Donnerstag, 17. Mai 2012

Danke

Erst gestern abend sehr spät bin ich wieder online gewesen — der Horrortag hörte ja noch lange nicht auf. Weshalb mir gestern insgesamt vier alte Männer, getrennt vonein­ander, vor den Wagen springen mussten, ich weiß es nicht. Das Springen erschöpfte sich in dem Moment, in dem sie die Fahrbahn betraten — von da an schliechen sie, unbe­hindert von jedem Gedanken an Gefahr. Ebenso rätselhaft ist mir, weshalb in unserer 30er-Straße ständig röhrende Motoren zu vernehmen und Raser zu sehen waren, dafür aber jeder Einzelne, der vor mir fuhr, höchstens auf 40 km/h kam — ich habe ja noch gelernt, dass Höchst­ge­schwin­digkeit Richt­ge­schwin­digkeit ist, um niemanden zu ärgern; also haben die das alle nur gemacht, um mich zu triezen, richtig? ;-)
Natürlich gab es zum Abend­essen auch wieder ein Wahn­sinns­genöle, weil jeder etwas anderes zum Essen haben wollte. Ist das bei euch auch so, dass ihr ständig für jeden extra kocht? Nudeln beispiels­weise. Sobald der Papa auch im Haus ist und wir kein vege­ta­ri­sches Fleisch auf den Tisch bringen können, weil es dem Gatten nicht schmeckt, habe ich keinen gemein­samen Nudel-Nenner bei den Jungs mehr: dann gibt es Speck­sah­ne­sauce für den Gatten, Käse­sauce für Tommy, Toma­ten­sauce für Lenny und für mich — immerhin die Gele­genheit, nur nach meinem Geschmack zu kochen — Tomaten-Champignons-Erbsen-Sahne-Sauce. Nur die Nudeln und der Parmeg­giano ist dann wieder für alle gleich … einfach mal eine gemischte Gemü­se­pfanne geht hier gar nicht.
Dazu kommen nun schon wieder die körper­lichen PMS-Wehwehchen, die für stän­diges Aufwachen in der Nacht sorgen, ein kaum noch zupfender Epilierer, eine zerbro­chene Puderdose samt verstreutem Inhalt und der Blick nach draußen auf das zuge­frorene Nach­bardach. Ja, liebe Ute, das Wetter hat mich jetzt auch fest im Griff — wäre es wenigstens irgendwie beständig mies, dann hätte ich mich längst resi­gniert zurück gezogen. Im April ging das noch, aber nun gibt es alle vier Tage eine Erwärmung, mehr Sonne und die Verheißung, das feste Versprechen auf Frühling, Früh­sommer, auf Tage im Garten und ohne Strumpf­hosen — das mit den dünnen Waden und Fesseln kenne ich ja auch: ich muß aber wegen der Länge dennoch auf 44 gehen und immer noch schnürt es wie jeck. Für wen sind diese Dinger wohl eigentlich gemacht??? Mir ist nicht eine Frau bekannt, die keine Schwie­rig­keiten hat. Strümpfe sind in der Tat eine Alter­native, aber während Strumpf­ho­sen­beine immer, immer zu kurz sind, sind Strümpfe oft viel zu lang — naja, oder auch zu kurz. Mitt­ler­weile ist mein Vorrat an Strümpfen sehr klein und hat sich letzten Samstag weiter verkleinert:
Das Wetter: kühl, gräulich, herbstlich wie ständig; die Aufgabe: ein Kurzausflug zum Droge­rie­markt für das übliche Haus­halts­gedöns; mein Haß auf Strumpf­hosen an dem Tag: unendlich. Also zack, ich werde nicht zu sehr frieren, Strümpfe her. Im Auto dann fühlte es sich schon seltsam an und was geschah: rechts gab das selbst­hal­tende Band auf. Ausge­rechnet bei meinem gehegten und gepflegten Wolfords. Dann find mal eine Ecke auf einem Park­platz am Sams­tag­vor­mittag, an der du deinen Strumpf notdürftig wieder hoch­ziehen kannst, um ihn dann durch Rock und Mantel am weiteren Rutschen zu hindern. Jaja, Ecke, Strümpfe, Röckchen — welch Asso­zia­tionen da wach werden. Dazu ein hoch­ge­nervter Gatte — ich stelle mich wieder an — der nicht bereit ist, sich als Sicht­schutz anständig zur Verfügung zu stellen. Auf dem Weg nach Hause habe ich das Halten von außen dann aufge­geben und besagter Strumpf rutschte noch vor der Haustür bis zum Knöchel; ist ja auch voll­kommen unver­ständlich, weshalb die Gattin diesen Anblick in einem Droge­rie­markt vermeiden will. Beide Strümpfe landeten dann im Müll, da es diese Variante nicht mehr käuflich zu erwerben gibt. Wäre das nun gestern statt letzter Woche geschehen, oh, ohhh, OOOhhhh!!! Irgend­einer dieser alten Herren hätte seinen Todes­sprung auf die Fahrbahn nicht überstanden!

Aber jetzt lasst mich euch anständig danken für die vielen Aufmun­te­rungen und Tipps. Das eine oder andere muss ich noch aufklären:

Dieses Knopf­loch­füßchen soll sich in der Tat über die Kleidung bewegen können — es ist keine Hilfe, sondern wirklich ein Fuß, der schlicht idio­tisch konstruiert ist. Bei der Pfaff wird ja nicht geschraubt, sondern einge­setzt, geklickt. Beim Entfernen eines Fußes aller­dings muss der Fuß nach vorne abge­winkelt werden. Der Knopf­lochfuß aber ist so lang, dass das kaum geht. Diese Gummierung soll viel­leicht dabei helfen, dass man ihn besser einsetzen kann, aber über Kleidung rutscht er nur schlecht.
Mit Seiden­papier habe ich es schon mal versucht, aber das war ein Fiasko — wieder gab es die übliche kleine Welle, nur diesmal hat es noch ein Papier­ge­metzel gegeben. Auch das mit dem Stoff in gleicher Höhe anlegen habe ich getestet, aber auch das ging nur mit Hauen und Stechen. Die kleinste Stoff­ver­di­ckung und schon hakt es. Norma­ler­weise lässt sich das mit etwas am Stoff ziehen regu­lieren; diesmal ging gar nichts.

Und das Nähen mit den Jungs — ganz ehrlich, das geht besser als abends, wenn der Gatte im Hause ist. Die Kinder stört das nicht, sie sind meist mit sich beschäftigt und haben keinerlei Hemmung, mich zu stören ;-) Fieselige Sachen, die mehr Konzen­tration verlangen, mache ich dann nachts, wenn alle in ihren Betten liegen. Klar, in der Qualität leidet das Genähte darunter, dass ich mit wenigstens einem Auge, zwei Ohren und einer halben Gehirn­hälfte bei den Jungs bin, aber ich habe nur die Wahl, es so zu machen oder es zu lassen. An den ganz miesen Tagen greife ich dann lieber zu den Strick­nadeln, aber im Augen­blick fehlt mir ein Projekt — das rote Jäckchen ist übrigens seit Wochen fertig, muss nur noch vernäht und geblockt werden, aber irgendwie …

Was die Maschinen anbe­langt: die Pfaff war ja nun nicht wirklich günstig und dafür habe ich schon Raten vereinbart. Als abhängige Hausfrau hast du eben nicht die Möglichkeit, mal gerade eben etwas zu kaufen, was mehr kostet als das Monats­budget für Essen und Trinken. Und im Augen­blick kann ich das schon gleich gar nicht — 800 Ocken habe ich nicht, so traurig das ist. Qualität mag lang­fristig mehr bringen, aber leisten können muss man es sich im ersten Angang eben auch können. Und grund­sätzlich glaube ich heut­zutage nicht mehr daran, dass teuer auch immer gut ist. Klar, billig kann nicht groß­artig sein, das ist leicht auszu­rechnen. Aber der Gegen­schluß, dass teuer dann gut sein muss, stimmt heut­zutage eben nicht mehr. Von meinen Eltern hatte ich vor 23 Jahren bei meinem Einzug in die erste eigene Wohnung unseren damals schon recht alten AEG-Handmixer bekommen — meiner Mutter wollte wohl eh was Neues (was mitt­ler­weile, glaube ich, nicht mehr exis­tiert) und was kann ich sagen: mit dem Ding mixe und passiere ich heute noch und das lieber als mit dem sauteuren Stand­mix­gerät, dessen Behälter schon einmal ausge­tauscht werden musste. Und es funk­tio­niert einwandfrei. Heut­zutage, wo unsere Wirt­schaft ja permanent wachsen muss, verschleißen viele Teile sehr schnell und das ist durchaus gewollt. Nur: bei wem das so ist und bei wem nicht, steht ja leider nicht drauf … und geht etwas Teures in die Brüche, so ärgere ich mich zehnmal mehr als bei einem güns­tigen Teil, bei dem ich es erwarte. Ich sag nur: Bügel­eisen! Da müsste ich jetzt auch mal ein Neues und wieder einmal Besseres haben, aber da ist ein Hunderter ja auch locker nichts. Es summiert sich, es summiert sich!

Ich werde heute einmal schauen, was die Garan­tiel­aufzeit sagt — die Rechnung ist zum Glück nicht bei der Anleitung gewesen, wo der Gatte sie immer rein­kleben will. Ich bin mir sicher, dass irgendein kind­liches Händchen damit herum gespielt hat und der entstandene Abfall achtlos entsorgt worden ist. Denn ich weiß nicht, wo ich in Bonn eine Maschine repa­rieren lassen kann; wahr­scheinlich über Kastenholz, nur dass ich sie dort nicht gekauft habe und der Herr des Ladens nicht immer zu charmant ist. Und was sowas kostet? Möchte ich das wissen? Es müsste dringend der Aufspuler ausge­tauscht werden, weil die Mini­hal­terung komplett abge­wetzt ist — weil die Spulen­kapseln nicht daran halten wollen und sie langsam, aber sicher herun­ter­ge­schliffen haben. Und Teile austau­schen, so etwas ist gerne teuer und dauert vor allem gerne ewig. Erinnert ihr euch noch an meine Laptop-Passion (im Sinne eines christ­lichen Leidens­weges, nicht einer überwäl­ti­genden Leiden­schaft!)? Nie wieder Acer! Auch da zeigte sich: teuer ist nicht besser. Mein Austausch­gerät von Samsung hier war güns­tiger von wegen Restwert Acer-Laptop, hat, da die tech­nische Entwicklung ja unauf­haltsam voran­schreitet, mehr Leistung, ist aber insgesamt wesentlich robuster und bedien­freund­licher. Der Gatte hat sich ja gegen meinen Rat ein Luxusteil von Acer besorgt und ha: schon nach einer Woche musste es das erste Mal einge­schickt werden. Das ERSTE Mal …!

Achso, noch schnell zum Ober­transport: natürlich hat die Pfaff auch Unter­transport! Den Ober­transport kann man per Einrast­haken zuschalten, aber das geht NICHT beim Knopfloch– und beim naht­ver­deckten RV-Fuß. Das ich gerne Ober­transport für ein gleich­mä­ßiger Verar­beiten beider Stoff­lagen hätte, das dachte ich nach meiner Tchibo-Einstiegsmaschine, die unten und oben ganz gerne mal verzogen hat. Heute denke ich: das wird ein Problem dieser Maschine gewesen sein. Denn auch ohne IDT (also dem Ober­transport bei Pfaff) läuft es von oben gut — zu gut oftmals. Deswegen sieht meine Wünsche heute andere und da eine teure Maschine nicht drin sein wird, überlege ich ernsthaft, mir irgendwo ein Schnäppchen zu suchen, die Pfaff einzu­schicken und je nach Bedarf hin und her zu wechseln. Mein Hobby frißt schon das Geld, dass ich für mich zur Verfügung habe — mehr geht leider nicht. Muss ich noch träumen .…

So, das war lang, seid herzlich umarmt und der Tag heute muss einfach besser werden!

Geschrieben von Michou um 06:24 | Abgelegt unter Allgemein | 8 Kommentare

Mittwoch, 16. Mai 2012

Der kalte Haß

Oh, heute bin ich einfach nur wütend, gereizt, genervt und sauer, sauer, sauer. Ein einziges gutes Erlebnis gab es bis jetzt — dank, Lucia!

Aber ansonsten: die Jungs waren gerade einmal zehn Minuten draußen — ich bin beim Kochen — als sie sich zerstreiten mussten. Ender­gebnis: verbeulte Brille, blutige Kratzer im Gesicht und ganz miese Laune. Danach habe ich mich wieder einmal verbrannt (das achte Mal in drei Wochen; was ist los??) und durfte mich dann über Reis auf dem Wohn­zim­mer­boden freuen. Nachdem ich den Vormittag mit Putzen verbracht hatte. Sehr schön.
Kaum wollte ich die beiden wieder raus­werfen, fing es an zu hageln — wie gestern auch schon, nur noch fetter. Dieses ständige Fenster auf, Fenster zu, Licht an, Licht aus, Sonnen­schein, Wolken­bruch, wärmlich, frostig knabbert nun doch an meinen Nerven. Ich will jetzt endlich bestän­diges Früh­lings­wetter und nicht so einen halben Trau­er­herbst. Macht mich richtig, richtig sauer. Vor allem, weil ich keine Strumpf­hosen mehr tragen mag — weshalb eigentlich sind diese Mist­dinger am Bein immer zu kurz? Und weshalb darf ich sie dafür am Bund bis zur Nase ziehen können? Wo sie natürlich nicht bleiben, sondern sich in immer enger werdenden fetten Zehn­fach­wülsten um meine Taille schnüren? Es ist Mai, verschont mich doch endlich mit diesem Elend!

Gut, die Jungs setzten sich nach oben und hörten Geschichten; ich dachte, am besten tu ich mir was Gutes und beende mein Blüschen: Seiten­nähte versäubern, Hals– und Armaus­schnitte absteppen, Saum nähen — und Knopf­löcher hinein bringen. Und jetzt bin ich richtig, richtig dolle sauer und so traurig und frus­triert und — ach einfach alles, was nicht gut ist!!!!
Seit Juli 2010 steht eine Pfaff Select 3.0 bei mir und ich war sehr lange recht zufrieden. Gut, es gibt zwei Dinge, die mich schon sehr bald störten und ein drittes kam ruckzuck dazu: Das Aufwi­ckeln ist die Hölle, denn diese Plas­tik­spulen besitzen eine kleine Kerbe und der Spuler eine kleine Plas­ti­ker­hebung — beides sehr, sehr schmal und niedrig. Leider passen nicht alle (Original!-) Spulen optimal darauf, so dass ich immer mit einem Stück Stoff — der Reibung wegen — von oben gegen­halten muss, damit die ganze Chose nicht raus– und durchs Zimmer springt. Ob das nur an meiner Maschine liegt, kann ich nicht sagen, aber seitdem ist Spulen eine sehr lästige Ange­le­genheit.
Auch subop­timal finde ich den Fakt, dass sich der Nähfuß­druck NICHT einstellen lässt: bei sicht­baren RVs kann ich tun was ich will, der Fuß schiebt immer etwas zu sehr. Nun hat die Maschine einen zusätz­lichen Ober­transport — was ich bei der Tchibo als nötig empfunden hätte, denn hier blieb die obere Stoff­partie gerne hinter der unteren zurück. Bei der Pfaff aber fliegt sie voran. Auch ohne einge­stellten Ober­transport. Nicht so schön.
Absolut unver­ständlich ist mir, wieso beim Versäubern mit dem Zickzack-Stich immer der Oberfaden reißen muss — manchmal nur ein– oder zweimal pro Klei­dungs­stück, aber manchmal auch fünfmal pro Naht. Am Garn kann es nicht liegen, kaufe kein billiges. Und es passiert nur beim Zickzack. Sehr ätzend, denn so kann ich nur gaaanz gaaaanz laaangg­saaaammmmm nähen.
Auch das bei zarteren Stoffe die Ecken gerne von der Maschine gefressen werden — das geschieht wohl auch bei anderen, sorgt aber gerade beim Absteppen von Krage­n­ecken immer für verwa­ckelte Ergeb­nisse. Gefällt mir auch nicht so sehr, aber ich bin ja keine Perfek­tio­nisting. Was aber immer wieder komplett daneben geht: Knopf­löcher! Und seit heute weiß ich auch, weshalb: dieser sehr dämm­liche Knopf­lochfuß lässt einen dünnen Stoff nicht passieren! Vor allem dann nicht, wenn dabei eine Naht­ver­di­ckung vorbei will. Das merkt man natürlich nicht sofort und eine halbe Sekunde später hat sich eine dicke Wulst aus Garn gebildet, dann hüpft die Nadel — viel­leicht — weiter, hinter­lässt dabei erst eine Lücke und dann drei weite Zick­zack­stiche, bevor sie weiter schnurt. Leider hat die Maschine den Weg wieder hoch am Knopfloch noch nie gemocht: Da stottert sie, produ­ziert Lücken und Wülste ohne Ende. Es ist dabei voll­kommen egal, ob der Stoff dick oder dünn, mit Einlage versehen ist oder nicht — manchmal werden die Knopf­löcher durchaus ansehbar, ohne dass ich sagen könnte, warum. Aber meist …

Nur so schlimm wie heute war es noch nicht: Der Stoff ist eine bedruckte Baum­wolle, nicht besonders dick, aber keines­falls zart — könnte eine sehr dünne Quilt­qua­lität sein, einfach vom Anfassen her. Also im Grunde ein sehr unpro­ble­ma­ti­scher Stoff. Ich könnte heulen, das doofe Ding — die Maschine! — an die Wand knallen, brülle meine Kinder nur noch an und will nur noch weg!

Ja, klar, die Kamera macht natürlich auch nicht mit: Blitz ist abge­stellt, Ding blitzt trotzdem — bei einem Bild von vieren! Anderthalb Kilo habe ich auch wieder zuge­nommen und ich müsste dringend zum Friseur, wenn ich nur wüßte, was ich haben will!!! Bah, bah, bah!!!

Hier bleibt der Stoff hängen und es geht nicht weiter — nur bei Stoffen, die hier überstehen, wurden die Knopf­löcher annehmbar. Nur heute war das erste Mal, dass der Stoff wirklich nicht durchging — das dünne Stöffchen!

Was mir von Anfang an ein Rätsel war: weshalb ist die Unter­seite mit einer leicht kleb­rigen Gummi­masse beschichtet? Rutsch­freundlich ist die nicht — wäre sie als Sohle unter Winter­schuhen ange­bracht, könnte man in ihnen übers Eis rennen, ohne auch nur einmal ins Rutschen zu geraten!

Wenn ich es mir leisten könnte, dann würde ich gerne eine andere Maschine haben — eine, die gerne viel näht. Eine, bei der die Nadel beim Stoppen im Stoff bleibt. Eine, bei der ich den Nähfuß­druck einstellen kann. Eine, die akkurat versäubert. Eine, die ganz viele Knopf­löcher wirklich auto­ma­tisch kann. Gibt es so eine irgendwie in fast günstig? Ober­transport kann mir gestohlen bleiben! Im Grunde denke ich, ich müsste sie mal einschicken — aber meine Gebrauchs­an­weisung ist spurlos verschwunden und ich befürchte, dass da was Wich­tiges drin war.
So, und jetzt? Jetzt bin ich nur noch traurig und muss die Jungs zum Tennis fahren. Tipps, Aufmun­te­rungen und Nähma­schinen werden mit ewiger Dank­barkeit entgegen genommen werden .…

Geschrieben von Michou um 16:43 | Abgelegt unter Allgemein | 16 Kommentare

Dienstag, 15. Mai 2012

Blusenschnitt, ärmellos = Sommerlockruf?

Wieder diese überaus dezente Anspielung auf das Wetter — ich bin aber auch eine Schelmin ;-)

Erst einmal Dank an Joanna, Lucia und Arlett für Anregung und Tipps. Arlett kam leider zu spät, denn spät in der Dunkelheit habe ich noch den Schnitt für das Vorderteil gebaut. Lucias Idee mit den überschnit­tenen Schultern mag ich eigentlich sehr gerne, spukte mir auch länger im Kopfe herum, aber letzt­endlich habe ich damit noch zu große Schwie­rig­keiten — obwohl das doch leicht sein sollte. Aber ich habe meine Schul­ter­nähte ja meinen Schul­ter­kugeln angepaßt und als ich neulich ein solches einfaches Top auspro­bierte, ging es schief: die Schul­ter­nähte wollen dann bei mir auf einmal MITTEN auf der Schulter sitzen, so dass das Vorderteil deutlich nach hinten-oben rutschte. Auch habe ich noch nicht raus, um wieviel ich die Armlöcher würde vertiefen müssen, um genügend Bewe­gungs­freiheit zu haben — so nämlich schnitt die Ärmel­kante immer in meinen Oberarm ein, sobald ich die Arme nach vorne streckte. Da lass ich lieber noch die Finger von — aber viel­leicht hast du, liebe Lucia, ja einen Tipp dafür parat? Ich hoffe ja noch immer auf heißes Wetter und da ich T-Shirts nur selten tragen, bräuchte ich noch mehr Blüschen …

Statt die Biesen nun über die Brust laufen zu lassen (und damit den Abnäher rein­mogeln zu können) habe ich mich erst mal für die feige Variante entschlossen: Biesen zur Mitte hin, einen kleinen seit­lichen Abnäher und ein einge­legte Falte an der Taille. Die Passenidee ist noch nicht gestorben, aber bei dem Muster käme es eh nicht raus und mit dem hoch­ge­schnit­tenen Rock sieht es viel­leicht auch besser aus, wenn nicht noch mehr stattfindet.

Noch mal ein Bild vom Rock an der Puppe — ihr seht viel­leicht, was ich mit dem stoff­lichen Eigen­leben meine:

Geschrieben von Michou um 13:29 | Abgelegt unter Schnittkonstruktion | 2 Kommentare

Montag, 14. Mai 2012

Bluse — was tun?

Den Rock habe ich vorhin beendet, mit mäßig warmen Gefühlen ihm gegenüber: der Gatte war ja neulich einmal sehr leicht dazu zu überreden, mit mir nach Köln zu alfatex zu fahren (was das Angebot an Stoff dort anbe­langt, so hatte ich mir mehr vorsprochen — aber wer von uns würde nicht dennoch etwas finden?) und von dort kam ich mit dem Stoff zurück. Obwohl ich nicht ganz glücklich war: es ist ein Baum­woll­stretch, der einer­seits eher dick ist, ande­rer­seits aber auch sehr weich. Einer­seits hatte er keine flie­ßenden Eigen­schaften, ande­rer­seits besitzt er auch keinerlei Gedächtnis oder Form­kraft. Also irgendwie so ein Stoff, der unent­schlossen ist und dazu noch ein Eigen­leben hat: irgendwie Stand, aber das in rück­grat­loser Weise — alles klar?
Die berech­tigte Frage diesmal muss also lauten: ähm, weshalb hast du ihn gekauft? Ganz einfach: auf dem Ballen bemerkt man das nicht sooo sehr (ok, ich ahnte es dunkel…), aber vor allem war mein Hirn von der Farbe benebelt: Duck egg. Mein abso­luter Lieb­lingston, nur selten zu finden. Ein enger Rock sollte daraus werden und eng muss es bei dem Stoff auch sein. Erst nachdem zweiten Waschen und Dauer­bü­gelei stellte sich nun auch noch heraus, dass der Stoff gerne knittert. In sehr großen, leicht wuls­tigen Knittern. Fransen tut er auch, selbst durch die Versäu­berung hindurch. Aber die Farbe, die Farbe …

Wer nun aber denkt, ich zeige euch heute noch ein Tragebild, der sei nicht zu enttäuscht — zweimal knipsen verkraften meine Nerven gar nicht ;-) Doch trotz all seiner Defizite will ich ein ärmel­loses Blümchen dazu nähen — sogar mit einer Art Blüm­chen­muster (Kotau Richtung .meike :-) Das Ganze soll vorne mit brei­teren Biesen bestückt sein und im Augen­blick bin ich unent­schlossen, wie genau das werden soll und funk­tio­nieren wird. Ich tendiere zur ersten Version:

Drapieren ist nicht meine Stärke, aber um Stoff und Idee zuein­ander zu bringen — dafür reicht es so gerade:

Na, Vorschläge?

Geschrieben von Michou um 18:52 | Abgelegt unter Schnittkonstruktion | 4 Kommentare

Montag, 14. Mai 2012

Hemdblusenkleid — endlich gebügelt, Kamera — zickt rum, Wetter — mittelmäßig. Und Kommentare…

Also, das Hemd­blu­sen­kleid, dass ich am Montag entwi­ckelt und am Dienstag begonnen hatte, war dann auch wirklich schnell fertig: am Mittwoch Spät­nach­mittag saß ich auf dem Tennis­platz auf der Bank, sah meinen Söhnen beim Zerlegen der Halle zu und habe hand­ge­sti­chelt. Da ich sonst dort stricke oder aber in engli­schen Schnitt­bücher blättere, hat niemand auch nur ein Wort darüber verloren ;-) Am selben Abend noch ist das Kleid von der Wasch­ma­schine auf die Leine gewandert, am nächsten Morgen bereits war es getrocknet und hätte gebügelt und vorge­führt werden können. Weshalb das nicht geschah — ich vermag es nicht zu sagen. Nun, heute morgen habe ich es von besagter Leine gezogen, gebügelt und überge­worfen. Das Kleid ist unfo­to­gra­fierbar. Nahezu zumindest: entweder die Streifen verwi­schen zu einem psyche­de­li­schen Zebra­muster von berau­schender Qualität oder aber der Wind weht mir die Haare in die Augen oder aber das kleine Kind hält die Kamera schief (während die Frau Mama einen schiefen Mund zieht) oder aber die Kamera entscheidet sich, dass unscharfe Bilder künst­le­risch höher­wertig sind. Zu kalt für das Kleid ist es auch …

Die Frage, die sich stellt: bin ich zufrieden? Wie üblich: Jein. Die Methode der Verwei­gerung von herkömm­lichen Verschluß­nö­tig­keiten könnte zu einem stil­bil­denden Element werden, denn die Blende — obwohl nach oben hin leicht geöffnet konstruiert — legt sich schamhaft zu und die Mühe der vorletzten Woche, zwei einteilige Kleid­basen zu erstellen, hat sich gelohnt: ohne die Tail­len­ab­näher kann ich das Teil über den Kopf ziehen (wobei rein leichter ist als raus).
Am Armaus­schnitt könnte es sein, dass doch noch wieder die drei Milli­meter fehlen — ich hatte das Armloch für den Ärmel um vier Milli­meter nach unten vertieft und dabei viel­leicht die Kurve wieder zu rasant genommen; dadurch kann es am Auschnitt manchmal etwas ziehen. Das kann aber auch am Stoff liegen, der sich ein wenig an der Wäsche fest­haften mag. Nun, in jedem Fall nichts drama­ti­sches und verglichen mit allem, was ich von der Stange kaufen könnte, eh unbe­deutend. Es könnte also sein, dass ich hiermit meinen Hemd­blu­sen­schnitt gefunden habe — ich bin ja ein Wieder­näher ;-)

Das kleine Kind ist mehr Land­schafts– denn Porträt­fo­tograf und schief ist englisch und alles, was englisch ist, ist schick!

Gehen wir lieber wieder rein, bevor wir uns ins Kran­kenbett frösteln (man beachte, wie ich das Wetter dezent einfließen lasse, aber Schmipf­ti­raden unter­lasse — elegant, gell?). Und kann es sein, dass das kleine Kind nun auch noch eine Model-Karriere anstrebt? Oder macht der sich über mich lustig??

Gut, besser als so geht es nicht. Lassen sich Details erkennen? Wie auch immer, es ist prak­tisch, ange­zogen, blau-weiß gestreift, knie­be­deckt und passt. Kann ich mehr verlangen?

Und da ich nun noch eine Drei­vier­tel­stunde Zeit habe, die ich nutzen könnte, um a) einen Rock fertig zu stellen, b) an einem passenden Blusen­schnitt zu werkeln (könnte ich nur meinen Kopf dazu bekommen, logisch zu denken: Falten unterhalb einer Passe, in die Abnäher inte­griert sind — werden die Falten dann auch auf der äüßeren, sicht­baren Seite unter­schiedlich breit?) oder das Mittag­essen vorzu­be­reiten (aber nicht fertig zu stellen, welchen Sinn macht das denn?) — weil ich also all diese Zeit habe, könnte ich sie dazu verwenden, mir Gedanken über Kommentare zu machen.

In den letzten Wochen bin ich auf verschie­denen Blogs darauf gestoßen, dass viele die Kommentare als die Lebens­be­rech­tigung ihres öffent­lichen Schreibens betrachten — ob es dabei nun um die Qualität oder die Quan­tität der Kommentare geht, ist noch umstritten. Auch der Umgang mit Kritik ist eine Sache, die nicht klar geregelt ist. Ich meine hier keines­falls Kritik an der Person der Blog­gerin — das geht gar nicht; gefällt mir ein Blog nicht, suche ich ihn nicht auf und sollte es etwas Gesetz­wid­riges sein, so würde ich die Polizei infor­mieren — sondern die Kritik an den gezeigten Klei­dungs­stücken (womit klar ist: ich rede von Strick– und Nähblogs). Da bin ich gleich einmal in mich gegangen und habe überlegt, was ich will und wie ich selbst handele.

Ganz klar und unge­logen: ich liebe GUTE Kommentare. Wer nicht? Frage ist: was sind — für mich — gute Kommentare? Gut sind für mich die Gast­bei­träge, bei denen etwas persön­liches herüber kommt, eine Geschichte zum Vorschein kommt (liebe Joanna: da denke ich an viele, aber besonders du fällst mir jetzt ein!). Als gut empfinde ich dieje­nigen, bei denen das innere Bedürfnis zu spüren ist: "Das muss ich jetzt hier hinschreiben." Gut sind natürlich dieje­nigen, die mich berühren — logisch: wenn dir jemand sagt, ich lese das so gerne und du bist mir sympa­thisch, dann hört man das gerne ;-) Ebenso gut ist es, wenn jemand bei einem Problem weiter hilft, eine Empfehlung hat, einen Rat oder eine Lösung bietet.

Aber die bloße Anzahl — wie bei vielen ameri­ka­ni­schen Blogs zu beob­achten — an Beiträgen, die hinter einander weg in einem Einzeiler enthu­si­as­tisch loben — nein, das fände ich — tja, ich weiß gar kein Wort, irgendwie enttäu­schend, lang­weilig, unglaub­würdig? Eine Mischung aus all dem? Denn ich könnte viel Lob gar nicht glauben, wüßte damit nicht viel anzu­fangen. Wahr­scheinlich liegt es daran, dass ich kein Mensch für große Gruppen bin, am liebsten persönlich werde und mir das Intime fehlen würde. Na, das ist nicht nur wahr­scheinlich, so ist das halt. Als mein Kosme­tik­forum damals vom exklu­siven, kleinen Zirkel zu einer Bekanntheit wurde, hat es nicht mehr lange gedauert, bis ich die Seite aufgab; ich fühlte mich bei mir nicht mehr wohl und wie auf einmal jeder Beitrag von mir zur Äußerung des Gurus hoch­ge­pusht wurde — ganz, ganz schrecklich. Und ehrlich gesagt glaube ich, dass es vielen anderen genauso geht, aber dennoch glaubt, nur viele Kommentar wären ein Beweis für einen gelun­genen Blog. Das habe ich bei vielen zwischen den Zeilen heraus gelesen (oder fehl­in­ter­pre­tiert). Dabei haben sie es gar nicht nötig.

Ich als Kommen­ta­torin bin leider sehr sparsam, dafür fehlt mir doch die Zeit und die Ruhe, denn einfach nur einen Beitrag hinter­lassen, der nicht viel anders zeigt als "Kilroy was here" — dazu freue ich mich selber viel zu sehr über jeden neuen Kommentar; immer in der Hoffnung, da kommt was Span­nendes (was ja meist der Fall ist). Ich schreibe also nur, wenn ich etwas umwerfend toll finde UND Zeit habe oder weil ich das Gefühl habe, helfen zu können (auch, wenn ich gerade nicht genug Zeit habe). Bin ich krank und habe viel Zeit, dann schreibe ich gerne überall etwas Nettes, wo es mir gefällt. Kommt aber zum Glück nicht so oft vor, das Kranksein. Gefallen tut es mir öfter ;-)

Was ich aber gar nicht leiden kann, ist voll­kommen unge­fragte Kritik. Nun fordere ich diese ja oft heraus, weil ich meckere, nörgele, Fragen stelle und oft sehr intensiv teil­haben lasse. Dann ist Kritik in Ordnung; ich habe auch noch nie einen Kommentar gelöscht, auch wenn er mir viel­leicht nicht behagte. Aber wenn ich durch andere Blogs streife und dann auf Gast­bei­träge stoße, die einer Mitblog­gerin — die viel­leicht gerade ihren ersten Pullover gestrickt hat — unge­fragt erklären, warum das Ding Mist ist (was ihr noch nicht aufge­fallen war), wenn einer sehr Schlanken erklärt wird, die engen Hosen solle sie keines­falls tragen oder einer Dicken ins Gesicht geknallt wird, dass das doch wohl nicht ihr Ernst sein kann — uih, da werde ich aber böse. Wenn mir etwas nicht gefällt und die Blog­gerin glücklich damit ist, werde ich mich hüten, das zu sagen — auch nicht in pseu­do­freund­lichen Worten: "Hach, du bist ja so mutig, ich würde mich das nie trauen, dabei bin ich viel schlanker als du, düdeldü!" Wenn ich nicht sagen kann, dass ich es mag, halte ich die Klappe. Vor allem da, wo ich ahne oder gar weiß, dass ein empfind­licher Nerv getroffen wird. Kann das so schwer sein? Kritik ist nie leicht zu verpacken; es hat hier auch schon — sehr liebe — Kommentare gegeben, die mich mehr getroffen haben als beab­sichtigt. Aber zwischen freund­licher Kritik, die auch eine gewiße Fürsorge beinhalten kann, und dem Herun­ter­putzen anderer, um das eigene Selbst­wert­gefühl aufzu­po­lieren, besteht ein großer Unterschied.

Nun muss im Gegen­schluß bitte nicht heraus gelesen werden. "Die hat mir noch nie was Nettes gesagt, also findet sie alles scheußlich…!" Stimmt nicht, die Zeit ist der entschei­dende Faktor. Und bei Blogs, die eh schon eine enorme Zahl an Zustimmung erhalten haben, braucht es meine Stimmer nicht mehr unbe­dingt — sowieso bilde ich mir ein, dass dieje­nigen, die ich immer lese und eigentlich immer gut finden, das auch wissen, ohne dass ich jedes Mal meinen Otto-Wilhelm hinterlasse.

Noch eines gibt es, was mich an Kommen­taren stört: wenn endgültig ameri­ka­nische Verhält­nisse eintreffen. Wenn ein Blog so viele Kommentare erhält, dass die Blog­gerin bald alles tut, um diese auch zu behalten und sich nicht mehr darum schert, was sie selbst beschäftigt, sondern nur noch für eine größ­tenteil anonyme Masse schreibt. Und daran feilt, der Vorstellung besagter Masse zu entsprechen, um dann womöglich Werbung gewinn­bringend schalten zu können. Sehe ich das falsch? Deshalb liebe ich Kommentare, die persönlich sind und der Person dahinter auch klar zuge­ordnet werden können — nicht Masse, sondern Klasse. Und dafür werde ich mal kurz amerikanisch-gefühlsduselig und danke denenen, die wissen, dass sie gemeint sind und die ich anhand ihrer Schreibe erkenne. So macht das Spaß!

Gut, die Zeit ist nahezu um, mein Hirn hat leider nicht mal so neben her das Biesen-Problem gelöst, Essen ist auch nicht mira­kulös gekocht worden und wärmer ist wohl auch nicht geworden. Aber nun hole ich gleich den Großen ab und dann geht die montäg­liche Rennerei los ;-)

Geschrieben von Michou um 12:18 | Abgelegt unter Blog allgemein,Fertig!,Schnittkonstruktion | 13 Kommentare

Mittwoch, 9. Mai 2012

Kleine Freiheiten

Heute soll unserem Fräulein Minis­terin für persön­liche Ange­le­gen­heiten der Brief übergeben werden, in dem sie um Kurs– oder Berufs­wechsel gebeten wird. Ich bin neugierig, ob davon etwas an die Öffent­lichkeit dringt und ob sie irgendwie reagieren wird — außer persönlich gelangweilt/genervt zu sein. Dazu hatte mir gestern meine Mutter ein überra­schendes Lob ausge­sprochen, die meine Blog­bei­träge zu Kristina sehr mochte. Und so wache ich heute morgen sehr früh auf — nach einem sehr selt­samen, aber span­nenden Traum, in dem ich zeit­weise Pierce Brosnan als James Bond war und in dunklen Unter­welten nach dem Rechten sah, um dann in der Oberwelt als Schützling Heidi Klums durch tropische Para­diese vor rächenden Mord­buben zu fliehen (in einem Wagen des Jahres 1910, den ich überra­schend gut bedienen konnte und der uns mit knapp hundert Sachen durch die abrupt herein gebro­chene Nacht trug — dann wachte ich leider auf … muss am Donnerstag mal schauen, ob wir es geschafft haben ;-) )

Worauf ich aber eigentlich hinaus will: es ist ja alles nur eine Frage der persön­lichen Entscheidung. Dass man manche Entscheidung oder besser gesagt: deren Auswir­kungen nicht rück­gängig machen kann, wenn die Rahmen­be­din­gungen das nicht hergeben — tja, bevor ich hier hinein rutsche und mich womöglich auch noch frage, warum die Bevöl­kerung nun immer länger arbeiten soll, nur, um damit die Renten­kasse zu entlasten, obwohl viele Berufe diese Möglichkeit gar nicht bieten und junge Leute noch länger warten müssen, bis sie in einen Beruf hinein finden können und so die Renten­kasse nicht weiter füllen können oder weshalb eigentlich die Berufs­tä­tigkeit so bestimmend für unseren Wert sein soll und eine Voll­be­schäf­tigung aller als Ideal ange­sehen wird, obwohl leicht zu erkennen ist, dass derlei gar nicht möglich sein kann und das Ganze eh nur funk­tio­niert, weil manche Menschen eben zu Hause bleiben oder weshalb wir alle gleich um unsere Zukunft zittern müssen, nur weil das (Wirtschafts)-Wachstum stagniert — entlehne ich schon Worte aus dem wahren Leben, dann muss ich doch auch sehen, dass das Einzige in der Natur, das immer weiter wächst, Tumore sind — Wirt­schaft als Krebs … da ist wohl mehr dran, als die Verfechter unserer Gesell­schaftsform es wollen. Lasst mich nun nicht auch noch von all den Idioten anfangen, die nicht ertragen können, wenn irgend jemand anders lebt als sie und deshalb auf Poli­zisten einstechen oder mit festen Stiefeln im Kreis marschieren. Ja, Schluß jetzt, während ich das schreibe, ist der strah­lende Sonnen­schein schon wieder zuge­wölkt — bin ich schuld? Also Schluß! Denn was ich erzählen wollte, ist das, was aus diesen Gedanken heraus kam: wie schön es ist und wie unver­gesslich, wenn man einen Moment wirklich freier persön­licher Entscheidung erlebt, die nicht von Kopf und Konvention geprägt ist; spontan erinnere ich mich an vier solcher Momente:

In der dritten oder vierten Klasse nahmen wir im Sach­kun­de­un­ter­richt den Kreislauf des Wassers durch: See, Hitze, Verdunstung, Himmel, Wolke, Regen, Versi­ckern, Grund­wasser, See. Und darüber sollten wir einen Aufsatz schreiben — etwas, was ich immer gerne tat. Ich weiß noch genau, wie und wo mein Schreib­tisch in meinem Zimmer stand und wie unser Kater links neben mir auf der Tisch­platte lag und schnurrend schlief und ich seinen Schwanz unter seine Pfoten klemmen musste, damit er mir nicht ständig die frische Tinte verwischte. Ich fing an und fand alles, was ich schrieb, so lang­weilig. Und mittendrin strich ich alles durch und begann erneut: Ich schrieb über zwei Tröpfchen, deren Namen ich nicht mehr weiß, die sich mitein­ander unter­haltend darüber wundern, was hier mit ihnen geschieht und die unter der Erde unglaub­liche Aben­teuer erleben bis sie wieder bei ihren Freunden im See landen. Ich war unglaublich aufgeregt, sehr stolz auf meine Geschichte und mochte kaum aufhören. Erst als ich am nächsten Morgen auf dem Weg zur Schule war, war es mir mulmig zumute — das war ja etwas ganz anderes als das Gefor­derte, was ich hier mitbrachte. Wir hatten eine tolle Lehe­rerin, aber würde sie dennoch böse werden? Würden mich jetzt alle auslachen? Als ich den Aufsatz vorlegte, war mir übel. Sie sagte nichts, nahm aber mein Heft mit, während sie weiter herum ging. Am liebsten wäre ich wegge­laufen. Als sie endlich wieder an ihrem Pult saß, öffnete sie mein Heft und begann vorzu­lesen. Was das zu bedeuten hatte, wußte ich nicht; ganz still waren die Anderen, während sie zuhörten und immer wieder blickte jemand zu mir herüber. Als die Geschichte beendet war, blieb es still, bis die Lehe­rerin fragte, wie die Klasse diesen Aufsatz fände — ein Wahn­sinns­ge­trampel und –geklatsche brach los. Und ich bekam eine Eins Plus mit Sternchen und Glanzbild. In dem Moment dachte ich, dass ich, sobald ich Ägypto­login geworden wäre, ja auch einmal ein Ägyptenbuch für Kinder würde schreiben können.

Ganz ähnlich ging es mir etwa fünf Jahre später am Gymnasium: wir hatten einen phan­tas­ti­schen Deutsch­lehrer –über den ich viel­leicht einmal ausführ­licher schreiben sollte (ich hatte übrigens auf zwei verschie­denen Schulen ZWEI tolle Deutsch­lehrer!) — der uns von der siebten Klasse an bis zur Zehn begleitet hat und der von Anfang an uns bei Klau­suren drei Themen zur Auswahl stellte, was eben­falls sehr unkon­ven­tionell war. So mies, schüchtern, ängstlich ich in der Schule auch war (ich hasse erzwungene Leis­tungs­be­weise, ich klinke mich aus, was in der Schule eben nicht klappen kann) — in Deutsch und Religion war ich immer gut. Wie das so ist, wenn du einer Gruppe die Wahl zwischen drei Möglich­keiten gibst, wird sich eine Mehrheit für A finden, eine große Minderheit für B und nur eine Minizahl für C. Unsere Klasse bestand aus 28 Schülern und Thema Nummer drei wurde meist von drei Leuten gewählt; oft war es das Thema, das nur knapp oder gar nicht im Unter­richt behandelt wurde. Wer mich ein bißchen kennt, weiß, dass ich immer in Gruppe drei war — auch wenn ich das gar nicht wollte, denn ich war ja viel zu schüchtern um auffallen zu wollen. Aber die Wahl zwischen der Bespre­chung eines Goethe-Gedichtes, der Nach­er­zählung und Inter­pre­tation des soeben gele­senen Romanes und dem Schreiben einer Gebrauchs­an­weisung für den Zauber­würfel — wie hätte ich letz­terem wider­stehen können?

Nach drei Jahren war ich an diesen Effekt aber schon gewöhnt und ich konnte mich darauf verlassen, dass unsere Klas­sen­beste Bettina auch immer mein Thema wählen würde — ein Blick zu ihr, ein kurzes Nicken ihrer­seits und schon fühlten wir uns beide nicht mehr so alleine mit unserer Wahl. Bis eines Tages eine Gedicht­in­ter­pre­tation, die Bespre­chung von "Homo Faber" und ein Aufsatz über das Mann-Frau-Bild in der Werbung zur Wahl standen. Ja, ich kann eure Gesichter sehen ;-) Klar würde ich letz­teres wählen: ich war 15, schwer femi­nis­tisch und Homo Faber ist wohl eines der ätzendsten Werke, die ich je hinunter würgen musste. ABER: das Gedicht hatten wir schon einmal besprochen (also fühlten sich hier viele sehr sicher), Homo Faber hatten wir gerade vor einer Woche erst beendet (ist also auch entspannt) und die Sache mit der Werbung hatten wir erst vor zwei Stunden begonnen — großer Unsi­cher­heits­faktor! Es stellte sich schnell heraus, dass der Großteil das Gedicht machen würde und knapp die Hälfte sich mit Faber rumschlagen wollte. Mein Blick zu Bettina brachte das erste Mal einen Schock: Bettina entschied sich für das Gedicht! Alles Augen­auf­reißen, Brau­en­hoch­ziehen und Kopf­ge­schüttele meiner­seits brachte keine Änderung. Ich war zerschmettert, denn alleine traute ich mich nicht: die stillste Schü­lerin überhaupt, die sich nichts zutraut und im Sport eine Niete ist? Könnt ihr euch hinein versetzen?

Ihr merkt, das wird länger — die beiden anderen kleinen Frei­heiten werde ich ein anderes Mal schildern ;-) Unser Lehrer — Dr. Frie­senhahn — war so toll, dass er von Anfang an seine Kollegen um Stunden anpumpte, so dass wir immer wenigstens zwei Schul­stunden Zeit hatten, um unsere Klausur zu schreiben. Ich begann also mit dem Gedicht — Über allen Wipfeln ist Ruh', ich kann es heute noch nicht leiden — und zog meine Schlüsse recht lustlos, aber routi­niert herunter. Können konnte ich das leicht, in dem Punkt des Können in Deutsch war ich arrogant ;-) Und wie hasste ich, was ich da schrieb. Nach einer halben Stunde zog ich einen Strich darunter, spielte gereizt mit meinem Füller und begann erneut: Ok, dann schreibe ich was über den doofen Faber. Und dabei schrieb ich mich in Wut über diesen ekligen alten Kerl, der meint, sich in junge Mädchen vergucken zu müssen. Aber nach einer weiteren Vier­tel­stunde hatte ich genug davon. Und da saß ich nun für bald zehn Minuten und sehnte mich so sehr nach Thema drei. Und dann habe ich mich getraut, mit der letzten halben Stunde: Ich habe einfach ohne jeden Plan — eigentlich so wie ich heute blogge — drauf los geschrieben, habe Fern­seh­werbung ohne Ende zitiert, habe pole­mi­siert, gehetzt, analy­siert, Witzchen gemacht und wie im Rausch geschrieben bis es klin­gelte — viel zu früh natürlich, denn bis zum dem eigentlich gewünschten Punkt der Auflistung der verwen­deten Methoden war ich noch nicht gelangt. O Gott, das hatte ich ja wohl voll­kommen vergeigt. An miese Noten in Latein war ich gewöhnt, aber in Deutsch — das wäre mein Untergang. Als Friesi unsere Blätter einsam­melte, bestand er darauf, alles mitzu­nehmen, was ich da geschrieben hatte — was ich gar nicht wollte. Alles, alles nur Mist.

Besser wurde es nicht dadurch, dass Friesi dann erst einmal eine Woche krank war — er gehörte zu den Lehrern, die Klau­suren innerhalb dreier Tage zurück gaben — und dass in unserer Klasse großes Erstaunen darüber herrschte, dass ich das Sonder­thema ohne Bettina ange­gangen war. Mist, Mist, Mist. Das Gefühl, mitten in der Klausur alles umzu­hauen und von vorne mit dem Gewünschten zu beginnen, war sensa­tionell und berau­schend — die Analyse dessen, was ich da getan hatte, glich eher einem üblen Kater. Gut, Friesi war wieder da und begann wie üblich mit dem Klas­sen­spiegel: Thema 1: 18 Aufsätze, Thema 2: 9 Abgaben, Thema 3: 1 Klausur! Noten­durch­schnitt 1: 2-, Noten­durch­schnitt 2: 3 und für 3 gibt es keinen Schnitt. Dann wurde Thema 1 besprochen, sehr ausführlich und mir war elend. Thema 2 schien noch länger zu dauern und ich wollte die Schule sofort verlassen: jetzt bin ich auch in Deutsch eine Niete! Ich saß voll­kommen wegge­treten und versunken da, bis mir auffiel, dass sich immer wieder jemand zu mir umdrehte. Irgendwann nahm ich auch wahr, dass Friesi etwas vorlas und dass mir eine Passage mit Schwie­ger­mut­ter­kaffee und 1000-Watt-Lächeln und wehendem Blondhaar vage bekannt vorkam. Friesi hat nie etwas komplett vorge­lesen, nur kurze Zeilen zitiert und da las er nun meine Arbeit vor. Von vorne bis hinten. Und hatte Spaß daran. Mitt­ler­weile versuchten einige, ihm über die Schulter zu schauen, um die Note zu sehen, immer wieder hob jemand den Daumen in meine Richtung, grinste oder nickte mich an. Das Ding kam an. So ganz war ich noch nicht aus meinem Grau aufge­taucht und fühlte mich vom abschlie­ßenden Applaus und Schul­ter­klopfen überrollt. Friesi gab mir dann all meine Blätter zurück und hatte auch sorg­fältig die anderen Ergüsse durch gelesen und seine Anmer­kungen dazu gemacht: zum Gedicht empfahl er mir, bei Goethe mal zu vergessen, dass ich Goethe als Person nicht mochte und verpasste mir eine Drei (was für mich wirklich sehr schlecht war), beim Faber stimmte er mir in weiten Teilen zu, aber fand, dass mein Abscheu meinen Stil negativ beein­flusst habe, was ihm aber noch eine Zwei Minus wert war.
Mein Mann-Frau-Aufsatz war nur anderthalb Seiten lang, bei weitem nicht beendet und formal wohl auch am Thema (Analyse der Methoden anhand von Beispielen) vorbei, was er auf den Zeit­mangel schob). Friesis Anmer­kungen dazu waren bald genauso lang und waren jedes miese Gefühl vorher wert. Er begann mit "Liebe Andrea, mit spitzer Feder spießt du die Schwach­stellen nicht nur der Werbung, sondern auch die unserer Gesell­schaft auf." Sinn­gemäß ging es weiter mit Dingen wie geis­tiger Reife, Ironie, Humor, Begeis­terung und Begeis­te­rungs­fä­higkeit, Leich­tigkeit des Stils und dem Bedauern darüber, dass ich nicht mehr Zeit gehabt habe, um das Thema zu vertiefen. Ich habe das wie betäubt gelesen, bin ähnlich betäubt nach Hause gefahren und habe mir alle drei Aufsätze und alle drei Anmer­kungen mehrmals sehr genau durch gelesen und habe dann wie ein Nacht­ge­spenst geheult. Dass das Teil dann später noch in der Schü­ler­zeitung abge­druckt wurde, war nett, aber mit dem Kommentar meines Lieb­lings­lehrers nicht zu vergleichen.

Bis heute morgen ist mir noch nie aufge­fallen, wie ähnlich sich die ersten beiden Frei­heits­er­fah­rungen sind — heute denke ich manchmal, viel­leicht hätte ich meine Deutsch­lehrer — die guten wie die weniger guten — ernst nehmen sollen, die mir alle immer rieten, irgend­etwas mit "Schreiben" zu tun zu haben. Was immer das hätte sein sollen. Nicht, dass ich denke, ich hätte das so toll gemacht, aber viel­leicht hätte es dieses Gefühl von "Ich mache das jetzt einfach mal anders als gewünscht" öfter eingestellt.

So, das war mal wieder im Rausch geschrieben. Seit anderthalb Stunden sitze ich mit dem Laptop im Bett und schreibe — gar nicht gut. Jetzt muss ich aber so einiges aufholen. Aber von Zeit zu Zeit muss ich meinen Blog eben doch zu dem benutzen, was er eigentlich ist: ein Online­ta­gebuch, dem man Gedanken anver­traut, die andere auch lesen dürfen — aber nicht müssen! Wer es doch getan hat: Danke :-) Hoffentlich ist der Kaffee noch warm …

Geschrieben von Michou um 08:20 | Abgelegt unter Allgemein | 8 Kommentare

Dienstag, 8. Mai 2012

Ja, doch … kann man so sagen :-)

Dies als Antwort auf die Frage, ob ich voran komme. Gestern abend fiel das geplante Bügeln aus: zu meiner sehr großen Überra­schung hing nichts zum Trocknen auf der Leine. Jaha, zum Wäsche trocknen gehört das Wäsche waschen und das habe ich gestern nicht auf dem Programm gehabt. Mit gutem Grund, denn an den meisten Montagen, an denen ich das versuchte, fand ich Dienstag vormittag die vergessene und vorwurfsvoll riechende Wäsche ("Früh­lings­re­genhund") in der Maschine. Also nahm ich mir vor: morgen wirbelst du von oben bis unten durch das Haus und bist fleißig und dafür — ja, dafür darfst du nun noch ein bißchen weiter­spielen. Ich konnte mich dieser unwi­der­leg­baren These nicht gut verschließen und habe bei einer Folge des letzten Bullen (Nein, der muss nicht die Emma lesen!) den Schnitt aufgelegt.
Halt, nein, das war gelogen, denn zuvor hatte ich doch noch gewa­schen: den Strei­fen­stoff für eine Vier­tel­stunde bei 40°C, den ich nun halb­feucht, halb­trocken von der Leine nahm, um ihn zu bügeln. Ich bin eben doch eine groß­artige und verant­wor­tungs­be­wußte Hausfrau: ich nahm mir vor zu bügeln und ich habe es getan. Dass es nur ein von mir zu benut­zender Stoff sein würde — liegt das etwa an mir? Ist das nicht vielmehr Schicksal, Bestimmung, Vorsehung? Wer bin ich mich meiner These UND dem Kismet zu entziehen? Und wohin mit einem frischen, glatt gebü­gelten Stoff? Etwa zusammen falten? Nein, der muss auf einen Tisch, der ihm Platz bietet. Und wenn er dort schon einmal liegt — nun weshalb nicht die ebenso frischen, glatt gebü­gelten Schnitte auflegen? Der Tisch wird natürlich benötigt, also blieb mir wohl kaum etwas übrig, als zur Schere zu greifen. Ein großer Welt­enplan, der vorsieht, ich solle ein Hemd­blu­sen­kleid ohne Knöpfe und Reiß­ver­schlüsse nähen und tragen — ich beuge mich demütig.

Das war gestern abend, bevor die Schere zum Einsatz kam. Heute morgen dann musste ich erst Schach lernen — mein Kleiner hat seine Liebe zu diesem Spiel entdeckt und bestand darauf, es mir zu zeigen. Ich kann mir die Figuren schon nicht merken und seine Erklä­rungen sind, sagen wir mal, vage? Er schlägt mir diverse Züge vor, um, nachdem ich tat wie mir geraten, sodann mit seiner Hand meinen Unterarm tätschelnd, den Zeige­finger der anderen Hand in der Luft wackelnd die bedeu­tungs­vollen Worte zu sprechen: "ABER, Achtung, Achtung, gleich kommt es." Sein Lächeln dabei lässt sich nur mit diabo­lisch beschreiben. Lasst es uns kurz machen: ich habe ruckzuck verloren und muss morgen wieder ran. Es ist mir auch gar nicht peinlich, von einem knapp Sechs­jäh­rigen geschlagen zu werden …

Dann schnitt ich den Rest aus und brachte die Kinder zu den Groß­eltern. Der ursprüng­liche Welt­enplan beinhaltete ein Groß­rei­ne­machen — aber ich wurde sehr kurz­fristig davon in Kenntnis gesetzt, dass selbiger Plan gewißen Änderungen unter­worfen wurde: der Gatte erhielt die Aufgabe, da er auch die nächsten Tage unterwegs sein wird und sein geliebten Söhne nicht sehen wird, diese Herzens­kinder am heutigen Abend in das nette schot­tische Restaurant zu führen — damit die Mutter hier im Hause putzen kann … bis dahin hoffe ich, noch so einiges am Kleid zu schaffen. Es mag wohl sein, dass auch dieser Plan noch fehler­be­haftet ist, aber ich sagte es bereits: da beuge ich mich doch demütig! Bis jetzt sind wir also hier, das Schicksal und ich:

Ist doch irgendwie am Werden, oder?

Geschrieben von Michou um 16:54 | Abgelegt unter Schnittkonstruktion | 6 Kommentare

Montag, 7. Mai 2012

Komme ich voran?

Bevor noch jemand denkt, so sähe jeder Tag aus: das ist nur der Montag, der sooo voll ist — fände ich für die Jungs auch nicht so schön, ständig Termine zu haben. Aber im Grunde finde ich diesen Montag für mein Vorhaben ideal: was kann man ernsthaft mit knappen Stunden hier und da anfangen? Die Wasch­ma­schine braucht länger, bügeln geht auch nicht in einer halben Stunde — und stun­denlang mit gebeugtem Rücken über einem Schnitt zu grübeln ist so toll auch nicht. So habe ich nötige Denk­pausen. Und wie immer, wenn ich meine, ich hätte eine genaue Vorstellung im Kopf, stehe ich dann da und finde alles doof ;-)

So, was habe ich bis nun geschafft? Ich habe meine Scha­blonen abge­zeichnet und dann die Passen einmar­kiert — dazu habe ich eine 1:2-Aufteilung gewählt: 2/3 für das untere Teil, 1/3 für die Passe, denn merke: jede Aufteilung in gerade Zahlen sieht angeblich unschön aus. Jahaa, ich mache mir Gedanken. Viel­leicht verwirre ich mich auch nur unnötig, bei all den Regeln, Vorschlägen, Ideen und Meinungen in meinem Kopf, im Netz, in Büchern …?

Danach habe ich hin und her überlegt, wie die Ausschnitt­blende sein soll: gerade hoch, leicht gewinkelt, mit Beleg oder ohne? Ange­schnit­tener Kragen, Steh­kragen, Kragen mit Steg oder ohne? Ich habe mich dann doch für die einfachste Variante entschieden: Blende ohne Beleg, Kragen mit Steg — nicht nur, weil das Nähen dann leichter ist, sondern auch, weil ich noch auf eine wärmere Jahreszeit hoffe und je weniger Stoff mir um die Schultern liegt, umso lieber ist es mir. Und dazu wird das Kleid ja ein Testlauf — zuviele Details frus­trieren mich nur, wenn es daneben geht ;-)

Eine Vier­tel­stunde habe ich noch — die werde ich nutzen, um die Naht­zu­gaben anzu­passen, so dass beim Nähen nachher alles inein­ander greift. Und heute abend kommt dann das Rückenteil dran und morgen früh der Ärmel. Nach­mittags sind die Jungs nach Wochen wieder einmal bei der Oma; nach dem Großputz könnte noch Zeit für den Zuschnitt sein.

Geschrieben von Michou um 16:07 | Abgelegt unter Schnittkonstruktion | Ein Kommentar

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