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		<title>Danke</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 04:24:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[ Da!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erst gestern abend sehr spät bin ich wieder online gewesen — der Horrortag hörte ja noch lange nicht auf. Weshalb mir gestern insgesamt vier alte Männer, getrennt voneinander, vor den Wagen springen mussten, ich weiß es nicht. Das Springen erschöpfte sich in dem Moment, in dem sie die Fahrbahn betraten — von da an schliechen sie, unbehindert von jedem Gedanken an Gefahr. Ebenso rätselhaft ist mir, weshalb in unserer 30er-Straße ständig röhrende Motoren zu vernehmen und Raser zu sehen waren, dafür aber jeder Einzelne, der vor mir fuhr, höchstens auf 40 km/h kam — ich habe ja noch gelernt, dass Höchstgeschwindigkeit Richtgeschwindigkeit ist, um niemanden zu ärgern; also haben die das alle nur gemacht, um mich zu triezen, richtig? <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /><br />
Natürlich gab es zum Abendessen auch wieder ein Wahnsinnsgenöle, weil jeder etwas anderes zum Essen haben wollte. Ist das bei euch auch so, dass ihr ständig für jeden extra kocht? Nudeln beispielsweise. Sobald der Papa auch im Haus ist und wir kein vegetarisches Fleisch auf den Tisch bringen können, weil es dem Gatten nicht schmeckt, habe ich keinen gemeinsamen Nudel-Nenner bei den Jungs mehr: dann gibt es Specksahnesauce für den Gatten, Käsesauce für Tommy, Tomatensauce für Lenny und für mich — immerhin die Gelegenheit, nur nach meinem Geschmack zu kochen — Tomaten-Champignons-Erbsen-Sahne-Sauce. Nur die Nudeln und der Parmeggiano ist dann wieder für alle gleich … einfach mal eine gemischte Gemüsepfanne geht hier gar nicht.<br />
Dazu kommen nun schon wieder die körperlichen PMS-Wehwehchen, die für ständiges Aufwachen in der Nacht sorgen, ein kaum noch zupfender Epilierer, eine zerbrochene Puderdose samt verstreutem Inhalt und der Blick nach draußen auf das zugefrorene Nachbardach. Ja, liebe Ute, das Wetter hat mich jetzt auch fest im Griff — wäre es wenigstens irgendwie beständig mies, dann hätte ich mich längst resigniert zurück gezogen. Im April ging das noch, aber nun gibt es alle vier Tage eine Erwärmung, mehr Sonne und die Verheißung, das feste Versprechen auf Frühling, Frühsommer, auf Tage im Garten und ohne Strumpfhosen — das mit den dünnen Waden und Fesseln kenne ich ja auch: ich muß aber wegen der Länge dennoch auf 44 gehen und immer noch schnürt es wie jeck. Für wen sind diese Dinger wohl eigentlich gemacht??? Mir ist nicht eine Frau bekannt, die keine Schwierigkeiten hat. Strümpfe sind in der Tat eine Alternative, aber während Strumpfhosenbeine immer, immer zu kurz sind, sind Strümpfe oft viel zu lang — naja, oder auch zu kurz. Mittlerweile ist mein Vorrat an Strümpfen sehr klein und hat sich letzten Samstag weiter verkleinert:<br />
Das Wetter: kühl, gräulich, herbstlich wie ständig; die Aufgabe: ein Kurzausflug zum Drogeriemarkt für das übliche Haushaltsgedöns; mein Haß auf Strumpfhosen an dem Tag: unendlich. Also zack, ich werde nicht zu sehr frieren, Strümpfe her. Im Auto dann fühlte es sich schon seltsam an und was geschah: rechts gab das selbsthaltende Band auf. Ausgerechnet bei meinem gehegten und gepflegten Wolfords. Dann find mal eine Ecke auf einem Parkplatz am Samstagvormittag, an der du deinen Strumpf notdürftig wieder hochziehen kannst, um ihn dann durch Rock und Mantel am weiteren Rutschen zu hindern. Jaja, Ecke, Strümpfe, Röckchen — welch Assoziationen da wach werden. Dazu ein hochgenervter Gatte — ich stelle mich wieder an — der nicht bereit ist, sich als Sichtschutz anständig zur Verfügung zu stellen. Auf dem Weg nach Hause habe ich das Halten von außen dann aufgegeben und besagter Strumpf rutschte noch vor der Haustür bis zum Knöchel; ist ja auch vollkommen unverständlich, weshalb die Gattin diesen Anblick in einem Drogeriemarkt vermeiden will. Beide Strümpfe landeten dann im Müll, da es diese Variante nicht mehr käuflich zu erwerben gibt. Wäre das nun gestern statt letzter Woche geschehen, oh, ohhh, OOOhhhh!!! Irgendeiner dieser alten Herren hätte seinen Todessprung auf die Fahrbahn nicht überstanden! </p>
<p>Aber jetzt lasst mich euch anständig danken für die vielen Aufmunterungen und Tipps. Das eine oder andere muss ich noch aufklären:</p>
<p>Dieses Knopflochfüßchen soll sich in der Tat über die Kleidung bewegen können — es ist keine Hilfe, sondern wirklich ein Fuß, der schlicht idiotisch konstruiert ist. Bei der Pfaff wird ja nicht geschraubt, sondern eingesetzt, geklickt. Beim Entfernen eines Fußes allerdings muss der Fuß nach vorne abgewinkelt werden. Der Knopflochfuß aber ist so lang, dass das kaum geht. Diese Gummierung soll vielleicht dabei helfen, dass man ihn besser einsetzen kann, aber über Kleidung rutscht er nur schlecht.<br />
Mit Seidenpapier habe ich es schon mal versucht, aber das war ein Fiasko — wieder gab es die übliche kleine Welle, nur diesmal hat es noch ein Papiergemetzel gegeben. Auch das mit dem Stoff in gleicher Höhe anlegen habe ich getestet, aber auch das ging nur mit Hauen und Stechen. Die kleinste Stoffverdickung und schon hakt es. Normalerweise lässt sich das mit etwas am Stoff ziehen regulieren; diesmal ging gar nichts. </p>
<p>Und das Nähen mit den Jungs — ganz ehrlich, das geht besser als abends, wenn der Gatte im Hause ist. Die Kinder stört das nicht, sie sind meist mit sich beschäftigt und haben keinerlei Hemmung, mich zu stören <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Fieselige Sachen, die mehr Konzentration verlangen, mache ich dann nachts, wenn alle in ihren Betten liegen. Klar, in der Qualität leidet das Genähte darunter, dass ich mit wenigstens einem Auge, zwei Ohren und einer halben Gehirnhälfte bei den Jungs bin, aber ich habe nur die Wahl, es so zu machen oder es zu lassen. An den ganz miesen Tagen greife ich dann lieber zu den Stricknadeln, aber im Augenblick fehlt mir ein Projekt — das rote Jäckchen ist übrigens seit Wochen fertig, muss nur noch vernäht und geblockt werden, aber irgendwie … </p>
<p>Was die Maschinen anbelangt: die Pfaff war ja nun nicht wirklich günstig und dafür habe ich schon Raten vereinbart. Als abhängige Hausfrau hast du eben nicht die Möglichkeit, mal gerade eben etwas zu kaufen, was mehr kostet als das Monatsbudget für Essen und Trinken. Und im Augenblick kann ich das schon gleich gar nicht — 800 Ocken habe ich nicht, so traurig das ist. Qualität mag langfristig mehr bringen, aber leisten können muss man es sich im ersten Angang eben auch können. Und grundsätzlich glaube ich heutzutage nicht mehr daran, dass teuer auch immer gut ist. Klar, billig kann nicht großartig sein, das ist leicht auszurechnen. Aber der Gegenschluß, dass teuer dann gut sein muss, stimmt heutzutage eben nicht mehr. Von meinen Eltern hatte ich vor 23 Jahren bei meinem Einzug in die erste eigene Wohnung unseren damals schon recht alten AEG-Handmixer bekommen — meiner Mutter wollte wohl eh was Neues (was mittlerweile, glaube ich, nicht mehr existiert) und was kann ich sagen: mit dem Ding mixe und passiere ich heute noch und das lieber als mit dem sauteuren Standmixgerät, dessen Behälter schon einmal ausgetauscht werden musste. Und es funktioniert einwandfrei. Heutzutage, wo unsere Wirtschaft ja permanent wachsen muss, verschleißen viele Teile sehr schnell und das ist durchaus gewollt. Nur: bei wem das so ist und bei wem nicht, steht ja leider nicht drauf … und geht etwas Teures in die Brüche, so ärgere ich mich zehnmal mehr als bei einem günstigen Teil, bei dem ich es erwarte. Ich sag nur: Bügeleisen! Da müsste ich jetzt auch mal ein Neues und wieder einmal Besseres haben, aber da ist ein Hunderter ja auch locker nichts. Es summiert sich, es summiert sich!</p>
<p>Ich werde heute einmal schauen, was die Garantielaufzeit sagt — die Rechnung ist zum Glück nicht bei der Anleitung gewesen, wo der Gatte sie immer reinkleben will. Ich bin mir sicher, dass irgendein kindliches Händchen damit herum gespielt hat und der entstandene Abfall achtlos entsorgt worden ist. Denn ich weiß nicht, wo ich in Bonn eine Maschine reparieren lassen kann; wahrscheinlich über Kastenholz, nur dass ich sie dort nicht gekauft habe und der Herr des Ladens nicht immer zu charmant ist. Und was sowas kostet? Möchte ich das wissen? Es müsste dringend der Aufspuler ausgetauscht werden, weil die Minihalterung komplett abgewetzt ist — weil die Spulenkapseln nicht daran halten wollen und sie langsam, aber sicher heruntergeschliffen haben. Und Teile austauschen, so etwas ist gerne teuer und dauert vor allem gerne ewig. Erinnert ihr euch noch an meine Laptop-Passion (im Sinne eines christlichen Leidensweges, nicht einer überwältigenden Leidenschaft!)? Nie wieder Acer! Auch da zeigte sich: teuer ist nicht besser. Mein Austauschgerät von Samsung hier war günstiger von wegen Restwert Acer-Laptop, hat, da die technische Entwicklung ja unaufhaltsam voranschreitet, mehr Leistung, ist aber insgesamt wesentlich robuster und bedienfreundlicher. Der Gatte hat sich ja gegen meinen Rat ein Luxusteil von Acer besorgt und ha: schon nach einer Woche musste es das erste Mal eingeschickt werden. Das ERSTE Mal …!</p>
<p>Achso, noch schnell zum Obertransport: natürlich hat die Pfaff auch Untertransport! Den Obertransport kann man per Einrasthaken zuschalten, aber das geht NICHT beim Knopfloch– und beim nahtverdeckten RV-Fuß. Das ich gerne Obertransport für ein gleichmäßiger Verarbeiten beider Stofflagen hätte, das dachte ich nach meiner Tchibo-Einstiegsmaschine, die unten und oben ganz gerne mal verzogen hat. Heute denke ich: das wird ein Problem dieser Maschine gewesen sein. Denn auch ohne IDT (also dem Obertransport bei Pfaff) läuft es von oben gut — zu gut oftmals. Deswegen sieht meine Wünsche heute andere und da eine teure Maschine nicht drin sein wird, überlege ich ernsthaft, mir irgendwo ein Schnäppchen zu suchen, die Pfaff einzuschicken und je nach Bedarf hin und her zu wechseln. Mein Hobby frißt schon das Geld, dass ich für mich zur Verfügung habe — mehr geht leider nicht. Muss ich noch träumen .…</p>
<p>So, das war lang, seid herzlich umarmt und der Tag heute muss einfach besser werden!</p>
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		<title>Der kalte Haß</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 14:43:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Auc]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oh, heute bin ich einfach nur wütend, gereizt, genervt und sauer, sauer, sauer. Ein einziges gutes Erlebnis gab es bis jetzt — dank, <a href="http://hechoconamor.wordpress.com/">Lucia</a>!</p>
<p>Aber ansonsten: die Jungs waren gerade einmal zehn Minuten draußen — ich bin beim Kochen — als sie sich zerstreiten mussten. Endergebnis: verbeulte Brille, blutige Kratzer im Gesicht und ganz miese Laune. Danach habe ich mich wieder einmal verbrannt (das achte Mal in drei Wochen; was ist los??) und durfte mich dann über Reis auf dem Wohnzimmerboden freuen. Nachdem ich den Vormittag mit Putzen verbracht hatte. Sehr schön.<br />
Kaum wollte ich die beiden wieder rauswerfen, fing es an zu hageln — wie gestern auch schon, nur noch fetter. Dieses ständige Fenster auf, Fenster zu, Licht an, Licht aus, Sonnenschein, Wolkenbruch, wärmlich, frostig knabbert nun doch an meinen Nerven. Ich will jetzt endlich beständiges Frühlingswetter und nicht so einen halben Trauerherbst. Macht mich richtig, richtig sauer. Vor allem, weil ich keine Strumpfhosen mehr tragen mag — weshalb eigentlich sind diese Mistdinger am Bein immer zu kurz? Und weshalb darf ich sie dafür am Bund bis zur Nase ziehen können? Wo sie natürlich nicht bleiben, sondern sich in immer enger werdenden fetten Zehnfachwülsten um meine Taille schnüren? Es ist Mai, verschont mich doch endlich mit diesem Elend!</p>
<p>Gut, die Jungs setzten sich nach oben und hörten Geschichten; ich dachte, am besten tu ich mir was Gutes und beende mein Blüschen: Seitennähte versäubern, Hals– und Armausschnitte absteppen, Saum nähen — und Knopflöcher hinein bringen. Und jetzt bin ich richtig, richtig dolle sauer und so traurig und frustriert und — ach einfach alles, was nicht gut ist!!!!<br />
Seit Juli 2010 steht eine Pfaff Select 3.0 bei mir und ich war sehr lange recht zufrieden. Gut, es gibt zwei Dinge, die mich schon sehr bald störten und ein drittes kam ruckzuck dazu: Das Aufwickeln ist die Hölle, denn diese Plastikspulen besitzen eine kleine Kerbe und der Spuler eine kleine Plastikerhebung — beides sehr, sehr schmal und niedrig. Leider passen nicht alle (Original!-) Spulen optimal darauf, so dass ich immer mit einem Stück Stoff — der Reibung wegen — von oben gegenhalten muss, damit die ganze Chose nicht raus– und durchs Zimmer springt. Ob das nur an meiner Maschine liegt, kann ich nicht sagen, aber seitdem ist Spulen eine sehr lästige Angelegenheit.<br />
Auch suboptimal finde ich den Fakt, dass sich der Nähfußdruck NICHT einstellen lässt: bei sichtbaren RVs kann ich tun was ich will, der Fuß schiebt immer etwas zu sehr. Nun hat die Maschine einen zusätzlichen Obertransport — was ich bei der Tchibo als nötig empfunden hätte, denn hier blieb die obere Stoffpartie gerne hinter der unteren zurück. Bei der Pfaff aber fliegt sie voran. Auch ohne eingestellten Obertransport. Nicht so schön.<br />
Absolut unverständlich ist mir, wieso beim Versäubern mit dem Zickzack-Stich immer der Oberfaden reißen muss — manchmal nur ein– oder zweimal pro Kleidungsstück, aber manchmal auch fünfmal pro Naht. Am Garn kann es nicht liegen, kaufe kein billiges. Und es passiert nur beim Zickzack. Sehr ätzend, denn so kann ich nur gaaanz gaaaanz laaanggsaaaammmmm nähen.<br />
Auch das bei zarteren Stoffe die Ecken gerne von der Maschine gefressen werden — das geschieht wohl auch bei anderen, sorgt aber gerade beim Absteppen von Kragenecken immer für verwackelte Ergebnisse. Gefällt mir auch nicht so sehr, aber ich bin ja keine Perfektionisting. Was aber immer wieder komplett daneben geht: Knopflöcher! Und seit heute weiß ich auch, weshalb: dieser sehr dämmliche Knopflochfuß lässt einen dünnen Stoff nicht passieren! Vor allem dann nicht, wenn dabei eine Nahtverdickung vorbei will. Das merkt man natürlich nicht sofort und eine halbe Sekunde später hat sich eine dicke Wulst aus Garn gebildet, dann hüpft die Nadel — vielleicht — weiter, hinterlässt dabei erst eine Lücke und dann drei weite Zickzackstiche, bevor sie weiter schnurt. Leider hat die Maschine den Weg wieder hoch am Knopfloch noch nie gemocht: Da stottert sie, produziert Lücken und Wülste ohne Ende. Es ist dabei vollkommen egal, ob der Stoff dick oder dünn, mit Einlage versehen ist oder nicht — manchmal werden die Knopflöcher durchaus ansehbar, ohne dass ich sagen könnte, warum. Aber meist …</p>
<p>Nur so schlimm wie heute war es noch nicht: Der Stoff ist eine bedruckte Baumwolle, nicht besonders dick, aber keinesfalls zart — könnte eine sehr dünne Quiltqualität sein, einfach vom Anfassen her. Also im Grunde ein sehr unproblematischer Stoff. Ich könnte heulen, das doofe Ding — die Maschine! — an die Wand knallen, brülle meine Kinder nur noch an und will nur noch weg! </p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5356.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5356.jpg" alt="" title="DSCN5356" width="500" height="375" class="aligncenter size-full wp-image-5008" /></a></p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5357.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5357.jpg" alt="" title="DSCN5357" width="500" height="375" class="aligncenter size-full wp-image-5007" /></a></p>
<p>Ja, klar, die Kamera macht natürlich auch nicht mit: Blitz ist abgestellt, Ding blitzt trotzdem — bei einem Bild von vieren! Anderthalb Kilo habe ich auch wieder zugenommen und ich müsste dringend zum Friseur, wenn ich nur wüßte, was ich haben will!!! Bah, bah, bah!!!</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5358.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5358.jpg" alt="" title="DSCN5358" width="500" height="375" class="aligncenter size-full wp-image-5010" /></a></p>
<p>Hier bleibt der Stoff hängen und es geht nicht weiter — nur bei Stoffen, die hier überstehen, wurden die Knopflöcher annehmbar. Nur heute war das erste Mal, dass der Stoff wirklich nicht durchging — das dünne Stöffchen!</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5359.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5359.jpg" alt="" title="DSCN5359" width="500" height="375" class="aligncenter size-full wp-image-5009" /></a></p>
<p>Was mir von Anfang an ein Rätsel war: weshalb ist die Unterseite mit einer leicht klebrigen Gummimasse beschichtet? Rutschfreundlich ist die nicht — wäre sie als Sohle unter Winterschuhen angebracht, könnte man in ihnen übers Eis rennen, ohne auch nur einmal ins Rutschen zu geraten!</p>
<p>Wenn ich es mir leisten könnte, dann würde ich gerne eine andere Maschine haben — eine, die gerne viel näht. Eine, bei der die Nadel beim Stoppen im Stoff bleibt. Eine, bei der ich den Nähfußdruck einstellen kann. Eine, die akkurat versäubert. Eine, die ganz viele Knopflöcher wirklich automatisch kann. Gibt es so eine irgendwie in fast günstig? Obertransport kann mir gestohlen bleiben! Im Grunde denke ich, ich müsste sie mal einschicken — aber meine Gebrauchsanweisung ist spurlos verschwunden und ich befürchte, dass da was Wichtiges drin war.<br />
So, und jetzt? Jetzt bin ich nur noch traurig und muss die Jungs zum Tennis fahren. Tipps, Aufmunterungen und Nähmaschinen werden mit ewiger Dankbarkeit entgegen genommen werden .…</p>
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		<title>Blusenschnitt, ärmellos = Sommerlockruf?</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 11:29:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnittkonstruktion]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieder diese überaus dezente Anspielung auf das Wetter — ich bin aber auch eine Schelmin Erst einmal Dank an Joanna, Lucia und Arlett für Anregung und Tipps. Arlett kam leider zu spät, denn spät in der Dunkelheit habe ich noch den Schnitt für das Vorderteil gebaut. Lucias Idee mit den überschnittenen Schultern mag ich eigentlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wieder diese überaus dezente Anspielung auf das Wetter — ich bin aber auch eine Schelmin <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Erst einmal Dank an Joanna, Lucia und Arlett für Anregung und Tipps. Arlett kam leider zu spät, denn spät in der Dunkelheit habe ich noch den Schnitt für das Vorderteil gebaut. Lucias Idee mit den überschnittenen Schultern mag ich eigentlich sehr gerne, spukte mir auch länger im Kopfe herum, aber letztendlich habe ich damit noch zu große Schwierigkeiten — obwohl das doch leicht sein sollte. Aber ich habe meine Schulternähte ja meinen Schulterkugeln angepaßt und als ich neulich ein solches einfaches Top ausprobierte, ging es schief: die Schulternähte wollen dann bei mir auf einmal MITTEN auf der Schulter sitzen, so dass das Vorderteil deutlich nach hinten-oben rutschte. Auch habe ich noch nicht raus, um wieviel ich die Armlöcher würde vertiefen müssen, um genügend Bewegungsfreiheit zu haben — so nämlich schnitt die Ärmelkante immer in meinen Oberarm ein, sobald ich die Arme nach vorne streckte. Da lass ich lieber noch die Finger von — aber vielleicht hast du, liebe Lucia, ja einen Tipp dafür parat? Ich hoffe ja noch immer auf heißes Wetter und da ich T-Shirts nur selten tragen, bräuchte ich noch mehr Blüschen …</p>
<p>Statt die Biesen nun über die Brust laufen zu lassen (und damit den Abnäher reinmogeln zu können) habe ich mich erst mal für die feige Variante entschlossen: Biesen zur Mitte hin, einen kleinen seitlichen Abnäher und ein eingelegte Falte an der Taille. Die Passenidee ist noch nicht gestorben, aber bei dem Muster käme es eh nicht raus und mit dem hochgeschnittenen Rock sieht es vielleicht auch besser aus, wenn nicht noch mehr stattfindet. </p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5352.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5352.jpg" alt="" title="DSCN5352" width="500" height="667" class="aligncenter size-full wp-image-5004" /></a></p>
<p>Noch mal ein Bild vom Rock an der Puppe — ihr seht vielleicht, was ich mit dem stofflichen Eigenleben meine:</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5353.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5353.jpg" alt="" title="DSCN5353" width="500" height="667" class="aligncenter size-full wp-image-5003" /></a></p>
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		<title>Bluse — was tun?</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 16:52:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnittkonstruktion]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Rock habe ich vorhin beendet, mit mäßig warmen Gefühlen ihm gegenüber: der Gatte war ja neulich einmal sehr leicht dazu zu überreden, mit mir nach Köln zu alfatex zu fahren (was das Angebot an Stoff dort anbelangt, so hatte ich mir mehr vorsprochen — aber wer von uns würde nicht dennoch etwas finden?) und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Rock habe ich vorhin beendet, mit mäßig warmen Gefühlen ihm gegenüber: der Gatte war ja neulich einmal sehr leicht dazu zu überreden, mit mir nach Köln zu alfatex zu fahren (was das Angebot an Stoff dort anbelangt, so hatte ich mir mehr vorsprochen — aber wer von uns würde nicht dennoch etwas finden?) und von dort kam ich mit dem Stoff zurück. Obwohl ich nicht ganz glücklich war: es ist ein Baumwollstretch, der einerseits eher dick ist, andererseits aber auch sehr weich. Einerseits hatte er keine fließenden Eigenschaften, andererseits besitzt er auch keinerlei Gedächtnis oder Formkraft. Also irgendwie so ein Stoff, der unentschlossen ist und dazu noch ein Eigenleben hat: irgendwie Stand, aber das in rückgratloser Weise — alles klar?<br />
Die berechtigte Frage diesmal muss also lauten: ähm, weshalb hast du ihn gekauft? Ganz einfach: auf dem Ballen bemerkt man das nicht sooo sehr (ok, ich ahnte es dunkel…), aber vor allem war mein Hirn von der Farbe benebelt: Duck egg. Mein absoluter Lieblingston, nur selten zu finden. Ein enger Rock sollte daraus werden und eng muss es bei dem Stoff auch sein. Erst nachdem zweiten Waschen und Dauerbügelei stellte sich nun auch noch heraus, dass der Stoff gerne knittert. In sehr großen, leicht wulstigen Knittern. Fransen tut er auch, selbst durch die Versäuberung hindurch. Aber die Farbe, die Farbe …</p>
<p>Wer nun aber denkt, ich zeige euch heute noch ein Tragebild, der sei nicht zu enttäuscht — zweimal knipsen verkraften meine Nerven gar nicht <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Doch trotz all seiner Defizite will ich ein ärmelloses Blümchen dazu nähen — sogar mit einer Art Blümchenmuster (Kotau Richtung <a href="http://www.crafteln.de/">.meike </a> <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Das Ganze soll vorne mit breiteren Biesen bestückt sein und im Augenblick bin ich unentschlossen, wie genau das werden soll und funktionieren wird. Ich tendiere zur ersten Version:</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5350a.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5350a.jpg" alt="" title="DSCN5350a" width="500" height="700" class="aligncenter size-full wp-image-4999" /></a></p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5350.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5350.jpg" alt="" title="DSCN5350" width="500" height="700" class="aligncenter size-full wp-image-5000" /></a></p>
<p>Drapieren ist nicht meine Stärke, aber um Stoff und Idee zueinander zu bringen — dafür reicht es so gerade:</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5349.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5349.jpg" alt="" title="DSCN5349" width="500" height="667" class="aligncenter size-full wp-image-4998" /></a></p>
<p>Na, Vorschläge?</p>
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		<title>Hemdblusenkleid — endlich gebügelt, Kamera — zickt rum, Wetter — mittelmäßig. Und Kommentare…</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 10:18:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fertig!]]></category>
		<category><![CDATA[Schnittkonstruktion]]></category>

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		<description><![CDATA[Also, das Hemdblusenkleid, dass ich am Montag entwickelt und am Dienstag begonnen hatte, war dann auch wirklich schnell fertig: am Mittwoch Spätnachmittag saß ich auf dem Tennisplatz auf der Bank, sah meinen Söhnen beim Zerlegen der Halle zu und habe handgestichelt. Da ich sonst dort stricke oder aber in englischen Schnittbücher blättere, hat niemand auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Also, das Hemdblusenkleid, dass ich am Montag entwickelt und am Dienstag begonnen hatte, war dann auch wirklich schnell fertig: am Mittwoch Spätnachmittag saß ich auf dem Tennisplatz auf der Bank, sah meinen Söhnen beim Zerlegen der Halle zu und habe handgestichelt. Da ich sonst dort stricke oder aber in englischen Schnittbücher blättere, hat niemand auch nur ein Wort darüber verloren <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Am selben Abend noch ist das Kleid von der Waschmaschine auf die Leine gewandert, am nächsten Morgen bereits war es getrocknet und hätte gebügelt und vorgeführt werden können. Weshalb das nicht geschah — ich vermag es nicht zu sagen. Nun, heute morgen habe ich es von besagter Leine gezogen, gebügelt und übergeworfen. Das Kleid ist unfotografierbar. Nahezu zumindest: entweder die Streifen verwischen zu einem psychedelischen Zebramuster von berauschender Qualität oder aber der Wind weht mir die Haare in die Augen oder aber das kleine Kind hält die Kamera schief (während die Frau Mama einen schiefen Mund zieht) oder aber die Kamera entscheidet sich, dass unscharfe Bilder künstlerisch höherwertig sind. Zu kalt für das Kleid ist es auch …</p>
<p>Die Frage, die sich stellt: bin ich zufrieden? Wie üblich: Jein. Die Methode der Verweigerung von herkömmlichen Verschlußnötigkeiten könnte zu einem stilbildenden Element werden, denn die Blende — obwohl nach oben hin leicht geöffnet konstruiert — legt sich schamhaft zu und die Mühe der vorletzten Woche, zwei einteilige Kleidbasen zu erstellen, hat sich gelohnt: ohne die Taillenabnäher kann ich das Teil über den Kopf ziehen (wobei rein leichter ist als raus).<br />
Am Armausschnitt könnte es sein, dass doch noch wieder die drei Millimeter fehlen — ich hatte das Armloch für den Ärmel um vier Millimeter nach unten vertieft und dabei vielleicht die Kurve wieder zu rasant genommen; dadurch kann es am Auschnitt manchmal etwas ziehen. Das kann aber auch am Stoff liegen, der sich ein wenig an der Wäsche festhaften mag. Nun, in jedem Fall nichts dramatisches und verglichen mit allem, was ich von der Stange kaufen könnte, eh unbedeutend. Es könnte also sein, dass ich hiermit meinen Hemdblusenschnitt gefunden habe — ich bin ja ein Wiedernäher <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5343.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5343.jpg" alt="" title="DSCN5343" width="500" height="667" class="aligncenter size-full wp-image-4992" /></a></p>
<p>Das kleine Kind ist mehr Landschafts– denn Porträtfotograf und schief ist englisch und alles, was englisch ist, ist schick!</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5346.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5346.jpg" alt="" title="DSCN5346" width="500" height="700" class="aligncenter size-full wp-image-4994" /></a></p>
<p>Gehen wir lieber wieder rein, bevor wir uns ins Krankenbett frösteln (man beachte, wie ich das Wetter dezent einfließen lasse, aber Schmipftiraden unterlasse — elegant, gell?). Und kann es sein, dass das kleine Kind nun auch noch eine Model-Karriere anstrebt? Oder macht der sich über mich lustig??</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5347.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5347.jpg" alt="" title="DSCN5347" width="500" height="700" class="aligncenter size-full wp-image-4993" /></a></p>
<p>Gut, besser als so geht es nicht. Lassen sich Details erkennen? Wie auch immer, es ist praktisch, angezogen, blau-weiß gestreift, kniebedeckt und passt. Kann ich mehr verlangen?</p>
<p>Und da ich nun noch eine Dreiviertelstunde Zeit habe, die ich nutzen könnte, um a) einen Rock fertig zu stellen, b) an einem passenden Blusenschnitt zu werkeln (könnte ich nur meinen Kopf dazu bekommen, logisch zu denken: Falten unterhalb einer Passe, in die Abnäher integriert sind — werden die Falten dann auch auf der äüßeren, sichtbaren Seite unterschiedlich breit?) oder das Mittagessen vorzubereiten (aber nicht fertig zu stellen, welchen Sinn macht das denn?) — weil ich also all diese Zeit habe, könnte ich sie dazu verwenden, mir Gedanken über Kommentare zu machen. </p>
<p>In den letzten Wochen bin ich auf verschiedenen Blogs darauf gestoßen, dass viele die Kommentare als die Lebensberechtigung ihres öffentlichen Schreibens betrachten — ob es dabei nun um die Qualität oder die Quantität der Kommentare geht, ist noch umstritten. Auch der Umgang mit Kritik ist eine Sache, die nicht klar geregelt ist. Ich meine hier keinesfalls Kritik an der Person der Bloggerin — das geht gar nicht; gefällt mir ein Blog nicht, suche ich ihn nicht auf und sollte es etwas Gesetzwidriges sein, so würde ich die Polizei informieren — sondern die Kritik an den gezeigten Kleidungsstücken (womit klar ist: ich rede von Strick– und Nähblogs). Da bin ich gleich einmal in mich gegangen und habe überlegt, was ich will und wie ich selbst handele.</p>
<p>Ganz klar und ungelogen: ich liebe GUTE Kommentare. Wer nicht? Frage ist: was sind — für mich — gute Kommentare? Gut sind für mich die Gastbeiträge, bei denen etwas persönliches herüber kommt, eine Geschichte zum Vorschein kommt (liebe Joanna: da denke ich an viele, aber besonders du fällst mir jetzt ein!). Als gut empfinde ich diejenigen, bei denen das innere Bedürfnis zu spüren ist: "Das muss ich jetzt hier hinschreiben." Gut sind natürlich diejenigen, die mich berühren — logisch: wenn dir jemand sagt, ich lese das so gerne und du bist mir sympathisch, dann hört man das gerne <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Ebenso gut ist es, wenn jemand bei einem Problem weiter hilft, eine Empfehlung hat, einen Rat oder eine Lösung bietet. </p>
<p>Aber die bloße Anzahl — wie bei vielen amerikanischen Blogs zu beobachten — an Beiträgen, die hinter einander weg in einem Einzeiler enthusiastisch loben — nein, das fände ich — tja, ich weiß gar kein Wort, irgendwie enttäuschend, langweilig, unglaubwürdig? Eine Mischung aus all dem? Denn ich könnte viel Lob gar nicht glauben, wüßte damit nicht viel anzufangen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich kein Mensch für große Gruppen bin, am liebsten persönlich werde und mir das Intime fehlen würde. Na, das ist nicht nur wahrscheinlich, so ist das halt. Als mein Kosmetikforum damals vom exklusiven, kleinen Zirkel zu einer Bekanntheit wurde, hat es nicht mehr lange gedauert, bis ich die Seite aufgab; ich fühlte mich bei mir nicht mehr wohl und wie auf einmal jeder Beitrag von mir zur Äußerung des Gurus hochgepusht wurde — ganz, ganz schrecklich. Und ehrlich gesagt glaube ich, dass es vielen anderen genauso geht, aber dennoch glaubt, nur viele Kommentar wären ein Beweis für einen gelungenen Blog. Das habe ich bei vielen zwischen den Zeilen heraus gelesen (oder fehlinterpretiert). Dabei haben sie es gar nicht nötig.</p>
<p>Ich als Kommentatorin bin leider sehr sparsam, dafür fehlt mir doch die Zeit und die Ruhe, denn einfach nur einen Beitrag hinterlassen, der nicht viel anders zeigt als "Kilroy was here" — dazu freue ich mich selber viel zu sehr über jeden neuen Kommentar; immer in der Hoffnung, da kommt was Spannendes (was ja meist der Fall ist). Ich schreibe also nur, wenn ich etwas umwerfend toll finde UND Zeit habe oder weil ich das Gefühl habe, helfen zu können (auch, wenn ich gerade nicht genug Zeit habe). Bin ich krank und habe viel Zeit, dann schreibe ich gerne überall etwas Nettes, wo es mir gefällt. Kommt aber zum Glück nicht so oft vor, das Kranksein. Gefallen tut es mir öfter <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Was ich aber gar nicht leiden kann, ist vollkommen ungefragte Kritik. Nun fordere ich diese ja oft heraus, weil ich meckere, nörgele, Fragen stelle und oft sehr intensiv teilhaben lasse. Dann ist Kritik in Ordnung; ich habe auch noch nie einen Kommentar gelöscht, auch wenn er mir vielleicht nicht behagte. Aber wenn ich durch andere Blogs streife und dann auf Gastbeiträge stoße, die einer Mitbloggerin — die vielleicht gerade ihren ersten Pullover gestrickt hat — ungefragt erklären, warum das Ding Mist ist (was ihr noch nicht aufgefallen war), wenn einer sehr Schlanken erklärt wird, die engen Hosen solle sie keinesfalls tragen oder einer Dicken ins Gesicht geknallt wird, dass das doch wohl nicht ihr Ernst sein kann — uih, da werde ich aber böse. Wenn mir etwas nicht gefällt und die Bloggerin glücklich damit ist, werde ich mich hüten, das zu sagen — auch nicht in pseudofreundlichen Worten: "Hach, du bist ja so mutig, ich würde mich das nie trauen, dabei bin ich viel schlanker als du, düdeldü!" Wenn ich nicht sagen kann, dass ich es mag, halte ich die Klappe. Vor allem da, wo ich ahne oder gar weiß, dass ein empfindlicher Nerv getroffen wird. Kann das so schwer sein? Kritik ist nie leicht zu verpacken; es hat hier auch schon — sehr liebe — Kommentare gegeben, die mich mehr getroffen haben als beabsichtigt. Aber zwischen freundlicher Kritik, die auch eine gewiße Fürsorge beinhalten kann, und dem Herunterputzen anderer, um das eigene Selbstwertgefühl aufzupolieren, besteht ein großer Unterschied.</p>
<p>Nun muss im Gegenschluß bitte nicht heraus gelesen werden. "Die hat mir noch nie was Nettes gesagt, also findet sie alles scheußlich…!" Stimmt nicht, die Zeit ist der entscheidende Faktor. Und bei Blogs, die eh schon eine enorme Zahl an Zustimmung erhalten haben, braucht es meine Stimmer nicht mehr unbedingt — sowieso bilde ich mir ein, dass diejenigen, die ich immer lese und eigentlich immer gut finden, das auch wissen, ohne dass ich jedes Mal meinen Otto-Wilhelm hinterlasse.</p>
<p>Noch eines gibt es, was mich an Kommentaren stört: wenn endgültig amerikanische Verhältnisse eintreffen. Wenn ein Blog so viele Kommentare erhält, dass die Bloggerin bald alles tut, um diese auch zu behalten und sich nicht mehr darum schert, was sie selbst beschäftigt, sondern nur noch für eine größtenteil anonyme Masse schreibt. Und daran feilt, der Vorstellung besagter Masse zu entsprechen, um dann womöglich Werbung gewinnbringend schalten zu können. Sehe ich das falsch? Deshalb liebe ich Kommentare, die persönlich sind und der Person dahinter auch klar zugeordnet werden können — nicht Masse, sondern Klasse. Und dafür werde ich mal kurz amerikanisch-gefühlsduselig und danke denenen, die wissen, dass sie gemeint sind und die ich anhand ihrer Schreibe erkenne. So macht das Spaß!</p>
<p>Gut, die Zeit ist nahezu um, mein Hirn hat leider nicht mal so neben her das Biesen-Problem gelöst, Essen ist auch nicht mirakulös gekocht worden und wärmer ist wohl auch nicht geworden. Aber nun hole ich gleich den Großen ab und dann geht die montägliche Rennerei los <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Kleine Freiheiten</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 06:20:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute soll unserem Fräulein Ministerin für persönliche Angelegenheiten der Brief übergeben werden, in dem sie um Kurs– oder Berufswechsel gebeten wird. Ich bin neugierig, ob davon etwas an die Öffentlichkeit dringt und ob sie irgendwie reagieren wird — außer persönlich gelangweilt/genervt zu sein. Dazu hatte mir gestern meine Mutter ein überraschendes Lob ausgesprochen, die meine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute soll unserem Fräulein Ministerin für persönliche Angelegenheiten der Brief übergeben werden, in dem sie um Kurs– oder Berufswechsel gebeten wird. Ich bin neugierig, ob davon etwas an die Öffentlichkeit dringt und ob sie irgendwie reagieren wird — außer persönlich gelangweilt/genervt zu sein. Dazu hatte mir gestern meine Mutter ein überraschendes Lob ausgesprochen, die meine Blogbeiträge zu Kristina sehr mochte. Und so wache ich heute morgen sehr früh auf — nach einem sehr seltsamen, aber spannenden Traum, in dem ich zeitweise Pierce Brosnan als James Bond war und in dunklen Unterwelten nach dem Rechten sah, um dann in der Oberwelt als Schützling Heidi Klums durch tropische Paradiese vor rächenden Mordbuben zu fliehen (in einem Wagen des Jahres 1910, den ich überraschend gut bedienen konnte und der uns mit knapp hundert Sachen durch die abrupt herein gebrochene Nacht trug — dann wachte ich leider auf … muss am Donnerstag mal schauen, ob wir es geschafft haben <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  )</p>
<p>Worauf ich aber eigentlich hinaus will: es ist ja alles nur eine Frage der persönlichen Entscheidung. Dass man manche Entscheidung oder besser gesagt: deren Auswirkungen nicht rückgängig machen kann, wenn die Rahmenbedingungen das nicht hergeben — tja, bevor ich hier hinein rutsche und mich womöglich auch noch frage, warum die Bevölkerung nun immer länger arbeiten soll, nur, um damit die Rentenkasse zu entlasten, obwohl viele Berufe diese Möglichkeit gar nicht bieten und junge Leute noch länger warten müssen, bis sie in einen Beruf hinein finden können und so die Rentenkasse nicht weiter füllen können oder weshalb eigentlich die Berufstätigkeit so bestimmend für unseren Wert sein soll und eine Vollbeschäftigung aller als Ideal angesehen wird, obwohl leicht zu erkennen ist, dass derlei gar nicht möglich sein kann und das Ganze eh nur funktioniert, weil manche Menschen eben zu Hause bleiben oder weshalb wir alle gleich um unsere Zukunft zittern müssen, nur weil das (Wirtschafts)-Wachstum stagniert — entlehne ich schon Worte aus dem wahren Leben, dann muss ich doch auch sehen, dass das Einzige in der Natur, das immer weiter wächst, Tumore sind — Wirtschaft als Krebs … da ist wohl mehr dran, als die Verfechter unserer Gesellschaftsform es wollen. Lasst mich nun nicht auch noch von all den Idioten anfangen, die nicht ertragen können, wenn irgend jemand anders lebt als sie und deshalb auf Polizisten einstechen oder mit festen Stiefeln im Kreis marschieren. Ja, Schluß jetzt, während ich das schreibe, ist der strahlende Sonnenschein schon wieder zugewölkt — bin ich schuld? Also Schluß! Denn was ich erzählen wollte, ist das, was aus diesen Gedanken heraus kam: wie schön es ist und wie unvergesslich, wenn man einen Moment wirklich freier persönlicher Entscheidung erlebt, die nicht von Kopf und Konvention geprägt ist; spontan erinnere ich mich an vier solcher Momente:</p>
<p>In der dritten oder vierten Klasse nahmen wir im Sachkundeunterricht den Kreislauf des Wassers durch: See, Hitze, Verdunstung, Himmel, Wolke, Regen, Versickern, Grundwasser, See. Und darüber sollten wir einen Aufsatz schreiben — etwas, was ich immer gerne tat. Ich weiß noch genau, wie und wo mein Schreibtisch in meinem Zimmer stand und wie unser Kater links neben mir auf der Tischplatte lag und schnurrend schlief und ich seinen Schwanz unter seine Pfoten klemmen musste, damit er mir nicht ständig die frische Tinte verwischte. Ich fing an und fand alles, was ich schrieb, so langweilig. Und mittendrin strich ich alles durch und begann erneut: Ich schrieb über zwei Tröpfchen, deren Namen ich nicht mehr weiß, die sich miteinander unterhaltend darüber wundern, was hier mit ihnen geschieht und die unter der Erde unglaubliche Abenteuer erleben bis sie wieder bei ihren Freunden im See landen. Ich war unglaublich aufgeregt, sehr stolz auf meine Geschichte und mochte kaum aufhören. Erst als ich am nächsten Morgen auf dem Weg zur Schule war, war es mir mulmig zumute — das war ja etwas ganz anderes als das Geforderte, was ich hier mitbrachte. Wir hatten eine tolle Lehererin, aber würde sie dennoch böse werden? Würden mich jetzt alle auslachen? Als ich den Aufsatz vorlegte, war mir übel. Sie sagte nichts, nahm aber mein Heft mit, während sie weiter herum ging. Am liebsten wäre ich weggelaufen. Als sie endlich wieder an ihrem Pult saß, öffnete sie mein Heft und begann vorzulesen. Was das zu bedeuten hatte, wußte ich nicht; ganz still waren die Anderen, während sie zuhörten und immer wieder blickte jemand zu mir herüber. Als die Geschichte beendet war, blieb es still, bis die Lehererin fragte, wie die Klasse diesen Aufsatz fände — ein Wahnsinnsgetrampel und –geklatsche brach los. Und ich bekam eine Eins Plus mit Sternchen und Glanzbild. In dem Moment dachte ich, dass ich, sobald ich Ägyptologin geworden wäre, ja auch einmal ein Ägyptenbuch für Kinder würde schreiben können. </p>
<p>Ganz ähnlich ging es mir etwa fünf Jahre später am Gymnasium: wir hatten einen phantastischen Deutschlehrer –über den ich vielleicht einmal ausführlicher schreiben sollte (ich hatte übrigens auf zwei verschiedenen Schulen ZWEI tolle Deutschlehrer!) — der uns von der siebten Klasse an bis zur Zehn begleitet hat und der von Anfang an uns bei Klausuren drei Themen zur Auswahl stellte, was ebenfalls sehr unkonventionell war. So mies, schüchtern, ängstlich ich in der Schule auch war (ich hasse erzwungene Leistungsbeweise, ich klinke mich aus, was in der Schule eben nicht klappen kann) — in Deutsch und Religion war ich immer gut. Wie das so ist, wenn du einer Gruppe die Wahl zwischen drei Möglichkeiten gibst, wird sich eine Mehrheit für A finden, eine große Minderheit für B und nur eine Minizahl für C. Unsere Klasse bestand aus 28 Schülern und Thema Nummer drei wurde meist von drei Leuten gewählt; oft war es das Thema, das nur knapp oder gar nicht im Unterricht behandelt wurde. Wer mich ein bißchen kennt, weiß, dass ich immer in Gruppe drei war — auch wenn ich das gar nicht wollte, denn ich war ja viel zu schüchtern um auffallen zu wollen. Aber die Wahl zwischen der Besprechung eines Goethe-Gedichtes, der Nacherzählung und Interpretation des soeben gelesenen Romanes und dem Schreiben einer Gebrauchsanweisung für den Zauberwürfel — wie hätte ich letzterem widerstehen können?</p>
<p>Nach drei Jahren war ich an diesen Effekt aber schon gewöhnt und ich konnte mich darauf verlassen, dass unsere Klassenbeste Bettina auch immer mein Thema wählen würde — ein Blick zu ihr, ein kurzes Nicken ihrerseits und schon fühlten wir uns beide nicht mehr so alleine mit unserer Wahl. Bis eines Tages eine Gedichtinterpretation, die Besprechung von "Homo Faber" und ein Aufsatz über das Mann-Frau-Bild in der Werbung zur Wahl standen. Ja, ich kann eure Gesichter sehen <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Klar würde ich letzteres wählen: ich war 15, schwer feministisch und Homo Faber ist wohl eines der ätzendsten Werke, die ich je hinunter würgen musste. ABER: das Gedicht hatten wir schon einmal besprochen (also fühlten sich hier viele sehr sicher), Homo Faber hatten wir gerade vor einer Woche erst beendet (ist also auch entspannt) und die Sache mit der Werbung hatten wir erst vor zwei Stunden begonnen — großer Unsicherheitsfaktor! Es stellte sich schnell heraus, dass der Großteil das Gedicht machen würde und knapp die Hälfte sich mit Faber rumschlagen wollte. Mein Blick zu Bettina brachte das erste Mal einen Schock: Bettina entschied sich für das Gedicht! Alles Augenaufreißen, Brauenhochziehen und Kopfgeschüttele meinerseits brachte keine Änderung. Ich war zerschmettert, denn alleine traute ich mich nicht: die stillste Schülerin überhaupt, die sich nichts zutraut und im Sport eine Niete ist? Könnt ihr euch hinein versetzen?</p>
<p>Ihr merkt, das wird länger — die beiden anderen kleinen Freiheiten werde ich ein anderes Mal schildern <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Unser Lehrer — Dr. Friesenhahn — war so toll, dass er von Anfang an seine Kollegen um Stunden anpumpte, so dass wir immer wenigstens zwei Schulstunden Zeit hatten, um unsere Klausur zu schreiben. Ich begann also mit dem Gedicht — Über allen Wipfeln ist Ruh', ich kann es heute noch nicht leiden — und zog meine Schlüsse recht lustlos, aber routiniert herunter. Können konnte ich das leicht, in dem Punkt des Können in Deutsch war ich arrogant <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Und wie hasste ich, was ich da schrieb. Nach einer halben Stunde zog ich einen Strich darunter, spielte gereizt mit meinem Füller und begann erneut: Ok, dann schreibe ich was über den doofen Faber. Und dabei schrieb ich mich in Wut über diesen ekligen alten Kerl, der meint, sich in junge Mädchen vergucken zu müssen. Aber nach einer weiteren Viertelstunde hatte ich genug davon. Und da saß ich nun für bald zehn Minuten und sehnte mich so sehr nach Thema drei. Und dann habe ich mich getraut, mit der letzten halben Stunde: Ich habe einfach ohne jeden Plan — eigentlich so wie ich heute blogge — drauf los geschrieben, habe Fernsehwerbung ohne Ende zitiert, habe polemisiert, gehetzt, analysiert, Witzchen gemacht und wie im Rausch geschrieben bis es klingelte — viel zu früh natürlich, denn bis zum dem eigentlich gewünschten Punkt der Auflistung der verwendeten Methoden war ich noch nicht gelangt. O Gott, das hatte ich ja wohl vollkommen vergeigt. An miese Noten in Latein war ich gewöhnt, aber in Deutsch — das wäre mein Untergang. Als Friesi unsere Blätter einsammelte, bestand er darauf, alles mitzunehmen, was ich da geschrieben hatte — was ich gar nicht wollte. Alles, alles nur Mist.</p>
<p>Besser wurde es nicht dadurch, dass Friesi dann erst einmal eine Woche krank war — er gehörte zu den Lehrern, die Klausuren innerhalb dreier Tage zurück gaben — und dass in unserer Klasse großes Erstaunen darüber herrschte, dass ich das Sonderthema ohne Bettina angegangen war. Mist, Mist, Mist. Das Gefühl, mitten in der Klausur alles umzuhauen und von vorne mit dem Gewünschten zu beginnen, war sensationell und berauschend — die Analyse dessen, was ich da getan hatte, glich eher einem üblen Kater. Gut, Friesi war wieder da und begann wie üblich mit dem Klassenspiegel: Thema 1: 18 Aufsätze, Thema 2: 9 Abgaben, Thema 3: 1 Klausur! Notendurchschnitt 1: 2-, Notendurchschnitt 2: 3 und für 3 gibt es keinen Schnitt. Dann wurde Thema 1 besprochen, sehr ausführlich und mir war elend. Thema 2 schien noch länger zu dauern und ich wollte die Schule sofort verlassen: jetzt bin ich auch in Deutsch eine Niete! Ich saß vollkommen weggetreten und versunken da, bis mir auffiel, dass sich immer wieder jemand zu mir umdrehte. Irgendwann nahm ich auch wahr, dass Friesi etwas vorlas und dass mir eine Passage mit Schwiegermutterkaffee und 1000-Watt-Lächeln und wehendem Blondhaar vage bekannt vorkam. Friesi hat nie etwas komplett vorgelesen, nur kurze Zeilen zitiert und da las er nun meine Arbeit vor. Von vorne bis hinten. Und hatte Spaß daran. Mittlerweile versuchten einige, ihm über die Schulter zu schauen, um die Note zu sehen, immer wieder hob jemand den Daumen in meine Richtung, grinste oder nickte mich an. Das Ding kam an. So ganz war ich noch nicht aus meinem Grau aufgetaucht und fühlte mich vom abschließenden Applaus und Schulterklopfen überrollt. Friesi gab mir dann all meine Blätter zurück und hatte auch sorgfältig die anderen Ergüsse durch gelesen und seine Anmerkungen dazu gemacht: zum Gedicht empfahl er mir, bei Goethe mal zu vergessen, dass ich Goethe als Person nicht mochte und verpasste mir eine Drei (was für mich wirklich sehr schlecht war), beim Faber stimmte er mir in weiten Teilen zu, aber fand, dass mein Abscheu meinen Stil negativ beeinflusst habe, was ihm aber noch eine Zwei Minus wert war.<br />
Mein Mann-Frau-Aufsatz war nur anderthalb Seiten lang, bei weitem nicht beendet und formal wohl auch am Thema (Analyse der Methoden anhand von Beispielen) vorbei, was er auf den Zeitmangel schob). Friesis Anmerkungen dazu waren bald genauso lang und waren jedes miese Gefühl vorher wert. Er begann mit "Liebe Andrea, mit spitzer Feder spießt du die Schwachstellen nicht nur der Werbung, sondern auch die unserer Gesellschaft auf." Sinngemäß ging es weiter mit Dingen wie geistiger Reife, Ironie, Humor, Begeisterung und Begeisterungsfähigkeit, Leichtigkeit des Stils und dem Bedauern darüber, dass ich nicht mehr Zeit gehabt habe, um das Thema zu vertiefen. Ich habe das wie betäubt gelesen, bin ähnlich betäubt nach Hause gefahren und habe mir alle drei Aufsätze und alle drei Anmerkungen mehrmals sehr genau durch gelesen und habe dann wie ein Nachtgespenst geheult. Dass das Teil dann später noch in der Schülerzeitung abgedruckt wurde, war nett, aber mit dem Kommentar meines Lieblingslehrers nicht zu vergleichen. </p>
<p>Bis heute morgen ist mir noch nie aufgefallen, wie ähnlich sich die ersten beiden Freiheitserfahrungen sind — heute denke ich manchmal, vielleicht hätte ich meine Deutschlehrer — die guten wie die weniger guten — ernst nehmen sollen, die mir alle immer rieten, irgendetwas mit "Schreiben" zu tun zu haben. Was immer das hätte sein sollen. Nicht, dass ich denke, ich hätte das so toll gemacht, aber vielleicht hätte es dieses Gefühl von "Ich mache das jetzt einfach mal anders als gewünscht" öfter eingestellt.</p>
<p>So, das war mal wieder im Rausch geschrieben. Seit anderthalb Stunden sitze ich mit dem Laptop im Bett und schreibe — gar nicht gut. Jetzt muss ich aber so einiges aufholen. Aber von Zeit zu Zeit muss ich meinen Blog eben doch zu dem benutzen, was er eigentlich ist: ein Onlinetagebuch, dem man Gedanken anvertraut, die andere auch lesen dürfen — aber nicht müssen! Wer es doch getan hat: Danke <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Hoffentlich ist der Kaffee noch warm …</p>
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		<title>Ja, doch … kann man so sagen :-)</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 14:54:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnittkonstruktion]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies als Antwort auf die Frage, ob ich voran komme. Gestern abend fiel das geplante Bügeln aus: zu meiner sehr großen Überraschung hing nichts zum Trocknen auf der Leine. Jaha, zum Wäsche trocknen gehört das Wäsche waschen und das habe ich gestern nicht auf dem Programm gehabt. Mit gutem Grund, denn an den meisten Montagen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dies als Antwort auf die Frage, ob ich voran komme. Gestern abend fiel das geplante Bügeln aus: zu meiner sehr großen Überraschung hing nichts zum Trocknen auf der Leine. Jaha, zum Wäsche trocknen gehört das Wäsche waschen und das habe ich gestern nicht auf dem Programm gehabt. Mit gutem Grund, denn an den meisten Montagen, an denen ich das versuchte, fand ich Dienstag vormittag die vergessene und vorwurfsvoll riechende Wäsche ("Frühlingsregenhund") in der Maschine. Also nahm ich mir vor: morgen wirbelst du von oben bis unten durch das Haus und bist fleißig und dafür — ja, dafür darfst du nun noch ein bißchen weiterspielen. Ich konnte mich dieser unwiderlegbaren These nicht gut verschließen und habe bei einer Folge des letzten Bullen (Nein, der muss nicht die Emma lesen!) den Schnitt aufgelegt.<br />
Halt, nein, das war gelogen, denn zuvor hatte ich doch noch gewaschen: den Streifenstoff für eine Viertelstunde bei 40°C, den ich nun halbfeucht, halbtrocken von der Leine nahm, um ihn zu bügeln. Ich bin eben doch eine großartige und verantwortungsbewußte Hausfrau: ich nahm mir vor zu bügeln und ich habe es getan. Dass es nur ein von mir zu benutzender Stoff sein würde — liegt das etwa an mir? Ist das nicht vielmehr Schicksal, Bestimmung, Vorsehung? Wer bin ich mich meiner These UND dem Kismet zu entziehen? Und wohin mit einem frischen, glatt gebügelten Stoff? Etwa zusammen falten? Nein, der muss auf einen Tisch, der ihm Platz bietet. Und wenn er dort schon einmal liegt — nun weshalb nicht die ebenso frischen, glatt gebügelten Schnitte auflegen? Der Tisch wird natürlich benötigt, also blieb mir wohl kaum etwas übrig, als zur Schere zu greifen. Ein großer Weltenplan, der vorsieht, ich solle ein Hemdblusenkleid ohne Knöpfe und Reißverschlüsse nähen und tragen — ich beuge mich demütig.</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5331.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5331.jpg" alt="" title="DSCN5331" width="450" height="600" class="aligncenter size-full wp-image-4979" /></a></p>
<p>Das war gestern abend, bevor die Schere zum Einsatz kam. Heute morgen dann musste ich erst Schach lernen — mein Kleiner hat seine Liebe zu diesem Spiel entdeckt und bestand darauf, es mir zu zeigen. Ich kann mir die Figuren schon nicht merken und seine Erklärungen sind, sagen wir mal, vage? Er schlägt mir diverse Züge vor, um, nachdem ich tat wie mir geraten, sodann mit seiner Hand meinen Unterarm tätschelnd, den Zeigefinger der anderen Hand in der Luft wackelnd die bedeutungsvollen Worte zu sprechen: "ABER, Achtung, Achtung, gleich kommt es." Sein Lächeln dabei lässt sich nur mit diabolisch beschreiben. Lasst es uns kurz machen: ich habe ruckzuck verloren und muss morgen wieder ran. Es ist mir auch gar nicht peinlich, von einem knapp Sechsjährigen geschlagen zu werden … </p>
<p>Dann schnitt ich den Rest aus und brachte die Kinder zu den Großeltern. Der ursprüngliche Weltenplan beinhaltete ein Großreinemachen — aber ich wurde sehr kurzfristig davon in Kenntnis gesetzt, dass selbiger Plan gewißen Änderungen unterworfen wurde: der Gatte erhielt die Aufgabe, da er auch die nächsten Tage unterwegs sein wird und sein geliebten Söhne nicht sehen wird, diese Herzenskinder am heutigen Abend in das nette schottische Restaurant zu führen — damit die Mutter hier im Hause putzen kann … bis dahin hoffe ich, noch so einiges am Kleid zu schaffen. Es mag wohl sein, dass auch dieser Plan noch fehlerbehaftet ist, aber ich sagte es bereits: da beuge ich mich doch demütig! Bis jetzt sind wir also hier, das Schicksal und ich:</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5332.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5332.jpg" alt="" title="DSCN5332" width="450" height="600" class="aligncenter size-full wp-image-4980" /></a></p>
<p>Ist doch irgendwie am Werden, oder?</p>
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		<title>Komme ich voran?</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 14:07:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnittkonstruktion]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor noch jemand denkt, so sähe jeder Tag aus: das ist nur der Montag, der sooo voll ist — fände ich für die Jungs auch nicht so schön, ständig Termine zu haben. Aber im Grunde finde ich diesen Montag für mein Vorhaben ideal: was kann man ernsthaft mit knappen Stunden hier und da anfangen? Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor noch jemand denkt, so sähe jeder Tag aus: das ist nur der Montag, der sooo voll ist — fände ich für die Jungs auch nicht so schön, ständig Termine zu haben. Aber im Grunde finde ich diesen Montag für mein Vorhaben ideal: was kann man ernsthaft mit knappen Stunden hier und da anfangen? Die Waschmaschine braucht länger, bügeln geht auch nicht in einer halben Stunde — und stundenlang mit gebeugtem Rücken über einem Schnitt zu grübeln ist so toll auch nicht. So habe ich nötige Denkpausen. Und wie immer, wenn ich meine, ich hätte eine genaue Vorstellung im Kopf, stehe ich dann da und finde alles doof <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>So, was habe ich bis nun geschafft? Ich habe meine Schablonen abgezeichnet und dann die Passen einmarkiert — dazu habe ich eine 1:2-Aufteilung gewählt: 2/3 für das untere Teil, 1/3 für die Passe, denn merke: jede Aufteilung in gerade Zahlen sieht angeblich unschön aus. Jahaa, ich mache mir Gedanken. Vielleicht verwirre ich mich auch nur unnötig, bei all den Regeln, Vorschlägen, Ideen und Meinungen in meinem Kopf, im Netz, in Büchern …?</p>
<p>Danach habe ich hin und her überlegt, wie die Ausschnittblende sein soll: gerade hoch, leicht gewinkelt, mit Beleg oder ohne? Angeschnittener Kragen, Stehkragen, Kragen mit Steg oder ohne? Ich habe mich dann doch für die einfachste Variante entschieden: Blende ohne Beleg, Kragen mit Steg — nicht nur, weil das Nähen dann leichter ist, sondern auch, weil ich noch auf eine wärmere Jahreszeit hoffe und je weniger Stoff mir um die Schultern liegt, umso lieber ist es mir. Und dazu wird das Kleid ja ein Testlauf — zuviele Details frustrieren mich nur, wenn es daneben geht <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5327.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5327.jpg" alt="" title="DSCN5327" width="450" height="338" class="aligncenter size-full wp-image-4976" /></a></p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5328.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5328.jpg" alt="" title="DSCN5328" width="450" height="338" class="aligncenter size-full wp-image-4975" /></a></p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5329.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5329.jpg" alt="" title="DSCN5329" width="450" height="338" class="aligncenter size-full wp-image-4974" /></a></p>
<p>Eine Viertelstunde habe ich noch — die werde ich nutzen, um die Nahtzugaben anzupassen, so dass beim Nähen nachher alles ineinander greift. Und heute abend kommt dann das Rückenteil dran und morgen früh der Ärmel. Nachmittags sind die Jungs nach Wochen wieder einmal bei der Oma; nach dem Großputz könnte noch Zeit für den Zuschnitt sein.</p>
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		<title>Es wird gekocht</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 11:46:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnittkonstruktion]]></category>

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		<description><![CDATA[Kind Eins ist zu Hause und sitzt an seinen Aufgaben, der Reis kocht, die Pilze schmoren und das Eiweiß-Gyros brutzelt sanft vor sich hin. Der Laptop fungiert beim Kochen als Musikabspielgerät und da ich gerade nichts zu tun habe, die Küche aber nicht verlassen darf, gibt es schnell ein paar weise Worte zum Thema Schnittkonstruktion. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kind Eins ist zu Hause und sitzt an seinen Aufgaben, der Reis kocht, die Pilze schmoren und das Eiweiß-Gyros brutzelt sanft vor sich hin. Der Laptop fungiert beim Kochen als Musikabspielgerät und da ich gerade nichts zu tun habe, die Küche aber nicht verlassen darf, gibt es schnell ein paar weise Worte zum Thema Schnittkonstruktion.<br />
Wie Frau Burrow soeben anmerkte, muss man das für sich Passende finden und das ist gar nicht so einfach. Natürlich muss der erste Entwurf genäht und anprobiert, geändert, genäht und erneut getestet werden und so könnte man wahrscheinlich mit fast jedem System irgendwann zum Erfolg gelangen. Aber mein erster Versuch mit Pepin war nur so einigermaßen dazu geeignet, angepasst zu werden — bei Pepin werden nahezu alle Maße vom Körper genommen und da kommt es einfach zu sehr vielen Mißmaßen <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /><br />
Mein zweiter Versuch mit Aldrich war da besser geeignet, was aber sicher auch daran lag, dass ich — aus Erfahrung ein wenig klüger geworden — sofort darauf verzichtete, mit einen Sloper mit 10 cm Zugabe zu basteln; ich glaube, mein Zugabe sind 4 cm und das entspricht meinem Wohlfühl– und Bewegungsfaktor gut. Bei Aldrich habe ich auch mit meinen eigenen Maßen gewerkelt, aber hier gibt es auch Maße, die festgelegt sind und/oder sich proportional ergeben. Da der Sitz trotzdem ich beim Zeichnen auf meine Besonderheiten keine Rücksicht genommen hatte (also nach vorne geneigte Schulter, größeres Körbchen etc.) ziemlich gut war, habe ich das Rennen aufgenommen und genäht, gesteckt, verändert, genäht, gesteckt und verändert für insgesamt 5 Testoberteile, bis der passende Oberteilgrundschnitt rauskam. Mit der Armkurve hatte ich Schwierigkeiten, aber der Besuch bei einer Schnittdirektrice hat das auch behoben — was war ich stolz, als sie meinen Schnitt für gut befand und letztendlich nur 3 mm hier anfügte und dort 4 wegnahm. </p>
<p>Aus purer Neugierde hatte ich auch noch zwei Sloper getestet: einer, bei dem fast alle Maße nur aus Oberweite und Taille abgeleitet werden — für mich die totale Katastrophe; ich behaupte mal, dass das nur da funktioniert, wo die Figur eher gerade gebaut ist: weibliche Hüften, ein schmaler Rücken und eine schlanke Taille, dazu eben etwas mehr oben herum — da saßen die Armlöcher fast auf der Taille, der Rücken schlotterte, es spannte an der Brust,  der Halsausschnitt stand ab, die Schultern hingen über — ne, schön war das nicht und da lohnt sich auch das Anpassen nicht.<br />
Bei der deutschen Schnittkonstruktion hatte ich schon nach ein paar Minuten keine Lust mehr: all diese Abkürzungen, die ich nachschlagen musste — wie scheußlich war das denn? Dazu hat die Anleitung dennoch mehr Platz verschluckt als alle anderen, die ich mir ansah. Nö, also ein bißchen Spaß muss es schon noch machen. Wobei ich Rock und Hose danach getestet hatte und der Rock ein Sack und die Hose ein Schlauch war; trotz gleicher Maße. Offenbar auch eine Konstruktionsmethode, in die ich nicht passe.</p>
<p>Für mich habe ich also nun Winifred Aldrich für die Grundlage, da ich hier gut anpassen kann. Mit dem fertigen Sloper gehe ich dann an die Anderen heran — die Methoden, aus dem Grundschnitt etwas anderes zu entwickeln, entscheiden sich dann nicht mehr soo stark. Mir macht es einfach Spaß, durch alle Bücher durch zu wühlen und zu vergleichen. Hier stehen mittlerweile: </p>
<p>Pepin — vieles wird sehr genau erklärt und der Vierziger-Charme ist einfach unschlagbar.</p>
<p>Armstrong — ist unglaublich vielfältig, immer wieder wird auch die Verabeitung erklärt und die Beschreibungen sind leicht verständlich; allerdings gab es auch schon Fehler und wie Frau Burrow schon sagte: der Grundschnitt gefiel mir auch nicht.</p>
<p>Aldrich — dafür, dass es ein so bekanntes Standardwerk ist, ist es sehr dünn, aber der Aufbau ist leicht nachvollziehbar. </p>
<p>Hollen — die beispielsweise Abnäher ganz fantastisch erklärt und viel Wert darauf legt, auch das Warum zu erläutern.</p>
<p>Bray — der Aufbau des Slopers wird seitenweise erklärt und auseinandergenommen, aber nachdem Aldrich passte, habe ich auf die hochkomplizierte Technik hier verzichtet. Die Modelle sind Endfünfziger, Anfangsechziger und da lockt manches.</p>
<p>Kim/Uh — es ist nicht allzu viel enthalten, aber die Zeichnungen und Erklärungen sind sehr verständlich und die Modelle werden immer erst erklärt.</p>
<p>Lo — ist das neueste Buch, aber der Sloper würde hier Armlöcher haben, die auf Brusthöhe beginnen — bei seinen gezeigten Toiles ist das nicht so …? </p>
<p>Margolis — ist randvoll mit Ideen, wie ein Grundschnitt abzuwandeln ist, der Weg dahin ist oft sehr simpel, manchmal aber nicht sehr genau erklärt.</p>
<p>Kopp — der fetteste und schwerste Wälzer überhaupt mit unendlich vielen Abwandlungen, von denen viele eher etwas lächerlich wirken. Aber alles sehr genau gezeigt und oft auch mit Erklärungen versehen, die sehr erhellend sind.</p>
<p>Ein — ein Buch aus den Siebzigern, das einer klaren Selber-Machen-ist-einfach-Philosophie folgt. Manches würde so nicht funktionieren — beispielsweise würde der tiefe Ausschnitt klaffen, würde ich ihre Methode wählen, aber andererseits ging es ihr wohl darum, mehr Frauen zum versuchen anzuregen und das funktioniert.</p>
<p>Pfaff — die Firma Pfaff hatte von Archimedes das Maßschnittsystem übernommen (ihr erinnert euch noch an die Hefte aus den 30ern, die ihr hier mal runterladen konntet?) und das Ganze weiter entwickelt. Viele gute Ideen, einfache Methoden und Erklärungen (und auch mal auf Deutsch, fein!), die auch noch funktionieren.</p>
<p>Ich glaube, das war's. Fehlt was? Essen stand mittlerweile schon auf dem Tisch und jetzt gibt es eine Stunde Pause. Puh!</p>
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		<title>Der zerrissene Montag — ein guter Tag für …?</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 09:50:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnittkonstruktion]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Beispiel für das Konstruieren eines Hemdblusenkleides. Und ihr dürft dabei sein; mal schauen, wie weit ich es bringe und wie lange es dauern wird, bis daraus ein Kleid geworden sein wird. Und wird es tragbar sein? Immerhin habe ich hier wieder einen blau-weiß gestreiften Stoff liegen und bislang habe ich noch alle blau-weiß gestreiften [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Beispiel für das Konstruieren eines Hemdblusenkleides. Und ihr dürft dabei sein; mal schauen, wie weit ich es bringe und wie lange es dauern wird, bis daraus ein Kleid geworden sein wird. Und wird es tragbar sein? Immerhin habe ich hier wieder einen blau-weiß gestreiften Stoff liegen und bislang habe ich noch alle blau-weiß gestreiften Stoffe irgendwie geschrottet … <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':-(' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Dieser Montag ist noch zerpflückter als sonst üblich: um halbneun durften das kleine Kind und ich den Gatten zur Arbeit kutschieren und danach schnell einkaufen; davor habe ich noch sehr zackig die Küche in Ordnung gebracht. Nun laufen Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine, und die ersten Vorbereitungen zum Konstruieren sind erledigt. Jetzt habe ich noch eine Stunde, bevor ich wieder los muss: das große Kind von der Schule abholen, kochen und zeitgleich Hausaufgaben überwachen, dann aufräumen und wieder eine Stunde Zeit, um weiter zu zeichnen (und zu fluchen, das ganz gewiß!). Daraufhin wird das große Kind wieder zur Schule gebracht, damit es etwas über das Alte Ägypten lernt. Zuhause das kleine Kind irgendwie beschäftigen — vielleicht mag er mir vorlesen? — und wieder eine gute Stunde zum weiter Basteln. Dann das kleine Kind in seinen Taek-Won-Do-Anzug zwingen, losfahren, im Stau stehen, das große Kind auflesen, zum Studio fahren, das kleine Kind abgeben, mit dem Großen nach Hause, ihn in seinen Sportdress bitten, wieder los fahren, den Kleinen abholen und der Großen abliefern und in der knappen Stunde bis zum Abholen Essen vorbereiten und weiter basteln — und Bilder machen und 'n bißchen bloggen wollte ich auch noch … am besten bügele ich heute abend noch, dann habe ich morgen das Gefühl, ich dürfte auch wirklich nähen. Oder wohl eher weiter zeichnen …</p>
<p>So, die Idee habe ich schon lange im Kopf und als vor fast zweieinhalb Jahren in der Burdavorschau genau das Gewünschte erschien, freute ich mich noch sehr — naja, ich freute mich und hoffte, ich könne einen Burdaschnitt doch einmal passend bekommen. War dann aber in einer Plusgröße, dafür aber sogar in dem Stoff, den ich mir vorgestellt hatte — schön, die Idee auch im Bild überprüfen zu können. Besagtes Heft habe ich mir zur Unterstützung hervor geholt:</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5318.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5318.jpg" alt="" title="DSCN5318" width="450" height="338" class="aligncenter size-full wp-image-4966" /></a></p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5322.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5322.jpg" alt="" title="DSCN5322" width="450" height="338" class="aligncenter size-full wp-image-4964" /></a></p>
<p>Und um endlich eine anständige Grundlage für einteilige Kleider OHNE Taillennaht zu haben, habe ich die letzte Woche über an hüftlangen Slopern gearbeitet. Grundsätzlich gibt es zwei Methoden, aus einem taillenkurzen Oberteilgrundschnitt einen Hüftlangen zu machen: entweder ich konstruiere von der Taille mit meinen Hüftmaßen aus nach unten weiter oder aber ich kombiniere Oberteil und passenden Rock. Beides birgt seine Schwierigkeiten: so sind die Abnäher von Ober– und Unterteil nicht gleich breit und verbreiterte ich den Rockabnäher, so würden unschöne Tüten und Wülste entstehen. Zudem würden sowohl Vorder– als auch (und besonders) Rückenteil zu lang werden — das sind dann die Falten, die oft nach Hohlkreuz aussehen und daher kommen, dass zwischen Oberteiltaille und Unterteiltaille rautenförmige Lücke ist, die mit Stoff aufgefüllt wird.<br />
Konstruiere ich nach unten mit den eigenen Maßen weiter, ist dieses Mehr an Stoff in der Regel geringer, ist aber die Taille-Hüfte-Ratio hoch, so entsteht eine recht ausgeprägte Hüfte. Dennoch scheint mir das die passendere Methode zu sein. Aber ganz klar: in dieser Unterkategorie gibt es gefühlte 1.000 weitere Möglichkeiten. Ich habe also meinen Sloper nach Aldrich genommen und damit die Methoden Armstrong und Pepin getestet und zwei optisch sehr unterschiedliche Ergebnisse erhalten:</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5320.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5320.jpg" alt="" title="DSCN5320" width="450" height="338" class="aligncenter size-full wp-image-4965" /></a></p>
<p>Bei Armstrong habe ich erst beim Nähen bemerkt, dass Anleitung und Schnitt nicht zusammen passen — und ich habe auch nicht die allergeringste Ahnung, wie das gewünschte Ergebnis mit mehr als einen A-Körbchen zu erzielen wäre. Wer den Fehler findet, darf sich was wünschen <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5325.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5325.jpg" alt="" title="DSCN5325" width="450" height="600" class="aligncenter size-full wp-image-4968" /></a></p>
<p>Vier Längsabnäher. </p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5326.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5326.jpg" alt="" title="DSCN5326" width="450" height="600" class="aligncenter size-full wp-image-4967" /></a></p>
<p>Nicht gut zu erkennen, Kamera mochte nicht mehr, aber auch hier: vier Längsabnäher. UND ein seitlicher Brustabnäher darüber …<br />
Da es aber auch in der vierten Auflage niemandem aufgefallen ist, schäme ich mich nicht zu sehr, dass ich es erst beim Stecken bemerkte. Ich war beim Konstruieren einfach zu sehr mit der Anleitung beschäftigt, um noch denken zu können <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':-D' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Aber nun ist das karierte Vliespapier — sowohl als Tischschutz wie auch als gerade-Linien-Hilfe — angeklebt, das Seidenpapier mit Nadeln befestigt und die Sloper aufgesteckt. Ich möchte ein Kleid mit Passe, seitlichem Abnäher und ansonsten nur einer leichten Taillierung durch die Seitenaht haben; da passt der Armstrong-Schnitt mit seinen etwas geraderen Seitennähten besser (Pepin wäre die ideale Grundlage für eine Schößchenjacke, von der ich schon laaaaaange lange träume).<br />
Wie auch im Burdabeispiel möchte ich keine durchgehende Knopfleiste, wenn ich ganz ehrlich bin, schwebt mir sogar eine noch kürzere Leiste vor — vielleicht so kurz, dass ich keine Knöpfe bräuchte? Nach wie vor sind Knopflöcher die Hölle, zumal meine Maschine sie einfach nicht gerne macht. Dazu stelle ich mir im Moment noch einen gemäßigten Stuartkragen vor — oder doch einen klassischen Hemdkragen? Hmmm …</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5324.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5324.jpg" alt="" title="DSCN5324" width="450" height="338" class="aligncenter size-full wp-image-4961" /></a></p>
<p>Bücher liegen bereit; alles ist vorbereitet:</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5323.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5323.jpg" alt="" title="DSCN5323" width="450" height="338" class="aligncenter size-full wp-image-4963" /></a></p>
<p>So, seid lieb und drückt mir die Daumen, dass mein halböffentliches Schnittebasteln nicht komplett daneben geht <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Wird die Freiheit, sich in einem Rock bewegen zu können, überschätzt?</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 12:44:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fertig!]]></category>

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		<description><![CDATA[Stehe ich aufrecht vor dem Spiegel, wende mich sacht hin und her oder bewege mich in meinem häuslichen Umfeld, so neige ich dazu, obige Frage zu bejahen! Laut zu bejahen. Denn ein enger Rock, der nach unten stark eingestellt ist, betont Kurven nicht nur, er holt sie erst hervor, formt sie, zaubert sie herbei, macht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stehe ich aufrecht vor dem Spiegel, wende mich sacht hin und her oder bewege mich in meinem häuslichen Umfeld, so neige ich dazu, obige Frage zu bejahen! Laut zu bejahen. Denn ein enger Rock, der nach unten stark eingestellt ist, betont Kurven nicht nur, er holt sie erst hervor, formt sie, zaubert sie herbei, macht die Linien weicher, runder und gestreckter (kleine Einschränkung: das funktioniert so nur mit einem Rock, der nicht –NICHT!- schon über dem Knie endet; er muss unbedingt kniebedeckend sein, damit die Seitenlänge die Hüftbreite ausgleicht, ansonsten entsteht ein Quadrat <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  )<br />
Einen solchen Rock habe ich hier schon einmal gezeigt:</p>
<p><img alt="" src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/08/DSCN4767.jpg" class="aligncenter" width="350" height="889" /></p>
<p>Yep, mag ich wohl leiden: sieht immer angezogen aus, macht eine gute Figur (auch wo sie nicht sooo sehr vorhanden ist) und lässt sich auch flott nähen. Und ich kann darin kochen, saugen, putzen, dösen, bloggen, nähen, bügeln, Brettspiele spielen und kuscheln. Fein, nicht wahr? Und all diese Sachen tue ich auch — nur sehr selten laufe ich im Haushalt in Turnhosen herum. Ich nähe auch mit hohen Absätzen, geht alles locker. Was nicht locker geht: Schnell mal in den Ort hinunterlaufen, oder sich sonstwie außerhalb der eigenen vier Wände schnell hin-, her– oder weg bewegen. Enge Röcke verlangen nach hohen Schuhen. Enge Röcke beschränken die Schrittlänge schon auf Mitte der Oberschenkel — wenn sie wirklich wie angegossen sitzen sollen. Zusammen mit den hohen Absätzen fühlen sich besagte, eingeschränkte Oberschenkel ganz, ganz schnell sehr wackelig an; wackelig von der Anstrengung, irgendwie vorwärts zu kommen … und je schneller das geschehen soll, umso mehr beginnt das große Zittern. Gibt es hier einen Kompromiss? Jein. Wie immer: jein. Grrrr .…</p>
<p>Das Drama des engen Rockes beginnt im Sommer für mich schon mit der Suche nach einem geeigneten Stoff: zu dehnbar, zu dünn, zu knittrig, zu wollig — das soll er alles nicht sein. Auch nicht zu glänzend, zu aufgerauht, zu gemustert, zu knallig, zu langweilig. All das soll er nicht sein, aus diversen Gründen: von ungünstig für die Figur bis falsche Farbe, von zu empfindlich bis zu ungepflegt will jedes Kriterium ein Mitspracherecht eingeräumt wissen. Schwierig. Am Sonntag nun war ich auf dem Godesberger Stoffmarkt und fand — wieder einmal — einen blau-weiß-gestreiften Stoff, der jeansartig sich anfühlte und nicht elastisch war. Muss ich zugreifen. Wie immer bei blau-weißen Streifen. Die Eine oder Andere mag sich nun verblüfft fragen, wo denn eigentlich die daraus enstandenen Kleidungsstücke abgeblieben sein mögen? Ich habe einfach kein Händchen für meinen Lieblingsstoff, immer, immer, immer geht etwas schief! Aber Nachschub ist da, irgendwann wird es noch werden, bestimmt!<br />
Besagter Stoff stellte sich dann als Druck heraus und als alles andere als jeansfest. Will sagen: das Ding hält die Form kaum und knittert wie ein wildgewordenens Mutterschweinchen. Der Kompromiss bestand beim Schnitt darin, auf Kniehöhe lediglich 1,5 cm einzustellen (summa summarum also 6 cm rundum) und dafür den Bund auf 2,5 cm über Taille hoch zu ziehen, um die Hüfte zumindest von oben sanfter zu formen. Und wie finde ich meinen Kompromiss? Hmmnaja … ein Jein, so kann man wohl sagen. Ob das aber am Schnitt oder allein am Stoff liegt? </p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5315.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5315.jpg" alt="" title="DSCN5315" width="450" height="700" class="aligncenter size-full wp-image-4954" /></a></p>
<p>Jetzt darf sich die geneigte Leserin/Betrachterin fragen, ob es denn nicht möglich gewesen wäre, den Rock für das Bild zu bügeln. Ich darf daraufhin geneigter Dame antworten, dass ich selbiges getan habe — nur musste ich mich noch einmal setzen, um die Schuhe zu schließen. Dieses halbminütige Niedersetzen führt schon zu den zu sehenden Falten — und zur noch zu zeigenden Ausbeulung an anderen Stellen, die beim Sitzen besonders beansprucht werden. Das stellte ich leider alles erst fest, nachdem ich 6 Knöpfe mühsamst durch den sehr festen Stoff hindurch angenäht hatte — will sagen: das Ding wird jetzt auch getragen …! </p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5316.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5316.jpg" alt="" title="DSCN5316" width="450" height="700" class="aligncenter size-full wp-image-4952" /></a></p>
<p>Von der Seite finde ich mich ja unerträglich scheußlich, kostet mich also echt etwas, solche Bilder zu zeigen — aber dieses Mal geht es so einigermaßen. Aber 30sekündiges Sitzen — wird also vielleicht das Sitzen überschätzt??? Stehen gepflegte Damen immer nur herum? Außer an Straßenecken, natürlich …</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5317.jpg"><img src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/DSCN5317.jpg" alt="" title="DSCN5317" width="450" height="700" class="aligncenter size-full wp-image-4953" /></a></p>
<p>Es knittert, es knittert, es knittert immer mehr und wenn's genug geknittert hat, dann beult es noch schön aus <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Aber so im Ganzen könnte das ein Kompromiss sein, mit dem man leben kann. Obwohl — so einen kleinen Ticken enger nach unten hin …?</p>
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		<title>&quot;Liebe&quot; Kristina oder: Liberté, Egalité, Fraternité</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 09:56:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich einmal mit Aufregen beginne, dann beende ich es nicht so schnell — ich kann es einfach nicht. In den letzten Tagen habe ich es mir angetan und etwas mehr über das verheiratete Fräulein gelesen; was andere beispielsweise aus ihrer Doktorarbeit zusammen fassen (ich selbst kann und will mir das nicht antun, da rotiere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich einmal mit Aufregen beginne, dann beende ich es nicht so schnell — ich kann es einfach nicht. In den letzten Tagen habe ich es mir angetan und etwas mehr über das verheiratete Fräulein gelesen; was andere beispielsweise aus ihrer Doktorarbeit zusammen fassen (ich selbst kann und will mir das nicht antun, da rotiere ich wohl noch mehr). Es scheint, dass Kristina ein großes Problem mit Gleichheit hat — weshalb bitte sollen alle gleich sein? Privilegien sind da, um zu bleiben und dass selbige nicht zwangsläufig mit dem eigenen Verdienst an ihnen daher kommen — nun, so ist das eben. Beim ausführlichen Lesen diverser Artikel, Besprechungen, Interviews (deren Links ich mir nicht wirklich notiert habe, wer einen weiß, darf in gerne einfügen!) stellte ich mit Erschrecken fest, dass die Gedankenwelt, die ich ihr im letzten Beitrag unterstellt habe, von ihr so wirklich ohne jedes Bedauern oder gar einer Handlungsnotwendigkeit hingenommen und vielleicht gar gewollt ist.</p>
<p>Merke (oder darf ich mich hier in miesen Wortspielen ergehen? Merkel) hier:</p>
<p>Gleich ist nur, wer gleich ist und gleich sein bedeutet, in Kristinas Welt ihr zu gleichen. Schwierig zu merken? Kristina interessieren nur Menschen, die in ähnlichen Umständen groß geworden sind und ebenso leben und denken wie sie — hat da Einer/Eine Probleme, über die wir uns hier aufregen? Na also .…</p>
<p>Zum Thema Freiheit ist es noch einfacher: Frauen haben — von ihr aus gerne — ALLE Freiheiten der Welt; sie müssen nur die elenden Feministinnen abschaffen, die uns das Leben zur Hölle machen. Natürlich haben all diese Frauen nichts damit zu tun, dass sie heute als Ministerin tätig sein darf … vielleicht wäre die Eine oder Andere damals lieber zu Hause geblieben anstatt auf die Straße zu gehen, hätte sie nur geahnt, was daraus werden würde!</p>
<p>Dass manche Frauen eben als Käsefachverkäuferin leben, ist nichts weiter als Teil der Freiheit. Freiheit hat ihren Preis. Diesen Preis bezahlt die Käsefachverkäuferin eben damit, dass sie nichts hat, womit sie später noch zahlen kann. Sollte es ihr doch wert sein. Ist eben Freiheit.</p>
<p>Von Brüderlichkeit hingegen versteht Kristina eine Menge — geht ja nicht um Schwesterlichkeit, was ein ganz ander Ding ist. Dass es Jungs und Männer auch nicht leicht in allem haben, dass sie in vielen Dingen als die schlechteren Menschen gelten, auch nicht immer wissen, wo es lang geht, gerne mehr Zeit für ihre Kinder hätten — ist uns allen bekannt und ein wahrer Feminismus berücksichtigt das auch, hat es immer getan. Dass nicht alle Männer nett sind, mehr Gewaltverbrechen auf ihr Konto gehen, die Mehrzahl der Opfer Frauen sind, sie mehr verdienen (nicht nur in besseren Jobs, sondern in gleichwertigen!), dass wir nach wie vor in einer Welt leben, die von männlichen Vorstellungen und Riten geprägt ist — um das nicht zu sehen, muss man schon sehr blind sein. Besuch beim Optiker fällig, Kristina? Wie wäre es mit einem Testbild? Was stimmt im folgenden Bild nicht?</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5300.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4945" title="DSCN5300" src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5300.jpg" alt="" width="450" height="700" /></a></p>
<p>Ob man mir die linken Flausen noch austreiben kann? Oder mich in die lila Latzhose hinein bekommen? Finde ich noch die asiatische Putzperle und die osteuropäische Kinderfrau? Werde ich mir den französischen Chefkoch noch leisten können? Kann ich meine Jungs in Prinzessinnen eintauschen? Sollte ich meine Freundinnen mal stutenbeißen? Mich mit allen Männern in 5km-Umkreis prügeln? Was auch immer — weibliches Leben ist vielfältig, widersprüchlich, selten leicht, oft spannend. Und wir brauchen eine Ministerin, die das sieht, versteht und unterstützt. Haben wir die?</p>
<p>Aber jetzt rege ich mich ab und komme zu Schönerem: zu einem seltsam verunglückten Kleid in einem Flieder-rosé-Ton, dessen Stoff am Ballen offenbar so verzogen war, dass der Zuschnitt eigentümlich schief endete. Ich gehe jetzt nicht ins Detail; ich musste unglaublich basteln, um die Teile zueinander zu bekommen — der Schnitt ist übrigens der des blauen Kleides, bei dem es keine Schwierigkeiten gab. Hierbei ist nun die Seitennaht des Rockes deutlich länger als VM und HM und ohne, dass jemand absteckt, könnte ich das nicht ändern. Aber was soll ich sagen: der Rock fällt von der Seite aus dort in so weichen Wellen und zipfelt sanft nach unten, dass es wirkt, als solle es so sein .… so also soll es sein, so war es gewollt. Basta <img src='http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5301.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4946" title="DSCN5301" src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5301.jpg" alt="" width="450" height="700" /></a></p>
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		<title>Kristina Schröder</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 08:32:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz klar: Meine Ministerin ist sie nicht. Ich weiß nicht, in welchem Land sie lebt, welche Zeitungen sie liest, welche Frauen sie kennt, welchen Kindergarten ihr Kind besuchen wird, wieviel sie ihren Hausangestellten zahlt, wann sie einkaufen geht, ob sie einkaufen geht oder ob sie jemals in ihrem Leben über andere Lebenssituationen anderer Frauen einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz klar: Meine Ministerin ist sie nicht. Ich weiß nicht, in welchem Land sie lebt, welche Zeitungen sie liest, welche Frauen sie kennt, welchen Kindergarten ihr Kind besuchen wird, wieviel sie ihren Hausangestellten zahlt, wann sie einkaufen geht, ob sie einkaufen geht oder ob sie jemals in ihrem Leben über andere Lebenssituationen anderer Frauen einen Gedanken verloren hat — außer, dass ja alle selbst schuld sind an ihrer Lage — aber es ist mir auch egal. Denn was auch immer dazu geführt hat, dass sie sich aufführt, wie sie sich aufführt; uninteressant, ob es Arroganz, Blindheit oder Naivität ist, die sie zu ihren Aussagen bringt:</p>
<p>Ich will sie nicht als Ministerin haben, die Interessen vertreten soll, die sie nicht interessieren. Wie würde denn eine Welt aussehen, die sie möchte? Hat sie das jemals zu Ende gedacht?</p>
<p>Also: alles ist eine Frage der persönlichen Entscheidung und des Verhandlungsgeschickes — das wiederholt sie immer und immer wieder und wahrscheinlich auch in ihrem Buch. Meine Lieblingsbeispielsfrau — die Verkäuferin von Milchprodukten oder Fußbekleidung — hat sich natürlich einfach falsch entschieden. Sie hätte ja auch etwas mehr für ihre Noten tun können, hätte sich eine anständige Ausbildung gegönnt und wäre dann selbstbewußt aufgetreten und säße nun heute im Vorstand eines DAX-Unternehmens. Sie hätte eine Frau, die ihr Haus putzt, eine andere, die die Kinder von der Schule abholt und versorgt und vielleicht noch eine weitere, die bei Notfällen einspringt. Alles nur eine Frage der Organisation und des Geldes. JEDE Frau hätte sich ja nur so entscheiden brauchen — so läppische Dinge wie unterschiedliche Ausprägungen von Intelligenz, Ehrgeiz, Zukunftswünschen, Lebensentwürfen, Persönlichkeit und Charakter oder gar solch zu ignorierende Schwierigkeiten wie behindertes Kleinkind, zu pflegende Eltern, schwere Krankheit — na, die müssen und dürfen und können doch bei einer solchen Entscheidung keine Rolle spielen.</p>
<p>Schwierig wird es nun, wenn wirklich JEDE Frau so denkt: wo bekommen wir dann alle unsere Putz– und Kinderfrauen her? Wer verkauft uns die Lebensmittel, wer liefert die Post, wer repariert die Stromleitung, wer entsorgt den Müll und wer versorgt unsere Wunden? Hach, aber wie glücklich sind wir, wenn wir feststellen dürfen: es gibt ja immer noch die Dummen, die glauben, sie könnten sich ein Kind leisten, obwohl sie damals heilfroh waren, wenigstens einen Ausbildungsplatz bei Aldi zu bekommen — müssen wir deshalb etwa für Kindergärten und Schulen sorgen, die länger als bis halbvier betreuen? Selbst schuld, hat sie ja keiner gezwungen, ganztags an der Kasse zu sitzen. Und die andere dumme Nuss, die sich vom prügelnden Alkoholiker scheiden ließ, obwohl sie im vierten Semester ihr Studium abgebrochen hat und mit drei Kindern nun alleine klar kommen muss — ich meine, ehrlich: wie dumm kann man sein? Verliebt war sie, schwanger war sie? Sie konnte sich nicht mehr konzentrieren, hatte Schwierigkeiten mit dem Stillen und das erste Kind war krank? Ja, was habe ich damit zu tun? Wie jetzt, Solidargemeinschaft? Was soll der Schwachsinn? Jede hat es doch selbst in der Hand. Da spart halt mal ein bißchen mehr, da geht man halt nachts arbeiten, dann kann man das Kind doch ganz fein mittags von der Schule abholen — immer dieses "Geht nicht, geht nicht". Ehrlich, das ist alles nur eine Frage des Verhandlungsgeschickes. Ok, du bekommst für deinen Ganztagsjob hinter der Käsetheke also einen Nettolohn von 1100,- € — das ist doch Geld. Gut, da zahlst du halt die Hälfte für Miete und Strom, und noch ein bißchen für Essen und Trinken (bist eh zu dick und Wasser kommt doch fast umsonst aus der Leitung), und für Schulbücher und Kleidung — da sparst du noch ein bißchen und gehst mal zu deinem Chef mit deinem Verhandlungsgeschick und dann kannst du sicher noch die 8,-€ pro Stunde an die Tagesmutter zahlen, die dein Kind von vier bis halbacht betreut. Und vergiß nicht, etwas für die Rente zurück zu legen! Gut wäre ja noch die Abendschule, gute Kräfte werden doch immer gesucht. Alles nur eine Frage der persönlichen Entscheidung und des Verhandlungsgeschickes …</p>
<p>Sicherlich spielen persönliche Entscheidungen eine Rolle, zum Glück! Aber sicher nicht dort, wo gnä' Frau sich weigern, etwas zu tun. Das könnt ihr der Guten auch freundlich mitteilen:</p>
<p><a href="http://nichtmeineministerin.de/">Nicht meine Ministerin</a></p>
<p>Danke an Cat für Link und Anstoß.</p>
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		<title>Rote Phase oder: Heißer Sommer erwartet</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 09:16:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michou</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fertig!]]></category>
		<category><![CDATA[Nähen]]></category>
		<category><![CDATA[Schnittkonstruktion]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz offenbar erwarte ich einen Sommer mit hohen Temperaturen, wie sonst ließe es sich erklären, dass ich in den letzten Wochen fünf ärmellose Kleider genäht habe, von denen nur zwei gefüttert sind? Und wenigstens zwei, drei weitere dieser Art sind angedacht. Wehe, dieser Sommer lässt mich im Stich. Wenn ich weiter soviele Süßwaren in mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz offenbar erwarte ich einen Sommer mit hohen Temperaturen, wie sonst ließe es sich erklären, dass ich in den letzten Wochen fünf ärmellose Kleider genäht habe, von denen nur zwei gefüttert sind? Und wenigstens zwei, drei weitere dieser Art sind angedacht. Wehe, dieser Sommer lässt mich im Stich. Wenn ich weiter soviele Süßwaren in mich futtere, dann passt im nächsten Sommer wieder nichts mehr und die ganze schöne Arbeit wäre umsonst. Am besten also, der Sommer 2012 wir warm und sonnig. Noch besser, ich lerne mich etwas mehr zu kontrollieren. Gute Idee!</p>
<p>Das erste Kleid war grau und zeitgleich begann ich ein Kleid mit gleichem Oberteil, aber engem Rock. Letzteres scheiterte gnadenlos. Ich wollte einen nach unten zulaufenden Tulpenrock mit verdecktem hinterem Schlitz konstruieren. Das habe ich geschafft. An meiner Puppe sah das auch gut aus. An mir nicht. Weiche Bundfalten, die an der Taille sitzen wo sonst die Abnäher sind — geht gar nicht. Egal, wie weit der Rock an der Hüfte ist: diese Falten springen sofort auf wie das Maul eines Löwen, der kraftvoll zubeißen wird. DAS macht wirklich Schmachthüften. Aber ich hatte noch genügend Stoff, um den Rock erneut zu zu schneiden. Hurra! Allerdings hatte ich keine Lust mehr dazu, keine Nerven, keine Geduld. Alle zehn Tag probierte ich das Kleid an und dachte: doch, doch, das lohnt sich und das Oberteil ist so schön gefüttert — komm, beende es. Aber Dinge beenden, wenn sie länger als einen Tag herum lagen — warum nur ist das eine so mühselige Angelegenheit, so lästig, so langweilig, so … so … ach, ich weiß es auch nicht. Ich versuche mir zu sagen, dass es doch ein schnelles Erfolgserlebnis beinhaltet: nur ein kleiner Saum, nur drei Knöpfe, nur schnell eine Mittelnaht — was auch immer, gleich hast du ein schönes, neues Kleidungsstück. Ich glaube es mir einfach nicht.</p>
<p>ABER: ich habe mich doch noch aufgerafft und den schmalen Siebenbahnenrock dazu verwendet — keine Markierungen aufmalen, keinen Schlitz nähen und dabei genug Bewegungsfreiheit. Und es ging relativ schnell …</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5292.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4936" title="DSCN5292" src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5292.jpg" alt="" width="450" height="700" /></a></p>
<p> </p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5295.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4937" title="DSCN5295" src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5295.jpg" alt="" width="450" height="700" /></a></p>
<p> </p>
<p>Von Blütenrosa geht es zu kräftigem Himbeerrot:</p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5290.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4934" title="DSCN5290" src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5290.jpg" alt="" width="450" height="700" /></a></p>
<p> </p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5288.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4933" title="DSCN5288" src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5288.jpg" alt="" width="450" height="700" /></a></p>
<p> </p>
<p><a href="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5291.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-4935" title="DSCN5291" src="http://www.michou-loves-vintage.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/DSCN5291.jpg" alt="" width="450" height="700" /></a></p>
<p>Der Schnitt ist noch nicht perfekt und mit dieser Viskoserutscherei kam ich schnell an den Punkt, an dem ich nur noch fertig werden wollte — der Saum ist nicht perfekt, weit entfernt davon. Aber im Grunde stört mich all das nicht und ich werde den Schnitt noch einmal verwenden: ich werde die Wickelung einen Zentimeter weiter verschieben und aus dem Ausschnitt noch einen halben Zentimeter heraus nehmen. Ich hatte dort etwas ängstlich hantiert und letztendlich zu wenig entfernt — aber während ich das hier schreibe, merke ich: das versteht kein Mensch außer denen, die ihre Schnitt auch selbst machen … aber egal, egal: das Kleid ist in einem sehr schönen bläulichem Rot und es trägt sich auch gut. Nur beim Sitzen klafft der Ausschnitt etwas, was der Gatte als unwesentlich und nicht störend abtat. Ich habe aber den Eindruck, dass er das aus sträflichstem Eigennutz behauptet haben mag.</p>
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