Wunderbarer Kleiderschrank: die Hauptperson

Heute geht es um dich. Die Besitzerin des Schrankes, die Trägerin der Garderobe, die kaufende, nähende, sammelnde Frau. Ich schrieb es bereits: mir fehlt in den meisten Artikeln zum Thema das wirklich wichtige – die angesprochene Person. Also ich. Oder du. Dein Charakter, deine Persönlichkeit spielen eine eben so große Rolle wie dein Beruf oder dein Budget. Beim Lesen hatte ich oft das vage Gefühl, all die Tipps der lifestylebloggenden Modemädchen und der Magazinredakteurinnen richten sich an die gleiche Frau. Als ob die Schreiberin sich nur einen Typ Frau vorstellen kann, der diese Zeitschrift, diesen Blog liest. Eine Frau übrigens, die mir noch nie begegnet ist:

what to wear

Offenbar verdient sie ihre eigenes Geld und davon ausreichend, besitzt ein Zimmer nur für ihre Kleidung, besucht monatlich wenigstens eine abendliche Veranstaltung in großer Robe, hat am Wochenende unglaublich viel vor, packt ihre Reisetasche mehrfach im Jahr für Städtereisen und Badeurlaube und hat zwar keine Zeit am Morgen, weshalb sie vor dem Kleiderschrank verzweifelt, aber Zeit genug, um über Tage hinweg ihren Schrank auszuräumen, über jedes Teil zu philosophieren und es zu analysieren, Listen der must haves anzufertigen und alles zu streichen, was sie keinesfalls tragen sollte. Und trotz ihrer kosmopolitischen Umtriebigkeit und ihrem Organisationstalent ist sie doch so von Selbstzweifeln und Unsicherheiten geplagt, dass sie sich sagen lässt, was sie in den nächsten Wochen zu kaufen hat. Im Zweifelsfall wird sie nun einen capsule wardrobe im French Chic bestücken, der nicht vollständig ist ohne das kleine Schwarze, einem Trenchcoat, der perfekt sitzenden Jeans, der weißen Hemdbluse und einer dunkelblauen Anzughose. Achja, auch ein gestreiftes T-Shirt gehört dazu und für ein Hermès-Tuch, das so vielseitig kombinierbar ist und ihre Klasse und Individualität verrät, spart sie ab sofort ebenfalls.

Wieder möchte ich einwerfen: versteht mich nicht falsch, das sind fantastische Kleidungsstücke, die nicht ohne Grund immer wieder genannt werden. Es schadet überhaupt nicht, sie zu besitzen und zu tragen. Aber sagen sie etwas über dich aus? Stellen sie dich in den Vordergrund oder spielt der teure Mantel die Hauptrolle? Wobei wir da schon bei der ersten Selbstbetrachtung sind: willst du gesehen werden? Oder möchtest du dich gerne ein wenig hinter einer Uniform verstecken? Beides ist möglich, beides berechtigt und in Ordnung. Ob du introvertiert und schüchtern bist oder explosiv und theatralisch oder alles, was zwischen diesen Polen liegt – deine Kleidung sollte dir geben, was du brauchst. Verblüffenderweise wird das die für alle gleiche Garderobe nicht schaffen können. Wer hätte das vermutet? Dass Frauen so unterschiedlich sind, das konnte ja niemand erwarten!
Und was besseres könnte ich nun tun, als zwei Kommentare zu zitieren. Lottie beispielsweise könnten wir mit dem Zwang zum Minikleiderschrank und Stilvorschriften bestrafen :

Ich habe einen sehr überreich gefüllten Kleiderschrank und liebe es. Nie habe ich nix anzuziehen, oft überlege ich schon beim Heimweg am Abend vorher, was ich anziehen könnte und das macht mich wirklich sehr zufrieden. Schliesslich habe ich sehr vielseitige Interessen und es muss für Sport, Wandern, Schicksein, Bequemsein, Alpleben im Tessin etc. alles dabei sein.

Joanna träumt ganz anders:

Ich finde die moduläre Garderobe sehr reizend – weil ich ja so unglaublich faul bin (mit etwas Wohlwollen kann man das „ergebnisorientiert“ nennen). Ein Traum wäre wahllos in den Schrank zu greifen und alle Sachen passen zusammen und sehen gut aus (und müssen nicht gebügelt werden).

Ihr seht, schon jetzt haben wir zwei ganz unterschiedliche Auffassungen und Ideen. Aber noch immer nur eine einzig wahre Art, den Kleiderschrank aufzuräumen und zu bestücken. Was tun?

So sehr ich mich ansonsten gegen Kästchen wehre und bislang nur für die Farbfamilien eine Ausnahme machte, so streue ich nun Asche auf mein Haupt und baue Kästchen. Ganz unterschiedliche. Weil wir als Leserin der Frauenmagazine und Lifestyleblogs (selbst wenn wir sie nicht ernsthaft lesen …) bislang in einer einzigen Box feststeckten: unmündige Leserinnen, die nach dem großen Umstyling alle gut, aber auch alle etwas gleich aussehen. Wodurch wir noch leichter in die eine vorhandene Schublade passen. Sicherlich bekomme ich nun auch nicht alle Kästchen passend gezimmert und da fehlen sicherlich noch Döschen für manche. Aber ich bin ja auch nicht zum Vordenken hier, sondern zum Anregen. Im besten Falle. Und ehrlich gesagt, mir ist gerade ein wenig schwindlig, weil ich mir vielleicht zu viel vorgenommen habe.

 

Alle

 

Nun gut, ich mache es mir so leicht und übersichtlich wie möglich und gehe davon aus, dass ihr selbst mit ein wenig Nachdenken am Besten wisst, was ihr wollt und braucht. Wie bei der Farbberatung auch sehe ich zwei mal zwei Gruppen. Dort sind es warm und kühl, leuchtend und gedämpft und daraus ergeben sich vier Kombinationen. Bei den Kleiderschrankbesitzerinnen, die ich kenne, ist das ganz ähnlich und ähnlich wie bei der Farbberatung gibt es innerhalb der Gruppierungen viele Varianten.

Bei der Schranktypologie unterteile ich einmal nach Persönlichkeit der Hauptperson und einmal nach Menge des Schrankinhaltes. So gibt es die Introvertierten, die Zurückhaltenden und die Extrovertierten, die Bunten; und es ist ein guter Zeitpunkt darauf hinzuweisen, dass das keinerlei Wertung enthalten soll. Der Kleiderschrank selbst mag eher spartanisch sein oder zur Überfülle neigen – und beides aus den unterschiedlichsten Gründen. Ich versuche mich mal an den Beschreibungen meiner vier Haupttypen.


modespaß

Selbstbewußt die Frau, voll der Schrank

In deinem Kleiderschrank findet sich alles und davon viel: es gibt einfarbiges, gemustertes, leuchtendes, dezentes. Es gibt Kleider für den Hippie in dir, für die Rockröhre, für die strebsame Karriererau, das Spielkind. Es gibt etwas für morgens, mittags und nachts. Es gibt sündteures und sehr günstiges, vererbtes, gekauftes, selbstgeschneidertes. Jede Größe, die du einmal hattest, ist vorhanden; Kleidung aus all deinen Lebensjahrzehnten und aus denen davor. Kurz: alles, was dir gefällt und gefiel, ist irgendwo zu finden; dein Kleiderschrank ist dein Archiv. Denn du bist eine Sammlerin, eine Stilwandlerin, eine Kostümspielerin. Kleidung hat für dich mit Laune, Anlass und Tagesform zu tun. Und das soll auch so bleiben.

Das Problem könnte sein: nicht nur der fehlende Platz, sondern mit den Jahren auch die fehlende Übersicht. Es wird immer schwieriger, wirklich passende Kombinationen zusammen zu stellen und so kann es dir geschehen, dass du trotz der großen Auswahl nur noch in den selben zehn Kleidungsstücken zu sehen bist. Dann ist es an der Zeit, die Garderobe zumindest neu zu sortieren und von den Stücken zu befreien, die dich behindern. Welche das bei dir sein können, dazu kommen wir beim nächsten Mal. Was du dir keinesfalls nehmen lassen solltest, das ist der Spaß an der Mode und das Selbstbewußtsein, auch ungewöhnliche Zusammenstellungen zu tragen – wenn du eher der Exzentrik zuneigst.

Es kann aber auch sein, dass dein Kleiderschrank sehr voll, aber nicht vielfältig ist, was Stile und/oder Farben anbelangt. Weil du trotz reichhaltiger Auswahl eine Puristin bist; eine, die viel Wert auf Harmonie in der Erscheinung legt: dann weißt du die feinen Unterschiede deiner drei dunkelblauen Hosenanzüge zu schätzen und solltest dir auch nichts anderes einreden lassen, wie oft du auch lesen magst, dass kein Mensch so viel des Gleichen bräuchte. Auch für deinen Schrank greifen die üblichen Ausmisttricks nicht.


ordnung

Selbstsicher die Frau, ausreichend gefüllt der Schrank

Dein Kleiderschrank kann jederzeit inspiziert und abfotografiert werden: er ist makellos. Für alle Gelegenheiten bestückt, wohlgeordnet, einladend. Und das ohne große Mühe. Ein oder zweimal im Jahr sortierst du um, sortierst aus, sortierst ein. Farblich passt alles zusammen, stilistisch alles zu dir – und das können mehrere Richtungen sein oder eine einzige. Du bist die Perfektionistin unter den Kleiderschrankhalterinnen, die Stilsichere, die Souveräne.

Das bedeutet nicht, dass bei dir nur die must haves hängen oder alles auf den großen Auftritt ausgerichtet ist. Auch du warst schon und kommst auch wieder an den Punkt, an dem alles anders werden muss, an dem dir nichts mehr gefällt, an dem du dich verändert hast. Aber so ist das Leben und das wird nur selten etwas an einem Fakt ändern: dir ist dein Äußeres, deine Kleidung so wichtig, dass du dich kümmerst, aber das so selbstverständlich, dass dir gedanklich der Raum und zeitlich der Platz bleibt, dich um die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu kümmern. Ob du dich ehrenamtlich engagierst, mit den Kindern auf dem Spielplatz bist oder deine berufliche Zukunft vorantreibst – all das geht im gepflegten Habitus ebenso gut wie in Jeans und T-Shirt.

Die Gefahr liegt auf der Hand: du fährst dich schon mal fest, findest es nicht leicht, zwischen verschiedenen Stilen zu wechseln und die äußere (scheinbare) Perfektion (die du ganz anders wahrnimmst) kann auf andere schon mal arrogant oder snobistisch wirken. Ein bißchen mehr Lässigkeit schadet sicherlich nicht und dein übersichtlicher Kleiderschrank kann eher vom Addieren als vom Subtrahieren profitieren.


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Unsicher die Frau, leer der Schrank

Der Grat zwischen modulärem Kleiderschrank und trister Langeweile ist fließend. Manche deiner Kombinationen lassen dich wunderbar schlicht und edel wirken, die meisten aber tun das nicht. Du findest deine Kleidung langweilig, du findest dich langweilig und eigentlich gibt es im Leben viel wichtigeres als diese Äußerlichkeiten. Da hast du recht. Aber eigentlich ist fast alles wichtiger als Spaß an Nichtigkeiten zu haben. Vor allem, wenn diese Nichtigkeiten, ob du es willst oder nicht, anderen ein Bild von dir vermitteln. Von dir als der Gleichgültigen …

Die immer gleiche Jeans, die ausgewaschene Bluse, der Pulli, der pillt – sie zeigen nicht nur, dass dir die Kleidung egal ist, sie behaupten auch, dass du dir egal bist. Dazu noch das Beige, das Braun, das Grau, die zu weiten oder zu engen Schnitte – das ist ein wenig traurig. Von Zeit zu Zeit wolltest du das ändern und gerietst an eine Verkäuferin, die es mit der Beratung nicht wohlmeinte und so hängen noch einige wild gemusterte Shirts und ein paar Leinenkleider in orange und giftgrün im Schrank. Wenn ich das so schreibe, dann denke ich, dass es nicht viele sind, die sich hier wieder erkennen, aber wenn doch: rede dir nicht immer ein, dass du mit all dem Modezeugs nichts anfangen könntest, dass du kein Händchen hättest oder sowieso nicht hübsch genug seiest, um dich mit Freude und Liebe einzukleiden. Das ist Blödsinn. Trau dich einmal raus aus deinem Schneckenhaus. Wühle dich durch pinterest, kaufe dir zwei Stapel oberflächlicher Zeitschriften, schaue dir alles an und kreuze auf jeder Seite etwas an, was du tragen würdest, wenn du müsstest. Spiel mal wieder. Und dann schnapp dir die Freundin, die dir schon immer in den Ohren liegt, dass du etwas ändern müsstest und kauf ein. Leg dir einen Nähplan zurecht, was du endlich einmal haben willst. Versteckt wird nicht mehr!

Und während ich mich um das unsichere Mäuschen kümmerte, saß die andere, die sich gerne versteckt, die Sicherheitssuchende, in ihrer Ecke und gratulierte sich schon zu ihrer erfolgreichen Unsichtbarkeit. Zu früh gefreut. Es gibt auch Kleiderschränke, die erst einmal ganz gut aussehen, minimalistisch eben und von guter Qualität. Sauber, geordnet, gepflegt. Und so ist auch die Halterin dieser Garderobe. Wahrscheinlich hängen in ihrem Schrank das kleine Schwarze, der Trench, die edle Jeans für die erwachsene Frau, das unverzichtbare Jacket und die weiße Bluse. Dazu kommen Schuhe, in denen sie gut laufen kann, Handtaschen, in denen nicht gewühlt werden muss, Seidentücher, die „aufpeppen“ und Perlen, von der Großmutter geerbt. Und immer schon wird sie wahrgenommen – wenn sie wahrgenommen wird! – als zurückhaltend, zuverlässig, gut gekleidet und etwas ältlich.
Deine Uniform soll dir Schutz geben, aber sie soll dich nicht unsichtbar machen. Es ist ok, sich „sicher“ zu kleiden und die eigene Persönlichkeit nicht nach außen tragen zu wollen; es ist nichts verkehrt daran, ruhig, introvertiert und zurückhaltend zu sein. Aber wenn andere nicht erahnen können, dass eine witzige oder neugierige Frau, eine mit entschiedenen Meinungen oder verrückten Thesen hinter der Fassade steckt, dann wird sie all das mit der Zeit auch immer weniger sein – einfach dadurch, dass man sie als Einrichtungsgegenstand behandelt.


chaos

Nicht selbstbewußt genug die Frau, berstend der Schrank

Kleider, wohin das Auge auch schaut. Es ist bunt, es ist laut, es ist wild. Ob im Schrank oder an dir. Und im ersten Moment möchte man meinen, du seist eine hyperexzentrische Modemutige, eine Sammlerin ersten Ranges. Aber schaut man sich deinen Kleiderschrank genauer an, dann stellt man fest: es sind vor allem Klamotten, nicht Kleidungsstücke, die lieblos auf Drahtbügeln hängen oder in die Ecken gestopft sind. Es gibt kaum zwei Teile, die wirklich zueinander passen und wenn man ehrlich ist, dann kann man sich an dein Outfit erinnern, wäre aber in Verlegenheit, müsse man dein Gesicht beschreiben. Denn du hast dich entweder bewußt hinter all dem Farben-Formen-Wirrwarr versteckt oder du bist eine Chaotin ersten Ranges, der ihre Garderobe wahrhaftig über den Kopf gewachsen ist.

Wenn du dich nicht verlieren willst, dann musst du deinem Schrank zeigen, wer die Herrin im Hause ist. Und am besten bittest auch du eine Freundin zu Hilfe, die unerbittlich aussortiert, dich aber nicht umkrempeln will. Vielleicht bist du die Exzentrikerin, die eben doch ein paar Regeln braucht, um aus seltsam besonders zu machen. Vielleicht bist die Frau mit dem gewissen Etwas, die aus den Schichten heraus geschält werden muss. Oder du hast dir noch nie Gedanken darüber gemacht, wer du bist und was du der Welt von dir zeigen willst. Auf jeden Fall dürftest du von allen am ungläubigsten vor deinem Schrank stehen, nachdem alles daraus entfernt worden ist, was dir zu groß ist, was nicht mehr zu reparieren ist, was schäbig ist oder dir schlicht überhaupt nicht steht.Es dürfte nun sehr, sehr leer sein …

Von allen Kleiderschrankhalterinnen hast du die größte Aufgabe, aber auch die schönste Wandlung vor dir. Dir würde ich empfehlen, eine Farbberatung zu machen, denn du wirst immer den Hang haben, ein von anderes ungeliebtes Kleidungsstück zu retten, ein mißlungenes Nähstück aufzubewahren und einem Schnäppchen nicht widerstehen zu können. Wenn du dabei innerhalb eines Farbbereiches bleibst, passt immerhin alles zusammen und nicht jedes Kleidungsstück zieht bei dir ein.


Ich fühle mich jetzt etwas erschlagen und wer mitgelesen hat, wahrscheinlich auch. Aber wir sind noch nicht ganz durch für heute.

Natürlich gibt es unendlich viele Frauen, die sich nicht ganz und gar in den überspitzt dargestellten Typen wiederfinden. Aber vielleicht reichen diese vier Unterteilungen schon aus, um Gedanken anzuregen, die sich um DICH ganz alleine drehen. Und es geht noch immer nicht ums Körperliche oder um den passenden Stil. Sondern alleine darum, dass der EINE perfekte Kleiderschrank für ALLE gar nicht existiert. Erinnert ihr euch an den Film Monsters inc.? In dem die Monster des Nachts Kinder erschrecken, um aus deren Angstschrei Energie zu gewinnen? Sie treten durch die Kinderzimmertüren ein, die alle unterschiedlich aussehen. Manche sind bunt, andere neutral, einige verziert, die meisten schmucklos. Aber keine ist wie die andere. So stelle ich mir eure Schränke auch vor. Es sind alles Schränke, jeder gehört zu einer der vier Typen und keiner ist gleich.

Und als letztes für heute (endlich!): es kann durchaus sein, dass die Perfektionistin momentan noch den Schrank der Gleichgültigen hat oder dass unter der Sammlerin eine Minimalst-Puristin verborgen liegt, oder oder oder. Ich bin gespannt.

Na vor allem bin ich jetzt todmüde und hungrig, so lange habe ich noch nie an einem Beitrag gesessen, dessen Nutzen dazu höchst ungewiß ist.

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24 Kommentare

  1. so, jetzt habe ich Futter für’s Gehirn und was zum Nachdenken. Interessant was Du so schreibst und wie Du die Schränke siehst – durch die Inhaberinnen.
    Bin gespannt auch auf die Kommentare.
    (wo ich mich einordne weiß ich schon, auch wenn es mir nicht gefällt 😉 )

    • Ach beste Liebste, als ob du Gedankenfutter bräuchtest. Und was dir und deinem Schrank fehlt, ist nichts weiter als ein bißchen mehr Mut und mehr Begeisterung für dein eigenes Spiegelbild 🙂

  2. Danke für diese tolle Serie! Ich mag deinen Schreibstil sehr und freue mich über fie vielen in Gang gebrachten Gedanken durch das Lesen deines Blogs. Danke!
    Viele Grüße,
    Franziska

  3. Nachdem die beiden vorangegangenen Texte mich schon anregten, musste ich diesen einfach kommentieren. Da dies sehr ausführlich sein musste, hoffe ich, dass es ok ist, dass ich das auf meinem Blog gemacht habe? Ich hatte ihn gerade erst wiederbelebt, um für mich zu genau diesem Thema eine Plattform zu haben: http://wp.me/pVJjC-6V
    Liebe Grüße
    Julia

    • Aber natürlich, die Gedanken sind frei und was immer dich anregt, das sollst du nutzen dürfen. Da gehe ich gleich einmal schauen, bevor ich mich verdientermaßen in die Sauna lege.

  4. ich denke, deine gewählte anzahl der typen ist gut passend. weniger dürften es nicht sein, weil dann wäre es eine zu starke polarisierung …. aber ich hatte beim lesen spontan sowas wie einen kompass vor augen – wichtig waren die himmelsrichtungen und das herauskristallisieren des nordsterns für mich;-)))…. und selbst wenn es gegenwind gäbe, käme ich mit leichtem aufkreuzen gegen den wind voran (also irgendwie ein ausloten der route nach links und rechts…. aber immer das ziel vor augen….)….ggg

  5. Ich bin die mit den Jeans und dem Pill -Pulli.
    Aber so schreib ich das Schön in meinem untergegangenen Kommentar. Mode ist was für Schlanke, ich bin lieber schlau..
    So war das , schmerzhaft erkannt in den letzten Wochen.Mein Kleiderschrank war meistens leer, es gab eh nichts….und als ich anfing zum nähen, nähte ich oft nach diesen Sinnlosen Moderegeln. Tompetenärmel an Tunikas, Halsferne Ausschnitte, und ordentlich Busen raus, und Ketten,viele Ketten, die strecken nämlich. ..und schwarz viel schwarz.
    Genäht habe ich dann bunt, aber es selten getragen.
    Jetzt , momentan erweitert sich meine Sichtweise auf Kleidung sehr. Scheine ich jetzt erst ausdrücken zu können wie ich mich so selbst sehe. Plötzlich finde ich blau eine sehr attraktive Farbe, muss nicht mehr so herausstechen ( war es früher doch egal, stach ja eh heraus. ..) bin gedämpfter in meiner Farbwahl. Könnte wenn ich wollte, einiges kaufen, aber merke, dieses wirre durcheinander bloss weil es passt möchte ich nicht mehr im Kleiderschrank. Das bin ich nicht mehr. Werde schnittsicherer, liegt aber sicherlich auch an meinem „Nähalter „. Sehr spannend dieser Zustand.
    Und sehr spannend deine Artikel !!!
    Liebe Grüße Stella

    • Und wieder so viel kluges in einem Kommentar, auf das ich noch gar nicht eingehen will – in den letzten Tagen sitze ich bei JEDEM Kommentar auf meinen Fingern und verkneife mir das Antworten … oh, Pein!

  6. Was für eine Fleißarbeit – Chapeau!

    Ich finde mich in einer Art Zwischenreich wieder. Laune, Anlass und Tagesform – unbedingt! Auch findet sich in meinem Schrank nicht mehr EIN Stück, das mir nicht passt, nicht gefällt oder gar abgetragen ist (wenn man von dem T-Shirt absieht, das ich immer zum Haarefärben anziehe. Grins.) – nicht einmal in den Dessous und der Lingerie. Darauf bin ich ausgesprochen stolz, denn es war nicht immer so.

    Je länger ich darüber nachdenke, desto eher habe ich das Gefühl, sowohl mit mir als auch mit meinem Kleiderschrank sei alles in Ordnung. Womit mir dein Text durchaus weitergeholfen hat – Vielmehr fehlt es mir an Anlässen. 🙂 In meinem heißgeliebten Damenanzug vor meinem Schreibtisch im Home Office zu sitzen, mutet recht albern an, vom Theatersakko mit Satinrevers ganz zu schweigen.

    Hat vielleicht jemand passende Einladungen für mich zum kleinen Roten mit passendem Gehrock, dem Damenanzug, dem bodenlangen schwarzen Samtkleid plus passender Samtjacke? 🙂 🙂

  7. Als allererstes: Tolle Grafiken, die Mühe hat sich wirklich gelohnt!
    Weniger Text hätte es auch gar nicht sein dürfen, sonst findet man sich ja doch nirgends wieder. Und ich habe es sehr gern gelesen und fühle mich bei dir endlich mal gut aufgehoben was meinen fabelhaft wunderbaren Kleiderschrank angeht.
    Bei mir hängen, nach vielen Etappen des Aussortierens der Dinge die schlichtweg nicht zu mir passen, hauptsächlich Basic-Teile, die sich schon alle miteinander kombinieren lassen aber irgendwie fehlt doch der gewisse Hingucker. Aber beim Einkaufen komme ich doch immer wieder bei den gleichen Dingen an. Ich freue mich schon auf die weiteren Teile!

  8. Ein wirklich gut durchdachter Text, das Lesen war wie immer ein Vergnügen.
    Aber ich kann dein *sich auf die Finger setzen* verstehen. In den Kommentaren steckt soviel Potenzial.

    Mein Kleiderschrank befindet sich gerade noch in der Umstrukturierung. Es gibt immer weniger Einzelteile, sondern mehr Kombinationswunder. Ein Teil, mit dem sich mindestens 5 verschiedene Outfits zusammen stellen lassen. Wenn mir jemand 8 Wochen Zeit schenken würde, wäre ein guter Teil meines Stoffvorrates vernäht, der Schrank voll und ich sehr zufrieden und immer gut gekleidet 😉
    Nach der Unsicherheit der Jugend (viel grau und schwarz um bloß nicht aufzufallen), der Anpassung an neue Klimabedingungen und soziales Umfeld (die knöchellangen Wollröcke passen überhaupt nicht her), den Figurveränderrungen nach den Schwangerschaften, bin ich jetzt an einem Punkt, wo ich denke, dass ich weiß, ich welche Schnitte und Farben ich mir stehen und was noch wichtiger ist, in denen ich mich wohl fühle 😉
    Bleistiftröcke zum Beispiel gehen entgegen aller Ratschläge überhaupt nicht, schmale Kleider hingegen schon. Das war für mich eine ziemliche Überraschung.

    Auf jeden Fall bin ich wirklich gespannt, wie es hier weiter geht, deine letzte Serie hatte ja auch nachhaltigen Einfluss auf mein Kaufverhalten 🙂

    Liebe Grüße
    Lucia

  9. Herzlichen Dank für deine Zeit, die du dir für diese Reihe nimmst. Deine Artikel sind echte Schätze – ich merke bei dieser Serie gerade, ich kann gar nicht umhin, mir Gedanken um meinen Kleiderschrank, meinen Stil zu machen. Und das auch noch gern (davon zeugt dieser Kommentar – ich gehöre sonst nämlich zu den Nur-Leserinnen).
    Ich bin nicht sicher, wo ich mich einsortieren soll. Vielleicht kommt das noch, vielleicht ist es auch nicht entscheidend. Nur ein paar Gedanken, die mir so beim Vergleich mit den Typen so gekommen sind. Mir ist relativ egal, ob etwas gerade in ist, oder wie Modeprofis meinen Kleidungsstil einordnen würden. In meinem privaten und beruflichen Kontext habe ich kaum Kontakt mit ihnen. Aber ich merke, es gibt „Ästhetiken“ (?) / Stilrichtungen, die mir gefallen und zwar schon über mehrere Jahre hinweg. Es freut mich sehr, wenn ich merke: das bin ich, da muss ich keine Entscheidung mehr treffen. Ich mag zum Beispiel Schuhe im Budapester Stil und habe mir in den vergangenen Jahren drei unterschiedliche Paare zugelegt. Die sind so solide, die werden noch viele Jahre halten und ich finde mich mit denen gut angezogen.
    Ich freue mich, zwei gute Second Hand-Läden in der Nähe zu haben und bei allen Ausflügen in andere Städte besuche ich ebenfalls gerne Second Hand-Läden. Die begrenzte Auswahl bei gleichzeitig maximaler Verschiedenheit der dort vorhandenen Stücke ist sehr bereichernd und ich finde es leichter, dort etwas zu finden (oder auch nicht und dann in zwei, drei Wochen noch mal wiederzukommen), als in großen Kaufhäusern. Es kann dann in der Tat tricky sein, sehr unterschiedliche Dinge, die mir aber als Einzelstück super gefallen, zu kombinieren…
    Spannend finde ich die Frage, in welchem Verhältnis Selbstbewusstsein und Gleichgültigkeit zueinander stehen. Ich verzichte an den meisten Tagen sehr bewusst auf MakeUp – ich finde mich ok so. Die ein oder andere denkt möglicherweise, ich sei mir gleichgültig oder meine Wirkung auf andere sei mir egal – das ist wohl auch so, aber es soll natürlich keinen Affront gegenüber meinen Mitmenschen darstellen. Was ich schwierig finde, ist es etwas schickere /schönere Jacken oder Mäntel zu finden. Da ich viel Rad fahre, auch bei nicht so tollem Wetter, muss das alles in der Tat „praktisch“ sein. Das waren mal ein paar von dir angestoßene Gedanken …
    Ich freu‘ mich auf weitere Beiträge und lese auch die Kommentare hier sehr gern.

  10. ich weiss leider, wo ich mich finde – und auch warum. Wenn alles andere wackelt, braucht man eine gewisse Stabilität und wenn es in den Klamotten ist. Wobei ich mich in „meinen“
    Ostseefarben sehr wohl fühle 😉

  11. Eiwei, du schreibst schneller, als ich mit dem Lesen und Verstehen nachkomme 😀
    Ich reihe mich todesmutig in der ersten Kategorie ein. (Grösstenteils) selbstbewusst und der Schrank platzt aus allen Nähten. Fast alles, was dring hängt passt mir und wird auch getragen, aber ich könnte mal wieder eine kleine Säuberingsaktion durchführen, ein paar Leichen finden sich immer.
    Vor ein paar Monaten hatte ich nach meinem 50ten Geburtstag eine kleine Stilkrise (an der du mit deinem eigenen Stilwechsel nicht ganz unschuldig warst 😀 ) und glaubt, ich müsse mich nun irgendwie dezenter kleiden. Das ging aber grade mal gar nicht. Ich war ein paar Wochen lang in verschiedenen Klamottenläden von billig bis sauteuer unterwegs und habe festgestellt, dass ich mti dem ganzen Zeug überhaupt nichts anfangen kann. In meiner Grösse gibt es nahezu ausschliesslich sackartige Kleidung, die die besten Teile meiner Figur einfach zuhängen und farblich wird es ab Grösse 44 aufwärts auch schwierig – sogar die Dessous gibt es fast nur in weiss und haut. Ich war nach diesen Aktionen plötzlich so unsicher und richtig unglücklich. Und eines Morgens bin ich dann aufgewacht und habe mich geragt, warum ich mir eigentlich das Leben so schwer mache. Ob ich nun 49 bin oder 51, das ist doch nur eine Zahl und ich habe mit dem Vintage-Look meinen Stil gefunden, der zu mir passt und in dem ich mich wohlfühle, also bleibt das nun auch so. Lieber lästern die Nachbar in 30 Jahren über die „schrille Alte“, als dass ich in der rentnerbeigen Masse untergehe.

    • Ich wüßte auch beim besten Willen nicht, weshalb du das hättest ändern sollen? Jede Mitschuld weise ich energisch, entschieden und weit von mir 😀 für mich waren es ganz andere Gründe als das „Alter“, es waren die Begleitumstände, die sich zeigten. Und das tun sie ja bei jeder anders, wenn überhaupt.
      Aber im Grunde bist du damit doch wieder ein gutes Beispiel für einen anderen Aspekt, der bewußt in meiner Listerei keine Rolle spielt: das angeblich altersgerechte Einkleiden. Dass man sich verändert und auch anderes zeigen oder nicht mehr zeigen mag, ist ja klar – aber daraus nun auch wieder Regeln und Gesetze ableiten?? Ich stöhne und seufze nur noch vor mich hin, seitdem ich mich so intensiv damit befasse und ständig über all den Kram stolpere, der uns gebetsmühlenartig wiederholt wird und der uns doch nur helfen soll. Weil wir der Hilfe grundsätzlich bedürfen, jede einzelne von uns – ich sage es ja: stöhn!
      Wer Hilfe benötigt, soll sie erhalten, nachdem sie laut hier gerufen hat. Aber auch, wer nicht ruft und keine Hilfe will, dem wird sie zwanghaft zu Teil 😀

  12. Was für eine schöne Artikelserie über eines meiner Lieblingsthemen. In den letzten 2 Jahren habe ich fleißig Beiträge über Capsule Wardrobe und Co. gelesen und auch versucht, mir eine solche Capsule Wardrobe aufzubauen, ohne „jede Frau braucht ein kleines Schwarzes, weiße Bluse und Trenchcoat“.

    Ob ich jetzt meinen Kleiderschrank oder einen Teil davon als „Capsule Wardrobe“ bezeichne oder nicht, mir ist es wichtig, dass sich die einzelnen Kleidungsstücke kombinieren lassen.

    Daher rede ich gerne von der vernetzten Garderobe. Dabei geht es mir nicht um eine bestimmte Anzahl an Kleidungsstücken (wie es derzeit gerne propagiert wird), sondern eine für mich persönlich befriedigende Übersichtlichkeit.

    Ich habe eine Farb- und Stilberatung mitgemacht vor 2 Jahren und habe die Ergebnisse nicht als Regeln oder Einschränkung erlebt, sondern als bereichernde Ratschläge. Ich mag es, einen Rahmen zu haben, in dem ich mich bewegen kann und den ich jederzeit durchbrechen kann wenn ich das will. Zuviel Auswahl hat mich schon immer überfordert, von daher ist diese Herangehensweise genau richtig für mich.

    Ich werde hier weiter mitlesen. Vielen Dank für deine inspirierenden Artikel.

    Liebe Grüße,
    Elke

  13. Ich antworte nun stellvertretend einmal hier, nachdem ich nun seit geraumer Zeit in deiner Kleiderschrank-Reihe herumlese. Kurz gesagt: Ich bin begeistert. Richtig begeistert. Immer, wenn ich wieder einmal irgendwo über Capsule Wardrobes und Co las, dachte ich mir „Aber das hat mit mir so gar nichts zu tun.“ Ich find’s großartig, dass du nicht die Frage „Braucht jeder Kleiderschrank ein gestreiftes T-Shirt?“ in den Mittelpunkt stellst, sondern die Frage „Brauchst DU ein gestreiftes T-Shirt?“ (Hell, no!)
    Hier bleibe ich, hier gefällt es mir.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

    • Wie gut, dass ich noch hier herum sitze und das gerade sozusagen live von dir hören darf – das freut mich aber sehr, mache es dir doch bitte gemütlich. Aber richte dich darauf ein, dass ich leider immer viel zu ausführlich herumplaudere 😀

      • Und dafür, dass du die Essenz sofort begriffen und herausgestellt hast 😀

      • Ja bitte! Plaudere viel und ausführlich! Ich mag deinen Schreibstil tatsächlich fürchterlich gerne. 😀

        • Ganz gefährlich, mir derlei zu sagen – das rächt sich. Ich durfte übrigens feststellen, dass ich nicht knapper gefasst bin, wenn ich rede 🙂 Nur für den Fall, dass du mal den podcast hören magst, für den Muriel regelmäßig viel Zeit aufwendet …

          Jetzt gehe ich aber wirklich schlagen, das Alter!!!

          • … und an dem Punkt fiel mein Internet aus, sodass ich dir nun nur mit Verspätung eine gute Nacht wünschen kann – beziehungsweise vorausschauend einen guten Morgen! 🙂

            Witzigerweise habe ich in einem zweiten Tab gerade Muriels Podcast offen und finde raus, wie du so klingst, wenn du sprichst. 😀

            Viele liebe Grüße,
            Sabrina

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