Beige-rot-gestreiftes Intermezzo

Ja, ich weiß, wir warten auf das blaue Kleid mit seinen weißen Tüpfchen. Aber Geduld ist eine Tugend und die wird nun erprobt. Denn …

… ich gebe klein bei. Diese 60 Kilo, die sich auf meine Waage und (kann es sein?) auf meine Hüften gemogelt haben, gedenken zu bleiben. Ich zwinge sie immer mal wieder runter, aber sie tauchen doch wieder auf. Ich möchte nun gerne glauben – und ein wenig solidarisches Zureden eurerseits wird da helfen 🙂 – dass es nicht Marzipanmasse alleine ist, die dort sitzt, sondern dass auch die letzten drei Wochen fleißiges Fitnesstraining verantwortlich sind. Wir wissen doch: Muskeln wiegen mehr als Fett …
Mein Kompromiss, den ich zwischen Gewicht, Gewissen und Wunschdenken geschlossen habe, lautet: ein halbes Kilo ist runter, dafür ein halbes Kilo Muskeln dazu gekommen. Hört sich vertretbar und altersgemäß vorbildlich an. So. Aber was heißt das – schon wieder? Schnittänderung. Bah!

Nun ist es so, dass ich gerade ein Sommerkleid des letzten Jahres trage und dabei bemerke, dass sich in der Tat einiges geändert hat, dem ich schnitttechnisch schleichend Rechnung getragen habe. Aber nicht ausreichend. Dieses Kleid beispielsweise zwickt ein wenig unter den Armen, könnte etwas entspannter an der Taille sitzen und auch mehr Platz für die Brust bieten. Da die meisten meiner Kleider Raffungen, Kräuselungen oder Falten am Oberteil haben, ist es nicht dramatisch. Da am Sonntag aber drei von vier liebster Nähkränzchenfreundinnen zu Gast sein werden und wir uns das Schnittaufstellen und Anpassen zum Thema gestellt haben, wäre es fahrlässig dumm, nun am Kleid zu bauen statt den Grundschnitt ENDLICH einmal richtig anzupassen – hinten habe ich ja nach wie vor die größten Schwierigkeiten, die ich auf fehlende Weite an der rückwärtigen Hüfte, auf undefinierbare Taillenhöhe und zweifelhafte Rückenbreite zurück führe.

Was also tat ich gestern? Ich nahm erneut meine Maße, stellte kleine Abweichungen zwischen Schnitt und Realität fest, kopierte den Grundschnitt, weitete ihn etwas und begann mit dem Nähen des Probeteils. Simone wird den Stoff vielleicht erkennen: von nahem ein schönes Kirschrot gemixt mit einem sanftem Beige. Aus einigen Schritten Entfernung wird daraus jedoch ein zarter Orangeton, der mich leider gar nicht kleidet. Deshalb habe ich mir gestattet, ihn zu meinem Grundschnitt zu nutzen.

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Nun geht es an den Rock, den ich annähen werde – diesmal werde ich nicht alles einzeln testen, sondern endlich einmal alles gemeinsam. Macht Sinn, wenn man endlich jemanden hat, der dann schaut und korrigiert, wo ich selbst nicht schauen und korrigieren kann 🙂

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7 thoughts on “Beige-rot-gestreiftes Intermezzo”

  • Mh, jetzt krieg ich doch ein schlechtes Gewissen wenn ich nur mit Strickzeug komme. Aber heute ist das Bunkabuch für Röcke gekommen. Vielleicht konstruiere ich morgen schnell noch einen Rock.
    Liebe Grüße
    Arlett

    PS: Die Muskel-Gewichts-Theorie verfolge ich auch gerade. ; )

    • Dann muss diese Theorie ja stimmen! Bringst du die Bücher noch mal mit? Das letzte Mal hatten wir sie ganz vergessen …

      Ich bin gerade dabei, noch mal was zu trennen und bin einen Schritt weiter. Aber ich erwarte am Sonntag dann Perfektion. Muss mal gucken, wo ich noch Probestoff herbekomme.

      Und du bringst noch was mit, Rock ist doch gut!

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