Blogger-Manifest

“Es gibt kein äußeres Zeichen der Höflichkeit, das nicht einen tiefen sittlichen Grund hätte. Die rechte Erziehung wäre, welche dieses Zeichen und den Grund zugleich überlieferte.”
von Johann Wolfgang von Goethe
(28.08.1749 – 22.03.1832)

Wir haben, wenn wir uns umschauen, eine Bloglandschaft entstehen lassen, die vielfältig, bunt und abwechslungsreich ist. Wir haben Bloggerinnen, die sich unterscheiden:

Große und Kleine, Dicke und Dünne, Graue und Bunte, Junge und Alte. Und all diejenigen dazwischen. Manche nähen, andere stricken, einige tun beides, wieder andere können noch mehr. Es gibt Bilder, die sprechen und Texte, die malen. Es gibt die Ausschweifenden und die sich Kurzfassenden.
Aber wir unterscheiden uns nicht nur, wir sind uns auch einig in vielen Dingen:

Wir lieben unser Hobby. Wir sind stoff- und/oder wollsüchtig. Wir suchen Inspiration, wir teilen sie. Wir machen uns Gedanken über unsere Kleidung und finden anderes dennoch wichtiger. Wir schreiben Blogs und wir lesen sie. Wir suchen Rat und gewähren Hilfe. Und von Zeit zu Zeit ärgern wir uns:
Über uns und einen dummen Fehler. Über unseren Fehlkauf. Über eine falsche Entscheidung. Über unsere Familie, Kollegen, den Autofahrer, der uns die Vorfahrt genommen hat.

Im virtuellen Raum ärgern wir uns auch – manchmal. Wenn das Postfach mit Spam zugemüllt wird. Wenn die Schuhe in 39 ausverkauft sind, weil man eine Minute zu spät geklickt hat. Wenn das Schnäppchen bei ebay uns vor der Nase weggeschnappt wird.
Oder wenn es unseren Blog, den Blog der virtuellen (oder ganz und gar realen) Freundin angeht. Wenn die Höflichkeit nicht gewahrt wird. Ganz klar: über manche Kommentare ärgern wir uns.
Das kann ein kleiner, flüchtiger Ärger sein, weil eine von uns gestellte Frage zu klar beantwortet wurde.
Das kann ein größerer Ärger sein, wenn man von einer anonymen Person übelst beschimpft worden ist.

Es kann aber auch ein stetiger Ärger sein, der immer wieder an uns nagt. Nichts wirklich Schlimmes, Bösartiges, aber eben doch bissig. Ein Kommentar, der ungefragt und unhöflich abgegeben wird. Der klein macht, der traurig macht, der unsicher macht. Immer und immer wieder. Der uns zweifeln lässt: an dem Selbstgemachten, an unserem Spiegelbild, an unseren Talenten. Der manchmal ins Schwarze trifft. Oft aber daneben.

Auch unser eigenes Verhalten macht uns dann zu schaffen: sollen wir einen solchen Kommentar wortlos löschen (was uns irgendwie feige vorkommt)? Sollen wir ihn ignorieren (was wir zumindest gedanklich ja nicht tun)? Ihn ernst nehmen, darauf antworten, eine – ungewollte – Diskussion in unserem Blog, unserem Tagebuch lostreten? Einen gemeinen Kommentar zurück schießen? Was immer wir tun, wir fühlen uns nicht wohl.

Und warum? Nicht, weil jemand vielleicht den Finger auf den richtigen Punkt gelegt hat oder seine – von unserer eigenen Auffassung abweichende – Meinung kundgetan hat. Sondern, weil der Kommentator unhöflich war und von Unhöflichkeit ist unsere Welt zu voll. Nur, was ist unhöflich?

Es ist unhöflich, einer Mitbloggerin die eigene Meinung ungefragt und ohne Bitte, Danke, Darf ich aufzudrängen.

Es ist unhöflich, einer Strickanfängerin zu sagen, wie verzogen, krumm und schief ihr erstes Werk ist.

Es ist unhöflich, einer runden Bloggerin mitzuteilen, dass sie mit ihrer Figur doch besser auf dieses oder jenes verzichten solle.

Es ist unhöflich, eine große Bloggerin zu fragen, ob sie sich in den hohen Schuhen nicht wie eine Giraffe fühlt.

Es ist unhöflich, ungefragt mehr als einen Link in einen Kommentar zu setzen.

Es ist unhölflich, einen Kommentar abzusenden, der kaum lesbar ist, weil Dinge wie Recht-, Groß- und Kleinschreibung als unwichtig erachtet werden.

Es ist unhöflich, eine Diskussion zu erzwingen.

(All dies sind Beispiele von verschiedenen Kommentatorinnen auf verschiedenen Blogs.)

Es ist – kurz gesagt – unhöflich, sich nicht wie ein Gast zu benehmen.

Gerne kommt die Ausrede, dass wir uns mit unserem Blog, mit Text und Bild ja in die Öffentlichkeit begeben hätten und deshalb nun auch alles gelten lassen müssten – wer das nicht könne, müsse halt das Bloggen beenden.
Ja. Bloggen ist öffentlich. So öffentlich wie das Einkaufen gehen, das im Kaffeehaus sitzen, das Busfahren. Aber ist es deshalb in Ordnung, durch die Straßen zu rennen und jede Frau anzuhalten, die den eigenen Ansprüchen nicht genügt?
“Hallo, Sie da! Also Orange ist ja mal gar nicht ihre Farbe, ziehen Sie das bitte aus, Sie sind hier schließlich in der Öffentlichkeit. Und Sie da hinten, ja Sie: ähm, enger Rock? Bei Ihrem Hintern? Also raus hier, ich will ungestört Bus fahren …” Geht nicht? Stimmt, geht nicht.

Man kann auch kommentieren, ohne ein Mindestmaß an Höflichkeit zu verlieren. Oder ich kann den Weg über eine persönliche Mail wählen, wenn ich das Gefühl habe, jemanden mit meinen Tipp einen echten Gefallen zu tun. Ich kann kurz anfragen: “Darf ich etwas dazu sagen, auch wenn ich anderer Meinung bin?”
Oder ich kann meine Meinung für mich behalten, wenn ich merke, die Bloggerin ist mit dem Gezeigten glücklich und fühlt sich wohl; ja, ich kann sogar in mich hineingrinsen, wenn es mir gar nicht gefällt. Wir sind unterschiedlich und haben einen unterschiedlichen Geschmack – das müssen wir respektieren, auch wenn es manchmal schwer fällt.

Ich kann sogar helfen, kritisieren und ehrlich sein – und dabei meine Höflichkeit bewahren. Ich muss mich immer dem Ton, den Gebräuchen meiner Gastgeberin anpassen. Die eine Bloggerin fragt: “Was kann ich tun? Steht mir dies, steht mir das?” Die Andere hingegen berichtet nüchtern, was sie mag, was nicht. Wieder Andere mögen es lieb und sanft – ich als Kommentatorin und Mitbloggerin belasse es dabei. Blogs, die ich lieber anders hätte als sie sind, besuche ich nicht mehr. Blogs, die ich liebe, behandele ich mit Freundschaft. Bloggerinnen, die ich gut kenne, bekommen mich ungeschminkt. So einfach kann das sein.

Wir möchten unsere Bloglandschaft genauso bunt und vielfältig erhalten, wie sie ist. JEDE soll ihren Platz finden können. Aber bitte bemühen wir uns ALLE jederzeit um Höflichkeit.
Wenn du das genauso siehst, steht es dir frei, diesen Text auf deinem Blog zu veröffentlichen – weiterhin auf ein schönes Miteinander 🙂

EDIT: Erklärungsbedarf kann bestehen – also: aus einem spontanen und zufälligen Bloggerinnenonlinezusammenklönschnak hat sich das Thema ergeben und aus den Gedanken heraus entstand der Text oben, den wir dann gemeinsam veröffentlicht haben.



25 thoughts on “Blogger-Manifest”

  • Ich schließe mich Deinen Worten an – das hast Du mal wieder sehr gut geschrieben!

    Unhöflichkeit scheint wirklich ein Problem zu sein, was mir auch schon oft aufgefallen ist.

    Heute war ich den ganzen Tag nicht online, mich würde interessieren, was passiert ist…

    Liebe Grüße
    Simone

  • Guten Abend, Süße.

    Es ist nicht wirklich etwas passiert, es gab einen spontanen Bloggerschnaak, und irgendwie kommen wir auf das Thema und aus den Gedanken dazu ist der Text dann entstanden 🙂

  • Verteufelt, hatte ich das nicht an dich geschrieben? Wir sind auf der Feier für meinen Vater von Freunden eingeladen worden und sind da ab Mittags. Vielleicht kommen wir da früh weg, dann könnte ich noch … die sind danach nur leider für die Ferien weg und wir sehen uns auch zu selten. Aber ich hatte doch nur mit schlechtem Gewissen zugesagt ….

  • danke,das hast du wieder schön formuliert. ich habe mir den text gleich mal rüber in meinen blog geholt.
    ich hatte auch schon mit cat heute darüber geredet. tsts, wenn mir was gefällt sage ich das und wenn nicht, halte ich immer meine klappe. so einfach ist das. ich empfinde das ansonsten als sehr unhöflich. geschriebene wörter können schnell missverstanden werden. so ganz ohne mimik und tonlage!
    glg, andrea
    p.s. ich wäre so gerne zum treffen gekommen, aber meine familie streikt da immer.

  • @Michou: Nein, hast Du nicht. Mach Dir bitte keinen Stress und geniesse das Beisammensein! Das finde ich in diesem Moment wichtiger. Vielleicht gibt es wieder ein West-Bloggertreffen, dann. Ansonsten sehen wir uns demnächst sicher nochmal ‘so’, oder? Zum Shirts nähen 😉

    @Andrea: Ich halte es wie Du mit den Kommentaren! Schade mit dem Treffen.

  • Danke für diese Worte!
    Ich würde mich eurem “spon­tanen und zufäl­ligen Blog­ge­rin­nen­on­line­zu­sam­men­klön­schnak” anschließen und eure Worte gerne verlinken, wenn ich darf!?
    Denn das kann ich uneingeschränkt unterschreiben.

    Lieben Gruß Uschi

  • So wahre Zeilen, die ich gern weitergeben möchte, um den wohl gewählten und respektvollen Worten, über die man noch einmal nachdenkt, bevor man sie versendet, eine Chance zu geben.

    Vielen Dank dafür!

    Liebe Grüße
    Daniela

  • liebe Andrea,
    danke für diesen Text, ich würde meine Unterschrift sofort darunter setzen, werde also dein Angebot annehmen und den Text mitnehmen.
    Mit dem Kommentieren selbst bin ich sehr vorsichtig geworden, was schade ist. Frei raus ist mir eigentlich lieber und ich finde auch ehrlicher. Aber ich habe einmal eine Bloggerin frei raus mit einem von mir als Kompliment gedachten Kommentar verärgert – bis heute ist mir unverständlich, wie das passieren konnte. Kritisches sag ich ungefragt gleich gar nicht, ich muss nicht überall meinen Senf dazu geben wenn mir eine Naht krumm erscheint, ich finde, dass der Ausschnitt nicht richtig sitzt und oje das Karo …
    Kants Kategorischer Imperativ, das wär’s, daran müssten wir uns orientieren: “Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.” – was ich für mich ganz einfach formuliere:
    Was ich nicht will, das man mir tu, das füg’ ich keinem andern zu.
    So einfach.
    lieben Gruß, Friederike

  • Dieses: “Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andren zu.” hatte ich auch gerade im Kopf und dann sprichst du es aus 🙂
    Gerade heraus ist gut; man will ja auch den Menschen dahinter erkennen. Aber wenn es negativ ist, dann kann man es auch nett verpacken oder kurz darüber nachdenken, ob es Sinn macht, weiterhilft oder nicht – du siehst das schon sehr richtig.

  • Liebe Bloggerinnen,

    kann ein Kommentar ungefragt sein, wenn es die Kommentarfunktion in einem Blog gibt?

    Jede, die ihre Werke öffentlich zeigt, sich öffentlich zeigt, macht sich sichbar, ist damit aber auch Teil eines Diskurse, ob der sich jetzt auf dem Blog oder nur im Kopf der Leser abspielt.

    Ich lese seit einiger Zeit einige Blogs still mit und lese natürlich auch die kleinen oder größeren Zankereien, die, nach meinem unmaßgeblichen Eindruck, auf klassische Kommunikationsfehler zurück geführt werden können. Da liest jemand nicht ganz genau, jemand ist vielleicht nicht in der Muttersprache der anderen heimisch, jemand kommt aus einer anderen Kultur, in der es gerade unterstützend ist, wenn ganz offen über Dinge gesprochen wird, die nicht so rund sind, in der die Mühe des Feedbacks eine große Anerkennung bedeutet.

    Auch über diese Sätze bin ich gestolpert:
    “Ein Kommentar, der unge­fragt und unhöflich abge­geben wird. Der klein macht, der traurig macht, der unsicher macht. Immer und immer wieder. Der uns zweifeln lässt: an dem Selbst­ge­machten, an unserem Spie­gelbild, an unseren Talenten. Der manchmal ins Schwarze trifft. Oft aber daneben.”

    Ein Kommentar kann niemals klein machen, niemals traurig, unsicher, zweifelnd. Niemals.

    Wie die selige Eleanor Roosevelt sagte “No one can make you feel inferior without your consent.”

    Ich bewundere Euren Willen, Eure Entscheidung, Euch öffentlich darzustellen. Ich wünsche Euch die Kraft und die Gelassenheit, die es dafür sicher auch braucht. Meines Erachtens liegt gerade in der Opposition der anderen die Chance, sich zu finden… Liebe Grüße, a.

  • Oh, mein Gott, seid Ihr im echten Leben auch alle so NETT ?
    Mir fällt auch gerade ein Sprichwort dazu ein:
    Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.
    Ich finde, es ist Augenwischerei und auch oft Heuchelei, , wenn nur nette Kommentare
    zugelassen sind.
    Ist nix für mich.
    Ehrlichkeit hat für mich oberste Priorität.
    Manchmal verletzt einen das, ja…..das ist wahr……aber ich glaube, wenn jemand ehrlich ist, zeigt er nur sich selbst….und nicht UM andere zu verletzen

    Mia Grünfink

  • Ach, so viele weise, wahre Worte.
    Bei mir lag ein ähnlicher, aber letztlich noch nicht ausformulierter Gedanke herum, den du/ihr ja auch ansprecht:
    Ich bin frei, zu gehen und nicht wieder zu kommen, wenn mir etwas nicht gefällt oder in den Kram passt!
    Liebe Grüße vom drachenmaedchen

  • Ganz ehrlich: ich glaube, du hast die Absicht nicht verstanden. Es geht nicht um “nur nette Kommentare” – schau dich auf den Blogs um, die mitmachen: da geht es nicht nur kuschelig zu. Da gleich mit Heuchelei aufzufahren, ist schon heftig. Pardon: ehrlich.

    Ehrlichkeit und Höflichkeit schließen sich nicht aus, wenn doch, ist etwas schief gelaufen. Gut, für dich ist das nix, und mal ein bißchen verletzt sein ist nicht so schlimm. Soll ich das glauben? Du klingelst bei deiner Freundin und wirst mit “Gott, was siehst du heute scheiße aus, so nehme ich dich nicht mit.” begrüßt. Natürlich lächelst du dankbar, rennst nach Hause, ziehst dich um und verbrennst den gräßlichen Kram.

    Die Frage, die sich stellt: muss jemand anderes sich selbst zeigen, in dem er einen anderen verletzt und sich danach mit unbedingter Ehrlichkeit herausreden?
    Du darfst das auf deinem Blog natürlich halten, wie du willst – so du einen hast.

    Wie auch immer, du hast die Absicht leider fehlinterpretiert und das wird noch manchen geschehen, damit können alle leben. 🙂

  • @ Arielle:

    Doch, ein gezielt bösartiger Kommentar kann verletzen und verfolgen und klein machen. Derlei prallt nicht einfach so ab.

    Bloggen ist ja nicht einfach ein Unterhaltungsprogramm für eine Öffentlichkeit, der man sich positiv präsentieren will – ich beispielsweise suche keine “Öffentlichkeit”, sondern gleichgesinnte Bloggerinnen, die ich nicht finden könnte, wären sie nicht im Netz unterwegs und bliebe ich offline. Es bildet sich eine lose Gemeinschaft, die manchmal von Außenstehenden entdeckt wird, die dieses Bloggen als Aufmerksamkeitsbestreben mißdeutet – da können schon mal sehr gemeine Sachen gesagt werden (ich habe das einmal erlebt, bei anderen schon öfter gesehen). Manchmal stichelt eine, die scheinbar in der Gemeinschaft aufgeht – das ähnelt dem Gefühl, von einer Freundin hintergangen worden zu sein.
    Und solche Dinge tun weh, vor allem Neubloggerinnen. Muss das wirklich sein, nur damit sich die Kommentatorin für einen Augenblick ihren Frust von der Seele schreibt?

  • Liebe Michou, liebe Leserinnen,
    es geht auch in den Blogs eher zu wie auf dem Schulhof und nicht wie in einer heilen Welt. Da helfen auch Manifeste wenig, egal wie edel und gut sie gemeint sind … der Nichtangriffspakt ist leider zum Scheitern verurteilt. Außer selbst immer höflich zu bleiben, kann frau da nicht viel machen. Mit gutem Beispiel vorangehen.
    Der Text ist trotzdem gut. Genau wie die Absichten. Wenn es geht, nicht immer alles persönlich nehmen.
    @Arielle: Genau. 🙂
    Liebe Grüße, Sathiya

  • Liebe Arielle, liebe Mia, liebe Sathiya,

    Ich denke auch, und habe es selbst erlebt, dass ein Kommentar sehr an einem nagen kann. Nicht weil er ehrlich ist, sondern weil er in einer Art und Weise abgegeben wird, die kleinmacht, massregelt, besserweiss, die einem das Gefühl gibt, es würde über einen gerichtet.
    Ich bin sicher niemand, der sich zuckersüsse, megaschmeichelnde Kommentare in riesigen Mengen erbloggen will. Aber der Ton macht die Musik und so wie ich im echten Leben keinen Zickenkrieg in meinem Wohnzimmer möchte, möchte ich auch, dass mein virtuelles Wohnzimmer hiervon frei bleibt. Ich sehe das ein wenig so, wie auch meine Lehrevaluationen. Jeder darf gern seine ehrliche Meinung und Kritik anbringen. Aber wer etwas schreibt wie ‘Die arrogante Kuh soll mal die Scheissart sein lassen’ (hatte ich schon) hat sich in meinen Augen disqualifiziert.

    Und ehrlich gesagt, so ein Blog ist was sehr persönliches , da finde ich, darf ich auch Kommentare persönlich nehmen.

    Danke für den Impuls, Michou.

  • Liebe Michou,
    wenn ich darf, anworte ich hier auf siebenhundertsachen.
    Gezielter bösartiger Kommentar: es ist im ersten Schreck verletzend und deprimierend, aber ja doch. Das stellt keiner in Abrede. Es gibt wohl kaum jemanden, der da von Anfang an drüber steht.
    Aber im Ernst: wenn sich jemand mit einer gemeinen Bemerkung selbst disqualifiziert – wieso nimmt frau sich diese dann trotzdem noch so zu Herzen? Das verstehe ich nicht. Und ja, ich bin AUCH eine Frau :-).
    Nicht alles persönlich nehmen, meinte ich, n i c h t alles. Okay? Eher als Denkanstoß und Gelegenheit, daran und damit zu wachsen.
    (Das sind wunderbare Tips, die ich mir selbst zuallererst hinter meine eigenen Ohren schreiben sollte, bevor ich jemanden belehren dürfte. Ich bin leider zu oft auch eine Mimose 😉 )

    Liebe Grüße und – alles wird gut!
    Sathiya

  • Sathiya, wenn du mal bei mir zurück blätterst, gab es einmal eine sehr bösartige Dame, die erst auf mich, dann auf so ziemlich alle geschoßen hat. Gelöscht habe ich sie nicht, aber ich habe ihr auch nicht den Gefallen getan, sie zu ignorieren und mich dann doch zu ärgern oder zu grämen – ich habe ihr öffentlich in einem Extrapost geantwortet.
    Das wäre auch weiterhin meine Methode, mit wirklicher Bosheit umzugehen. Ich bin da viel weniger verletztlich, als es den Anschein hat.
    Aber ich bin nicht alleine und im Grunde sollte es doch selbstverständlich sein, dass man höflich bleibt – das ist der Mindestanspruch und nicht die Erwartung, alle müssten lieb zu mir sein. Und wenn sie – spontan, nicht veraberedet – einige zur gleichen Zeit zusammen finden und feststellen, dass sie in letzter Zeit einfach ständig angepiekst sind – dann kann man das auch mal schreiben, oder?

    Ich denke, du bist die Allerletzte, die nicht offen und ehrlich mit allen möglichen Themen umgeht 😉 Und genau das haben wir mit diesem Text gemacht – ich finde es erschreckend, wie viele glauben, dass ein ehrlicher Text nun Unehrlichkeit erwartet … ach, ich bin noch gar nicht richtig wach und das um die Uhrzeit. Weiß der Henker, was ich gerade schreibe 😉 Immer das, was mir in den Sinn kommt und ehrlicher geht es auch kaum.

  • Hallo Michou,
    ich habe eben stundenlang gesucht… den fraglichen Beitrag aber nicht gefunden. (Übersehen vielleicht? So viele Einträge…) Macht nichts. Ich kann es mir gut vorstellen.

    Klar darf man au sagen, wenn man gepiekst wird… aber was mich mittlerweile daran so stört, daß das Echo laut und lauter durch den ganzen Blogger-Wald hallt. So viele Leute außer eurem Kreis scheinen gerade auch noch gepiekt worden zu sein…

    Gegen wirkliche Bosheit wird das Manifest, so gut es gemeint ist, leider nicht viel ausrichten. Sondern im Gegenteil eher einige Leute verschrecken, die es sich ab heute dreimal überlegen werden, ob sie noch jemals irgendwas schreiben, so sie nicht vorher die ausdrückliche Erlaubnis der Hausherrin eingeholt haben.

    Dein Blog ist schön, lesenswert, zum Nachdenken anregend, vielfältig. Lese ich gern. Ebenso die Kommentare.
    Ich mag Ehrlichkeit und Non-Konformität.
    Unbedingt!
    In diesem Sinne – und nur die Ruhe. 🙂
    Liebe Grüße, Sathiya

  • Danke für die Anregung zum Nachdenken.

    Den berühmten Ton (der die Musik macht) kann man ja schriftlich nicht hören. Deshalb beschleicht mich etwas das (unangenehme ) Gefühl, dass ich einer dieser Blogger mit unangenehmen Kommentaren sein könnte.
    Ich neige dazu oft ungefragt meinen Senf beizusteuern und obwohl ich immer versuche diese spontanen und gut gemeinten Äußerungen so höflich wie möglih zu formulieren, kann ich mir nach diesem Text (mit Kommentaren) vorstellen, dass sie als belehrend, maßregelnd oder (vor allem) besserwissend aufgefasst werden können (was müssen auch überall diese Fettnäpfchen rumstehen?).
    Von nun an möchte ich versuchen etwas vorsichtiger zu sein und für Vergangenes um Entschuldigung bitten (mit der Ortographie wird es aber wohl nie klappen(ein Grund weshalb ich lnge zögerte überhaupt zu Bloggen))

    Liebe Grüße, Christoph

    • Lieber Christoph,

      wir haben gemerkt, dass sich auf das Manifest hin (welch ein Name, der war ja schon ironisch gemeint 😉 ) einige Falsche angesprochen gefühlt haben – obwohl wir im Grunde nichts anderes formuliert haben als den Wunsch, doch höflich zu bleiben. Das Ganze hatte sich aus einer Situation spontan ergeben. Es geht gar nicht darum, nicht ehrlich zu sein oder spontan oder nur noch grammatikalisch und orthographisch lupenrein zu kommentieren: es geht darum, dass man sich – so man etwas negatives schreiben möchte – kurz in den Anderen hineinversetzt und überlegt, ob das nötig, hilfreich oder freundlich gemeint ist – und nicht um eigenen Frust abzubauen. Wenn du dir anschaust, wer sich dieses Manifest auf die Seite gestellt hat, dann ist keine dabei, die nicht locker und gut mit Kritik oder Flapsigkeit umgehen kann.
      Das mit dem Ton ist schwierig, aber machbar – lieber mal ein bitte oder ein Smilie zu viel, oder klar machen: ist nur meine Meinung, ich mag dich dennoch – schon ist es Kommunikation und nicht Schulmeisterei 🙂
      Wenn ich mir deinen Kommentar so durchlese, glaube ich eigentlich nicht, dass du angesprochen sein musstest 🙂

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