Eins, Zwei, Drei

ist nicht nur einer meiner Lieblingsfilme, sondern auch das Motto dieser letzten Nähwoche. Der Gatte war drei Tage unterwegs und so konnte/musste ich Montagabend einmal den mit Stoffen und Stoffresten gefüllten Wäschekorb hinterm Sofa ausleeren und inspizieren. Darin befinden sich – theoretisch – all die Stoffe, die als nächstes vernäht werden sollen. Ihr ahnt, dass “als nächstes” ein dehnbarer Begriff ist.
Ein Begriff, der einen Zeitraum von mehreren Monaten umfassen kann.
Ein Begriff, der sich auch auf bereits begonnene Projekte bezieht. Projekte, die daneben gingen. Oder langweilig geworden waren. Die einer Lösung bedürfen. Die Lösung bestand am besagten Montagabend im Wegwerfen.
Anderes wurde umgeschichtet, umsortiert, ausgetauscht oder – ha! es gibt ein echtes “als nächstes”! – am selben Abend noch gebügelt, ausgebreitet und zugeschnitten. Genau dreimal habe ich Stoffreste und Minicoupons dazu verwendet, Blusentops zu schaffen.

Das erste könnte auch unter dem Titel: “Mehr holde Lieblichkeit” laufen. Wenn es denn etwas ordentlicher gearbeitet wäre. Aber das geht nicht immer 😉 (Und wer nun denkt, ruft oder schreibt: “Natürlich kann man immer ordentlich arbeiten! Du willst das doch anziehen!” – der ist ein Spielverderber, der in einer anderen Liga spielt 😉 )
Das fing schon damit an, dass von diesem kirschroten Baumwollstoff nur ungleichmäßige Reste übrig waren – vor drei Jahren hatte ich daraus einen Rock zugeschnitten, der dann von meiner ersten Nähmaschine gefressen wurde. Nun waren noch einige Rechtecke, kleinere Dreiecke und lange Streifen übriggeblieben. Mit einer kleiner Mißachtung des Fadenlaufes habe ich Vorder- und Rückenteil heraus geholt und einen Beleg für den Halsausschnitt. Aus den Streifen wollte ich nun unbedingt eine Rüsche für den Ausschnitt schaffen. Außerdem wollte ich einen flachen Kragen anbringen. Ging nicht in Rot, also in den Resten weiter gekramt und weiß gefunden – gerade eben genug für Kragen und Armauschnittbelege.

Beim Ansetzen der Rüsche dann Unglück Eins: ein Faden hatte sich um die untere Spule gewickelt und zerrte den Stoff in die Führung – das MUSS am Stoff liegen, er will sich von jeder Maschine vernaschen lassen. Da das aber ein Projekt war, an dem mir nicht zuviel, habe ich trotz der nun leicht zu schmalen linken Rüsche weiter gemacht.
Beim Annähen des Beleges an Rüsche und Vorderteil dann brach mir die Nadel ab – ich hatte eine Stecknadel zwischen des Schichten vergessen. Kommt davon, wenn man um halbelf in der Nacht noch etwas neues beginnt. Mitten in einer kritischen Naht war das ungünstig. Bis alles wieder lief, hatten sich die Schichten irgendwie verzogen und beim späteren Betrachten stellte ich – nach dem Abschneiden der NZ – fest, dass da zwei Zipfel herausschauten, die da nicht hingehörten.
Also alles wieder wenden und den Ausschnitt ein klein wenig weiter und tiefer ausnähen. Gut wäre es gewesen, wenn ich mich dabei daran erinnert hätte, dass die Seiten schon ungleich waren. Nun war alles hübsch schief, aber nicht mehr wirklich auftrennbar.

Beim Absteppen der Armlochs dann gab es draußen einen kräftigen Rumms, ich erschrak mich und zack – eine hübsche Zacke in der weißen Ziernaht. War mir aber nun auch egal. Und warum war mir das alles so egal? Weil das ganze Projekt eben nur ein Versuch war. Der mir nun eigentlich ganz gut gefällt. Gefallen würde, wenn ich es denn hätte richtig machen können 😉 Auf jeden Fall weiß ich nun, dass der Kragen, den ich zum meinem Standardtoü gezeichnet habe, passt.

Die anderen zwei Tops kommen dann in den nächsten Tagen dran. Heute habe ich nämlich gar keine Lust zum Fotografieren – das Licht war nämlich heute UNMÖGLICH!

Jepp, kopflos hat was für sich. Außerdem seht ihr sehr schön, warum ich dem roten Hosenmodell einen Bund angenäht habe: ich mag es gar nicht, wenn die Bluse die Taille verbreitert, weil die Hose/der Rock zu weit unten sitzt. Mochte aber heute keinen Rock tragen … und frischgewaschene Haare mit Monsterlocken ist auch nicht so mein Ding. Meckermeckermecker!

Damit aber nicht genug, denn ich will immer noch die bessere Passform erreichen: ich habe bei dieser Bluse mittlerweile die Schultern nach vorne verlegt, die Armlöcher einen Zentimeter nach oben verlegt, dem Brustabnäher einen halben Zentimeter mehr Weite verschafft, den Halsausschnitt hinten enger gemacht und die Länge zwischen rückwärtiger Schulter und Achsel um einen halben Zentimeter verkürzt.
Aber weiterhin rutscht der Halsauschnitt beim Tragen vom Nacken hinunter. Und es bilden sich Falten, die in keinem Fitting-Buch verzeichnet sind. Und es klafft am hinteren Armausschnitt:

Meine ganz schlimme rechte Seite – wobei ich hier beim Knipsen auch sehr schief stand.

Die weniger schlimme linke Seite.

Die Falten von Schulter zu Schulterblatt.

Nun habe ich hin und her überlegt, dass mein Rücken vielleicht zu krumm ist. Dann müsste ich mehr Länge zwischen Schulter und Achsel in der HM einfügen. Allerdings würde sich bei einem Rundrücken das Ausschnitt nach oben schieben und die Falten würde in die umgekehrte Richtung zeigen, nämlich vom Nacken zur Achsel.
Eine andere Theorie zur Entfernung des hinteren Armlochklaffens besagt, dass das wirklich zuviel Länge ist – dabei müsste das Rückenteil an der Achsel schmaler geschnitten werden. Was mir im Grunde logischer erscheint, denn mein Brustkorb ist schmal und gerade; da würde ich genau den Zipfel Papier/Stoff wegschneiden, den mein Brustkorb nicht braucht.
ABER dann habe ich – so denke ich es mir – vielleicht doch ein Problem mit meiner neuen Oberweite: hier könnte durchaus noch ein wenig mehr Luft sein. Wenn ich nun hinten wegnehme und vorne zugebe, verteilt es sich dann wirklich so, wie es sollte? Auf der rechten Seitenansicht sieht man ganz gut, wie sich der eigentlich gut passende vordere Armausschnitt und der genau richtig sitzende Brustabnäher nach hinten drehen – weil mir der hintere Kragen rutscht und das Rückenteil zieht. Was ist die Lösung? Hinten wegnehmen, vorne zugeben und dazu die Schulternaht noch weiter nach vorne drehen? Aber wenn das Rückenteil da bliebe, wo es hingehört, sitzt die Schulternaht im richtigen Winkel …

Was genau also sagen diese hinteren undefinierbaren Falten? Hervorspringende Schulterblätter sind es nicht, mein Rücken selbst ist auch nicht gerundet, nur die Armkugeln und die habe ich im Griff. Auch die vorderen Armausschnitte werden besser mit jeder Änderung, und dennoch komme ich hier jetzt nicht weiter.

So, das war wieder einmal lang und unklar. Kein Tag zum Bloggen heute, eigentlich.



5 thoughts on “Eins, Zwei, Drei”

  • Ich weiß es auch nicht !! Müßte mir das ganze mal im Original an der Frau ansehen 🙂 Vielleicht bringes was, wenn Du den Abnäher nach oben etwas verbreiterst. Mach doch mal ein Probedings aus einem alten Bettlaken an dem du alles nur heftest und probieren kannst bis zum Umfallen …

  • Das mit dem nach oben verbreitern hatte ich schon versucht und ich denke, da sollte noch etwas mehr hinein – statt 0,5 dürften es sicherlich 0,75 oder gar 1 cm sein. Aber das hat hinten gar nichts geändert, sitzt nur vorne schön 😉

    Habe mich nicht gemeldet, weil der Kiga wieder einmal zu hat: Läuse! Dazu habe ich gestern nachmittag mit dem Gatten beim Gatteneinkleidungsshoppung verbracht! Wir sollten uns wirklich mal treffen!

  • wenn du das bild von hinten anschaust,dann kannst du sehen,dass die ässere naht der schulternaht sich anhebt-da ist etwas zu viel oder die linie der schulternaht nicht in der richtigen flucht verläuft.mit anderen vorten, du hast vermutlich mehr geneigte schulter als der schnitt es vorgibt!
    jetzt zu den abnäher. es muss viel mehr rein in die abnäher!!guck beide seiten bilder- du kannst sehen:
    1. es spannt auf dem hochpunkt des busens.
    2. es legen sich die fältchen von “zu viel stoff” die drum betteln-weggeschlossen zu werden.
    3. armloch an der vorderseite muss vertieft verden- auch da spannts…
    und auch bei genauer betrachtung kannst du auf den seitenbilder sheen, dass in der mitte des rückenst der halsausschnitt etwas absteht.d.h. dass die 3-5 cm(in der senkrechtem verlauf) abnäheränlich weggenäht werden müssen.nurr paar millimiter vom centrum, damit es sich um dein körper legt.

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