Also, eigentlich …

… habe ich heute gar keine Zeit für euch: Heute morgen schon drei Ladungen Wäsche eingeworfen, ein Riesenkorb zum Falten, ein Kleiner zum Falten und ein weiterer zum Waschen stehen noch bereit. Zwei Etagen gesaugt, eine geputzt, Mittagessen gekocht, eingekauft, Kinder zum Kiga gebracht und abgeholt, Kommentare hier beantwortet, Haare gewaschen und geföhnt – die Zeit vergeht.

Eigentlich habe ich auch gar keine Lust, mich zu fotografieren, denn frisch gewaschene und gewellte Haare mag ich auf Bildern gar nichts sehen – diese Betonlocken sind nicht wirklich schön, aber wenn ich die nicht den ganzen Tag über brav in Ruhe lasse, fällt alles sofort wieder zusammen. Morgen darf ich dann bürsten und echter aussehen. Schiebe ich aber die Knipserei noch weiter hinaus, dann komme ich nie mehr hinterher. So habe ich denn zwischen Kinder abholen und Thaisuppe kochen schnell die Kamera aufgestellt und mich geknipst – samt Beweis meiner hausfraulichen Tätigkeit 😉 Klar, kein einziges Bild ist was geworden, die Kamera weigerte sich, zu fokussieren und von den sechs Versuchen sind fünf verschwommen. Winkel stimmt auch wieder nicht. Und die Bilder werden der Jacke auch gar nicht gerecht, bißchen hübscher ist sie schon.

Und eigentlich habe ich auch gar keine Idee, was ich dazu groß schreiben soll. Zeig ich euch also mal die Bilder:

Von den verschwommenen Bildern noch das Klarste. Aber man sieht das Wichtigste: die fette Falte von Armausschnitt zur Brust. Die, wie ich mittlerweile weiß, vom Verhältnis schmaler Schulter zu mehr Oberweite herrührt. Was ich wieder witzig finde, denn gemessen an den meisten Schnitten ist meine Schulter in der Tat schmäler und die Oberweite größer, aber aussehen tut es so für mich zumindest nicht. Als Dolly-Parton-Klon gehe ich zum Glück nicht durch 😉 Ich brauche etwas weniger Schulterlänge, vor allem aber viel weniger Breite von Armmitte zu Armmitte.

Geändert hatte ich an dem Schnitt schon sehr viel:

  1. Schultern um drei Zentimeter verschmälert (wobei das Original nicht nur Schulterpolster, sondern auch überschnittene Schultern hatte); das dürfte noch einmal ein Zentimeter weniger werden.
  2. Die Schulter um die Höhe der ursprünglichen Schulterpolster abgesenkt.
  3. Die Schulter nach vorne geneigt. Da war ich noch zu vorsichtig, statt des einen Zentimeters darf ich da gerne auf 1,8 cm kommen.
  4. Den Ärmelkopf nach vorne geneigt. Da war ich auch noch zu ängstlich.
  5. Brustpunkt abgesenkt. Das scheint in Ordnung zu sein. Übrigens ändere ich Prinzessnähte alleine durch neu einzeichnen. Interessiert?
  6. Armausschnitt vorne weiter nach innen verlegt. Da müsste noch mehr weg.
  7. Hüfte geweitet.
  8. Armausschnitt höher gesetzt und damit verengt. Das ist schmal genug, nur der Armausschnitt müsste eben noch näher an den Körper – Arme heben ist damit noch nicht gut möglich.

Insgesamt war ich mit den Änderungen auf dem richtigen Pfad; ich traue mich nur noch nicht so recht ran. Ohne meine neue “Fitting”-Bibel hätte ich mich daran sowieso gar nie gewagt. Habe ja vorher auch nicht gewusst, was nicht stimmt. Das Einzige, was dieses tolle Werk nur am Rande erwähnt, sind ABNÄHER! Ok, kein Wort mehr davon 🙂

Das einzige Bild, das klar erkennbar ist – ich mit Mop. Sollte mir zu denken geben. Und damit ihr mehr von der Jacke sehen könnt, gehen wir noch einmal ganz nahe ran. Der Mop muss dabei leider verschwinden …

Die hundertprozentige Passform an den Schultern habe ich noch nicht ganz erreicht, aber es kommt bei den letzten Versuchen doch nahe daran.  Ein kleiner Hoffnungsschimmer am frustigen Nähhorizont. Aber nun lasst mich nur nicht optimistisch werden: gleich will ich an eine hellgraue Bluse ran, da kann ich morgen schon wieder ganz anders reden …

Stopp, stopp, stopp, was ich nicht vergessen sollte zu ewähnen: eigentlich gehört diese Jacke gar nicht zu dieser Hose. Mag ich nicht so sehr, diese Jacke funktioniert im Grunde mit keiner meiner Hosen. Sie gehört ganz klar zu einem blauen, langen Glockenrock. Der aber wiederum mag keine Strumpfhosen (ich auch nicht) und will nackte Beine. Da müsste ich erst mal den Epilierer rausholen … ne, das ist mir heute echt zu viel. Eh schon so spät!



4 thoughts on “Also, eigentlich …”

  • Mir gefällt die Jacke sehr!!!
    Die Farbe ist toll und auch der Schnitt ist interessant – das Revers finde ich sehr “gefällig” und die Länge ist genau richtig.
    Und: zu dunkelblau – einfach genial!
    Liebe Grüße, Bettina

  • Da bist du aber wieder reichlich kritisch gegen dich selbst. Da traue ich mich nicht mehr meine frisch fertig gestellte Cordjacke vorzuführen.
    Ich finde den Sitz deiner Jacke gut. Auf dem Mop-Bild sieht man die Falten nicht und im wirklichen Leben stehst du doch nicht die ganze Zeit stramm da. Nur dann fallen die Falten ins Auge.
    Ich finde die Jacke gelungen und das nächste Mal kannst du bei den Änderungen ja etwas mutiger sein.
    Übrigends verräts du den Titel deiner Fittingbibel? Ich habe hier auch noch so ein paar Baustellen die es zu verbessern gilt.
    LG Arlett

  • Sie funktioniert zu der Hose ganz fabelhaft !! Und den Sitz finde ich jetzt auch nicht so schlecht 🙂 Jacken sind eh nicht ganz einfach und diese hier ist absolut tragbar

    LG Eva

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