Es wird ja sowas von genäht in diesem Hause …

Schon das zweite Mal innerhalb von acht Tagen lief die Nähmaschine und auch die Schere schnitt in Stoff. Schaue ich auf meine Werke diesen Jahres zurück, dann sehe ich eine sehr übersichtliche Ansammlung an Fertigem und Halbfertigem. Insofern sollte ich mein zweifaches Nähen gar nicht so ironisch betrachten: es könnte der Weg zurück zu alter Produktion, der Aufstieg, die Verbesserung des Ist-Zustandes sein. Oder der Anfang zu all diesen Entwicklungen. Oder so. Oder so ähnlich. Oder auch nicht. Ich lasse die Ironie mal stehen.

Am Rock hatte ich seit dem letzten Sonntag nichts mehr getan – einmal hatte ich ihn noch anprobiert und das war es auch schon. Keine Zeit und wenn mal ein Viertelstündchen da war, dann war es dunkel. Oder ein Kind stürmte um die Ecke. Oder die Katze lag auf dem Rock. Die Gefährliche, der Tiger. Da ging nichts, verständlicherweise.

Und wenn man mit einem Teil nicht so recht voran kommt, was sonst kann man tun, als gedanklich weit voraus zu eilen? Seit ungefähr vier Jahren möchte ich ein Kostüm nähen. Ist nun ernsthaft in Planung. Sagte ich vor einem Jahr schon. Auch vor einem Halben. Mal schauen, was ich in einem Jahr sagen werde. Aber immerhin, es wird doch deutlich konkreter. Oder? Zumindest so weit, dass ich meine Stoffvorräte, die im Wollsektor bedauerlich schwach sind, nach möglichen Kandidaten durchsah. Und zu meiner Freude und Überraschung von einem Blaugrau 3 m fand. Ingrid – der war von dir. Danke nochmals 🙂 Wird also ein Kostümchen werden – demnächst.

Ich fand einen zweiten Stoff in einem etwas gelblicherem Graublau, den ich auf dem Stoffmarkt für ein Kleid kaufte. Beim Bügeln fand ich zwei kleine Löcher – sagen wir es einmal so: es gibt Händler auf dem Godesberger Tuchmarkt, die einen gerne vor technische und kreative Herausforderungen stellen. Vom gleichen Händler hatte ich das blaugraue Restwollflauschstück, das sich als ein klein wenig kürzer heraus stellte als gedacht und behauptet. Und das zudem eine helle Bruchlinie hatte. Und zwei Löcher an ungünstigen Stellen. Aber ich habe es dennoch geschafft, einen Mantel daraus zu zaubern. Diese wunderbare Erinnerung im Hinterkopf bemühte ich mich, den Löchern gegenüber eine gewiße Dankbarkeit zu zeigen – welch eine willkommene Aufgabe. Einfach Schnitt auflegen ist was für Babies. Und als ich gerade dachte, ist ja harmlos diesmal, da fand ich noch einen fest verwachsenen Aufkleber, einen gezogenen Faden und einen Fleck …

img0977
Ganz schön viel Verschnitt, ich hätte ansonsten noch leicht ein zweites Oberteil mit Ärmeln zaubern können.

Ich fand, nun dürfe ich es mir leicht machen, zumal ich in den nächsten Tagen wiederum nur wenig Zeit mein Eigen werde nennen dürfen. Und habe einen Schnitt genommen, den ich im Sommer konstruiert hatte. Irgendwo muss ja mal ein Punkt gemacht, eine Grenze gezogen gewerden.

AJC52-SS15-H

IMG_0664

Statt duftigzartgeblümt nun eben in wolligtaubenblau. Ich darf gespannt sein.

Diese Beiträge könnten dich interessieren:



10 thoughts on “Es wird ja sowas von genäht in diesem Hause …”

  • das kleiod und den shcnitt nach wie vor find ich sind ein traum!
    was deine vorliebe für grau-blau betrifft- da musst du 2000qm verkauftfläche im wuppertal mal besuchen:-)))
    jetzt im enrst.. als ich PanAm stoff suchte im sommer- gabs nur 1 einzigen,aber vor 1 monat war ich vor auswahl ershclagen und marine und nachblau regale um regale in allen dicken und qualitäten… und die preise erst… man kann sich da zum bankrott einkaufen.) Nur mwst nciht vergessen dabei zu zurechnen…
    finde zeit;-) du kommst garantiert auf deine kosten…

    • Also a) hast du denn jetzt wirklich deinen Pan Am-Stoff? Davon hattest du mir noch gar nicht erzählt. B) würde ich da ja wahnsinnig gerne mal hin, am liebsten mit dir, vielleicht im Frühjahr, wenn ich finanziell wieder besser dran bin. C) hoffe ich, dass ich den Schnitt nach dem ersten Test auch wirklich richtig verbessert habe: der Ausschnitt ist ja ein bißchen zu breit geraten und steht deshalb weg, da hatte ich den Beleg irgendwie falsch gezeichnet. Und die Falten über der Brust gehen sehr weit auf, das wollte ich auch verbessern und habe das glaube ich auch getan,. Wird also spannend

  • Sieht doch gut aus und das Kleid wird’s auch!
    Wie sagte mein Meister damals immer?
    Knapp ist immer noch mehr als genug 🙂

    Ich lege ein solches Kleid in den Warenkorb – in Herbstfarben, bitte 😛

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Einverstanden

Please leave these two fields as-is:

Protected by Invisible Defender. Showed 403 to 537.393 bad guys.