Braves Mädchen

Wie immer eigentlich, hatte ich eigentlich an meiner Bluse arbeiten wollen und eigentlich hätte auch nicht viel dagegen gesprochen. Bei so viel eigentlich kann es eigentlich nur schief gegangen sein 🙂

Als erstes die Zeitumstellung – da kommt man ja schon vor dem Aufstehen aus dem Tritt. Dann der herrliche Sonnenschein und die Idee, gemeinsam im Örtchen beim Griechen (der eigentlich kein Grieche im üblichen Sinne ist!) draußen zusammen zu essen. Was wir taten. Zweieinhalb Stunden lang; so viel Sitzfleisch habe ich sonst nicht, aber es schmeckte, es war lecker und dazu noch still – offenbar haben die meisten noch geschlafen oder eine lange Autofahrt sonst wohin vorgezogen. Was hat mir das gut getan.

Am Nachmittag, der überraschend hereinbrach, maß ich eine Freundin aus und erstellte ihr einen Grundschnitt, den wir in den nächsten Tagen einmal testen wollen und von dem ich jetzt schon weiß, dass er geändert werden muss: groß, schlank, breitschultrig und vollbusig ist eben nicht 08/15. Eine also vollkommen altruistische Tat verhinderte das absolut egoistische Nähen an meiner Bluse.

Heute aber habe ich mich rangegeben – langsam und sehr entspannt und ich habe so in drei Stunden nicht mehr als Kragen, Beleg und ein Knöpfchen geschafft. Und mir im letzten Moment noch einen Fehler eingebaut: beim absteppen der Halsausschnittnaht innen – das englisch benannte staystitching – habe ich es geschafft, den Kragen unbemerkt mit einzunähen. Beim Trennen rutschte ich aus und musste nachähen: nun sitzen die Raffungen vorne in der Mitte nicht mehr horizontal, sondern wellig-hochgerutscht. Und natürlich bleibt das jetzt so, das ließe sich eigentlich nur mit einer kompletten Trennung retten. In einem anderen Haushalt, nicht in dem meinigen …

ausschnitt

Da die Puppe erstaunlich unbeweglich in ihrem Schulterbereich ist, passt ihr die Bluse nicht mehr – ich komme hinein, wie bequem das Hineinsteigen mit Ärmeln sein wird, wage ich noch nicht zu bedenken.

img1286

Und nun bin ich so rechtschaffen müde, dass ich mich hinlege. So entspannt bin ich und ich merke, dass ich das auch sehr, sehr brauche. So langsam schwindet auch das schlechte Gewissen deswegen.



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