Lahm, lahm, lahm …

… bin ich heute, ich komme nicht in die Gänge und so sitze ich hier nach Sport, Wäsche waschen, Sauna, Duschen und Haare waschen, Essen kochen und verspeisen immer noch im Bademantel auf dem Sofa und spiele herum – tun die Jungs oben auch und offenbar sind sie ganz froh, heute ohne Papa mal alleine sein zu dürfen … 😉 Muss ich gleich mal schauen, was da los ist.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag lief auf BBC2 eine Doku über ein vermutliches Portrait Jane Austens, die ich sehr, sehr schätze – was bitte schön NICHTS mit irgendeiner Verfilmung zu tun hat, wenn auch manche schön zu sehen sind. Ich liebe die trockenen Kommentare, die Abwesenheit seitenlanger Landschafts- oder Kleiderbeschreibungen, die spitzen Nebensätze, die Geradlinigkeit und den wunderbaren Ausdruck ihrer Schreibe. Nun besteht seit langem der Wunsch bei den Janeites weltweit mehr von ihr zu haben – eben auch Bilder. Da gibt es im Grunde nur zwei, so dachte man, die als Abbild ihrerselbst gelten durften: eine unfertige Skizze, angefertigt von der geliebten Schwester Cassandra – wobei ich nicht weiß, wie begabt diese im Portraitzeichen war – und das etwa fünfzig Jahre später daraus abgeleitete, veränderte Bild – heute hätte man es gephotoshopt… , das im Grunde keine Ähnlichkeit mit der Vorlage mehr hat und auf dem eine etwas dümmlich aussehende Person abgebildet ist. Die Cassandrazeichnung ist dieses Bild hier:

Nun tauchte also ein “neues” Bild auf – dummerweise bei einer Autorin, die soeben eine neue Biographie über JA schreibt, was das Ganze schnell zu einem Marketingcoup herab degradieren könnte, wobei andererseits argumentiert werden könne, dass sie sich immerhin gut auf dem Gebiet auskennt – das zumindest bei mir im ersten Ansehen einen erstaunlichen Wiedererkennungswert hatte. Ihre Brüder und der Vater trugen diese Nase ebenfalls im Gesicht. Auch stellte man fest, dass das Bild in der Tat aus dem angegebenen Jahr stammt und dass die Aufschrift Jane Austin keine unübliche Schreibweise für den Namen der Autorin ist; auf ihren Schecks störte sie der gleiche Schreibfehler nicht. Für mich war es durchaus im Bereich des Möglichen, dass das die Autorin ist, die ich immer und immer wieder in mein Zimmer einlade.

Auf dem Bild ist mehr zu sehen als der kleine Ausschnitt hier, aber wer von euch sich wirklich dafür interessiert, wird per google mit Leichtigkeit alles Wissenswerte ausgraben können. Ich vertreibe mir nur die Zeit, weil ich keine rechte Lust zu gar nichts habe – Mantel und Kleid liegen hinter mir und sind ein nahezu lebendiger Vorwurf an mich.
Nun gab es sowohl in der Sendung als auch und vor allem online in diversen Kommentaren heftigste Grabenkriege zwischen Ja- und Neinsagern – ist dieses Bekeife nicht die unschönste Seite des Netzes??? – und offenbar ist es so, dass man nur eines der beiden Bilder anerkennen darf. Ha, und wie immer, wenn man mir sagt: “Das ist aber so, das muss aber so!” und mir keine anständige Begründung liefern kann, weigere ich mich, mitzuspielen. Vor allem, wenn ich sonst nichts zu tun habe (äh, zu tun haben will …!)
Mich wunderte nämlich gar sehr, dass alles mögliche anständig miteinander verglichen wurde, aber nicht die beiden Bilder selbst. Alles muss man selbst machen, nicht wahr?

Schön, beide Bilder sind in der Dreiviertelansich, das sollte also nicht unmöglich sein. Als erstes habe ich das Cassandrabild beschnitten, gespiegelt, geneigt und auf etwa die gleiche Größe gebracht und da war ich schon überrascht, wie anders das Bild gleich wirkt:

Kommt es nur mir so vor oder wirkt die Nase nicht gleich viel prägnanter? Und wie gesagt: wer weiß schon, eine wie begabte Portraitistin Cassandra wirklich war Wie auch immer, auf beiden Bilder sehe ich eine schmale, lange Nase mit ausgeprägter Spitze, einen schmalen Mund, ein ausgeprägtes Kinn und schwere Lider. Auch die Gesichtsform ist ähnlich, wenn auch auf dem ersten Bild etwas runder – zwei Kilo mehr vielleicht?
Aber nun will ich es wissen: wie stark ähneln sich die beiden Bilder, wenn ich sie überander lege? Na?

Nun lassen sich ja alle möglichen Bilder morphen, aber ich kann beide noch gut erkennen und werde mir meine Autorin in Zukunft wohl so vorstellen 🙂



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