Argh grrrr gurggell chhrrrsss

Und so weiter und so fort. Den halben Nachmittag, nach zweieinhalb Tagen Schufterei im undankbaren Haushalt, habe ich damit verbracht, einen Schnitt zu bauen, der sich als sehr zeitraubend (da asymmetrisch) erwiesen hat und nun gefällt mir das zur Hälfte vollbrachte Werk nicht wirklich.

Ich möchte mich ja gerne etwas weiter aus meiner bequemen Ecke herauswagen – was den Großteil meiner Schnittelemente anbelangte, sitze ich so ziemlich im Rahmen von 1937-1948 fest. Und ich würde wirklich gerne mal ein wenig in den 30ern zurück schreiten und vielleicht sogar die 20er streifen. Aber ich hänge fest.

Zum Einen ist es mir ein Rätsel, wie ich ein etwas blusigeres Oberteil an ein deutlich engeres Rockteil bekomme, wenn ich dabei einen Reißverschluss verwenden möchte. Es geht mir nicht um Authenzität, daher soll es ein nahtverdeckter sein. Aber der blust doch nicht mit – das wird doch dann irgendwie irgendwo steif wegstehen? Da hakt es also gedanklich schon. Dann bin ich auch nicht wirklich sicher, dass mir das unbedingt stehen wird: die Zeit von 26-34 ist nicht gerade eine Zeit, in der ein großes Taillen-Hüftgefälle als Ideal galt. Ich stehe also auf dem Schlauch, trete auf der Stelle, komme nicht voran. Und dafür habe ich meine kostbare Freizeit ganz schön verpulvert.

Außerdem habe ich ständig das Gefühl, dass mir jede Idee, die ich zur Zeit habe, auf die Schulter klopft und mich annörgelt, jetzt aber endlich sei sie doch dran. Jetzt sofort! Oder? Oder? Oooodeeeer?? Und ich kann mich einfach nicht entscheiden, welche nun wirklich dran sein sollte und alle stehen sie vor mir, beäugen sich gegenseitig mißtrauisch, werden ungeduldig und wollen eine Entscheidung. Ich habe den Faltenrockschnitt meinen neuen Maßen angepasst und hätte größte Lust, schon mal für den Sommer vorzunähen – keinen Rock trage ich lieber als den blauen Sommerfaltenrock und kirschrot wäre doch auch sehr fein, nicht wahr?
Da meldet sich aber der Frühlingsmantel, dass das ja sehr dumm wäre, ihn bräuchte ich mit Sicherheit viel früher. Dann jammern aber schon vier weitere Stoffe, dass sie schon ewig geduldig warteten und so ginge es ja auch nicht. Die Muse küsst mich zwischendurch und offeriert weitere Formen, Bilder, Eingebungen, die alle so spannend und anders sind, dass ich am liebsten gleich ran will. Und schon drehe ich mich wieder im Kreis. Wie wäre es, sollte ich am besten einen großen Sack nähen??? Aber steht mir das??? Was steht mir überhaupt? Der Wahnsinn, der ins Haus steht? Ach, alles doof …



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