Fragebogen von und für Corinne

 

Ja, ja…Michou loves Vintage gibt es schon viel zu lange & viel zu erfolgreich, um wirklich auf die Liste zu gehören. Trotzdem. Sie ist für mich wie eine cool-unaufgeregte große Schwester (hoffentlich nimmt sie mir das nicht übel). Ich freue mich über jeden Post. Bei denen ohne Mode an den klugen Gedanken & bei denen mit Mode an den Kleidern & dem “Ach-könnte-ich doch-auch-so-nähen”-Gefühl. Abgesehen davon ist sie eine der weltbesten Blogkommentatorinnen, den ihre Kommentare sind wie ein zusätzlicher, weiterführender Post.

So fing mein Tag an. Ein kurzes Überfliegen der Neuigkeiten in den Netzwerken, sehen, Corinne hat einen neuen Beitrag und schon vorm Lesen eine Vorahnung haben – meine übersinnlichen Fähigkeiten sind unermesslich, zittert!
Aber mit solch freundlichen, lobenden Worten konnte ich nicht rechnen und so saß ich sprachlos und ja, gerührt vor dem Monitor. Das “cool” ist lustig; wer mich näher kennt, weiß, dass ich immer viel zu enthusiastisch, aufgeregt, verärgert oder sonstwie hibbelig bin. Andererseits: ich werde nun 47 und gerade im Bereich Feminismus gibt es einfach nichts mehr, über das ich mich nicht schon vor Jahren und Jahrzehnten aufgeregt hätte; da fällt es mir leicht, nun entspannter und abgeklärter (oder lax und zynisch??) zu sein. Auf jeden Fall habe ich mich sehr gefreut, vor allem deshalb, weil mir Corinne und ihr Blog ja auch erst vor einigen kurzen Monaten zulief und ich sofort das Gefühl hatte, mit ihr säße ich gerne einmal auf dem Sofa – wenn die Neigung und Achtung gegenseitig ist, ist es gleich noch viel schöner 😀

Der Liebste Blog Award – ja, den kenne ich, denn vor fast genau 3 Jahren habe ich ihn schon einmal erhalten. Aber den Oscar hat man auch noch nie einem verweigert, nur weil er schon einen hat. Also immer her damit. Obwohl ich gleich sagen muss: nominieren werde ich niemanden, meine liebsten Blogs befinden sich in meiner Leseliste 🙂 Der Grund, ihn anzunehmen, liegt in Corinnes Fragen und so nehme ich bequem Platz und antworte;

fragenWie geht’s dir jetzt, da du anfängst die Fragen zu beantworten? Freude, unliebsame Pflicht oder “Ich mache einfach copy-paste aus anderen Fragebögen”?

Fragen beantworten fällt in die gleiche Kategorie wie früher einmal das jährliche Eintragen aller Daten und Addressen in einen neuen Taschenkalender: Hurra! Mich kann man eh alles fragen, mir macht das Spaß. Gut, nun ist es heute schon sehr spät, ich haben den ganzen Tag ungestört genäht, mein Rücken schmerzt und ich werde müde, aber das muss jetzt noch sein.
Also nennen wir es einmal eine freudige Pflicht, das kommt gut hin.

Seit wann gibt es deinen Blog? Worum geht es? Hat sich das Thema schon einmal gewandelt?

Diesen Blog gibt es seit 2007, davor gab es schon einen sehr kurzlebigen, der ruhmlos unterging, weil ich in meiner zweiten Schwangerschaft liegen musste und wir keinen Laptop hatten.
In erster Linie geht es um das Selbermachen von Kleidung. Zu Beginn habe ich gestrickt, mich vom Gatten im fertigen Pulli fotografieren lassen, habe aufgelistet, welche Anleitung und welches Garn ich verwendet hatte und ob ich auf Schwierigkeiten stieß und mit dem Ergebnis zufrieden war. Sehr spärlich also.
Dann kam das Nähen dazu – das muss 2009 gewesen sein und noch ein wenig später das Konstruieren von Schnitten und so wuchs der Themenbereich.
Die für mich viel wichtigere Wandlung war diejenige vom bloßen AUFzählen zum – mitunter zumindest – ERzählen: hatte ich anfangs auch schon einmal Beiträge vorbereitet und mich streng an den Plan gehalten, so schreibe ich heute immer drauf los, sobald ich das Bedürfnis habe. Ich habe zugelassen, dass mein Blog mit den Jahren immer persönlicher geworden ist und Platz für alles bietet, was mir wichtig ist. Hätte ich morgen Lust, ein Eintopfrezept weiter zu geben, dann täte ich das.

Was war zuerst da? Die Lust am Schreiben oder die Lust, einen Blog aufzumachen?

Das Schreiben. Das war nur nicht der Grund, einen Blog zu starten.
Ich lese, seit ich vier Jahre alt bin und mit etwa acht Jahren fing ich an, für meinen jüngeren Bruder kleine Bücher zu gestalten oder erfundene Geschichten zu erzählen. Spätestens, seitdem ich Aufsätze schreiben durfte, ist das Schreiben immer das Mittel der Wahl gewesen, um mich auszudrücken oder um Gedanken zu ordnen. Das ist in den noch jungen Blog nicht eingeflossen. Mittlerweile ist aber die Möglichkeit, frei schreiben zu können, mich mitreißen zu lassen, einer der wichtigsten Gründe, weiter zu bloggen.

Wann passen dein digitales & analoges Leben nicht zusammen?

Sobald meine Söhne aus der Schule kommen 😀
Aber im Grunde gibt es keine strenge Trennung zwischen digital und analog. Die digitale Existenz bietet nur die Möglichkeit, kleinere Ärgernisse oder lästige Sorgen einmal außen vor zu lassen, aber längst spiegeln sich Alltag oder Krisen auch im Blog wieder. Was eben an meiner Neigung liegt, Gutes wie Schlimmes schreibend zu verarbeiten.

Was hortest und sammelst du– und was verbrauchst und genießt du?

Hmmm, das ließe sich auch in analog und digital aufteilen. Ich horte Bücher, Bücher, Bücher. Und Wolle. Und Stoff. Und Inspirationen und Ideen. Und erwähnte ich Bücher?
Bücher haben auch den großen Vorteil, das man sie genießen kann, wieder und wieder und sie sich nicht verbrauchen.
Ansonsten verbrauche ich vor allem Energie, die ich viel zu oft ins Grübeln und an der Welt verzweifeln stecke. Was ich durchaus manchmal genieße. Davon ab genieße ich gutes Essen und Ruhe.
Ach, das ist eine schwierige Frage, mir fällt ständig etwas anderes ein 😀

Welche Speisen ißt du aus Heimweh (z.B. die deutschen Urlauber auf den Kanarischen Inseln lassen sich täglich das Sauerkraut mit dem Flugzeug nachschicken) und fühlst du dich dadurch in der Welt geborgener?

Ich bin keine Reisemaus und am liebsten zu Hause, daher weiß ich das nicht. Allerdings habe ich mich in vor Jahren nach drei Wochen Australien wie eine Wilde auf das Walnußbrot einer deutschen Bäckerei in Brisbane gestürzt und nichts auf der Welt war köstlicher. Es ist noch nicht entschieden, ob es das Brot oder die Walnuß ist, was mich so glücklich machte, denn frische Schälnüsse im Herbst vermitteln mir ein starkes Zuhausegefühl: mein Vater und ich waren die beiden Süchtigen in der Familie, die stundenlang in der Küche nebeneinander standen und Walnüsse knackten.

Gibt es Freundschaft ohne Affinität im Humor?

Nein.

Hättest du von dir aus die Ehe erfunden?

Nein.

Was bewunderst du an Frauen?

So ziemlich alles, weshalb ich mir einen Beruf ausgesucht hatte, bei dem ich mit und an Frauen arbeite. Diese ganz schnelle Vertrautheit die auch sich fremde Frauen in einem Gespräch entdecken können, ist etwas, was ich nicht missen möchte.

Welche Hoffnung habst du aufgegeben?

Jemals etwas absolut perfektes zu erschaffen. Wobei: ich glaube, das habe ich nie gehofft. Ansonsten trenne ich mich von Hoffnungen nur sehr ungern.

Was erträgst du nur mit Humor?

Mein Spiegelbild.
Bei den Dingen, die ich schwer ertragen kann, erscheint mir Humor nicht immer angebracht.

So, das war’s – liebe Corinne, ich danke dir noch einmal für deine warmen Worte, für deinen Blog und für die Erlaubnis, auch weiterhin bei dir kommentieren zu dürfen 🙂



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