FNO 31/09 – Es grünt so grün

Kann es sein, dass meine Titelauswahl in letzter Zeit musikalisch inspiriert ist? Uninspiriert träfe es aber auch …

Grün sollte diesen Herbst / Winter ein großer Trend werden, aber bislang habe ich nicht viel Grünendes entdecken können, weder an den Stangen noch in den Stoffregalen. Grün ist auch keine der Farben, die mir besonders stehen, aber sobald ein guter Teil blau eingemischt ist, liebe ich es. Als ich vor zwei Wochen auf dem Godesberger Stoffmarkt einen petrolgrünen Stoff entdeckte, musste er mit, weil ich annahm, dass er gut zu einigen meiner Pullis passen würde. Dieser Stoff ist ein Leinen-Viskose-Wolle-Gemisch, relativ grob, aber fest gewebt aus schwarzem und kräftig türkisem Faden. Günstig war er nicht (ich bin aber auch etwas geizig mit den Meterpreisen), und so habe ich mir 80 cm abschneiden lassen; ausreichend für einen schmalen Rock.

Vorgestern nun wollte ich loslegen … Raus mit dem Tuch aus seiner Tüte, rauf auf den Tisch und hoppla: wie sieht das denn aus? Ich habe mich schon öfter über schief geschnittenen Stoff geärgert, aber das hier toppte alles:

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Bei 2 m Stofflänge wäre das nur ärgerlich gewesen, bei 80 cm ein Problem, denn nun musste ich Stoffbahnen hin und her schieben, die ich lieber nebeneinander gehabt hätte. Der Stoff ist nämlich in den Querreihen mit einem unterschiedlich dicken Faden gewebt und die Struktur ist gut sichtbar. Diesen Verschnitt mit zwei Stoffbrüchen ordentlich übereinander zu legen, habe ich nicht schaffen können, denn das Gewebe war auch noch etwas verzogen. Was immer ich versuchte, das blieb schief.

Aber versucht habe ich es dennoch; mein Sechsbahnen-Standardschnitt sollte es werden; diesmal mit zwei kleinen Seitenschlitzen. Wäre ich eine bessere / erfahrenere Schneiderin, so wäre mir klar gewesen, dass das nichts werden kann. Jetzt kann ich sagen, dass ich um eine Erfahrung näher am Besserschneidern bin 😉

“Ist das alles, was ich erwarten kann?”

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“Traurig, traurig, traurig – das soll ein Saum sein?”

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“OK, ernsthaft jetzt!”

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Was ist passiert? Zum einen sind die mittleren Stoffbahnen unten in einem Halbbogen ausgeschnitten – das konnte ich erst sehen, nachdem ich sie auseinander gefaltet hatte. Da macht sich der verzogene Fadenlauf schön bemerkbar. Dadurch wäre der Rock nun wieder zu kurz geworden, so dass ich den Saum teilweise mit 0,5 cm angenäht habe. Bügeln hat das Ganze noch verschlimmert und so wellt es sich, als stünde ich in der Nordsee. (Wäre vielleicht ein passenderer Post-Titel gewesen).
Die kleinen Seitenschlitze sind im Grunde eine nette Idee, eine schöne Abwechslung, ein praktisches Detail: Ich mag diese hohen Schlitze an der Rückseite nicht sehr, denn der Rock hängt dann leicht einmal durch, der Schlitz öffnet sich im Laufe des Tages zu einem ständig geöffneten Dreieck und meine Beine sind von hinten noch dünner – also noch mehr gelernt; Seitenschlitze sind gut, gut, gut. Ausschreiten kann man damit genauso gut, eher noch besser, denn da wickelt sich kein Stoff um warme Strümpfe. ABER bei diesem Stoff mit diesen Problemen stehen sie einfach nur wie kleine Fahrradwimpel ab.
Seit zwei Tagen nun möchte ich glauben, der wellige Saum, die winkenden Seiten seien verspielte Designelemente, aber bislang scheitere ich. So ganz beendet ist dieses Projekt auch noch nicht: ursprünglich wollte ICH diesen Rock FÜTTERN! Sogar mir ist klar, dass diese Art Stoff mit etwas Unterstützung besser und länger lebt. Deshalb ist der Belag noch nicht angenäht. Aber nicht nur, dass sich das Füttern kaum lohnen wird, es wird den Sitz vielleicht noch verschlimmern, denn im Leben schaffe ich es nicht, diesen glitschigen, rutschigen Viskosekram sorgfältig zu zu schneiden und diese Mühe für diesen Rock?

Mal schnell was anderes: Ich möchte mich doch einmal entschuldigen, dass die hier gebotenen Bilder so langweilig sind. Der immer gleiche Hintergrund, keine Details, dazu immer die Schieflage. Aber ich kann es nicht ändern, denn unsere Kamera ist resistent: Zwar haben wir einen Tripod, nützt aber nichts, denn den kann man nur auf der Breitseite anschrauben und so sehr ich mich anstrenge: ich passe nicht ins Querformat. Also steht der Apparat auf seinen Schmalseiten, die beide nicht eben sind – sprich, die Bilder werden schief. Eine Zeitlang habe ich das mit Photopshop bearbeitet, das sah aber nicht besser aus, weil häufig Füße, Köpfe oder ähnliche Nebensächlichkeiten mit abgeschnitten wurden. Dauert auch viel zu lange. Dann brauche ich einen Platz, auf dem die Kamera steht und der mir erlaubt, mich in ganzer Länge ins Bild zu bringen. Dieser Platz ist eines unserer Billys. Um mich nun aber frontal und nicht von leicht oben oder unten zu knipsen, müsste ich den Regalboden umbauen – mache ich aber nicht 😉 Und so stehe ich nicht nur schief, sondern bin auch immer etwas unproportionierter als in Wirklichkeit; das hoffe ich zumindest, denn vieles sieht im Spiegel doch besser aus als auf diesen Bildern. Meine breiten Hüften sind ja schon einige Male hier angesprochen worden … die sind vor allem etwas zu hoch und sicherlich nicht schmal. Das eigentliche Problem aber ist mein viel zu schmaler Brustkorb, der das nicht ausgleicht. Auf Bildern finde ich mich dann scheußlich (ok, im Spiegel manchmal auch, aber das geht euch allen so!) und das hilft beim Fotografieren auch nicht.

Ich würde liebend gerne schöne Aufnahmen zeigen, mit einem angenehmen Hintergrund, einer kleinen Geschichte, einem gut sichtbaren Detail, den echten Farben (beides macht dieser Apparat aber auch nicht mit), aber zur Zeit habe ich keine Möglichkeit, euch das bieten zu können. Das tut mir sehr leid.

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3 thoughts on “FNO 31/09 – Es grünt so grün”

  • TITLE:
    Ich habe das Stativ “Traveller 3” von Hama (über Am*zon). Die festgeschraubte Kamera kann man in alle Richtungen drehen und auch kippen für Vertikalaufnahmen 🙂

    LG Steffi

  • TITLE: ich finde den Rock gar nicht schlimm
    auf den Fotos sieht man den Wellen-Saum nicht. Die Farbe ist ganz toll (ich liebe Petrol!!!). Was Deine “breite” Hüfte betrifft – erstens ist sie nicht breit, zweitens wird sie prima durch die Schultern ausgeglichen – Du bist auf jeden Fall mehr “Column” als “Pear”, wenn man sich an Trinny & Susannah halten soll …

    Das mit dem Fotografieren kenn eich auch – man sollte es draussen machen, da sind die Lichtverhältnisse sogar beim Sauwetter besser … Eigentlich sollte man (frau) einen Fotografen beauftragen (ich sehe schon wie meine 3 Jungs vom Lachen auf dem Boden liegen)

  • TITLE:
    Auf den Bildern sieht der Rock ganz gut aus. Wenn Dich der Saum stört und Du noch etwas Stoff haßt, dann würde ich einen Blindsaum dagegen nähen. Sprich einen Streifen unten ansetzen und als Saum umschlagen.
    Wir haben auf dem Flohmarkt für 3 Euro ein hohes Stativ ergattert, damit kriege ich jetzt auch etwas bessere Fotos hin. Das ändert trotzdem nichts an meinem dämlichen Gesichtsausdruck auf 95 % der Bilder …

    LG Eva

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