Die Nachtkuh heult, die Wispermaus – aus!

ölgemäldeÄhm, ja – wie? Ja, ich weiß es auch nicht, aber es gefiel mir so gut, dass ich mich nun auf meinem Sofa zurechtrücke und losschreibe. Das titelgebende Zitat stammt übrigens aus einer Serie mit dem Titel “Goldene Zeiten, bittere Zeiten” von 1983, von der ich gerade die 5. Episode schaue. 20 Folgen sind es insgesamt, die das Leben einer badischen Familie von 1920-1945 schildern. Ich kann mich Achschwach bis gar nicht an diese Serie erinnern, bin aber in meiner Seriensucht sehr glücklich, auf die DVD gestoßen zu sein. Und als nun diese Zeilen mit Pathos und Grandezza gesprochen wurden und das Salonpublikum ratlos klatschend zurück blieb, nun, da fühlte ich mich seltsam beschwingt.

In den letzten vier oder fünf Wochen war ich fleißig, wie ich es ja immer bin; ob nun die Hüberlein um mich umherschwebt oder nicht. Ich bin erstaunt, wie unglaublich erleichtet ich nach Aufgabe des Geschäftes bin und wie sehr ich mich doch neu orientiere; selbst, wenn es nur um etwas banales wie Haushaltsführung geht – es ist ein ganz ander Ding, sich bewußt für Haushalt und Familie zu entscheiden (wie das schon klingt! Keine Angst, das wird jetzt hier kein ShabbyChic-Heute-back-ich-morgen-brau-ich-Blog werden!) oder ob man nach den Geburten der Kinder in diese Aufgaben hinein rutscht. Da kommt noch mehr, da bin ich mir sicher, aber jetzt genieße ich es zunächst einmal, frei von der Verantwortung für Werbung, Mehrwertsteuer, Bestellungen und Terminen zu sein.

Wie habe ich das nun gefeiert? Ich habe wieder einmal meine Grundschnitte ein wenig verfeinert, einen Rock, ein Kleid und einige Sloper genäht, habe endlich wieder die Stricknadeln zur Hand genommen und berste über vor Ideen. Seltsamerweise ist die Zeit noch ebenso begrenzt wie zuvor und jünger, straffer und schöner bin ich auch nicht geworden. Zu eigenartig …

Heute abend oder morgen früh setze ich mich endlich an Elisabeths und Marias Streit, schlage die Ärmel an, beantworte ein paar Mails und sportele noch ein wenig in unserem Keller. Dann liegen hier noch einige schöne Seiten, die ich für euch einscannen will und überhaupt will ich auch meine virtuellen Kontakte wieder intensiver pflegen – es war doch ordentlich viel echtes Leben in der letzten Zeit.

Weshalb schreibe ich das eigentlich? Damit ich mich wieder ans bloggen gewöhne und vor allem, um die wunderbaren Titelzeilen verwenden zu können. Wer sagt, das alles immer einen tieferen Sinn haben müsse? Eben!

Jetzt gönne ich mir eine halbe Stunde Pause mit Film und Stricknadeln, beim Friseur war ich heute auch schon und hoffe, es geht allen, die dies hier gerade lesen, unglaublich gut! Ach was, nicht so zaghaft: ich befehle es, auf dass heute jeder wenigstens eine halbe Stunde Glück und Zufriedenheit erleben möge. Falls das funktioniert haben sollte, rette ich morgen früh die Welt – ein Klacks!



14 thoughts on “Die Nachtkuh heult, die Wispermaus – aus!”

  • Am helllichten Mittag TV !

    SOWAS gibt’s hier ja nicht…😉

    Liebe Grüße
    Und deine Beschwingtheit möge lang,ganz lange anhalten !
    Stella

    • Ich brauche ja immer Begleitung bei allen Tätigkeiten und kann auch nicht Filme schauen, ohne dabei zu stricken oder zu lesen oder sonst was zu tun. Schlimm, oder? Deshalb kenne ich so viele Serien und Filme auswendig – aber hey, deshalb laufen wir hier auch in gebügelten Kleidungsstücken herum. I call it Win-Win 😀

      Und solange ich so nette Dinge von dir hören, werde ich nicht wagen, nicht beschwingt zu sein 😀

    • Na, das hoffe ich doch und das ist ja nur die Mindestanforderung – ich hoffe da gerade bei dir doch auf mehr! Sei jetzt sofort glücklich! 😛

    • Ich war schon da, nur irgendwie vergeht die Zeit doch viel schneller als gedacht.
      FRÜHER, als ich noch ganz jung war, stand ich einmal fassungslos vor einer meiner liebsten, schlausten und toughsten Schönheitsfarmstammkundinnen, deren Haut gar nicht so gut war, wie ich es ihr prophezeit hatte, wenn sie brav und artig täte, was ich ihr sagte. Ich hatte versagt und fragte sie ganz traurig, ob es denn gar nicht geholfen habe. Und was sagte sie?

      ” Nicht böse sein, ich habe das irgendwie nie richtig angefangen, ich wollte ja, aber die Zeit war auf einmal so rasend und flott …”

      “Wie? Nicht einmal??”

      “Ach, so ein Jahr ist doch auch so schnell rum!”

      Heute weiß ich ganz genau, was sie meint! 😀 (Danach war sie brav und im nächsten Jahr war alles schön, puh!)

  • Oh, ich freu mich sehr! Zum einen, dass es dir mit deiner Entscheidung gut geht, zum andern natürlich auf den angekündigten nächsten Teil! Ich habe mir ja, (um der Entzugserscheinungen beizukommen ;)) deine Empfehlung Nancy Mitford, Madame de Pompadour, besorgt und schnurpse es gerade weg. Diese Frau schreibt ja ganz großartig! Wie konnte sie mir nur all die Jahre durch die Lappen gehen? Liebste Grüße, Zuzsa

    • Nancy Mitford ist ganz ganz wunderbar und von ihren Romanen liebe ich “Alfred darf’s nicht wissen” oder “Don’t tell Alfred” am meisten. Muss ich auch wieder lesen.
      Das freut mich also sehr, wenn du sie durch mich entdecken durftest. 🙂 Und nun muss ich mich anstrengen, etwas Gutes zu schreiben, damit du mich auch noch liest – bei der Konkurrenz kann ich eigentlich gleich morgens liegen bleiben.

      • Als nächstes wartet pursuit of love darauf gelesen zu werden und ich bin schon sehr gespannt, ob mir ihre Romane genausogut gefallen.

        • Einige aus der Serie sind nur oberflächlich amüsant, darunter ist es gerne einmal tragisch, dennoch distanziert. Wie gesagt, Alfred (ist der letzte der lose miteinander verwebten Romane) ist eigentlich nur herrlich 😀 Berichte mal!

  • Hach, schön Dich so beschwingt zu lesen.
    Du machst mich lächeln…….
    Ich nehme mir jetzt auch meine halbe Stunde Glück, darf ich dabei essen ?
    Liebe Grüße Janine

  • Dann viel Erfolg in der Mehr-Familien-Zeit, es kommen auch wieder andere Zeiten. Ich fand (und finde noch) immer, dass ich, wenn ich etwas sowieso machen MUSS, ich es genausogut auch gern und gut machen kann – der Aufwand ist derselbe, aber es ist mehr Spaß 😉 Ich bin gespannt auf neue Näh- und Strickmodelle ….

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