Farbe. Schön sein. Frau sein. Irgendwie sowas.

Ich wollte, sollte, müsste das lila Kleid und den blauen Rock zeigen. So dachte ich mir das vor Stunden noch, als die Sonne trügerisch ins Zimmer schien. Leider, leider konnte ich mich nicht aus dem Bett zerren. Als ich dann endlich wach und unternehmungslustig genug war, um die Beine über die Kante zu schwingen, graute mir, denn es graute vor dem Fenster. Ein leichtes Frösteln begleitet mich, innerlich wie äußerlich. Laufe dennoch barfuß in einem roten Kleid umher. Aber die Lust, Kleid oder Rock zu zeigen, ist nicht da. Also lasse ich es, zumal mir seit einigen Tagen anderes durch den Kopf schwirrt.

Die Eine oder Andere wird jetzt entnervt aufstöhnen, komme ich doch schon wieder einmal mit so eitlen, unnützen Dinge wie unserer Oberfläche an. Oberfläche wird von vielen, insbesondere den intellektuell Wachsamen, mit Oberflächlichkeit verwechselt. Zumindest bei anderen. Wer also nun zu sehr stöhnt, möge einfach an einem anderen Tage gerne wieder kommen, wenn es Bildchen gibt 😀

Für mich ist Oberfläche verbunden mit dem, was darunter liegt und ich stelle mir vor, wäre ich Kapitän eines großen Kreuzfahrtschiffes, so wäre ich dankbar, wenn ich nicht nur die spiegelglatte See, sondern auch die Strömungen darunter deutlich farblich markiert vor mir sähe. Sicher: ein solches Schiff ist heute mit allem ausgestattet, was das Erkennen solcher Gefahren und aller Untiefen sichtbar und hörbar macht. Aber schaut man sich Fährunfälle in ärmeren Regionen unserer Welt an, dann wissen wir, dass Hochtechnologie nicht überall verfügbar ist. Und so haben manche unter uns einen sechsten Sinn für ihr Gegenüber, eine gute Menschenkenntnis, eine feine Antenne. Und andere eben nicht.

Nun geht es nicht nur darum, andere besser erkennen und einschätzen zu können – obwohl wir sicher alle schon nach einer mißglückten Beziehung, einem schiefen Rendezvous oder einer enttäuschenden Freundschaft gewünscht hätten, man hätte dieser miesen Person IN, und nicht nur VOR den Kopf schauen können. Aber ebenso oft bemerken wir, dass wir von anderen “falsch” wahrgenommen werden und wünschten uns, unser einmalig guter Charakter, unsere unverwechselbare Persönlichkeit, unser sprudelnder Humor, unser innerer Reichtum oder manchmal auch nur unsere äußere Schönheit wäre sofort erkannt worden. Welche Laufbahn in Film, Funk und Fernsehen, welche Karriere auf politischer Bühne oder im Weltunternehmen hätte sich uns dann wohl eröffnet? Gar nicht auszudenken, dass wir dann heute alle mit George Clooney verheiratet wären und ein sechsjähriges Schachgenie unser Kind hätten nennen können 😀

Gut. Hmm, ja, also, es geht auch kleiner und da denken wir nun alle einmal an die eine oder andere Situation zurück, in der wir uns unnötig klein, gräßlich mißverstanden und peinlich beäugt gefühlt haben. Wer nun behauptet, das noch nie erlebt zu haben, hat entweder ein sehr schlechtes Gedächtnis, neigt zu Unehrlichkeit sich selbst gegenüber oder ist wahrhaftig sehr behütet groß geworden und lebt nun in einer sich selbst versorgenden Einöde. Mit Onlinezugang. Und wenn man nun noch nachdenkt, wie oft man bei sich selbst doch dachte, jemand schaue uns mißbilligend an, weil da zwei Pickel auf der Wange prangen, weil die Haare einen mißglückten Färbeversuch beweisen oder weil wir eben schlicht und einfach zu häßlich für diese Welt seien – ich denke, da kommen schon so ein oder zwei Situationen zusammen, in denen wir uns Gedanken – miese, negative Gedanken! – über unsere Oberfläche gemacht haben. Und uns dann gleich ob dieser Eitelkeit und Oberflächlichkeit schämten.

Es ist immer schön, zu sagen, es käme ja auf den Charakter ein und sich einzureden, wir selbst würden ja nichts auf die Oberfläche anderer geben. Dabei blenden wir lässig aus, was uns in der Tat negativ beeindruckt: vor die Wahl gestellt, mich in einer vollen Bahn neben den nach Neonazi aussehenden jungen Mann, den dicken Mann mit klebrigen Haaren und Schweißtropfen auf der Stirn oder die angetrunkene Kegelschwester im hochgerutschten Minirock zu setzen – ich glaube, ich bliebe stehen. Sicher, stünde nun ein Schild über jedem, das mich dahin aufklärt, dass der junge Mann eine Chemotherapie hinter sich habe, der dicke Mann ein Ägyptologieprofessor sei, der gerade noch hinter diesem Zug hergejapst ist und die Kegelschwester in Wirklichkeit eine erschöpfte Mutter, der übel geworden ist und darauf wartet, dass der Schaffner den entsprungenen Sproß einfängt und zurückbringt – dann sieht das alles schon anders aus. Diese Schilder gibt es aber nicht und wir entscheiden innerhalb eines Augenblickes, was wir zu sehen meinen.
Nein, unsere Behauptung, für uns zähle das Äußere nicht, bezieht sich auf Menschen, mit denen wir direkt zu tun haben: die Freundin, deren Haaransatz seit Wochen auf Färbung wartet, ist natürlich nicht ungepflegt, sondern überarbeitet und im Gespräch sowieso die schönste Frau, die wir kennen. Die Kollegin, die gegen ihre Pfunde ankämpft, ist die in sich ruhende Frau, der jedes Gramm steht und die wir hinreißend finden. Allein das Bewußtsein, dass wir diese “Mängel” aber eben doch wahrgenommen haben und “großzügig” als nicht relevant bezeichnen, zeigt: doch, Oberfläche ist uns wichtig. Wir nehmen sie wahr, erklären sie dann uns selbst gegenüber als unwichtig und beweisen uns damit selbst, wie unvoreingenommen wir doch seien. Und eigentlich sehe ich nicht, weshalb wir uns dafür schämen sollten, denn letzten Endes versuchen wir nur als Kapitän unseres Lebensschiffes, Untiefen und Gefahren unter einer Oberfläche zu sehen und hoffen, die Oberfläche gebe Aufschluß über das Darunter. Wir versuchen, ständig, selbstverständlich, unbewußt, die Menschen um uns herum in gefährlich/ungefährlich, freundlich/unfreundlich etc. einzuteilen. Da andere das selbe mit uns tun, ist es sicherlich nicht nur Eitelkeit, sondern Überlebensstrategie, uns mit dem eigenen Äußeren zu beschäftigen.

Die meisten von uns – vor allem die nähenden und strickenden und häkelnden, die färbenden und schminkenden, die Reden haltenden und die schreibenden – wollen sich so zeigen, wie sie sind oder sich selbst empfinden oder gesehen werden wollen (das ist wohl ein Konglomerat, das wir nun nicht weiter aufdröseln wollen). Auch wir wollen mit einer nach unseren Wünschen (also mehr oder weniger nach unseren Wünschen, genetische Gegebenheiten müssen akzeptiert werden) gestalteten Oberfläche einen bestimmten Eindruck machen oder zumindest nicht für etwas gehalten werden, was wir nicht sind oder sein wollen. Damit meine ich gar nicht, dass wir uns nur um das scheren, was andere in uns sehen wollen, es geht mir nicht um Maskerade, Verkleidung, Verstellung. Nur, dass wir uns nicht mißverstehen 🙂

Nun gelingt das der Einen besonders gut, der Anderen gar nicht. Ich erinnere mich da an eine Jurastudentin, die ich in meinem ersten Berufsjahr als Kundin hatte. Ich hatte gewiße Schwierigkeiten, sie mir überhaupt als zukünftige Anwältin vorzustellen, denn sie war das mit Abstand albernste Gigigänschen, das ich je traf. Noch seltsamer aber fand ich, dass ihr Äußeres weder zu ihrer Gänschenart noch zu ihrer Selbstwahrnehmung passte. Mit Mitte 20 wirkte sie wie das unterdrückte Frauchen eines Sektenanhängers mit ihren breiten, flachen Schuhen, den unförmigen, wenn auch kniefreien Röcken, den hochgeschlossenen, sandfarbenen Blüschen. Grundsätzlich ungeschminkt, die Haare in einen schlappen Seitenscheitel gezwungen, befremdete mich ihr dauerndes Gekicher schon sehr. Noch verwirrter aber war ich, als sie nach dem ersten Examen mir davon erzählte und mir bedeutete, dass sie nicht nur brav gelernt habe, sondern den männlichen Prüfer auch mit ihren weiblichen Reizen umgehauen habe. Sie erzählte, sie habe den obersten Knopf ihrer Bluse an diesem Tage offen getragen und sich immer wieder leicht nach vorne gebeugt. Mehr als ihre Kehle kann er nicht gesehen haben, aber es mag auch sehr behütet aufgewachsene Männer geben … aber allein die Vorstellung, dieses äußerst bieder wirkende Wesen mit ihrer (inneren) rosagefärbten Albernheit halte sich – und sie sagte das wortwörtlich – für eine femme fatale, bei deren Anblick die Männer in Reihen umfielen, machte mir zu schaffen: es gilt als wenig angebracht, vor einer Kundin sich in einem hysterischen Lachanfall auf dem Boden zu wälzen. Ich hustete oft während der nächsten Minuten und nickte nur noch bei jedem Wort. Dass Selbstbild, Persönlichkeit und Äußeres so massiv auseinander driften, habe ich danach nie wieder erlebt.

Im Kleinen jedoch ist das bei Frauen sehr oft der Fall; meist – so traurig, wie es ist – halten sich Frauen für deutlich weniger attraktiv, als sie es wirklich sind. Und wie komme ich dazu, das zu behaupten? Ist das allgemeingültig? Das kann ich nicht sagen, wage es auch nicht, doch wenn ich mich so durch die Bloglandschaft bewege, mir Freundinnen und Bekannte und vor allem die Kundinnen der letzten 28 Jahre vor Augen führe, dann betrifft es doch sehr viele. Oder zumindest sehr viele der Frauen, unter denen ICH mich bewege. Nun könnte man argumentieren, dass Frauen, die zur Kosmetikerin oder Farbberaterin gehen, besonders eitel oder besonders unsicher oder sonstwie besonders anders seien. Dass “normale” Frauen derlei Pfuscherei und Hilfsmittel ja nicht benötigten und dass ich selbst mit meiner Berufswahl nicht die Person sei, das beurteilen zu können oder zu dürfen, da ich ja mit den niedersten Instinkten, der Unterwerfung ans herrschende Schönheitsideal, mein Geld verdiene und daher ein Interesse daran haben müsse, Frauen einen Bedarf einzureden, den sie von Natur ja gar nicht haben dürfe, denn sind wir nicht eigentlich alle schön? Hmmm ….

Vielleicht ist das der Punkt, an dem ich für heute abbrechen sollte. Und diejenigen, die mich kennen und erlebt haben, bitten, etwas dazu zu sagen: bringe ich Frauen dazu, sich unzulänglich zu fühlen, auf dass sie mir treu bleiben und Schönheit von mir erhoffen? Oder bringe ich Frauen dazu, die mit ganz anderen Vorstellungen – sowohl von einer Behandlung, einer Beratung und von sich selbst – kommen, sich in einem neuen Licht zu sehen? Möchte ich, dass Frauen sich unzureichend fühlen oder rede ich ihnen ein, wie sie zu einer genormten Schönheit gelangen könnten?
Ich kann ehrlich sagen, das tue ich nicht. Ich neige ja – das lässt sich über die letzten sieben Jahre hier gut nachlesen – nicht dazu, mich selbst zu loben. Wenn es aber etwas gibt, was ich kann, dann Frauen in ihrer Essenz und in ihrer Schönheit wahrnehmen und sie darin zu bestärken. Es ist nicht so, dass ich grundsätzlich jede Frau schön finde oder mag; ich bin kein Gutmensch. Aber in jeder Frau, die mir nahe kommt, finde ich das Beste, das Witzigste, das Klügste und das Schönste, das sie zu bieten hat. Und das macht mich enthusiastisch, eifrig, überbordend, denn ich finde es spannend, aufregend und fantastisch. Ich bin nicht neidisch auf andere Frauen, ich sage ihr sehr klar, was ich toll an ihr finde, ich lasse ein “Aber..” schlicht nicht zu. Eine Frau, die sich schön findet, sich mag und die weiß, dass das auch gesehen wird, tritt anders auf, erntet ein anderes Entgegenkommen und entfaltet sich täglich mehr. Und weshalb funktioniert das?
Weil wir wohl doch alle eine Sehnsucht nach dem Schönen, dem Gefälligen haben. Das frei von medial propagierten Idealen ist oder sein sollte. Und begegnet uns jemand, der sich seiner selbst bewußt ist, dann ist unser Sinn fürs Schöne glücklich. Für mich ist Schönheit, wenn Persönlichkeit und Äußeres zusammentreffen, wenn jemand in sich ruht, mit sich zufrieden ist, ohne in Selbstzufriedenheit abzudriften. Ab da spielen genetische Voraussetzungen dann auch keine große Rolle mehr.

Was hat das mit Farbe zu tun? Als Nina vor ein paar Tagen in ihrem Kommentar das folgende schrieb

“Ich bin ganz neu­gierig auf das Lila Kleid 😉 sieht ganz toll aus .
Die Farbe finde ich super. Ich tu mich immer etwas schwer mit Farbe bei selbst­ge­nähter Kleidung. Wie blöd.Warum eigentlich?
Danke du Mut­ma­cherin 😉 ”

da dachte ich, ich müsse demnächst doch noch einmal etwas über Farben schreiben, insbesondere, nachdem ich in den letzten Monaten endlich wieder hautnah erleben durfte, was sie auslösen. Oder besser: was eine Farbberatung auslöst. Allein die Tatsache, dass frau dabei sehr, sehr lange vor einem Spiegel sitzt, bis sie sich selbst wertfrei, quasi als Objekt, als Reflektionsfläche wahrnimmt, ändert einiges im eigenen Bewußtsein. Es ist ja gerade unter klugen, tüchtigen Frauen eher verpönt, sich zu sehr um das eigene Äußere – abseits von Hygiene und Sauberkeit – zu kümmern, allein der Gedanke, man könne oder dürfe oder solle zugeben, man wäre gerne “schön”, gilt ja schon als eitel, als egoistisch, als oberflächlich.
“Hat die nix besseres im Kopf? Keine größeren Probleme? Kein politisches Bewußtsein?”
Sicher, es gibt viele (Online-)Bewegungen, die uns von all diesen Schönheitsidealen, von den Selbstzweifeln befreien wollen; die uns vermitteln wollen, Schönheit sei ein medialer Hokuspokus, das probate Mittel der Unterdrückung und dass wir doch bitte alle endlich glücklich sein sollten, wie wir aussehen. Aber diese durchaus lobenswerten Ansätze werden jedoch niemals eines ändern:

Die seit Jahrtausenden gewachsene Eigensinnigkeit unseres Hirns, das gleichmäßige Linien und Proportionen, die goldene Mitte als schön empfindet. Niemals wird eine sehr dünne oder eine sehr dicke Frau, ein fliehendes Kinn, eine rote Knubbelnase, ein schiefer Buckel zum SchönheitsIDEAL werden können – es widerspricht unserem Sinn für Harmonie und unserem Sinn von Durchschnitt. Heißt das zwangsläufig, dass die Dünne und die Dicke nicht schön sein können? Das wiederum liegt bei uns, unserer Bereitwilligkeit, einen zweiten, offeneren Blick zu werfen. Und an der Person, die wir betrachten.
Die Dünne, die vor sich hinschimpfend Beleidigungen raushaut, während sie durch die Fußgängerzone wankt, wird für uns niemals schön sein. Die Dünne, die sich zart und ätherisch, auf alle Fälle authentisch präsentiert, aber schon.
Die Dicke, die mampfend breitbeinig im Bus sitzt und ihr Kind annörgelt, wird uns kaum gefallen. Die Dicke, die uns freundlich strahlend an der Tür empfängt, auf alle Fälle.
Je besser wir jemanden kennen UND je besser diese Person sich selbst kennt und sich entsprechend präsentiert, desto schöner und anziehender wird sie uns erscheinen und oft sind es dann genau die Abweichungen von der Schönheitsnorm unseres Hirns, die diesen Menschen auszeichnen und herausheben – im besten Sinne. Dann wird Schönheit vielfältig, spannend, persönlich.

Und genau das passiert oft, wenn man sich das erste Mal intensiv mit der eigenen Schönheit und allen Mitteln, die diese deutlich machen, beschäftigt:
Da sitzt als Freundin A vor dem Spiegel, Freundin B dahinter und wir beginnen mit einer objektiven Auflistung, was wir vor uns sehen. Mehr oder weniger objektiv: während A also von der eigenen Nase als dem Riesenzinken spricht, schaut B eher erstaunt – “das meinst du aber nicht ernst, oder?”
Mit der falschen Farbe wird die Nase dann wirklich zu prominent, mit der richtigen auf einmal entsteht ein ganz anderer Eindruck – ein königliches Riechinstrument betritt die Bühne. Und wenn A dann nach anderthalb Stunden sagt: “ich finde meine Nase ja ziemlich klasse, hätte ich nie gedacht!”, dann, ja dann bin ich ganz schön glücklich und aufgeregt 😀

Ach, eigentlich dachte ich, der Beitrag heute würde eine andere Richtung nehmen, aber es trieb mich doch wieder woanders hin. Und weil ich den Weg zurück viel zu mühselig finde, belasse ich es dabei und würde mich sehr freuen, wenn sich vielleicht ein oder zwei Frauen nun etwas weniger feindselig betrachten, wenn sie am Spiegel vorbei gehen. Vielleicht sogar einmal einige Minuten davor bleiben und sich liebevoll betrachten würden.

Wenn du dich nicht schön findest, wer soll es denn dann tun, ohne sich in deinen Augen wegen seiner Geschmacklosigkeit zu blamieren? 🙂

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10 thoughts on “Farbe. Schön sein. Frau sein. Irgendwie sowas.”

  • Du sprichst mir aus der Seele. Wobei ich sagen muss, dass dieser Prozess, mich zu akzeptieren und attraktiv zu finden, auch ein paar Jahre harte Arbeit waren.

    Liebe Grüsse
    Ute

  • der letzte Satz ist der Hammer 🙂

    was man aber AUCH zum liebevollem Blick auf eigene Physiognomie benötigt ist ein freundlicher Spiegel (so viele davon sind den Menschen gegenüber eher feindlich eingestellt, z.B. die in vielen Büros – da soll man lieber nicht hinschauen!)

    LG
    Joanna+Findus

  • Das mit den Spiegeln ist so eine Sache. Mein Flurspiegel strahlt mich immer superfreundlich an – und, wie ich vermute, leicht verschmälernd. Kein Wunder, denn er diente in seinem ersten Leben als Verkaufsspiegel in einer Boutique. Erschwerend kommt hinzu, dass ich mich aus Platzgründen nicht weit genug von seiner suggestiven Oberfläche distanzieren kann.
    Mein Schrankspiegel dagegen ist seit über 50 Jahren an Ort und Stelle und noch vom ganz alten Schlage, leider durch Seitenlicht sehr ungünstig platziert. Schonungslos und bisweilen etwas ruppig wirft er mir mein Ebenbild zu. Ich habe ihn sogar im Verdacht, dass er im Gegensatz zum Flurspiegel vorsorglich etwas verbreitert. Die “Wahrheit” liegt also wohl in der Mitte … und die Schönheit damit zwangsweise virtuell im Auge der Gespiegelten.

    Ach ja, die Oberfläche … und wenn man 10 Jahre später auf alte Bilder schaut, war man “damals” doch noch richtig schön 😉 …

    Viele Grüße
    Ursula

    • Wo Du recht hast Ursula !!!!
      (da denkt frau – damals hätte ich mir dies und jenes – z.B. weiße Hose – leisten können … aber damals war man ungefähr der gleichen Meinung wie jetzt zu jetzigem Spiegelbild, nicht?)

  • Huch…ach… 🙂

    Ich war noch nie so kritisch mit mir, wie jetzt, wo ich für mich nähe.
    Da bin ich nicht alleine und es ist wohl ganz normal.Das hab ich hier und da mal gelesen 😉
    Ich bin ja naturfaul und sooo schlecht gar nicht.Nur im Vergleich mit früher, aber jetzt ist ja jetzt !
    Da habe ich mir roten Stoff gekauft, denn mein Po wird um Längen besser aussehen in Rot;) . Und langsam verstehe ich was mit Proportionen und Balance gemeint ist.
    Liebevoll im Spiegel betrachten……das berührt mich.
    Liebste Grüße
    Nina

  • ach Michou, das hast du schön geschrieben! Seitdem ich für mich selber nähe, fühle ich mich manchmal etwas overdressed … die einzige Bluse in einer Welt voller TShirts ums mal plakativ zu sagen 😉 … deshalb sind mir die Zweifel, ob ich nicht ein bisschen zu eitel bin, nicht ganz fremd. Andererseits habe ich durch das Nähen soviel über mich gelernt, (wie ich denke, was ich eigentlich will etcetc) das geht über reine Putzsucht weit hinaus und so verscheuche ich den Gedanken schnell wieder. Ich finde, die Beschäftigung mit seinem Körper ist ein super Weg sich selbst kennen- und lieben zu lernen und man kann sich glücklich schätzen, wenn einen jemand dabei sanft an die Hand nimmt. Liebe Grüße, Zuzsa

  • Ich habe mich noch nie so schön gefühlt, als an dem Abend als ich mit Nina bei Dir raus kam. Ich habe mich gefunden….. es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten, aber es wird. Zu Hause gab es erstmal ziemlichen Gegenwind, aber ich habe mich durchgesetzt. Ich muss nur an mein Spiegelbild denken und die Kraft dazu ist da.
    Danke schön

  • Liebe Michou,
    ich danke dir für den schönen Beitrag! Ja- irgendwie sind wir ja ständig auf irgendeine Weise mit dem Thema `menschliche Oberfläche´ beschäftigt. Einerseits genieße ich es sehr, mich zu pflegen und mich mit schöner Kleidung z.T. auch mit Selbstgenähtem, Selbstgestricktem und selbstgemachtem Schmuck auzustaffieren. Auch das sinnliche Erleben beim kreativen Prozess ist unbeschreiblich. Ich kann mich täglich erfreuen an meinen Stoffmassen, meinen Perlen, der Wolle….Ein Fest für Augen und Hände. Äh- wo war ich stehengeblieben? Ja- schöne Oberflächen…Ich bin klein und ein wenig üppig gebaut- es gibt Tage, da finde ich mich durchaus schön- an anderen Tagen kann ich mich überhaupt nicht ausstehen. Ich bin leider noch ein gutes Stück davon entfernt, mich voll und ganz zu mögen und zu akzeptieren wie ich bin. Wir sind ja alle Kulturwesen und das ist auch gut so- aber manchmal geht mir der ganze Hipe um Schönheit doch sehr auf die Nerven. Als visuell geprägter Mensch kann ich Schönes- sowohl Menschen als auch als auch alles andere Schöne in meiner Umgebung sehr genießen! Ich brauche das regelrecht! (Eine Macke von mir: ich wähle meist sogar zu Hause meine Kaffeetasse passend zu meiner Kleidung aus. :O)) Aber ich finde, wir sollten alle ein wenig milder mit uns umgehen -bei uns selber angefangen! Wenn besonders Frauen sich gegenseitig auf´s Bösartigste ständig bewerten und beurteilen `müssen´ geht mir das gehörig gegen den Strich. Und muss ich mich immer vorteilhaft anziehen? Vielleicht ist mir auch mal nach Klamotten, die nicht meine Vorzüge auf´s beste zur Geltung bringen- so what? Ich denke, ich weiß, was mir gut steht und natürlich sehe ich gerne `bestmöglich´ aus! Das kostet aber auch viel Energie (die ich auch anderweitig nutzen könnte) z.B. im Sommer zu schauen, ob alles Unschöne auch gut verdeckt ist (Oberarme, Waden…) Und warum muss ich eigentlich alles verdecken? Um mich selber gut zu fühlen, um den Mitmenschen gewisse Anblicke zu ersparen? Das sind so Gedanken, die mich im Moment umtreiben. Ich finde aber auf jeden Fall, dass wir Frauen uns viel öfter gegenseitig sagen sollten, dass wir schön sind (also- in dem Moment wo wir es denken, können wir es auch aussprechen! Kostet nix!)- ich denke dass sind wir nämlich alle- auf unsere ganz eigene Art!
    Ganz liebe Grüße
    Bettina

  • ein langer prozess war’s für mich, das unumwundene alles akzeptierende “ja” wenn ich in den spiegel schaue, und natürlich gibt’s auch da noch variationen von toll bis oh gott…farbe spielt dabei eine sehr wichtige rolle und gerade in letzter zeit überlege ich, ob man sich vom farbtyp verändern kann? vor ewigen zeiten machte ich nämlich mal eine farbberatung und war leider damals zu unbedarft, denn sonst wäre ich gleich wieder gegangen, als ich die beraterin sah (das zum ersten eindruck…) mit dem ergebnis experimentierte ich dann schon herum und einiges passte auch wirklich gut, aber heute stelle ich fest, dass mir farben viel besser stehen, die damals absolut ausgeschlossen waren. entweder die gute lag falsch, was mich in meinem eindruck bestätigen würde oder aber meine gesamte wahrnehmung hat sich verändert oder ist man als farbtyp einfach festgelegt?
    zum schluss noch ein alter spruch mit wahrheitsgehalt: liebt dich selbst, sonst liebt dich keiner…
    danke für deinen inspirierenden post
    lg anja

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