Ein französisches Gefühl

Ich kann nicht erklären, weshalb dieser Rock mit diesem Oberteil in mir ein leicht südfranzösisches Gefühl weckt – vielleicht ist es die Sonne, die sich heute wieder blicken lässt. Vielleicht ist es der kleingemusterte Stoff, vielleicht die weißen Nadelstreifen. Vielleicht aber auch die Tatsache, dass gestern auf eben jener unten zu sehenden Terrasse meine aus Frankreich stammende Freundin Sarah auf dem Sofa saß (diesen Satz widme ich dem Autor Mark Twain, der in “Bummel durch Europa” sich mit dem deutschen Endlossatz beschäftigte – eben jene Endlossätze sind eine Spezialität meinereiner, denn sie machen beim Schreiben Spaß und regen beim Lesen den Verstand und das Gedächtnis gleichermaßen an. Ich tue alles, um euch eine spätere, durch Untätigkeit des Gehirns hervor gerufene Demenz zu ersparen 😉 )

Den Rock kennt ihr schon und mittlerweile weiß ich auch, woher die seitlichen Beulen stammen – der Stoff ist querelastisch und hatte sich beim Nähen, weshalb auch immer und trotz IDT, etwas wellig in die Naht gezogen. Beim Bügeln heute fiel mir das erst auf: alles wird glatt, die Nähte hingegen wirken, als sei das Garn eingelaufen.

Die Bluse ist ein Kleiderschnitt aus den Siebigzigern und ich hätte das Rückenteil am Hals enger machen sollen. Beim nächsten Mal weiß ich es besser. Hätte ich dazu auch nur ein wenig mehr von dem Stoff gehabt, so wäre der Saum nicht nur eine Zickzackversäumung. Da mir der Stoff aber so gut gefällt, habe ich am Donnerstag noch einmal nach gekauft. Es wäre nun ein guter Zeitpunkt, um folgendes zu bekennen: “Hallo, ich heiße Michou und ich bin stoffsüchtig. Das Schlimme daran ist: ich gedenke nicht, es zu ändern!” Und was jetzt?

Einfach mehr Bilder:

Das schöne Muster ist nicht zu erkennen: weiße Rauten auf blau-anthrazitfarbenen Karos. Angeblich Viskose, meiner Meinung nach aber muss ein gutes Maß Baumwolle drin sein, denn es bügelt sich sehr heiß und fühlt sich sehr luftig an.

An diesen Schuhen konnte ich nicht vorbei gehen: ein leicht gräulich-blaues Helltürkis. Sie sind einen Ticken zu weit und brauchen unbedingt Sohlen. Und Antirutschhilfen. Hoch sind sie außerdem, da brauche ich zudem ein Lauftraining. Aber sie waren so einladend blau, so umwerfend günstig, so entzückend passend zu allem – was soll ein Mädchen da tun? Vielleicht Miriam fragen, die bei all den Schuhen, die sie besitzt, gewiß weiß, wie ich diese Schuhe dazu bringe, am Fuß zu verharren.

Während ich Bilder knipste, trat Lenny um die Ecke, schaute mich von oben bis unten kritisch durch seine Brillengläser an, lächelte und meinte – mit Überzeugung! – : “Mama, du siehst sehr hübsch aus!” Das versöhnte mich noch im selben Augenblick mit meiner anstrengenden Fotosession: Entweder ein Hubschrauber lenkte mich ab, oder die Auto-Blitz-Funktion überblitzte, oder der Autofokus entschied, alles zu verwackeln, oder ich habe ein dummes Gesicht gemacht. Die besten der schlechten Bilder zeige ich mal wieder:

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