Beschlossen und losgelegt. Jaha! Hahaha…

Die Sache mit dem Stricken – tiefer, tiefer Seufzer. Es sind ja nun schon einige Mädels, die ich in den letzten Jahren ans stricken gebracht habe. Es kann also nicht sein, dass ich nicht motivieren könne. Weshalb also klappt das bei mir selbst nicht?
Seit einigen langen Monaten (die ich nicht in ein Jahr umrechnen möchte) geht es mir mit dem Stricken nicht von der Hand. Das waren noch glückliche Zeiten, als ich pro Jahr 25 feine, kleine, meine Pullis fertigstellen konnte. Es fand sich immer noch weit vor dem Abketten der letzten Masche das nächste Projekt mit passendem Garn und hoher Dringlichkeitsstufe. Nun mag genau da das Problem liegen: ich habe schätzungsweise (eine Zählung verweigere ich auch) 40 Pullis in zwei Riesenschubladen. Theoretisch also mehr als genug zum Tragen und nicht für jeden besitze ich perfekt passende Röcke. Das Gefühl der Dringlichkeit ist nicht mehr vorhanden und das hatte mich offenbar am stärksten motiviert.

Heute hingegen brauche ich genau DAS passende Muster plus DAS genau passende Garn. Und es ist verblüffend, traurig, niederschmetternd, wie selten das zusammen kommt. So habe ich in diesem Jahr einige Pullis angeschlagen und fast jedes Mal traf mich nach den ersten Zentimetern die (hundsgemeine) Erkenntnis: “Das gefällt dir nicht!”
Entweder war die Anleitung lieblos heraus gesucht – “Sieht doch auch ganz nett aus, passt bestimmt irgendwie zu irgendwas” – oder aber es fand sich nicht das Passende für das Garn, das ich unbedingt jetzt sofort verstricken wollte oder aber kein Garn für die Anleitung. Oder beides zusammen war irgendwie verkehrt. Oder das Muster strickte sich zu langweilig. Oder dies oder das oder jenes. Es fehlte schlicht der Funken.

Und so kam es, dass ich in den letzten neun Tagen dreimal neu angeschlagen habe. Erst habe ich mich tapfer das halbe Rückenteil mit der unsäglichen grauen SMC-Wolle hochgequält und jede Sekunde davon gehaßt. Dann habe ich am Freitag eine seegrüne Wolle, die nur unwesentlich besser war (Wendy Merino soft 4 ply oder so ähnlich – nicht, dass ich von dieser Marke etwas erwartet hätte … aber was testet man nicht alles) angestrickt und zwar mit Jan. Ein Vintagepulli, der mit 177 bei Ravelry gelisteten Projekten für mich eigentlich schon komplett sattgesehen ist. So fühlte es sich dann – kurz vor den Armausschnitten – auch an. Ätzend langweilig, nervtötend öde.

Also weitersuchen, leicht fiebrig und hektisch, weil ich ja endlich, endlich, ENDLICH wieder etwas stricken wollte. Zum Teufel noch eins! Stundenlang habe ich – zum 100.000sten Mal – meine Ordner, virtuell wie real, sämtliche Bücher und Hefte und Aufzeichnungen durchgewühlt, alles erwogen und alles verworfen, bis ich bei Ravelry auf eine kurz zuvor zugefügte Anleitung stieß: Peacock Feather Jumper. Die Anleitung fand sich dann für kleines Geld und schnellen Zugriff auf etsy und am Sonntag packte ich Wolle – ein Geburtstagsgeschenk der besten Constanze – und Nadeln neben den Jan Sweater in eine Tasche – nur für den Fall, dass ich beim Freundinnenplausch etwas würde stricken wollen. Wollte ich. Habe neu angeschlagen und bin endlich einmal wieder ziemlich angetan.

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Die Farbe ist mal wieder unfotografierbar – ein bläuliches Smaragdgrün, das zu einem Pfauenfederpulli doch perfekt passen müsste. Und da ich heute von einem widrigem Schicksal aufs Sofa gezwungen werde, sollte ich noch ein gutes Stückchen weiter kommen.
Was sich allerdings negativ bemerkbar macht: ich stricke mittlerweile so wenig, dass das Maschenbild deutlich unruhiger als früher ist. Ich stricke hier mit NS 2, die Wolle ist nur leicht versponnen und hat einen leichten Schimmer. Damit werde ich leben können – Hauptsache, es geht mal wieder voran!

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3 thoughts on “Beschlossen und losgelegt. Jaha! Hahaha…”

  • Du strickst mit Nadelstärke 2??? Respekt! Mir kommt nichts unter 3 in die Finger, und meine Lieblingsstärke liegt bei 3,5 … Bei so feinem Gestrick müsste sich doch aber alle Unregelmäßigkeiten nach der ersten Wäsche zurechtrücken, oder? Egal. Die Farbe ist auf jeden Fall schon mal super. Und Hauptsache, es macht wieder Spaß … 😉

    • Ah, den Respekt steck mal weg, das ist ja nur ein Muss, weil ich mittlerweile so sehr locker stricke – das muss ich halt über die Nadeln ausgleichen. Vor zwei Jahren noch hätte ich das mit einer halben Stärke mehr hinbekommen 🙂

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