Französisch-dekadent-verrucht

Ah, in wenigen Sekunden werden einige Googler sehr enttäuscht sein …

Ich experimentiere weiterhin mit meiner zur Zeit liebsten Rockform: schmal, wadenlang, unten schwingend ausgestellt. Und da ich einen solchen in dunkelblau für die kühle Jahreszeit besitze und liebe, lag nichts näher, als einen ähnlichen für die warmen Tage zu nähen. Ich habe dabei die Seitennaht bis an Kniehöhe heran ein wenig eingestellt (nur 1 Zentimeter, für die nächsten Versionen werde ich auf 2 Zentimeter erhöhen) und von da aus ordentlich Weite zugegeben. An der VM habe ich mit der Zunahme schon auf Bauchhöhe begonnen, das dürfte etwas tiefer rutschen.

Der Stoff ist ein Baumwoll-Elasthan der weichen Art, der, ich habe das heute getestet, beim Einschlafen auf dem Sofa ein wenig knittert und beult, sich aber doch noch anständig zeigt. Einigermaßen. Warum nun aber dieser Titel? Weil mich diese Rockform an all die gezeichneten Comicfiguren erinnert, die Französinnen darstellen sollten. Ob es nun eine Katzendame war, die Tom und Jerry den Kopf verdrehte oder dem Rosaroten Panther oder ob es eine gefährliche, sich nur französisch gebende Gangsterbraut bei Nick Knatteron war: immer waren die Röcke eng und schwangen ums Knie, immer war der Ausschnitt tief und das Oberteil gestreift. Und die Damen darin waren so kurvig, dass uns schon beim Hinsehen schwindelig wurde.
All das, das sollte ich erwähnen, sehe ich nicht, wenn ich in den Spiegel sehe. Aber ich sehe die Anklänge. Und so fühle ich mich auf den hohen Absätzen in diesem Rock mit diesem T-Shirt durchaus ein wenig verspielt-stereotyp-französisch.

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Ich nehme stark an, dass ich auf diesen Bildern dem Gatten doppelt reizvoll erscheinen dürfte, hängen doch im Hintergrund die noch zu bügelnden Hemden – fleißig und kurvig, mehr geht kaum, zumal eine frische Quiche im Ofen auf ihn wartet. Der Mann hat es gut! (Naja, ich sitze hier mit Krämpfen und blogge, während er mit einem Freund das Studio ausräumt und die wirklich schwere, sperrige Liege herauswuchtet. Da hat er sich ein wenig hausfrauliche Aufmerksamkeit verdient; ich reiße mich auch mit feministisch-männerhassenden Aussagen für heute abend einmal zusammen.

Und nun nur für Couturette noch zwei Bilder, die ich leider nicht perfekt wie besprochen hinbekam – aber die Tendenz ist zu erkennen 😀

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5 thoughts on “Französisch-dekadent-verrucht”

  • “französische Gangsterbraut” finde ich richtig gut. Die müssen bestimmt nicht bügeln.
    Der Schnitt gefällt mir sehr gut und steht dir richtig gut. Chic im Alltag ohne aufzufallen.
    Liebe Grüße
    Arlett

  • ¡Que guapa! (Mit Französisch kann ich nicht dienen ;))

    An einem schlichten Alltagsrock in dunkelblau scheitere ich schon seit Wochen 🙁
    Deiner ist wirklich gelungen und schwingt so schön.

    Liebe Grüsse Lucia

  • Sehr schick, auch diesmal – mit meinem Bloglesen hinke ich im Moment etwas hinterher, ungefähr zwei Tage 😉 … allerdings sehe ich nicht die Gangsterbraut, wenn auch was Französisches – Michele Morgan mit Jean Gabin an irgendeinem französischen Meer oder so. Hafen im Nebel vielleicht? Jedenfalls: très chic, und ich wünsche einmal mehr, ich könnte Marineblau tragen, seufz!

  • Es klappt, du weißt schon, was ich meine.
    Und das Outfit: Wun-der-bar!
    Jean-Paul Gaultier macht dieses Jahr übrigens auch in bretonischen Streifen.
    Also auch hip, obwohl das ja zweitrangig ist.
    Liebe Grüße!

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