Einen echten Lauf …

… scheine ich in den letzten Wochen zu haben: Kleid um Kleid wird fertig. Oder doch nahezu. Nach wie vor fehlen diverse Säume und natürlich Tragebilder. Da sieht es mit dem Lauf nicht so gut aus; massive Fotounlust plagt mich. Weshalb ich mich wohl auch nicht beeile, die Säume zu nähen. Und solange die nicht genäht sind, habe ich auch keine Lust auf Tragebilder. Kommt es nur mir so vor, als bisse sich die Katze hier in den Schwanz? Ach was, ich schiebe das jetzt mal auf den Januar.

Gut, ein anderer Grund für meine Fertigstellschwäche mag sein, dass ich mitten im Projekt schon das nächste vor Augen habe und es kaum erwarten kann, den Schnitt zu erstellen oder den Stoff anzuschneiden. Da können und müssen so ein paar Handsäume schon warten können. Und so treibt es mich leicht manisch voran, voran, voran; insgeheim befeuert von der uralten Idee, meine Stoffvorräte merklich auszudünnen. Fragt nicht, ob das gelingt – ich verstehe auch nicht, weshalb der Vorrat uns immer wieder im Stich lässt und uns zwingt, für genau den nächsten Schnitt einen passenden Stoff besorgen zu müssen. Aber damit ist nun Schluß, jetzt gelten andere Sitten, ich setze mich durch. Jawohl!

Als ich vor einigen Wochen für eine liebe Freundin einen Stoff besorgen wollte, konnte ich nicht widerstehen und gönnte mir noch einmal von dem Romanit, aus dem ich meine Shirts genäht hatte – daraus ein kuschliges Kleid im Stil der 30er wäre doch sicher fein? Mir schwebte beständig ein klares Bild vor Augen, so klar, dass ich sicher war, ich habe es in meinen Ideenordnern oder in einem der vielen Bücher im Regal gesehen. Das Suchen nach diesem Bild dauerte ewig und war erfolglos. Also suchte ich von neuem, diesmal nach Schnittmustern, die zumindest ähnlich sein würden und wurde fündig:

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Alle anderen Schnitte, die zumindest ein gedachtes Detail enthielten, könnt ihr übrigens hier sehen.

Noch einmal eben so lange saß ich gestern Nachmittag und spielte mit dem Bild herum, schnitt es zu, schnitt es aus, färbte es ein – ich hätte stattdessen sicherlich auch einen Saum befestigen können. SOOO dringend wäre eine visuelle Manifestation meiner klaren Vorstellung sicher nicht gewesen. Es mag sein, dass es einfach mehr Spaß machte als handsäumen. Kaum vorstellbar …
Egal, zurück zum Thema, Schluß mit der Selbstkasteiung. Das bearbeitete Bild habe ich wieder ausgedruckt und die Linien mit einem Filzschreiber so geändert, wie ich es mir vorstellte. Die Notizen helfen aber doch, wenn ich nachher am Schnitt sitzen werde. Wie immer bleibe ich meiner Grundlinie von weicher Fülle zu strenger Taillenbetonung treu, möchte aber diesmal deutlicher in die 30er wandern. Wir dürfen gespannt sein …

1843

Danach aber werden alle Kleider fertig gestellt und sobald ich in der nächsten Woche mehr Zeit haben werde, auch hier erscheinen. Und nun werde ich mich auf frische Kartoffelsuppe und den neuen Schnitt stürzen und möglichst vergessen, dass ich ab morgen doch deutlich auf die 50 zumarschiere. DAS vermag ich wahrlich nicht zu glauben!

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3 thoughts on “Einen echten Lauf …”

  • Leider leider, bin ich auch eine große Bummelliese, was das Fertigstellen angeht. Meine Herbstjacke hängt immer noch auf dem Bügel, obwohl eigentlich nur die Knopflöcher fehlen. Allerdings bummele ich manchmal eher, damit ich nichts neues anfangen MUSS … was auch ein bisschen verrückt ist. Liebe Grüße, Zuzsa

  • Vielleicht funktioniert ja folgendes Prinzip:

    Erst einen Saum nähen (Kleid fertigstellen) und dann etwas Neues anfangen UND beenden. Dann das nächste unvollendete Stück hernehmen – wenn’s fertig ist, was Neues. Usw. usf.

    Los, Du möchtest Deine neuen Kleider doch auch anziehen, oder????
    Dann mal mit ganz viel Vorfreude und Null Gedanken an “keine Lust” ans Werk!

    Liebe Grüße

    Katharina

  • Es tut doch immer gut zu hören, dass ich nicht die einzige mit einem ewig überquellenden Stoffschrank zu sein scheine, aus dem nur leider nie das herausquillt, was ich gerade zu benötigen glaube.
    Und säumen verschiebe ich meist auf das Sofa wenn ich entweder halbherzig einen Film schaue oder wirklich mal wieder in Ruhe Musik höre (was leider viel zu selten vorkommt).
    Einen sehr schönen Entwurf hast du da gezaubert, die Farbe macht das Ganze noch sehr viel eleganter als auf dem Schnittmuster.
    Ich bin gespannt 🙂

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