Abgeschnitten …

… von der Außenwelt. Ich schulde, wie immer eigentlich, einige Mails und Anrufe. Doch als ich das gestern nachmittag pflichtschuldigst nach Arbeit im Studio und Arbeit im Haus erledigen wollte, stellte ich fest: Internet ist tot. Hmmm. Telefon ist auch tot. Eieieieiei. Router, Adapter oder wie immer das Mistding genannt werden mag, ist ebenfalls tot. Komplett.

Als der Gatte dann endlich abends mit seinem Handy nach Hause kam und den Kundendienst anrief, erfuhren wir, dass sich Montag (hahaha – soll ich das glauben???) der Techniker mit uns in Verbindung setzen würde, um das Gerät auszutauschen. Klingt für mich schon nach Kummer und Sorge, die wir zu erwarten haben werden: bis er sich endlich meldet, ob er dann kommen mag oder muss oder wird, ob dann das Gerät zeitnah getauscht wird, ob das neue Gerät brav sein wird etc. Ich bin da gar nicht übertrieben pessimistisch, es ist die Erfahrung die hier spricht – das hat sich schon mal 14 Tage hingezogen. Sehr ungut. Doppelt ungut, da ich ja nur Freitag und Samstag zu Arbeitstagen gemacht habe und Terminwünsche von zu Hause bearbeite. Da der Großteil meiner Gäste mich durch diesen Blog hier gefunden hat, teile ich schnell mit: ich werde jeden Tag, so nicht das Auto zusammenbricht, was auch nicht ungewöhnnlich wäre, ins Studio fahren und alles checken. Sollte es länger mit meiner Antwort dauern als sonst: es tut mir leid.

Dann war ich am letzten Sonntag ja fleißig, wenn auch nur deswegen, weil Simone und Arlett es auch immer sind. Und habe einen Achtbahnenrock genäht. Grundlage wie immer meiner Rockblock und der neu erstellte ist einfach wunderbar, denn der Sitz aller bislang daraus entwickelten Schnitte ich richtig gut – das muss ich mal sagen. Nach nun wohl vier Jahren Konstruktion ein erster großer Erfolg, yay 😀

Für die Konstrukteure unter euch: Die Abnäher vorne und hinten werden zugedreht, Vorder- und Rückenteil werden ausgeglichen, da hinten meist mehr Weite im Saum entsteht als vorne. Diesem ausgestellten Rockschnitt habe ich noch 11 cm mehr Weite durch erneutes Aufschneiden verliehen, wodurch er in seiner Saumweite einem Glockenrock (bestehend aus einem halben Kreis) sehr ähnelt, aber deutlich länger schmal an der Hüfte fällt. Um den Fall des Stoffes nicht nur auf einen Punkt zu konzentrieren (also VM, Seite oder halbe Mitte) habe ich ihn in jeweils vier Vorder- und Rückbahnen geteilt, deren Fadenlauf immer in der Mitte des Schnittes liegt – so fällt der Rock schmal und gleichmäßig gewellt. Außerdem habe ich die Taille um 2 cm erhöht, weil nichts eine breite Hüfte schmäler und geschwungener erscheinen lässt.

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Verwendet habe ich einen Leinenstoff in einem dunklen, doch intensiven Lila – nun bin ich kein Freund von Leinen und finde, das Zeug knittert und das ist nicht edel. Aber dann dachte ich: irgendwann ist Sommer und da ist es schon angenehm zu tragen und wenn die Taille eng und verstärkt sitzt und der Rest locker fällt und flattert, dann ist das Knittern sicherlich hübscher als beispielsweise an der Sitzfläche einer Hose. Und ich mag es.

Und weil ich Zeit hatte, denn der Gatte war über vier Wochen mehr oder weniger nicht im Hause, sondern unterwegs und müsste ich nun nicht in zehn Minuten wieder zu Hause sein, so würde ich euch erzählen, wo er war und was er mitbrachte und was er dann mit mir im Fernsehen betrachtete, doch das muss warten, also weil ich Zeit hatte und Lust und einen Stoff, nähte ich einen zweiten Rock nach gleichem Schnitt. Nur diesmal aus einem sehr festen dunkelgraublauen Polyesther-Crêpe:

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Stoff, wir wissen es, macht viel aus – während Lila weich und schmal fällt, hat Blau deutlich mehr Schwung und Stand. Mir gefällt beides. Und ich war auch beim Nähen mal richtig gut. Die Nahtreißverschlüsse sind ausnahmsweise mal ganz nah an perfekt.

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Ob ich das nochmal schaffe, wer weiß 😀

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11 thoughts on “Abgeschnitten …”

  • Abgeschnitten von der Umwelt ist Käse! Und auf den Techniker warten ein Glücksspiel!
    Aber – Du siehst toll aus,Liebes!
    Mach Dich nicht immer so fertig,ob Du das wieder so toll hinkriegst!!! Du wirst das schon schaffen,red Dir bitte nicht immer das Gegenteil ein!Ich finde Deine Sachen toll.
    Bei mir geht heute der Karnevalszug,fast an meinem Fenster vorbei *ätz*.
    Wie ich das hasse,boykottiere das schon seit 3 Jahren.Hab stattdessen heute einen Schlafanzug ausgeschnitten,die letzten 2 Jahre hab ich auch genäht.
    Fand ich entspannender als dieses kollektive Spaß-haben-müssen!
    Liebe Grüße,Carmen

  • Traumröcke – und sie stehen Dir einfach hervorragend! Jetzt können Frühling und Sommer kommen 🙂

    Liebe Grüße aus der karnevalsfreien Zone mit Strickzeug und Kaffee

    Maike/ eule

  • Die sind aber toll! Wirklich!

    Und dann bin ich mal gespannt ob am kommenden (morgigen) (Rosen-)montag auch wirklich ein Techniker rauskommt. Haha – in Bonn.

    Alles Gute!

    Liebe Grüße, Sabine

  • Die Röcke sind wirklich toll geworden. Und schön mal so direkt nebeneinander zu sehen, was ein Stoff am Fall verändert, danke.
    Könnte mich gar nicht für einen Favoriten entscheiden, lass es daher bleiben 🙂
    lg ette

  • Die Röcke sind toll geworden. Schön wie man im direkten Vergleich sieht welchen Unterschied der Stoff bei gleichem Schnitt macht.
    Wirst du uns den das Kleid auch noch vorführen?

    Ich habe auch noch etwas um dir den Tag zu versüßen. Zu dem Nesselmodell meinte mein Mann da kann man mal sehen was die Erfahrung einer professionellen Schneiderin ausmacht. Danke noch einmal für deine Hilfe.

    Liebe Grüße
    Arlett

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