Es bleibt schwierig – oben herum

Julia schrieb ausführlich, was sie auf dem letzten Problembild erkennt:

wenn du das bild von hinten anschaust,dann kannst du sehen,dass die ässere naht der schul­ternaht sich anhebt-da ist etwas zu viel oder die linie der schul­ternaht nicht in der rich­tigen flucht verläuft.mit anderen vorten, du hast vermutlich mehr geneigte schulter als der schnitt es vorgibt!
jetzt zu den abnäher. es muss viel mehr rein in die abnäher!!guck beide seiten bilder– du kannst sehen:
1. es spannt auf dem hoch­punkt des busens.
2. es legen sich die fältchen von „zu viel stoff“ die drum betteln-weggeschlossen zu werden.
3. armloch an der vorder­seite muss vertieft verden– auch da spannts…
und auch bei genauer betrachtung kannst du auf den seiten­bilder sheen, dass in der mitte des rückenst der hals­aus­schnitt etwas absteht.d.h. dass die 3–5 cm(in der senk­rechtem verlauf) abnä­he­ränlich weggenäht werden müssen.nurr paar milli­miter vom centrum, damit es sich um dein körper legt.

Die Sache mit der leidigen Schulternaht und die Frage, wie sind die Schultern: gerader als beim Durchschnitt, identisch oder abfallend? Die Burda-Damen waren die ersten, die von sehr geraden Schultern sprachen und mir erklärten, ich müsse die Schulternaht an der Schulter anheben. Habe ich versucht und die Falten am Rückenteil waren geringer und die Beulen weniger. Von vorne allerdings bildeten sich nun Falten, die auf herabhängende Schultern zu deuten schienen.
So habe ich an einer Bluse einmal das Gegenteil versucht und die Schultern gesenkt – nun spannte es überall, die Falten und Beulen am Rücken und hinteren Armloch waren unglaublich. Erst dass sich Beschäftigen mit englischsprachigen Fitting-Literatur brachte mich auf die – teilweise – Lösung: nach vorne geneigte Armkugeln, die unabhängig von der eigentlichen Schulterlinie eine rückwärtige Anhebung und vordere Senkung an der äußeren Schulter verlangten.
Ha, das passte doch und sitzt um gute 200% besser als alles andere.

Wie gerade oder geneigt ist aber die Schulterlinie nun? Trotz der nach vorne zeigenden Armkugel ist meine Schulter dennoch eher gerader als bei vielen anderen. Am besten kann man das wohl bei den Strickpullis sehen, die sich ganz anders anlegen:

Schwierig … 😉

Das mit dem mehr Platz für die Oberweite – das bereitet mir richtig, richtig Schwierigkeiten. Weniger vom Technischen her als vom Geistigen: innerhalb von fünf Monaten bin ich von 53 kg auf 58 kg gestiegen und von 75 B auf 75 D! Dass mir kaum noch etwas passt, ist klar. Dass ich mich an die neue Menge einfach nicht gewöhnen kann, ist vielleicht auch verständlich – mein Körpergefühl ist da noch nicht angekommen. Vor kurzem noch war ich manchmal mit einem SBA beschäftigt und nun soll auf einmal das Gegenteil das Richtige sein … Ich will keine 75 D haben 🙁 In den nächsten Wochen muss ich es unbedingt schaffen, ein Kilo dauerhaft herunter zu bekommen und die Finger vom vermaledeiten Süßkram zu lassen. Tipps dazu bitte hier abliefern. Mit Express!

Dann die Sache mit dem Armauschnitt: ich habe weiterhin sehr zarte Arme und brauche enganliegende Armlöcher, weil sie sonst sofort abstehen. Was durch den Oberweitenzuwachs noch gefördert wird. Was ich hier sicherlich noch verstärken könnte, ist das verschmälern des Vorderteiles auf Höhe der Armlochmitte – durch die nach vorne geneigten Schultern wird die Partie schmäler. Das gibt auch mehr Weite für das Armloch.
Und weil das Beschreiben der Dinge, die man tut oder tun sollte, immer missverständlich sein wird, habe ich an einem Bildchen gezeigt, was ich bislang ändere.

  1. Schulter um 2 cm nach vorne neigen.
  2. Hinteren Halsausschnitt um einen halben Zentimeter nach oben verlegen – mein Hals ist zu schmal für die meisten Schnittmuster.
  3. Den Brust- und/oder Taillenabnäher um anderthalb Zentimeter senken. In letzter Zeit allerdings reicht oft schon 1cm.
  4. Neuerdings den Brustabnäher verbreitern – demnächst noch mehr als in den ersten zaghaften Versuchen … vielleicht warte ich das Abnehmen des einen Kilos ab?
  5. Am Rücken die zu starke Neigung für meinen absolut geraden Brustkorb heraus nehmen.
  6. Platz für die Hüfte schaffen.

Das mit dem kleinen Abnäher am hinteren Ausschnitt klang für mich immer schon logisch – funktioniert aber gar nicht. Dann verschob sich die Schulter zu stark, der Armausschnitt beulte noch mehr und es entstanden leere Tüten unterhalb des Abnähers. Da denke ich, ist doch eher mein Schwanenhals das größere Problem.

Letztendlich aber muss ich sagen: so nörgelig ich bin  und so genau ihr alle schaut – wer sonst mal hinschaut, sieht das alles nicht. Im Gegenteil gibt es Teile, auf die ich positiv angesprochen worden bin. Wir, die wir ständig nähen und viel zu kritisch schauen, haben längst den Blick dafür verloren, was andere Menschen, die “normal” einkaufen gehen, als gut sitzend empfinden. Ich sollte mich mal wieder zur Entspannung gemahnen.

Auf der anderen Seite allerdings: wenn ich sehe, wieviel besser der Sitz vieler Dinge geworden ist, dann denke ich, die letzten Schritte zum guten Sitz müssen doch auch noch zu schaffen sein;-)



4 thoughts on “Es bleibt schwierig – oben herum”

  • deine skizze macht es genau deutlich,wie ich es gemeint habe.wenn du das machst-sollte besser werden.
    ich weiß,dass es schwierig ist an sich selbst rumzukorrigieren,dennoch empfehle ich dir mit den finger und stecknadeln an sich rumzuprobieren!
    man stellt sich vor spiegel und kneift in die fältchen mit den finger rein und (mit etwas übung) befestigt die stecknadeln dran.dabei kann man es sogar genauer am körper abstecken, z.b. wenn der rücken auf das vorderteil läuft und mehr vom rücken als vom vorderteil abgesteckt werden soll.
    was ich definitiv nicht empfehle:
    das gute stück auf links dreheen und bequem abstecken! denn die menschen sind nicht symetrisch und die meisten haben unterschiedliche schulterhöhe.würde man das kleidungsstück auf links drehen- würde das ganze spiegelverkehrt sein.
    am besten machst du dir eine schneiderpuppe.an der kannst du dann perfekt genau deine figur abstecken.
    guck mal die bilder an! es ist nciht schwierig zu machen. und wenn du noch auf einen fuss stellst,dann kannst du demnächst auch perfekt den saum machen.
    http://club.season.ru/index.php?s=&showtopic=4285&view=findpost&p=418744

  • ich wusste warum ich lieber so eine Schneiderpuppe hätte als die verstellbare die ich mir gekauft habe (meine Figur lässt sich damit trotzdem nicht nachbilden, örks).
    Ich – natürlich – wieder zum Thema “75D” – “D” ist kein besonders großer Cup (obwohl ich immer noch der Meinung bin das 75 zu weit für Dich ist -> schau auf britischem Ebay nach günstigen BHs, Briten sind wirklich unschlagbar was das betrifft!). Das Problem ist dass die meisten Schnitte für eine relativ flache Figur entwickelt werden. Des weiteren wird der Brustpunkt in den meisten Schnitten zu tief (“Bauchhöhe” 😉 ) angesetzt. Ich bin zwar selbst mit der Oberweite nicht besonders üppig ausgestattet, habe aber trotzdem Probleme mit spannenden Vorderteilen, Querfalten und so weiter (meist bei gekauften, nähen tue ich immer noch nicht viel …)
    Grüße
    J

  • Liebe Michou,

    ich bin nur stille Leserin deines Blogs und freue mich über jede neue Inspiration, die ich irgendwann einmal -wenn ich etwas mehr Ahnung vom Nähen haben werde – bei meinen eigenen Projekten anzuwenden hoffe.
    Bei deiner Buchstabenphobie was BH-Größen angeht, musste ich dann aber doch schmunzeln und komme nicht umhin, dir den Link zu den http://www.busenfreundinnen.net da zu lassen. Dort kannst du dich kostenlos beraten lassen und wirst dann sicherlich auch deine Buchstabenphobie überwinden. 😉

    Liebe Grüße,
    eine Nähanfängerin

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