Alt werden ist auch nichts …!

Aber die Alternative “jung sterben” ist ebenfalls nicht verlockend. Und nur eines von beiden geht. Das Thema im Blog zu verarbeiten, spukt mir schon länger im Kopf herum, aber seit Dodo’s sehr persönlichem Post ist aus dem kleinen Gespenst ein Poltergeist geworden, der meine Aufmerksamkeit fordert. Was genau er zu sagen haben wird: ich weiß es noch nicht 😉

Nun ist es so, dass das Thema uns alle betrifft, wenn es auch den meisten noch nicht klar ist. Natürlich wissen wir alle, dass die straffen Oberschenkel durch keinen Sport der Welt erhalten werden können, dass jedes Lächeln und jeder Wutausbruch sich früher oder später im Gesicht eingegraben haben wird, dass das dicke glänzende Blondhaar, die schwarze Mähne sich in eine etwas dünnere, staubigere Version verwandeln wird. Aber nicht nur das Spiegelbild ändert sich:
Die Erkältung, die man früher mit einer Tablette ignorieren konnte, hält sich länger und erschöpft uns mehr, als wir zugeben mögen. Drei Etagen zu Fuß hoch zu steigen, kann schon mal eine halbe Minute länger dauern und den Herzschlag höher bringen. Eine falsche Bewegung rächt sich sofort und begleitet uns schmerzhaft für eine Woche und länger. Es knackt und knirscht und keucht und seufzt …
Dann sind da die Dinge, über die wir uns vor zehn Jahren noch lautstark aufregten und die heute ein fast schon resigniertes Schulterzucken hervor rufen und die anderen, an denen wir vorbei hören konnten und die uns heute in den Wahnsinn treiben. Und ganz schlimm: irgendwann erwischt man sich dabei zu denken, früher sei doch vieles besser gewesen. Spätestens nun ist klar, vor allem in der Summe all dieser Dinge, dass das “Wir alle werden altern!” keine Theorie mehr ist, sondern gelebte, erlebte Wirklichkeit. Uff. Puh. Bah.

Die Eine oder Andere (Jüngere!) denkt nun sicher mit einem Hauch von Arroganz, sie sei gefestigt genug, das nicht als Problem zu erleben, ja, ganz insgeheim geht sie davon aus, dass es so schlimm bei ihr gar nicht werden wird – was kann sich schon in läppischen zehn Jahren so sehr ändern? Eine ganze Menge und egal, wie sehr im Reinen man mit sich ist, egal, wie schleichend es sein mag und wie gut man diesen Prozeß begleiten wird – es kommen Tage, an denen man eher zufällig notiert, dass sich etwas Entscheidendes ganz gemein verändert hat.
Letzte Woche bin ich doch noch hinter dem Bus hergerannt, habe ihn erwischt und konnte dem Busfahrer keuchfrei mitteilen, welche Fahrkarte ich benötige. Heute musste ich nicht mal sehr rennen und der Fahrer erlaubt mir, mich erst einmal zu setzen, bevor ich mein Ticket löse. Auf den Bildern vom September sehe ich noch meinen straffen Hals (also nicht auf MEINEN Bildern vom letzten September … ), wo bitte ist der denn geblieben? Und weshalb hüpft mein Hinterteil noch zehn Sekunden weiter, nachdem ich einen klitzekleinen Sprung vollführt habe? Man kommt einfach nicht umhin, derlei sehr drastisch und sehr überraschend zu erleben. Eine Zeitlang glaubt man noch – also ich zumindest tat (und tue?) es – man könne das zurück drehen. Mit liebevollerer Massage, mit mehr Anstrengung beim Sport, mit der Überlegenheit des Geistes lässt sich doch sicherlich noch etwas zwingen! Manche greifen zu Farbe, Botox, lassen sich liften, aufpumpen, trainieren besessen, schnüren sich fest und fester ein, fälschen ihren Personalausweis, doch jede verbissene Anstrengung führt nur zu einer Falte mehr um den Mund und zu einer insgesamt un-entspannten Ausstrahlung. Bislang ist mir noch keine schönheitsoperierte ältere Person untergekommen, bei der man WIRKLICH den Eindruck von Jugend und Frische hatte. Denn diese beiden Faktoren lassen sich nicht künstlich herstellen und wenn sie verloren sind, sollten sie durch anderes ersetzt worden sein – im Idealfall Persönlichkeit, Reife, Stil. Meine ich. Wo das vorhanden ist, wenn die Person ihr Alter akzeptiert, können auch gefärbte Haare und Kunstbusen gut aussehen 😉

Wenn wir uns vor Augen führen, dass Frauen ab Ende Dreißig noch in den Sechzigern als nicht mehr jung galten, dass man von ihnen nicht erwartete, noch zu sehr auf sich achten – dann sieht man, welche Freiheit wir heute haben. Eine zweischneidige Angelegenheit allerdings: mit der Freiheit kam die Verpflichtung, nun auch so lange wie möglich frisch, jung und knackig auszusehen. Ganz klar: das sichtbare Älterwerden kann heute viel schlechter akzeptiert werden. Wie also geht man damit um, wenn sich das Bindegewebe nach unten bewegt, Silberfäden das Haar durchziehen und der Rücken schmerzt, nur weil man eine Stunde zu lang an der Nähmaschine saß? Für mich kann es nur eine Haltung sein, die Dodo schon vorlebt: so ist es nun einmal und ich mache das Beste daraus, akzeptiere es als neue Erfahrung, einen neuen Lebensabschnitt und eine erneute Chance, meinen Stil zu beweisen, anzupassen, zu verstärken.

Ich gehöre nicht zu denen, die denken, unsere Gesellschaft sei auf die sehr Jungen ausgerichtet: noch vor 20 Jahren gab es keine Filme und Serien, die ganz bewußt Frauen um die Vierzig in den Mittelpunkt stellten. Ich habe eher das Gefühl, dass nicht ewige Jugend, sondern durchgängige Alterslosigkeit von uns allen verlangt wird. Da sind die 16jährigen Models, die auf keinen Fall wie Teenies wirken sollen. Da sind die Mittzwanziger, die nicht sorglos ausprobieren sollten, welcher Mann, welcher Job oder welches Leben zu ihnen passt. Da sind die Mittdreißiger, die am besten alles zeitgleich erledigen und bieten sollten. Die Vierziger, die von ihrem Altern gar nichts merken und zeigen sollten. Die Fünziger, die sich nicht gehen lassen sollten. Die Sechziger, die zeigen sollten, dass das Altwerden nichts ist, was Angst machen darf. Und dann auf einmal – nach all dieser Alterslosigkeit – sind wir dann auf einmal richtig alt, krank, erschöpft und sollen diesen sehr harten Wechsel von ewig jugendlich zu gebrechlich bitte schön gefasst hinnehmen. Wenn ich den Weg dahin nicht richtig gehe, dann dürfte es wohl ein böses Erwachen geben.

Für mich war immer, immer schon klar, dass ich nicht gegen das angehen will und werde, was da an äußerlich sichtbaren Veränderungen ankommt. Das fanden und finden manche sicherlich verblüffend; jemand, der so lange in der Schönheitsbranche unterwegs war wie ich, steht den Möglichkeiten der Schönheitschirurgie meist offener gegenüber. Ich nie. Ich weiß, wieviel ich mit der richtigen Pflege, dem richtigen Verhalten beeinflußen kann und alles, was ich allein in der Hand habe, habe ich auch beachtet: Meine Haut wird nicht vernachlässigt, meine Haare gepflegt, ich trinke nicht, ich rauche nicht, ich toaste nicht, ich esse nichts scharfes und kein totes Tier. Ich bemühe mich um genügend Schlaf und strenge mich an, nicht zu negativ zu sein. Das ist, was ich tun kann. Und ich tue es. Natürlich schaue ich in den Spiegel und wünschte, es gäbe mehr, was ich tun könnte. Aber im Grunde möchte ich mich gar nicht dieses Abenteuers berauben: wie es ist, sich beim Altern zu betrachten und zu erleben.

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Bis vor zwei Jahren habe ich meine Haare regelmäßig gefärbt, weil ich sie aschiger haben wollte. Dann sah ich das erste graue Haar und habe eine Woche lang meine Prinzipien auf die Probe gestellt: Färben oder lassen? Ich habe mich für lassen entschieden – aus Prinzip und auch, weil ich nichts häßlicher finde als breite, graue, irgendwie doppelt alt wirkende Haaransätze. Und weil ich weiß, dass Haare das Färben alle zwei Wochen gar nicht mögen. Und ich auch gar keine Lust habe, mich so sehr darum zu kümmern. Nun muss man aber nicht glauben, mir fiele diese Entscheidung nie schwer: wenn ich unsere Treppe nach oben steige, komme ich an einem Spiegel vorbei, der unterhalb des Flurfensters hängt. Das Tageslicht fällt auf meinen Scheitel und er schimmert nun schon sehr … nun ja, staubig? Da schlucke ich schon auch und ich kann es für Sekunden kaum fassen, dass wirklich schon so viele Jahre vergangen sein sollen, seit ich außen so aussah, wie ich mich innen fühle. Denke ich darüber nach, was noch alles kommen mag – entspannt ist anders. Panisch aber auch 🙂

Und ihr? Achtet ihr auf euch, wißt ihr, was eure Haut braucht? Welches Make up alt macht und welches nicht? Wie plant ihr den Übergang? Wie habt ihr ihn erlebt? Angst? Hoffnung?

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19 thoughts on “Alt werden ist auch nichts …!”

  • Hmm, ehrlich gesagt nicht. Ich werd dies Jahre 40. Mit 40 war mal früher, als ich Abi gemacht hab, so gut wie tot. Eigentlich mit 30 schon. Man hatte ein Reihenhaus, einen Hund, eine Barbourjacke, einen Mann, 2 Kinder. Ich hab nichts davon und bin glücklicher, als ich es mit 20 war. Es ist eine Altbauwohnung, ein Freund seit 13 Jahren, der auch ohne Ring bei mir bleibt, viele selbstgenähte Jacken und eine Plüschkuschelkatze. Und ich hab es mir so ausgesucht und würde es nicht ändern. klar färbe ich meine Haare, meine Seele ist rothaarig (harhar), und sicher benutze ich Cremes etc. Aber ich mach mir keine Kopf drum, ob ich eine Falte mehr oder weniger hab. Manchmal hat man schlechte Tage, da macht man sich mehr Gedanken. Aber solang ich noch 2 Wochenenden durchsaufen, auf einem Feldbett im Zelt schlafen kann und danach noch halbwegs frisch aussehe, gehts doch noch. Die Prios verschieben sich und das mag ich. So what? Scheiß auf das Alter, ist doch nur eine Zahl.

  • Guten Morgen Andrea,

    ein Satz von Dir trifft es für mich besonders: ich kann es für Sekunden kaum fassen, dass wirklich schon so viele Jahre ver­gangen sein sollen, seit ich außen so aussah, wie ich mich innen fühle.

    Dieses Jahr habe ich mich zum ersten Mal an meinem Geburtstag ein wenig beklommen gefühlt…44…das ist schon quasi Mitte 40. Sch…!
    Ich fühle mich überhaupt nicht so. Ich bin immer noch läpsch und fühle mich nicht wie “eine Frau mittleren Alters”. Was soll das überhaupt sein? Ich habe in meinem Freundeskreis auch Frauen, die die 50 schon überschritten haben und die ich immer noch so erlebe, wie vor 25 Jahren. Gut, mittlerweile haben fast alle eine Brille, ein paar Kilo mehr, evtl. einen Bandscheibenvorfall…das Übliche halt.

    Was mich am meisten am Altern stört ist, dass die Zeit abläuft. Das lässt sich nicht aufhalten, egal was man auch tut. In 6 Jahren werde ich 50. Was sind denn schon 6 Jahre? Wenn ich mir nur mal überlege, wie die Zeit rast, seit die Kinder da sind…

    Gegen die körperlichen Verfallserscheinungen gehe ich mit viel Sport und Haare färben vor. Mit grauen Haaren möchte ich nicht rumlaufen (bei mir zeigen sie sich aber auch geballt an den Schläfen) und der Sport hilft mir vor allem meinen Rücken schmerzfrei zu halten. Schmerzfreiheit ist mir auch tausendmal wichtiger, als den Körper einer 30jährigen zu halten, wobei ich auch noch an meinem BMI arbeite, auch hauptsächlich, um Diabetes & Co. zu vermeiden. Ich möchte einfach alles in meiner Macht stehende tun, um möglichst lange gesund und froh leben zu können. Nicht rauchen, gesund essen, nicht zu viel Sonne, genug Schlaf finde ich selbstverständlich für mich.

    Mein schönster “Trost” ist, dass so viele liebe Menschen gemeinsam mit mir altern. Mal ehrlich, der Highlander möchte doch auch keiner sein, oder?

    Und gerade Frauen wie Dodo zeigen doch aufs Vortrefflichste, das die Einstellung das ist, was zählt. Ich glaube es ist wichtig, körperlich und geistig aktiv zu sein, neuen Herausforderungen gegenüber offen eingestellt zu sein und mindestens einmal täglich herzlich zu lachen

    LG Luzie

  • Hmm, irgendwie seh ich das entweder nicht so oder es macht mir wirklcih nichts aus, werd mal in mich gehen. Vielleicht, weil ich immer schon ein bisschen zu moppelig für das gängige Ideal war bzw. auch sonst nicht so da reingepasst hab. Dann vermisst man auch nichts. Jedenfalls ist alles noch nicht so schlimm, dass ich mit SPORT anfangen würde *grins*

  • beide artikel, dodos und deiner, sprechen mich an und betreffen mich; fast 48 bin ich nun, und mir wird täglich bewusst, wie sich mein körper und mein geist verändern: der körper wird schwächer – in jeder hinsicht – der geist jedoch verständnisvoller, toleranter und empfänglicher, besonders für die noch älteren, denen ich auf einmal so viel näher bin – und auch gegenüber den jüngeren, denn meine jugend lebt mit all ihren glücklichen und unglücklichen momenten so stark in mir, als wäre es gerade gestern gewesen…
    ich schätze am älter werden, dass ich mich immer weniger reglementieren lasse, egal, was “die leute” sagen; ich bin vegetarier, benutze biokosmetik ohne tierversuche, möchte aber trotz dieser überzeugung nicht darauf verzichten, mir alle 8 wochen die bisher recht vereinzelten grauen haare zu tönen, weil ich mich dadurch einfach frischer fühle
    meine gerade 80 gewordene mutter fühlt sich dem jungen mädchen in ihr sehr viel näher als der alten frau, die ihr im spiegel entgegen schaut – und diese lebensfreude spüre ich und wünsche sie ihr und mir auch weiterhin

    bisher nur stille leserin deines blogs möchte ich dir für diesen zum nachdenken anregenden beitrag ganz herzlich danken – vor einigen jahren hätte ich sicher nur genickt, aber nicht geschrieben 🙂
    lg anja

  • Mir geht es glaube ich wie Frau Taylormade: da ich noch nie dem gängigen Schönheitsideal entsprochen habe und auch nie den “perfekten” oder schlanken und glatten Körper hatte, merke ich auch nicht so arg, dass er sich verändert. Ich war immer eher runder und hatte Polster an den üblichen Stellen. Nach der ersten Schwangerschaft hab ich dauerhaft mein Gewicht reduziert und halte das auch halbwegs. Da gab es also bei mir eine positive Entwicklung. Ich merke allerdings dass die Neigung Bauch anzusetzen zunimmt. 1 kg mehr oder weniger auf der Waage merke ich umgehend am Bauch. Das war früher anders, da war das besser verteilt. Ich schiebe das aber auf die zwei Schwangerschaften, nicht auf die Zeit die vergeht.
    Sportlich war ich noch nie. Ich hab aber vor Jahren in einem Studio angefangen und mache dort regelmäßig Sport. Sehr moderat, eher walken als joggen und vor allem Schwimmen (und Sauna :)! Das dient dem Ausgleich, einer subjektiv empfundenen Fitness (was nichts daran ändert, dass ich schnaufe, wenn ich in unsere Wohnung im vierten Stock ankomme…) und auch vorbeugend dem Nacken, der Schwachstelle, die der Arbeit am Schreibtisch (und Nähmaschine 🙂 geschuldet ist.
    Meine Haare würde ich nicht färben. Meine Mutter hat sich vor ein paar Jahren, mit Mitte 50, entschieden, mit der Färberei aufzuhören, was ein kleines Politikum war. Ebenso, dass sie jetzt, mit Anfang 60, einen Rollator benutzt. Sie hat schon immer Probleme mit dem Laufen gehabt und mit dem Ding fühlt sie sich sicherer. Sehr souverän, wie ich finde. Ich schätze, dass ich mit meienr Haarfarbe – rotblond – nicht zum frühen grauwerden neige. Da ich keine Lust hätte auf dauernde Chemiezufuhr würde ich das wohl auch eher vermeiden, höchstens was niedrigschwelliges, Henna oder Tönungen?!?
    Ich glaube, dass ich an dieser Stelle wirklich recht uneitel bin. Dieser Quaddelbauch stört mich ein wenig und es nervt mich, wenn ich zu viel Süßkram esse, dass er da ist. Dann reiß ich mich zusammen und gut ist. Was Du beschreibst (dass der Po nachwippt etc.), das war bei mir praktisch immer so. Hat also auch was gutes.
    Fleisch ess ich nicht, weil ich keine Tiere essen will, nicht für meine Haut. Meine Gesichts- und Hautpflege ist sehr basic, da könnte ich bestimmt was “verbessern” oder optimieren.
    Ich werde bald 38. Und klar: die 40 lässt mich auch nicht kalt. Aber eher, weil ich weiß und mir bewusst wird, dass die Zeit endlich ist, ich nicht mehr wirklich jung bin (im Sinne von: Das Leben liegt noch vor Dir), meine Lieben auch älter werden und aus einer diffusen Angst vor Krankheiten.
    Spannende Fragen!
    Melleni

  • Dieses Thema beschäftigt mich natürlich auch. An manchen Tagen mehr, an anderen weniger. Aber “gelassen” seh ich meinem Körper und vor allem meinem Gesicht niemals zu, wie es sich verändert… hab ich noch nie. Ich bin keine “natürliche” Schönheit. Ich schmiere mir Cremes für hunderte von Euros ins Gesicht, seit ich 25 bin und färbe meine Haare schon viel länger. Erst aus Experimentierfreudigkeit (mal weißblond, mal tomatenrot) und dann ab 28 (!) um die ersten grauen Haare zu übertönen. Ich denke auch nicht, dass ich es ab einem bestimmten Geburtstag sein lassen werde.
    Mit meiner Fitness und dem Körperbau bin ich heute dank regelmäßigem Sportstudiobesuch zufriedener, als noch vor 5 oder 10 Jahren. Aber trotz aller Mühe seh ich natürlich nicht mehr aus wie 30. Das tut weh, vor allem weil ich mich nicht fühle wie fast 40. Bäh! Ich mag es nicht, das Älterwerden!
    Christel

  • Ja, beim 30sten war es nur eine Zahl beim 40sten war es ein Spiegelbild.
    Ich finde es immer wieder verwirrend das das Spiegelbild einfach nicht mehr zu meinem Inneren passt. Und auch die Tatsache das ich meinen Körper nicht mehr unter Kontrolle habe finde ich bedenklich. Auf der anderen Seite wöllte ich auch gar keine 20 sein. Ich würde all die Erfahrungen und das Erlebte vermissen.
    Natürlich achte ich auf mich, ernähre mich gesund, treibe Sport und pflege meine Haut. Weniger um das alterslose Schönheitsideal zu erfüllen, sondern eher als Vorbereitung auf das was noch kommen wird. So ein bisschen Training für`s Alter.
    Meine Mutter hat mir immer Gelassenheit was das Alter angeht vorgelebt. Daran orientiere ich mich.
    Schön das du das Thema noch einmal aufgegriffen hast.

  • hallo liebe andrea,

    ich weiß noch genau, als ich um die 20 war fragte ich meine großmama, die anfang 70 war, wie es denn so sei, wie man sich fühlt, wenn man so alt ist.
    da sagte sie “dana, ich fühle mich doch noch genauso, wie du. nur, wenn ich in den spiegel schaue, erschreck’ ich mich manchmal” wir haben darüber sehr gelacht, ebenso wie über die geschichte, dass sie sich echauffierte, dass “der alte knacker von nachbar ihr avancen macht” (der alte knacker war 10 jahre jünger, als sie)
    und nun denke ich mit meinen 43 jahren oft an ihre worte.
    ich bin noch in der “ich-muss-mich-dran-gewöhnen-phase”, dass die lider schlapper werden, die haut weicher, den winkearm will ich nicht haben…etc.
    aber eigentlich hadere ich nicht damit, ist halt so. und ich fühle mich ja auch noch, wie mit anfang 20 und werde es wahrscheinlich auch noch mit anfang 70 tun 🙂
    aber vielleicht fühle ich mich auch einfach wohl, weil ich regelm. sport mache (brauche), das spielt bestimmt auch eine rolle.
    und wie heißt es doch: gib mir die gelassenheit, dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann…

    ich wünsch dir was, liebe andrea, sei lieb gegrüßt von
    der dana 🙂

  • ich muss gestehen, dass ich sehr mit der zahl 40 gekämpft habe. der 40. geburtstag war für mich grauenvoll. zwar war ich etwas abgelenkt, da die kleine erst geboren war, aber ich hatte mich nicht darauf gefreut. meinen 30.geburtstag hatte ich damals als schön empfunden.
    nun merke ich seit 2 jahren, dass sich wirklich etwas verändert. die süßigkeiten, die ansonsten in mich hineinstopfen konnte, wollen bleiben. und zwar am bauch. das ist nicht schön, denn gerade im umgang mit schokolade und gummibärchen bin ich nicht gerade diszipliniert. aber so ist es halt. graue haare habe ich noch keine. keine ahnung was ich dann machen werde.
    die zipperlein werden wirklich mehr und ich merke, dass ich eine durchfeierte nacht nicht mehr so schnell wegstecken kann wie früher. daher feier ich seltener , dafür aber dann auch richtig.
    geschminkt habe ich mich mein ganzes leben lang sehr selten. ich gefalle mir mit schminke nicht. etwas wimperntusche und rouge, das war es meistens. nun habe ich seit einigen jahren einen concealer, ohne geht nicht mehr. auch bei der hautpflege habe ich mir etwas besseres geleistet (ich weiß, du magst die nicht, da müssen wir dann mal gemeinsam schauen). lippenstift habe ich für mich entdeckt, am liebsten knallig. das hätte ich mich früher nie getraut.
    überhaupt traue ich mich mehr. das wird wohl an dem alter liegen. mir ist es mittlerweile egal, ob ich auffalle. und das tue ich automatisch mit kleid und pumps zwischen den müttern mit turnschuhe, jeans und schlabberpulli.
    meine mutter findet meine haare zu lang. in meinem alter sollte man sie kurz tragen. nein, ich liebe meine langen haare. kurz steht mir nicht. wenn sie dünn werden kann ich immer noch darüber nachdenken.
    mittlerweile komme ich mit mir ins reine, auch mit dem alter. seltsam, dass man sich nicht innerlich alt fühlt. irgendwie habe ich das gefühl nie richtig erwachsen geworden zu sein und bin gespannt wie ich mich mit 50 , 60 oder 80 jahren fühlen werde. wahrscheinlich immer nochnicht erwachsen ;0)

    ganz liebe grüße
    andrea

  • Ich versuche den Satz von George Michael (ja, den!) immer vor den Augen zu haben:
    “Die beiden Dinge, aus denen wir die größten Probleme machen – das Dickwerden und das Altern – sind den meisten Menschen auf der Welt gar nicht vergönnt.”
    Mehr später
    Joanna zwischen der Tür und Angel

  • Ich versetze meinen Frisör und alle, die es auch so merken, stets in Erstaunen, weil ich mir zwar Strähnchen färben lasse, aber nur dort, wo keine grauen Haare sind. Die zwei dicken grauen, borstigen Strähnen etwas oberhalb der Schläfen gehören einfach zu mir, die habe ich mir erarbeitet und sie werden bei jedem Frisörbesuch breiter. Da ich blond bin, fällt es auf Fotos und bei vielen Lichtverhältnissen nicht auf, aber sie sind da und sichtbar.

    Mich irritiert es, das viele meiner Freundinnen grauer sind, als die Generation unsere Mütter, aber ich finde es gut, denn grau heißt ja nicht automatisch gehen lassen.

  • Ha, ich werde wahrscheinlich noch mit 80 meine Haare färben, ich hatte immer rote Haare und das soll so bleiben. Bin ja jetzt gerade 46 geworden, wie du weisst, aber die Zahl stört mich nicht. Was mich stört ist, das es immer schwieriger wird einen vernünftigen Lidstrich auf den nicht mehr so straffen Augenlidern zu ziehen, das die Taille weniger wird und das mit Sport auch nicht wirklich aufhält, das ich auf Fotos feststellen musste, das ich total schlaffe Oberarme kriege …. Das heisst, das ich meinen Kleidungsstil mal wieder überdenken muss, um eingermassen meinem Bild von mir in meinem Kopf gerecht zu werden. Bloggen ist schon tückisch, es gibt einfach zu viele Fotos die man hinterher analysieren kann 😉

  • This is such a personal and heartfelt post (despite Google Translate’s best efforts at mangling the words) and I just wanted to say thanks so much for putting your thoughts out there. I know what you mean about the suddenly gravity sensitive behind-the first time that happened to me I was just all, ‘damn my lazy ways must get back into yoga etc’. I was lazy+ time poor during my PhD and picked up some bad habits (snacking, staying up late, avoiding excercise) that I’m still trying to get rid off. Everything else is ok and can be dealt with. The inner laziness and the annoyance at it is a little harder to get with XD

  • Liebe Michou,
    hier keine Bemerkung zum “Älter werden”. Diese Diskussion erscheint in einem ganz anderen Licht wenn man wie ich kurz vor dem 60 sten Geburtstag steht.

    Ich wollte dir (und Couturette) einen Hinweis auf den Blog von “Theperfektnose” geben die zufälligerweise direkt über mir hier kommentiert hat:

    Bei meiner Suche nach Informationen über den korrekten Sitz von “Gussets ” in meinem neuen Kleid bin ich auf diese Internetseite und die Downloadmöglichkeit

    http://theperfectnose.wordpress.com/2013/06/01/friday-freebie-dress-design-draping-and-flat-pattern-making/

    des Buches “Dress design draping and flat pattern marking” von Hillhouse und Mansfield aus dem Jahr 1948 gestoßen und habe dabei an deine Initiative gedacht. Schau mal, vielleicht nützt der Link zu diesem Download auf deinem Blog (und dem Blog von Couturette) den deutschen Vintagenäherinnen mehr als auf meinem denn mein Blog ist doch sehr weit von Vintagemode entfernt. Für mein Gussetproblem hat das Buch mir aber sehr geholfen.
    Ein schönes Wochenende.
    Mema

  • Mir ist der schleichende Alterungsprozeß erst mit Mitte 40 richtig an mir bewußt geworden. Ich war und bin immer der schlanke, schmale Typ gewesen, mit wenig Busen, Po, Hüfte und Taille. Dabei mußte ich auf meine Ernährung nie sonderlich achten. Wobei ich mich-zumindest seit ich 30 wurde und das erste Kind kam- gesund und mit wenig Fleisch ernährt habe. Wenn ich schon einmal Fast-Food esse, bekomme ich in einem von zwei Fällen Magenschmerzen, daher meide ich das sowieso. Aber seit ich Mitte 40 bin, merke ich, dass die Hautelastizität merklich nachlässt. Gut, wenn man wie ich ein A-Körbchen hat, also wenig Busen, hat das zwar den Vorteil, dass nichts hängen kann, wo nicht viel ist, aber die Haut wird einfach merklich weicher. Auch ich habe jetzt beim Sitzen um die Taille Röllchen, die vor einiger Zeit einfach noch nicht da waren, eben wegen fehlender Elastizität. Natürlich mache ich Sport, aber eher mäßig, weil es mir Spaß macht und um gesund und beweglich zu bleiben. Geschminkt habe ich mich schon immer, ich hatte immer problematische, sensible Haut und bin ein sehr blasser Typ. Ein bißchen Schminke ist da sehr hilfreich. Aus den gleichen Gründen färbe ich auch meine Haare. Ich bin dunkelblond und durch die ersten gauen Haare wirkte meine Gesichtsfarbe sehr fahl.
    Wie gehe ich mit dem Alterungsprozeß um? An manchen Tagen besser, als an anderen. Es gibt Tage, da fühle ich mich fit gesund und bin mit mir im Reinen, da spielt der Alterungsprozeß keine Rolle und es gibt auch Tage, wo ich denke, älterwerden ist einfach unschön.
    LG Susanne

  • Ich habe vor “in Würde zu altern”, also nix “Antifaltencreme” etc. Haare färben ist allegiebedingt schon schwierig und ich finde es bei meinen langen Haaren auch doof. Selbst wenn ich nur die Ansätze nachfräben würde, da hab ich ja 10x gefärbt bis die Haar bis unten gewachsen sind… ist auch nicht gesund. Inzwischen habe ich auch schon ein “Glitzern” in den Haaren sprich vereinzelt ein graues/weißes Härchen. Bis jetzt finde ich das gar nicht schlimm. In Sachen Falten im Gesicht verbiete ich mir weder lachen noch böse gucken – die Spuren des Lebens darf man mir ansehen! Mal sehen ob ich in 10 Jahren auch noch so denke 🙂

  • Pingback: Altern kommt später? | masasleben

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