Frau Dr. Eberlein

Sagt euch nichts? Dann seid ihr entweder
a) zu jung,
b) wohntet nie im SWF3-Land,
c) habt ein schlechtes Gedächtnis oder
d) seid in den 80ern nie vor 9:00 aufgewacht.

Was hat diese ominöse Frau Doktor nun mit mir zu tun? Vor einigen Dekaden gab diese Dame im Radio Tipps zur seelischen Gesunderhaltung, die mit den leicht leiernd-gesungsprochenen Worten “Po -sitiv sollten Sie den Tag beginnennnn.” eingeleitet wurden. Und eben jene bedeutungsschweren Worte – die übrigens in bestimmten Alters- und Wohnortkreisen zu ähnlichen sofortigen Verbrüderungsblicken und automatisch hervorgestossenen Repliken führt wie ein kurz hervorgebrachtes “Palim, palim.” (“Ja, ham Se denn ne Flasche dabei”), “Ein Klavier, ein Klavier!” (“Mutter, wir danken dir!”) – kamen mir also heute morgen kurz vor meinem Levée in den Sinn. Denn wie zum Teufelchen soll dieser Tag gut verlaufen, wenn ich schon ahne, diese Woche wird ebenso erfolgreich wie die Letzte. Nur wahrscheinlich weniger amüsant in der Nacherzählung, macht euch da keine Hoffnungen. Der Gatte arbeitet wieder, DER Ordner zumindest bleibt zu!

Heute ging es so los: 8:00 ab zur Blutabnahme. Erträglich, sicherlich, aber muss das wirklich am Wochenanfang stehen? Kurzer Anruf beim Kindergarten: die Gruppen sind wieder funktionsfähig, aber man möchte mich doch darauf hin weisen, dass es schon sehr viele Krankmeldungen gegeben habe und dass weitere zu befürchten seien – die Ansteckungsgefahr wäre wohl noch nicht gebannt. Brauchen wir das? Magen-Darm-vergrippte Kinder? Nein, selbstverständlich nicht. Heißt natürlich was? Kinder bleiben heute zu Hause. Und morgen. Denn am Mittwoch muss ich mit dem Kleinen um 11.00 zum Hörtest. Was bedeutet, dass ich den Großen an dem Tag nicht in den Kiga bringen kann, denn beim letzten HNO-Besuch waren wir zweieinhalb Stunden mit Warten und Testen beschäftigt. Was verhindern würde, dass ich den Großen um 12:00 Uhr würde abholen können. Super, mit einem kurzen Anruf ist meine halbe Woche zum Eigentum meiner geliebten Söhne geworden. Jetzt in diesem Moment müsste ich wohl eigentlich die Treppe fegen und gründlich sämtliche Etagen saugen. Wer mag es mir verdenken, dass ich dem aus dem Wege gehe?

Gleich wird also erst einmal gekocht, danach doch gesaugt und dann hoffe ich auf eine Stunde, in der ich weiter am Kleid basteln kann. Dann muss erst der Kleine zu seiner ersten Taek-Won-Do-Probestunde, von wo aus wir eine Viertelstunde habe, um nach Hause zu kommen, die Kinder zu tauschen und den Großen zu seiner regulären Taek-Won-Do-Stunde zu bringen; Oma passt zwischenzeitlich auf die wechselnden Kinder auf. Keine Ahnung, wie das klappen soll auf einer stark befahrenen, sich stauenden Straße. Die nächsten Male werde ich abliefern, nach Hause fahren, zwei, drei Handgriffe tun, hinfahren, Kinder tauschen, zurück kommen, noch was tun, wieder losfahren und abholen – zweieinhalb Stunden für nichts. Außer natürlich für hoffentlich selbstbewußte Jungs, die sich wehren können. Was Gold wert ist. Und meine zweieinhalb Stunden.

Morgen muss ich dann nochmal zum Arzt, um mein Rezept abzuholen. Am Mittwoch eben zum HNO. Donnerstag scheint frei zu sein, allerdings habe ich dann auch kein Auto, sitze also weiterhin zu Hause fest. Freitag muss ich zum Arzt in die Stadt, Rezept für Tommy abholen und HNO-Unterlagen hinbringen. Und der nächste Montag wird noch besser, denn dann muss der Kleine auch noch zur Logopädin … Ich hasse es, permanent hin und herfahren zu müssen. Schuhe ausziehen lohnt sich da gar nicht mehr. Also: Positiv sollten Sie den Tag beginnen und deshalb wird zwischendurch genäht, genäht, genäht! Und jetzt gehe ich erst mal schnell die Blogrunde drehen, bevor ich koche.



6 thoughts on “Frau Dr. Eberlein”

  • So etwas erwartet mich erst nächste Woche. Mann auf Geschäftsreise, Arzttermine, Kinderkarneval, Umbauarbeiten im Geschäft einschließlich Überstunden und die Tagesmutter hat Urlaub.
    Ich wünsch dir gute Nerven und keine Überaschungen.
    LG
    Arlett

  • ich werde Dich NICHT aufmuntern – wenn erst einer die beiden in der Schule ist – und dann beide auf zwei verschiedenen Schulen, wird es noch “lustiger” sein. Ich wehre mich wie ich kann (kein Auto und kein Führerschein), aber dennoch gibt es wenige Tage in der Woche an denen nicht irgendjemand (ich) mit einem der Kinder (gerne auch verletzt) irgendwohin flitzen muss …
    Geniesse es solange sie noch zusammen im KiGa sind (und melde sie bis 14:00 an, wenn’s geht, 2 Std. machen viel aus 🙂 und die Kinder leiden nicht darunter).

    LG von Rabenmutter Joanna

    PS egoistisch wie ich bin hoffe dass Du es doch schaffst das kleid zu nähen und zu zeigen

  • Hallo,
    Was hab ich gelacht, diesen Artikel hier gefunden zu haben, auf der Suche nach…, na? Natürlich: Frau Dr. Eberlein !!!

    Ich hab aber auch noch was dazu gefunden und das wollte ich dir nicht vorenthalten: Frau Dr Eberlein live auf der Bühne des WWF Klubs: http://www.youtube.com/watch?v=aDL17K2XJbE
    (vorspulen bis 5:10 !)

    Einfach herrliche Erinnerungen an eine Frau, die (ehrlich gesagt) mich anfangs mit Ihrer Stimme nervte, deren wahre Bedeutung sich mir aber nur allmählich eröffnete und die, aus heutiger Sicht, mein Leben dann doch POSITIV beeinflußt hat.

    Euch allen ein Frohes Neues 2013.

    Grüße von Dermot aus Leverkusen 🙂

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