Die nackte Wahrheit zugedeckt

In diesen Tagen schwanke ich zwischen zweierlei: Ich will die Welt verbessern. Oder sie ignorieren. Vielleicht sollte ich weniger schwanken in Gedanken, sondern nach dem Lustprinzip handeln. Und so ist mir heute, nach wilden, apokalyptischen Träumen, nach Spiel und Tändelei zumute.
Was passt da besser, als die neue Blogserie von Julia (die meine momentane Verwirrtheit übrigens leidvoll erfahren musste) von cut and baste? Immerhin lässt sich die Welt mit Schminke zumindest optisch auffrischen …

 

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Ich bin ja keine Anhängerin massiver Veränderung durch Make up – je älter ich werde, umso weniger geht es mir um Verbesserungen meiner Imperfektionen, sondern um Vermeidung der „Bist du krank? Siehst du schlecht aus! Zu wenig geschlafen? Ist was passiert?“-Attacken, wenn ich aussehe, wie ich nun mal aussehe heutzutage: pigmentfleckig, augenschattig, schlupflidrig, bindegewebsweich und ab übermorgen 48 Jahre alt. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mir ohne etwas Make up fremd bin, gehört für mich Make up zur Kleidung dazu. Andersherum ginge ich auch niemals geschminkt in Sauna oder Schwimmbad.

Bei mir geht es für alltags relativ flott: Reinigen, Pflegen, Grundierung, Abdeckcreme, Konturenstift für Auge und Lippen, Puder, Rouge, Schimmer, Mascara. Wenn ich mich dabei nicht knipse, dann braucht das etwa 11 Minuten. Vertretbar, finde ich – das sind nämlich 11 Minuten, die ganz alleine mir gehören und mir zugute kommen. Aber bevor ich jetzt zu sehr in meine Berufsphilosophie abgleite (das ist dann nicht mehr Spiel und Tändelei), ende ich mit meinen ganz persönlichen Kurztipps für ein natürlich-angezogenes Make up:

  • Harte Konturen vermeiden – schwarzer Eyeliner sieht nur bei sehr wenigen und sehr jungen Frauen gut aus.
  • In einer Farbfamilie bleiben – Rouge in apricot zu Lippen in altrosé, rotgefärbte Haare zu schwarz getuschten Augen sehen künstlich, angemalt und nicht gekonnt aus.
  • Wenn Farbe auf Lippen und Augen kommt, dann auch Grundierung auf die Haut, ansonsten sieht die Haut unruhiger aus, als sie ist.
  • Weniger ist immer mehr.

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6 Kommentare

  1. Ach wie toll – wenn du dich dazu gesellst, da fühle ich mich gleich weniger nackt! 🙂

    Bin mir auch gerade nicht sicher, ob deine kurzen, knappen Tipps nicht völlig ausreichen würden…

    Bevor es bei mir mit Farbe weitergeht, würde ich auch erst mal was zum Thema Farbwahl schreiben und mich da bei dir hemmungslos bedienen und deine Artikel auf die Quintessenz reduzieren, wenn ich darf?! Das hat mir früher immer am meisten Probleme gemacht und mich wunderte es, dass danach niemand fragte…

    lieben Gruß und einen schönen Abend
    Julia

    • Ich will dich nicht entmutigen, aber meine Artikel dazu sind schon die Quintessenz 😀

      • Stimmt, du hast recht. Sie sind die absolute Quintessenz. Und ich als eigentlich überzeugter Sommer sitze da und beäuge kritisch meinen Haaransatz und die braun-grünen Augen und kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass eine archetypische Sommer-Mutter und ein archetypischer Winter-Vater einen warmen Sprößling produzieren können. Aber warme Make-Up-Farben stehen mir doch auch! Alles nicht so einfach, also lasse ich da die Finger davon. Am Wochenende kommt erst mal die furchtbare Haarfarbe weg und ich bete inständig, dass die meine aschige Naturfarbe halbwegs hinkriegen. Ich hatte so schöne Haare – wie konnte ich nur so blöd sein?

        • Ah, das ist ein Problem des Make ups: wenn du die Farben harmonisch wählst, dann passt alles zueinander und es ist gar nicht mehr so leicht zu sehen, ob du darunter noch stimmig bist. Wie soll ich das erklären?
          Als ich 19,20 war, hatte ich eine Phase, in der ich alles zurückhaltend und schlicht haben wollte (Ende der 80er vielleicht kein Wunder!) und trug sehr viel sand und beige und apricot und gold. Und jeder meinte immer, wie gut das zu meinen grünen Augen passe und welch vornehme Erscheinung ich doch wäre. Dass ich dabei schon sehr zurückgenommen aussah und sehr zart und sehr blass – ja, ich nahm halt an, dass ich nun einmal so aussähe … es war alles harmonisch, nichts schrie laut, dass das mir nicht stünde, aber es war halt doch nicht richtig.

  2. Ich wurde gerne der Welt eine solche Kur/Anstrich verpassen – geht das? (hier konnte ich in fast völler Länge Deinen FB Post vom 14.01 zitieren, ich will hoffen dass nach dem verkorkstem Start 2016 nur besser werden kann, finde aber meine Rosabrille nicht… Blackstar zu hören hilft nicht gerade … ).

    Liebe Grüße nach Bonn.
    Joanna

    • 😀 Irgendwie war ich mir ganz früher fast ganz sicher, dass ich die Welt schöner machen würde, wenn ich einige Frauen mit sich selbst versöhnen kann – irgendwie reichte es dann doch nicht so ganz …

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