. Aber deutlich bauch­loser fände ich schon auch irgendwie so ein wenig etwas schön. Denn ich würde gerne wieder mal elegant flie­ßende weite Hosen tragen.

Also wieder mal alles sooo gemein. Das wirkt sich fatal lähmend aus. Mag es nun sein, dass meine Ansprüche gestiegen sind, mag es sein, dass ich unglaublich unta­len­tiert bin: ich habe nach wie vor nichts anzu­ziehen und fühle Moti­vation schwinden vor diesem Berg an Arbeit. So ein kleiner Erfolg zu Beginn wäre doch netter gewesen …

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Unge­schminkt, etwas müde und fertig, nachdem ich seit heute früh um 8:00 an dieser Hose arbeitete und zwi­schen­durch einen Lin­sen­salat bereitete. Was mir von vorne auch gar nicht gefahlen will, sind die Falten von Hüfte zu Bauch. Es sind KEINE Zug­falten im üblichen Sinne — ich habe mit einiger Mehr­weite gear­beitet in der Hoffnung, die Hose möge dann nicht nur vom Po aus gerade nach unten fallen, sondern auch vom Bauch. Tut sie ohne Bund­falten und noch mehr Weite sicherlich nie: wie immer liegt es am Bauch sanft an und dann kommt viel Stoff über viel Lücke, der sich dann am Ober­schenkel wieder mit mir trifft. Und immer, immer, wenn ich viel Stoff über dem großen Nichts habe, dann bilden sich Wellen. Der Effekt ist der gleiche wie bei zu eng: Stern­chen­strahlen zeigen auf den Bauch, hurra. Alles spielen mit noch mehr Länge, noch mehr Weite endet nur in Schritt­beulen oder Stoff­mengen, die meine Hüften aufs Doppelte auf­pumpen. Ne, ich denke, ich bin für Hosen einfach nicht mehr gebaut.

Das sind übrigens die besten Bilder — die wirklich schlimmen sind ver­nichtet, so viel Leid ertrage ich dann auch nicht. :-D

So, draußen sieht es schon wieder dunkel und herbst­lichst aus — schnell noch einen Rock zuschneiden? Oder am besten einen Sack: nicht nur, dass ich nichts zum Anziehen habe, ne, mir steht auch gar nichts.

  

Mal schnell zwi­schen­durch: Näh-Freundin Julia hatte mich gerade ange­schrieben, dass sie wohl im Spam gelandet sei — was mich zu der ver­blüfften Frage brachte, wo das denn wohl geschehen sei? Erst dann habe ich in meinem Blog­spa­m­ordner geschaut und gesehen, dass ihrer und zwei andere Kom­mentare dort gelandet sind. Weshalb, ist mir ein Rätsel; seitdem Akismet bei mir nicht mehr lief, habe ich ein anderes Plugin, das wohl auch andere Kri­terien hat. Ich schaue nur selten in diesen Ordner und wenn, schien alles gut zu sein.

Kurz zum Ablauf: wer hier einen Kom­mentar mit einer für das Plugin neuen eMail­adresse hin­ter­lässt, muss von mir frei­ge­schaltet werden, um das Plugin zu trai­nieren. Danach wird jeder weitere Kom­mentar mit selber Adresse und selbem Namen auto­ma­tisch ver­öf­fent­licht. Ein kleiner Tipp­fehler oder — so kommt es mir vor — ein längerer Zeitraum zwischen erstem und nächstem Kom­men­tieren und schon werde ich auf­ge­fordert, den Kom­mentar frei­zu­geben. Spam aller­dings bekomme ich nicht gemeldet … und alles, was älter als zehn Tage ist, wird aus dem Spa­m­ordner end­gültig, auto­ma­tisch gelöscht. Weshalb manche Kom­mentare — voll­kommen unauf­fällig, ohne Links im Inhalt oder ver­däch­tigen Adressen — als Spam markiert werden: ich weiß es nicht.

Wenn ihr also einen Kom­mentar hin­ter­lassen habt, der dann innerhalb eines Tages nicht auf­taucht, dann gebt mir doch bitte per Mail Bescheid — bis auf sehr per­sön­liche Anfragen schalte ich grund­sätzlich alles frei. Danke :-)

  

Eine profunde Erkenntnis, fürwahr. Leider eine, die mich unter Druck setzt; seit Monaten schon. Ich denke, ich erwähnte es das eine oder andere Mal bei­läufig — so bei­läufig, wie es eben ist, wenn vor dir jemand heulend und krei­schend auf dem Bauch liegend mit Händen und Füßen aufs Parkett trommelt.
Eine wochen­lange Grund­schnitt­zeich­nerei und Pro­be­teil­nä­herei habe ich so halbwegs über­standen und Ideen habe ich — eigentlich — auch; die Zeit ist auch nicht das größte Problem (obwohl ich mich immer mehr darüber wundere, wie selbige mir so quicksand­gleich durch die Finger rieselt). Es ist eher so, dass ich vor einer her­ku­li­schen Aufgabe stehe: eine kom­plette Gar­derobe samt dazu gehö­rigen Schnitte zu erstellen, bevor ich erfriere und sozial ver­einsame. Das kann einen erschauern lassen, nicht wahr?

Nun hatte ich mich schon an ins­gesamt vier Hosen gemacht, die mehr oder weniger fertig sind — tragbar, aber die Beine ein zu selt­samer Zwitter zwischen eng und gerade. Also enger nähen, was mir aber gerade gar keinen Spaß macht. Denn noch habe ich ja nichts, was ich dazu tragen könnte. Kann also noch beiseite liegen bleiben, der Großteil der Arbeit ist getan und der Rest kann, könnte schnell erledigt werden. Für Ober­teile aber fehlen noch passende Ärmel und danach passende Grund­schnitte, die nicht ganz eng am Körper liegen. Was steht also zuvor an? Ärmel kon­stru­ieren, Ärmel testen, Ärmel­schnitte ver­ändern, Ärmel testen und auf Pappe festhalten.

So habe ich die Woche bis jetzt mit dem Kon­stru­ieren vierer Rock­schnitte und dem Waschen der dazu­ge­hö­rigen Stoffe, dem Zeichnen des ersten Ärmel und dem Zuschneiden des Pro­be­teils, dem Pro­be­nähen einer Hose nach einem Fer­tig­schnitt der 70er (leider nicht gut) und dem Besorgen der fehlende Reiß­ver­schlüsse ver­bracht. Und dem Gatten ange­kündigt, dass ich an diesem Wochenende für garnix zur Ver­fügung stünde, da ich dringend nähen müsse. Ich bin mir sehr sicher, dass er das nicht wirklich ver­standen hat. Er ver­wechselt mein "Ich habe nichts zum Anziehen!" mit dem klas­si­schen " Ich habe nichts zum Anziehen …". Konkret heißt das: ich habe in meinem Schrank ein Kleid, das noch gut passt, einen Rock, eigentlich keine Bluse, theo­re­tisch vier Hosen. Punkt. Natürlich ganz viele Pullis, die aber nicht alle zum Rock passen, zumal der Rock — den ich letzte Woche genäht habe — doch noch etwas zu warm ist. Zeigen kann ich ihn euch noch nicht, er hängt auf der Leine und in Strumpf­hosen werfen will ich mich doch noch nicht. Im übrigen ist auch endlich der him­beerrote Pulli fertig, der aber farblich nicht gut zum Rock passt und daher auch nicht gezeigt werden kann.

Was heißt das für mich: ich laufe seit Monaten zu Hause in einer mitt­ler­weile sehr ver­hassten schwarzen Yogahose herum. Stehe ver­zweifelt im Flur, wenn ich das Haus ver­lassen muss — was ich in einer beim H&M gekauften blauen, engen Hose plus einem eben­falls dort erstan­denem blauen Punk­te­blü­schen tue. Beide Teile kann ich nicht mehr leiden …

Jetzt werde ich Minusch von meinem Schoß schmeißen und Ärmel testen, hurra!

  

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