5,5 – und doch mit Spaß dran gewesen

So. Am frühen Vormittag sieht die Welt ja immer anders aus als am trüben Nachmittag. Und weil das so ist, zog ich die N°5 noch einmal über und entschied, Spaß mit ihr zu haben. Wie?

Ich habe als erstes die vordere Taillennaht getrennt, um meine Vermutung, ich dürfe hier etwas an Länge zugeben, zu testen. In der Tat rutschte der Rock mit einem erleichterten Seufzer, einem zufriedenen Grinsen ein wenig abwärts, während das Oberteil – leicht verwirrt um sich blickend – über der Taille schwebte. Ich rannte mit dem so geöffneten Kleid ein wenig hierhin und dorthin, erledigte dies und das und jenes und maß dann noch. Und stellte fest: 8 mm fehlen zum Glück. Und zwar fehlen sie sehr gleichmäßig sowohl am Oberteil als auch am Rock. Was das wieder zusammen nähen erleichterte: in einem liebevollst aufgezeichnetem Bogen steppte ich beide wieder aneinander. Noch vor dem Blick in den Spiegel fühlte ich mich wohler; die Naht lag nun an der gefühlt richtigen Stelle.

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Der Vergleich zum gestrigen Bild dürfte vielen sicher schwer fallen, denn sooo groß kann der Unterschied doch wohl nicht sein? Auch wenn ich beide nebeneinander halte, ist es mehr ein Gefühl, da ist etwas anders, als dass ich wirklich den Finger würde drauf halten können. Stehe ich aber vorm Spiegel, dann merke ich es: sah ich heute morgen noch all meine körperlichen “Defizite” verstärkt, so trägt sich dieses “Kleid” nun deutlich schmeichelhafter. Somit beschlossen und verkündet: die Vorderteile bekommen jeweils 4 mm in der VM mehr. Tadaa!

Das gleiche Spiel habe ich für den Rücken durch exerziert – was mühseliger war, denn da war ja der RV eingebaut. Also RV am Rockteil heraustrennen, Taillennaht öffnen, Rockteil mit kurzem RV versehen und gucken, laufen, bücken, sitzen und messen. Ja, etwa ein halber Zentimeter fehlte zwischen Abnäher und HM; hier allerdings nur am Oberteil. Der Rock legte sich sofort nach der Trennung glatt und fein an. Beim erneuten zusammen bauen bin ich nicht mehr sorgfältig vorgegangen und es hat sich auch ein Millimeter zuviel eingeschlichen. Aber nun fühlt sich die Taillennaht auch im Rücken richtig an und nicht mehr wie eine Fesselung.

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Was sich nun noch an Fältchen zeigt – das bin ich, ich muss es leider noch eimal sagen. Ja, das macht mich traurig, das sieht eben nicht mehr aus wie noch vor ein paar Jahren. Aber man kann nicht alles haben, dafür bin ich heute ja weise!

Von der Seite habe ich noch ein Bild und zwar bevor ich die Taillennaht hinten etwas vertieft hatte: sie schwappt recht deutlich hoch und der Rock hängt an ihr wie ein Laken an der Leine. Nun liegt er glatt an.

taillenbogen

seitedi

Ich werde diese Änderungen gleich auf den Schnitt übertragen und – sobald ich etwas Kraft und Mut geschöpft haben werden – N° 6 nähen.

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